Ich weiß nicht mehr so recht, warum ich mir das Buch geholt hatte. Irgendwie fällt es ja in diese Kategorie Frauenromane und damit wurde der Markt die letzten Jahre ja ordentlich gespült. Ziemlich kommerziell ist es dazu, aber ich liebe die Abwechslung, also kommt auch mal so ein Buch mit in die Tasche für die lange S-Bahnfahrt. Eigentlich ist das Schema für diese Geschichten immer gleich: Frau erlebt Schicksalsschlag, Frau flieht irgendwie an einen ruhigen Ort (meistens in Cornwall oder so eine landschaftlich geschmeidige Urlaubsecke), Frau findet in alten, verlassenen Haus ein Brief/Tagebuch/Weißdergeierwas, Frau macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und findet neben viel Schmalze natürlich ihren Mr. Perfekt.
Ok, ich übertreibe. Das Orchideenhaus fällt wohl auch ein wenig in dieses Muster, kommt aber mit einer authentischen und schön ausgestalteten Geschichte daher. Riley schafft es immer wieder zu überraschen und zeichnet dabei interessante, wenn auch ein wenig zu einfach geschnitzte Charaktere.

An vielen Stellen fand ich die Geschichte schon sehr bewegend, traurig und rührend. Für die S-Bahn nicht so geeignet, wenn man sich so manche Träne verkneifen muss. Liebesgeschichten funktionieren bei mir aber eigentlich immer und so auch bei dieser Geschichte. Geschickt verknüpft die Autorin das Anwesen Wharton Park mit den Schicksalen von damals und jetzt. Auch die Beschreibung der Kulissen ist sehr gelungen. Sprachlich wirkt die Geschichte und insbesondere auch die Dialoge manchmal etwas steif bzw. nicht so ganz realistisch. In Summe fällt das aber nicht ganz so auf, denn die Schicksale der Protagonisten wirken dann doch plausibel und realistisch.

Fazit: Insgesamt ist Das Orchideenhaus eine gelungene Geschichte, die es dann doch schafft, immer wieder zu überraschen. Wer das Buch liest: Harry ist ein armes Schwein. Auch wenn das am Anfang nicht so aussieht und man am Ende wohl darüber diskutieren kann, aus meiner Sicht ist er ist ein riesen großes, armes Schwein 😉

Wertung in Sternen

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Über das Buch

5806-das-orchideenhaus Titel: Das Orchideenhaus
Autor: Lucinda Riley
Verlag: Goldmann Verlag
Erschienen: 3. Mai 2011
Seiten: 544 Seiten

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verfasst von Tobi

    4 Kommentare

  1. Romina Agus 14. April 2015 at 12:30 Antworten

    Hallo Tobi,
    nun musste ich bei deiner Rezi direkt erst mal lachen : ) Du hast schon recht das sie sicherlich oft nach Klischee laufen, aber ist es nicht genau das was wir uns im Grunde wünschen? Wir mögen Dinge zb Erdbeeren, daher kaufe ich sie so oft es geht ^^ Und so geht es mir mit Büchern.
    Wobei es heut zu Tage wirklich recht viel schwerer ist die Lesergemeinde zu begeißtern weil viele immer mehr und toller und größer etc. erwarten ^^
    Ich lese ja auch gerne solche Bücher und Lucinda Riley ist sicher eine der bekannteren Autoren : > Zumindest stolpert man immer wieder über sie.
    Eine ganz bezaubernde Rezension vielen Dank dafür : >
    Liebe Grüße
    Romi

  2. Annegret 21. Oktober 2015 at 8:01 Antworten

    Hallo Tobi,
    ich mußte ein wenig schmunzeln, als ich Deine Rezension las. Ein Mann, der Frauenromane liest. Das gibt es – glaube ich zumindest – auch nicht alle Tage. Es sei Dir absolut gestattet! ich bin bekennender Lucinda-Riley-Fan, auch wenn die Geschichten immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Manchmal braucht man eben ein bißchen Herz-Schmerz-Geschichten!

    Gruß
    Annegret

    • Tobi 21. Oktober 2015 at 14:23 Antworten

      Liebe Annegret,

      bei Bücher probier ich viel aus und da kommt dann auch mal ein kitschiger Frauenroman ins Haus. Nach zwei, drei solcher Geschichten war mein Bedarf aber dann auch gut gedeckt 😉 Schön dass du vorbei geschaut hast!

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Angela Busch 24. April 2017 at 16:01 Antworten

    Hallo Tobi,,, habe das Buch gerade heute von meiner 30 jährigen Tochter zurückbekommen. Auch ihr hat es gut gefallen. Es war für sie eine schöne Ablenkung und Reise in eine fiktive Welt…
    Herzlich
    Angela

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