Mit der Reaktion auf meinen Beitrag über die Analyse von Buchblogs habe ich gesehen, dass Buchblogger Statistiken lieben und ganz verrückt danach sind. Mir selbst geht es da nicht anders und bei dem eigenen Blog möchte man schon wissen, wie er aus der Sicht der Besucher wahrgenommen wird. Natürlich ist für mich mein eigener Lesegeschmack und die eigenen Vorstellungen darüber, wie ich mir meinen Blog wünsche maßgebend, aber wenn das, was ich schreibe keinen interessiert, oder wenn die Aufmachung so gar nicht beim Besucher ankommt, gibt das schon Anlass etwas zu ändern.

Um einen Einblick zu bekommen, wie die Besucher von meinem Blog diesen nutzen und wahrnehmen, habe ich zwei Quellen genutzt:

  • Um die Besucherflüsse zu tracken, nutze ich auf Lesestunden die Web Analytics Lösung Piwik. Die liefert allerhand Daten und gibt einen guten Einblick.
  • Mit einer kleinen Umfrage auf Polldaddy habe ich versucht die Themen abzufragen, die man nicht aus einem Analysetool heraus bekommt. Es haben 43 Leser von meinem Blog teilgenommen.

Ich glaube, dass mein Buchblog nun nicht komplett außergewöhnlich ist und völlig aus der Reihe tanzt. Daher auch der eher allgemein benannte Titel dieses Beitrages, denn vieles, was sich aus meinen Auswertungen herauslese, lässt sich sicher auf andere Blogs übertragen. Natürlich aber nicht uneingeschränkt. Die Aussagekraft eines Fragebogens mit 43 Teilnehmer ist nur begrenzt. Und auch Randbedingungen, wie beispielsweise die Art und Weise, wie ich mit Social Networks umgehe, lässt sich nicht ohne Weiteres auf jeden Buchblogger übertragen. Trotzdem glaube ich, dass sich bezogen auf bestimmte Teilaspekte einige in meinem Blog wiederfinden und von diesen Einsichten profitieren könnten.

Vorneweg zum Datenschutz: Sowohl Piwik, als auch die Umfrage ist anonym und lassen keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen zu. Die sind hier auch gar nicht von Interesse. Spannend ist, wie die Gesamtheit der Besucher den Blog wahrnimmt.

Ebenso möchte ich an der Stelle auch wieder zu einem gesunden Maß an Skepsis aufrufen. Für einen anderen Blog kann sich die Situation ganz anders darstellen. Zudem ist die Datenbasis, insbesondere von Piwik nicht schlecht, aber sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss und alleine schon aus technologischen Gründen mit Unschärfen behaftet.

Um die Daten schön aufzubereiten, habe ich eine Infografik erstellt, die einen Überblick geben soll. Folgend kommt dann eine Interpretation der Daten, denn das Ziel ist es zu vergleichen und Aktionen aus diesen Zahlen und Übersichten abzuleiten. Was kann man besser machen, mit wem hat man es zu tun, wie gehen die Besucher mit den Inhalten um.

Hier also erstmal die Infografik:

Infografik

Ein paar Zahlen zu Lesestunden

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Ganz oben findet ihr ein paar generelle Zahlen über alle Besucher und die Inhalte. Der Zeitraum dieser ganzen Werte umfasst den 1. Januar 2015 bis zum 14. Juli 2015, also knapp ein halbes Jahr. 61 Beiträge habe ich in diesem Zeitraum geschrieben, wobei 24 davon Rezensionen sind. 3 Minuten und 37 Sekunden verbringen die Besucher durchschnittlich auf meinem Blog und knapp die Hälfte bleibt dann auf Lesestunden und springt nicht sofort nach einer Seite wieder ab. Das ist gar nicht schlecht für einen Blog, wo ja die meisten nur einen neuen Beitrag lesen wollen. Über 36.000 Seitenaufrufe habe ich verzeichnet. Dafür, dass mein Blog erst im Dezember letzten Jahres gestartet ist, ein ganz gutes Ergebnis.

Woher kommen die Besucher?

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Das ist für einen Blogger die große Frage. Welche Sozialen Netzwerke bringen Traffic auf die eigene Seite, welche weniger. Wo lohnt es sich Zeit zu investieren? Wenn man versucht bei allen Seiten aktiv zu sein, dann wird man nicht mehr froh. Facebook, Twitter, Instagram, Lovelybooks, Google+, Pinterest usw. das ist schon eine ganze Reihe. Alle zu bedienen schafft man wohl kaum. Wobei hier natürlich persönliche Präferenzen eine große Rolle spielen. Daher findet ihr in der Infografik auch, wie viele Follower und Freunde ich so in den Netzwerken hab. Auf Twitter bin ich am aktivsten und habe auch über 800 Follower. Trotzdem kommen, ausschließlich Social Networks betrachtet, nur 33 % der Besucher von dort. Facebook hat mit 64 % die Nase deutlich vorne. Und das obwohl ich erst seit Ende März dort aktiv bin. Es scheint, als ob eine „Empfehlung“ bei Facebook wesentlich mehr Besucher anlockt, als auf Twitter. Oder dass wesentlich mehr auf Facebook unterwegs sind, als auf Twitter.

