Auf Maras Blog bin ich auf ihren Beitrag zu sommerliche Lesetipps gestoßen. Eigentlich eine ganz nette Idee, speziell für den Strandkorb ein paar Leseempfehlungen zu geben. Natürlich stellt sich die Frage, was an diesen Bücher so anders sein soll, aber eigentlich denke ich dabei an die Umgebung. An das schöne Balkonien in der Sonne, an das gemütliche, schattige Plätzchen im Park oder auch am Strand, irgendwo in der Ferne. Da will man mal nichts von Winter, Mord und Todschlag oder irgendeine andere schwere Kost lesen. Also mir geht es so, aber da hat ja jeder ein etwas anderes Empfinden. Es gibt ja auch Leute, die schlafen zu lauter Rockmusik ganz gut ein, was nun gar nicht mein Fall wäre.

Auf dem Bild oben seht ihr meine kleine Empfehlung für den Strandkorb. Da ist allerhand dabei und vielleicht treffe ich mit einem Teil der Auswahl ja euren Geschmack.

Der grüne Blitz von Jules VerneDer grüne Blitz von Jules Verne

Dieses Buch soll die einzige Liebesgeschichte von Jules Verne sein. Eine ganz bezaubernde Geschichte über die hübsche Helena, eine junge Frau, die unbedingt den grünen Blitz sehen möchte und dazu quer durch die Hebriden reist. Dieser optische Effekt eines grünen Aufblitzens während des Sonnenauf- oder -untergangs tritt nur dann auf, wenn völlig klare Sicht auf einen freien Horizont vorhanden ist. Eine nette Geschichte, mit einer Brise Humor, die ein wenig an eine Lustfahrt erinnert. Ein kurzweiliges Vergnügen, das einen nicht sehr in Beschlag nimmt und daher für die Lektüre Zwischendurch mit Unterbrechungen geeignet ist.

Eine Frage der Höflichkeit von Amor Towlers Eine Frage der Höflichkeit von Amor Towlers

Kate und Eve lernen im schönen New York der 30er Jahre den charmanten Tinker Grey kennen. Eigentlich ein eher seichter Roman, der die Jugend von zwei jungen Frauen portraitiert, die sich austoben, in die große Welt ziehen und das Leben kennenlernen wollen. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und finde das Setting, New York in den 30ern einfach sehr schön. Die Dialoge sind ganz erfrischend, auch wenn ich mir von dem Buch nicht gerade viel gemerkt habe. Also auch perfekt, wenn man schon zwei Pina Coladas intus hat und vom Schaukeln in der Hängematte etwas unkonzentriert ist.

Ein letzter Tag UnendlichkeitEin letzter Tag Unendlichkeit von Lucien Deprijck

Das Buch habe ich hier bereits vorgestellt. Das Buch umfasst genau einen Tag, in denen der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock zusammen mit einigen Damen und Herren gemeinsam einen Ausflug mit einem Schiff auf dem Zürichsee unternehmen. Die Stimmung ist einfach schön und ich habe die Gespräche genossen, die sehr wechselhaft sind und nie sonderlich lange dauern. Dadurch hat man tatsächlich das Gefühl mit der Gesellschaft den Tag zu genießen, ein wenig Smalltalk zu betreiben und zu entspannen. Auch die Natur wird so schön beschrieben, dass man einfach Lust bekommt im Schatten alter Bäume am See zu liegen und ein wenig zu philosophieren.

Ein Liebesabenteuer Ein Liebesabenteuer von Alexandre Dumas

Auch dieses Buch habe ich hier schon vorgestellt. Der gute Dumas war ein Schlawiner und deshalb enthält das Buch sozusagen zwei Liebesabenteuer. Eine schöne, auch sehr kurzweilige Geschichte, in der Dumas über sich selbst schreibt und wie er mit Lilla, einer Schauspielerin zusammen eine kleine Reise durch das alte Europa unternimmt. Auch dieses Buch hat etwas von Lustwandeln, denn Dumas unterhält hier mit einigen kleinen Geschichten und Episoden. Eine sehr entspannende Lektüre, die zerstreut, zum Teil geistreich daher kommt, dennoch aber nicht sonderlich beansprucht.

Emma von Jane AustenEmma von Jane Austen

Jane Austen ist auch so ein Fall von Lektüre, die irgendwie immer geht. Emma ist eine ganz typische Figur, wie sie nur Austen so schön zeichnen kann. Die erste Hälfte ist in Austens Büchern immer öde. Dafür geht es dann immer im weiteren Verlauf zur Sache. Emma versucht ihre Freundin zu verkuppeln und muss lernen, dass es mit der Liebe doch nicht so leicht ist. Eine nette Geschichte, nicht zu lange, nicht zu kurz, mit sehr schönen Charakteren, die einfach menschlich sind. Das schöne bei Austen: Die Geschichte könnte nach zehn Seiten fertig sein, wenn die Protagonisten nicht immer sich selbst im Wege stehen würden.

