Zusammen mit dem Exemplar für das Gewinnspiel habe ich vom DuMont Verlag freundlicherweise auch ein Rezensionsexemplar für mich bekommen. So ist das Buch auch schnell auf den ersten Platz in meinem SuB gewandert, immerhin will ich ja wissen, was für ein Buch hier verlost wird.

Drei Männer starten eine Expedition mit einem Heißluftballon. Sie wollen den Nordpol erreichen, scheitern allerdings. Die Geschichte beginnt im Jahre 1930 damit, dass der Journalisten Knut Stubbendorff die Insel erkundet, auf der man die Überreste der missglückten Expedition gefunden hat. Dabei stößt er auf die Tagebücher von Nils Strindberg und begibt sich auf die Suche nach Anna, dessen einstiger Verlobten, um dieser die verschollenen Briefe zu übergeben.

Das Buch handelt in zwei Zeitebenen: Einmal der Gegenwart, mit Knut Stubbendorff, der sich auf die Suche nach Anna macht und nacheinander auf alle Familienmitglieder stößt. Zum anderen in der Vergangenheit, aus der Sicht von Anna, wie sie mit sich, der Situation und ihren Gefühlen ringt.

Die ersten hundert Seiten fand ich sehr langsam und nicht besonders aufregend. Die Geschichte nimmt dann aber Fahrt auf und hat mich dann auf eine subtile Weise emotional gepackt. Es ist nicht nur der Verlust oder die Trauer, die primär im Fokus steht. Vielmehr sind es die verstrichenen Möglichkeiten, die Entscheidungen die Anna trifft und das Unglück, das daraus entsteht. Und dass Anna auch von ihren Gefühlen geleitet wird und genau hier der Kern liegt, der ihr Leben schlussendlich aus der Bahn wirft. Entscheidungen, die im Laufe des Buches nachvollziehbar werden.

Es gibt Bücher (und auch Filme) bei denen die Zeit greifbar wird, zu einer festen Größe die im Raum schwebt und alles durchdringt. Alleine daraus ensteht für mich immer schon eine schwermütige Grundstimmung. Auf ein Leben zurückzublicken, Entscheidungen aus einer gelebten Situation heraus zu bewerten, dem haftet immer etwas Schweres an, das dem Gefühl der Sehnsucht nicht unähnlich ist. Das ist auch bei diesem Buch der Fall und damit hat es eine melancholische Stimmung, die nicht zuletzt durch die Tatsache verstärkt wird, dass man als Leser um das Scheitern der Expedition von vornherein weiß.

Anna als Charakter hat mir sehr gut gefallen, weil sie trotz aller emotionalen Situationen eine gewisse Ruhe ausstrahlt. Für mich war durchaus nachvollziehbar, was an ihr anziehend auf ihre Umgebung wirkt und ich glaube ich wäre ihrem Reiz wohl auch verfallen.

Stockholm als Kulisse fand ich sehr schön, für meinen Geschmack hätte es aber in dem Buch durchaus etwas mehr Skandinavien sein können. Hier bin ich einfach von einigen anderen Büchern verwöhnt, wo das Meer und diese besondere Stimmung des hohen Nordens eine umfangreichere Bühne bekommt.

Das Buch ist angenehm zu lesen und die Sprache passt sehr gut zum Inhalt und zu Anna. Sie ist gleichmäßig, schlicht und strahlt eine beständige Ruhe aus. Dafür waren allerdings keine richtig tollen Sätze dabei, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Fazit: „Unter dem Nordlicht“ kann man uneingeschränkt empfehlen. Es ist eine schöne und emotionale Geschichte, nach einem langsamen Anfang auch sehr spannend und besticht durch das schöne Stockholm und eine anmutige Protagonistin. Einen Stern Abzug gibt es für die eher gewöhnliche Sprache, einen weiteren für den fehlenden philosophischen Tiefgang. Das soll diese Geschichte aber nicht in ihrem Wert schmälern, denn es hat großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen.

Wertung in Sternen

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Über das Buch

Unter dem Nordlicht

Titel: Unter dem Nordlicht
Autor: Jenny Bond
Verlag: DuMont Buchverlag
Erschienen: 21. Januar 2015
Seiten: 400 Seiten

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verfasst von Tobi

    4 Kommentare

  1. Anne 18. Februar 2015 at 23:09 Antworten

    Eine schöne Vorstellung. Das Buch ist schon mal auf meinen Wunschzettel gewandert. Wenn es dort in drei Wochen immer noch steht, wird es gekauft 🙂

    • tobi 19. Februar 2015 at 12:31 Antworten

      Na dann hoffe ich, dass das Buch sich in deiner Wunschliste hält! Die Geschichte war echt schön, das Buch kann man nur empfehlen.

      Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Besuch!
      Tobi

  2. […] ist es soweit: Mein erstes Gewinnspiel ist zu Ende und es geht ans Auslosen. Unter dem Nordlicht von Jenny Bond konntet ihr gewinnen, ein Buch das definitiv empfehlenswert ist. Eigentlich wollte ich das ja […]

  3. Tinka 22. Dezember 2016 at 19:01 Antworten

    Lieber Tobi! Dieses Buch stand auf meiner Weihnachtswunschliste, wollte wieder mal eine schöne Skandinavienlektüre lesen – vielleicht kannst du ja ein besseres Buch dazu empfehlen? Soweit ich weiß bist du ja auch lieber im Norden zu Hause ❄️ Deine Rezension zu „unter dem Nordlicht“ ist sehr gelungen und nachvollziebar, vor allem deine Begründung zu den zwei abgezogenen Sternen find ich super, weil mir diese zwei Punkte auch immer total wichtig sind bei Büchern ! Nun werde ich dieses Buch vl doch erst mal hinten anstellen

    Wünsch dir schöne Weihnachten 🎄

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