Trotzdem bevorzuge ich Twitter, schreibe dort wesentlich öfter und bin dort auch viel mehr in einem Dialog mit den anderen Blogger und Benutzer. Die Umfrage zeigt, dass Twitter hier die Nummer eins ist, um mir zu folgen und um meinen Blog zu entdecken. Um also den eigenen Blog bekannt zu machen, scheint Twitter perfekt geeignet zu sein. Vergleicht man aber dann, wie viele tatsächlich dann über Twitter den eigenen Blog besuchen, so hat Twitter offensichtlich hier das Nachsehen gegenüber Facebook. Das hat sicher mit der Sichtbarkeit von Beiträgen zu tun. Während bei Twitter ein Tweet relativ schnell wieder verschwindet, scheint ein Beitrag bei Facebook stärker wahrgenommen zu werden.

Der hohe Anteil an Besucher von Facebook liegt ist sicherlich auch mit meiner Topliste und den Beitrag darüber zu begründen, die recht häufig geteilt wurde. Daher habe ich die Benutzer, die auf die Topliste oder den dazugehörigen Beitrag in meinen Blog eingestiegen sind herausgerechnet. Bevor ich auf Facebook aktiv war, war der Anteil an Social Media Besucher, die von Facebook gekommen sind bei 4 %. In dem gesamten Zeitraum, also inklusive der Zeit, in der ich bei Facebook aktiv war ist der Anteil auf 36 % gestiegen. Was Besucher angeht, lohnt es sich definitiv bei Facebook auf die eigenen Beiträge hinzuweise und diese dort zu teilen. Ich poste meine Beiträge sowohl bei meinem Facebook Benutzer, als auch auf einer eigenen Seite für meinen Blog.

Was für allgemeine Aussagen lassen diese Werte zu? Betrachtet man, dass 30 % der Besucher von Sozialen Netzwerken und 98 % davon von Twitter und Facebook kommen, so glaube ich, dass man hier definitiv den Fokus auf diese zwei Sozialen Netzwerke legen muss um den eigenen Blog bekannter zu machen und sich mit den Lesern zu vernetzen und diese aktuell zu halten. Plattformen wie Lovelybooks oder Instagram dürften hier kaum mithalten können und kann man getrost vernachlässigen. Das ist auch naheliegend, denn Facebook und Twitter sind auch die bekanntesten und meist genutzten Netzwerke. Instagram hat auch einen anderen Fokus und erlaubt kein direktes Verlinken. Es geht darum Bilder zu teilen und ist eher weniger ein Newsstream von dem aus man sich im Netz umsieht. Ähnlich ist auch Lovelybooks einzuordnen. Man bleibt auf der Plattform, liest sich dort Bewertungen durch, kommentiert und stöbert dort nach Büchern. Wie hier Pinterest einzuordnen ist, das ich nicht nutze, ist offen, allerdings ist die Popularität von Pinterest im Vergleich zu Facebook und Twitter eher von untergeordneter Bedeutung. Google+ habe ich noch nicht ausgetestet. Man munkelt, das ein Profil bei Google+ das Ranking bei Google positiv beeinflusst.

Übrigens betrachte ich an dieser Stelle die Sozialen Netzwerke aus der Sicht, wie sie den eigenen Blog hinsichtlich Sichtbarkeit voran bringen. Natürlich ist es sinnvoll Lovelybooks, Instagram oder Pinterest zu nutzen, wenn man diese Plattformen bevorzugt und sie einem einen Mehrwert bringen. Für einen Blog tun sie das wohl eher weniger.

Zu der Frage, wie einem die Benutzer folgen ist anzumerken, dass ein WordPress Abo und BlogConnect Widgets am beliebtesten sind. Feedly und Bloglovin kann man wohl eher hinten anstellen. Ein Email Abo Widget schadet nicht, ist aber scheinbar nicht kriegsentscheidend. Traurigerweise ist RSS auch mit das Schlusslicht. Was ich mir dabei aber nicht erklären kann, sind die vielen direkten Zugriffe (46 % aller Besucher steigen direkt in meine Seite ein). Das könnten verschickte Links in Emails sein, was mich überraschen würde, oder doch Einstiege aus RSS Reader. Eine Erklärung für die vielen direkten Zugriffe habe ich nicht wirklich. Außer viele haben Lesestunden in ihren Bookmarks und schauen immer wieder mal vorbei.

Zu Suchmaschinen kann man konstatieren, dass Google, wie zu erwarten war, der Platzhirsch ist und man alle anderen getrost vergessen kann. Leider erfolgen 10 % der Suchmaschinenzugriffe über die Bildersuche von Google, die meistens eher wertlos sind. Ich will ja nicht meine Bilder verteilen, sondern mit meinen Inhalten überzeugen.