Horcynus Orca Horcynus Orca von Stefano D’Arrigo

Ich gebe zu, das Buch ist natürlich schon ziemlich schwere Kost und dürfte die Strandtasche auch ordentlich ausbeulen. Dennoch kann ich nicht darauf verzichten, das Buch zu empfehlen. Natürlich ist es vom Text her schon fordernd und erfordert ein gewisses Maß an Konzentration. Aber das Meer, das D’Arrigo hier beschreibt hat so viel von Sommer, von Sonne, von Strand und dem typischen Flair Italiens, dass es einfach so gut passt. Wenn ich an die Orte denke, an die Fischer, wie sie aufs Meer hinaus fahren, an die Orangenbäume, an die Strände, da kann ich mir nichts Schöneres vorstellen, als das tatsächlich am Strand zu lesen. Das Thema ist natürlich der Krieg und dessen Wirkung, aber an sehr vielen Stellen tritt dies auch in den Hintergrund und man findet sich wieder, in der schönen Landschaft Siziliens umgeben vom ewigen, blauen Meer.

Ich hoffe der ein oder andere Tipp für den Strand ist hier für euch dabei. Ich für meinen Teil werde sicher wieder ein paar Mare Bücher mit in Urlaub nehmen. Und Bücher, die so gar nicht zum Sommer passen, denn jedes Buch passt irgendwie immer, wenn man gerade Lust darauf hat.

verfasst von Tobi

    6 Kommentare

  1. Irve liest 30. Juni 2015 at 19:54 Antworten

    Von deinen Titeln kenne ich keinen. Mein absolutes Highlight in diesem Jahr – wenn ich mal vom Spannungsgenre absehe, da du es nicht so zum Urlaubsfeeling magst, ist definitiv: „Als die Sonne im Meer verschwand“ von Susan Abulhawa, aber auch „Madame Picasso (Anne Girard) fand ich sehr lesenswert. Leicht und trotzdem mit einer gewisen Schwere. Aber auch „Mandeljahre“ von Katrin Tempel ist eine Empfehlung wert!
    In diesem Sinne, fröhliche Lesegrüße von der Irve 🙂

    • Tobi 30. Juni 2015 at 22:28 Antworten

      Huhu Irve,

      also Madame Picasso hatte ich auch schon in der Hand, bin aber noch ein wenig unschlüssig. Madeljahre hört sich echt nicht schlecht an. So der typische Schmonzettenplot, da greift man selten daneben Thriller und vergleichbares pack ich irgendwie grundsätzlich nicht. Will mich ja beim Lesen entspannen.

      Viele Grüße und danke für deinen Besuch und deine Tipps!
      Tobi

  2. Tanja 1. Juli 2015 at 0:02 Antworten

    Eine Frage der Höflichkeit habe ich auch gelesen. Ich weiß noch, dass ich mir das New York der 30er Jahre anders vorgestellt hatte. Trotzdem hält die Geschichte schöne Momente bereit. Ein gutes Sommerbuch, welches ich empfehlen kann (quasi gerade erschienen und schon gelesen) ist „Sommernovelle“ von Christiane Neudecker. Ich habe bereits in Horcynus Orca reingelesen und war von der ersten Seite an begeistert. Kennst du das Gefühl, wenn man sich Geschichten für später aufbewahren möchte?

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Tobi 1. Juli 2015 at 6:42 Antworten

      Liebe Tanja,

      ich fand die Beschreibung von New York schon ganz gut gelungen und habe schon mehrere Bücher, die um diese Zeit dort handeln gelesen. Ich mag das Setting irgendwie, wohl aus einer falschen Nostalgie heraus. „Sommernovelle“ hört sich vom Inhalt tatsächlich typisch nach Sommerlektüre an und sogar das Cover verspricht das 😉

      Mit „Horcynus Orca“ kannst du getrost starten, das hat so viel Inhalt und ist so vielschichtig, das kann man locker öfter als einmal lesen und für ein Mal schon sehr lange braucht. Aber es lohnt sich!

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Stefan 8. Juli 2015 at 19:52 Antworten

    Lieber Tobi,

    eine sehr interessante Auswahl hast Du da zusammengestellt! Ich muss gestehen, dass ich längst noch nicht alle kenne aber das wird nachgeholt!!

    Wenn ich an Sommerbücher denke, denke ich immer wieder an „Sommerdiebe“ von Capote und „Der Zementgarten“ von McEwan. Beide sind wunderbare Erinnerungen an warme Tage im Freien!

    Gruß
    Stefan

  4. Leonhard 22. April 2016 at 16:47 Antworten

    Lieber Tobi,

    ich bin gerade durch Twitter auf deinen Artikel gestoßen. Passt perfekt, wollte gerade los zum Bücher kaufen 😉 Austen, Dumas und Deprijck stehen bei mir ab jetzt auf der Liste!

    Im Urlaub/Sommer lese ich persönlich immer gerne Bücher, die ich schon einmal gelesen habe. Und die letzten zwei Jahre waren das bisher immer „Tschick“ von Herrndorf und „Das bin doch ich“ von Glavinic – zwei Jahre in Folge. Zeit für etwas Abwechslung. Mal schaun, was es diesen Sommer wird, die Sonne kommt ja endlich raus 🙂

    Danke für die schöne und gut beschriebene Liste.

    Grüße,
    Leonhard

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