Dieses Buch ist ein echter Geheimtipp. Alleine wenn man den Inhalt liest, hört sich das schon sehr interessant an. Eigentlich bin ich kein Freund von Kurzgeschichten, also habe ich bei dem Buch einige Zeit gezögert. 18 mal stranden, irgendwie eine gute Idee, aber kann das funktionieren? Ja, es funktioniert und zwar dann, wenn man so wie Deprijcks schreibt.

Alle Kurzgeschichten sind voneinander losgelöst und um eine größere Nähe zum Protagonisten zu schaffen, wird immer aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Geschichten erzählen immer, wie jemand ausgehend von einer immer anderen Situation, auf einer Insel strandet. Da ist alles dabei, von einer traumhaften Karibikinsel, bis hin zu einem kargen Eiland, das nur aus einem Felsen besteht. Die Kulisse und die Beschreibung der Inseln sind sehr gelungen, der Autor schafft es gut, ein Bild von der Insel und Umgebung zu zeichnen.

Die Geschichten sind sehr einfallsreich, sind oft mit einer versteckten Stimmung versehen, ganz so wie es beispielsweise bei Munro der Fall ist. Es gibt ganz kurze und einige längere Geschichten, die manchmal tragisch, manchmal irgendwie komisch, manchmal tiefsinnig und manchmal alles zusammen sind. Es fällt leicht, sich vorzustellen, wie man selbst dort strandet, wie Hoffnung entsteht, wie sie wieder verloren geht und der Protagonist dann doch einen ganz obskuren, trivialen oder gar keinen Ausweg findet.

Fazit: Dieses Buch ist kurzweilig, aber wenn man es einmal in die Hand nimmt, dann kann man es nicht mehr weglegen. Zu verlockend ist diese Stranden, ähnlich dem Schwindel der einen erfasst, wenn man irgendwo in die Tiefe blickt: Obwohl es einen Angst macht sieht man immer wieder hinunter. Unterstützt durch die schönen Illustrationen ensteht für jede einzelne Insel ein ganz eigenes Bild. An zahlreiche Geschichten kann ich mich noch gut erinnern, obwohl es schon ein bisschen her ist, dass ich das Buch gelesen habe.

Wertung in Sternen

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Über das Buch

Die Inseln, auf denen ich Strande

Titel: Die Inseln, auf denen ich strande
Autor: Lucien Deprijck
Verlag: mare Verlag
Erschienen: 13. März 2012
Seiten: 192 Seiten

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verfasst von Tobi

    5 Kommentare

  1. […] ist noch gar nicht so lange her, da habe ich mein erstes Buch von Lucien Deprijck gelesen. Die Inseln, auf denen ich strande ist im Mare Verlag erschienen und so war das ein Gütesiegel, dass das Buch sicherlich sehr gut […]

  2. Pingback: Schiffbrüche von Alexandre Dumas 15. Juli 2015 at 19:55

    […] in einer kleinen Rettungsschaluppe: Hier wird eine Menge geboten. Mich hat das Buch stark an Die Inseln, auf denen ich strande von Lucien Deprijck erinnert. Natürlich liegt bei Schiffbrüche, wie der Titel des Buches bereits sagt, der […]

  3. Karin 7. September 2015 at 11:46 Antworten

    Lieber Tobi,

    habe mal ein bißchen bei Dir gestöbert und mit Freude diese Besprechung entdeckt. Ich krame dieses Buch mindestens einmal im Monat heraus, weil es mich immer wieder fasziniert. Ich habe so ein Eckchen mit Lieblingslektüre, die nicht einsortiert wird und da gehört dieser Band auch dazu.
    Ähnlich wie Mare bringt ja auch Fischer in der Reihe Die Bücher mit dem blauen Band so edel ausgestattete Exemplare heraus, das „schöne“ Buch ist wieder im Kommen, diese Schuber sind zwar lästig im schnellen Handhaben, überhaupt wenn man sie zurückstecken muß, aber immer eine Augenweide. Augen- und Fingerweide ….Matthes & Seitz mit den Naturkunden darf ich auch nicht vergessen.

    Nette Stöbergrüße von mir an Dich

    • Tobi 7. September 2015 at 13:59 Antworten

      Liebe Karin,

      so eine Sammlung an Kurzgeschichten ist natürlich ideal, um darin immer mal wieder zu stöbern. So ein Eckchen hab ich nicht, aber dafür einen riesigen Schrank, wo alles schön leicht erreichbar ist 😉

      Die Fischer Reihe mit blauen Rand kenn ich gar nicht. Welche sind das denn? Schöne Bücher haben einfach was. So ein Schuber stört mich dann auch nicht, zumal der bei den Mare Büchern auch echt schön gestaltet ist.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Pingback: mare verlag | lesestunden 3. Oktober 2015 at 22:09

    […] ordentlich gewachsen.  »Heute dreimal ins Polarmeer gefallen«, der Bildband über Island und Die Inseln auf denen ich strande sind nur zwei davon. Ich bin immer noch schwer begeistert vom Mare Verlag und bisher hat mich kein […]

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