Interessant ist auch, dass 9 % mich über ein Kommentar in einem anderen Blog gefunden haben. Es lohnt sich also zu kommentieren, was ich immer wieder mache und dabei auch immer mal wieder auf neuen Blogs stöbere. Was Spaß macht, weil man neue Blogs entdeckt und weil man mit anderen in einen Dialog tritt, bringt obendrein noch einiges für den eigenen Blog. Also Leute: kommentiert. Ich schreibe dabei immer mal wieder etwas mehr, meine Sicht, was ich denke und manchmal werden die Kommentare recht lang. Das scheint neugierig zu machen, auf den Autoren von so einer Anmerkung.

Was machen die Besucher?

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Ist jemand erst einmal auf den eigenen Blog gelandet, stellt sich die Frage, was er denn so treibt. Passen die Inhalte, ist er schnell gelangweilt, springt er schnell ab? Es bringt ja nicht viel, wenn man tausende Visits hat und alle sind gleich wieder weg. Ich will zwar nichts verkaufen, aber für den Papierkorb will man ja auch nicht schreiben.

Die Frage ist also, wie viele über eine Seite hinaus kommen. Das ist bei einem Blog so eine Sache, wo viele, die einem folgen nur den aktuellen Beitrag lesen und wieder abspringen. Um so erfreuter war ich, als ich festgestellt  habe, dass 45 % mehr als eine Seite ansehen. 12 % schauen sich sogar mehr als fünf Seiten an. Das ist schon klasse, das zeigt mir, dass die Inhalte offensichtlich gut ankommen.

Die Besuchsdauer bestätigt dies. Die 58 % sind nur maximal 10 Sekunden da. 24 % sind mehr als zwei Minuten auf meiner Seite. Knapp 10 % sogar mehr als 10 Minuten. Durchschnittlich liegt die Besuchsdauer bei 3 Minuten und 38 Sekunden, was aus meiner Sicht ein Top Wert ist.

Die Frage ist nun, wie ist die Qualität der Besuche, abhängig von ihrer Herkunft. Man möchte ja eben nicht nur, dass die Leute kommen, sondern auch, dass sie die Inhalte lesen und mögen. Wenn Besucher von Twitter also alle sofort wieder abspringen, dann macht es kaum Sinn dort die eigenen Beiträge zu posten. Denn dann scheinen sich ja alle, die von dort kommen etwas zu erwarten, was sie nicht bekommen. Da verschwendet man also nur seine und die Zeit der anderen. Glücklicherweise ist das nirgends so.

Am längsten mit 3 Minuten und 20 Sekunden bleiben die Benutzer, die von Facebook kommen. Scheinbar bringen hier die Besucher am meisten Zeit und Interesse mit. Bei Twitter sind es immerhin noch 2 Minuten und 22 Sekunden im Schnitt. Das ist gar nicht schlecht, wenn man betrachtet, das Twitter ja so ein Medium ist, durch das man sich eher schnell durchklickt, mal kurz rein schaut und dann weiter scrollt.

Ähnlich die Absprungrate, also die Anzahl der Benutzer, die nach einer Seite sofort wieder den Blog verlassen und sich nicht tiefer durchklicken. Bei Facebook sind das 52 %, das heißt fast die Hälfte, die von Facebook kommt, bleibt auf der Seite und klickt sich weiter durch. Bei Twitter sind es 4 von 10 Benutzer, die auf Lesestunden bleiben und sich mindestens eine zweite Seite ansehen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Seitenaufrufen.

Wie ist das aber nun bei den viel gescholtenen Gewinnspielen, die einem ja nur kurz viele Besucher bringen, die nur mal schnell ein Kommentar absetzen und dann schnell wieder abhauen. Wie sieht es da aus? Testgewinnspiel war hier mein Beitrag zum Welttag des Buches das 31 Teilnehmer hatte. Die durchschnittliche Besuchsdauer mit 1 Minute und 4 Sekunden war hier signifikant niedriger als der Durchschnitt. Die Absprungrate hingegen hat mich überrascht. 4 von 10 Gewinnspielteilnehmer haben sich eine weitere Seite angesehen und sind nicht sofort wieder abgesprungen. Gewinnspielteilnehmer sind also nicht die Traumbesucher, aber mit völliger Ignoranz wird der Blog auch nicht gestraft und es wird doch ein weiterer Blick riskiert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Rezension des zu verlosenden Buches. Aber immerhin. In Summe würde ich aber trotzdem sagen, dass ein Gewinnspiel nun nicht der große Knaller ist. Interessant wäre mal ein Gewinnspiel, das nicht Teil einer großen Aktion ist.

Eine weitere interessante Frage ist, an welchem Wochentag man am besten seinen Beitrag veröffentlicht. Freitag und Samstag sind wohl am wenigsten geeignet, was auch nachvollziehbar ist. Hier verbringen die meisten ihre Zeit mit der Familie. Sonntag ist ein Tag, wo viele Blogger aktiv sind. Das ist mir schon aufgefallen, hier finden viele Zeit ihre Beiträge zu schreiben. Erstaunlich ist der Montag, der deutlich die Nase vorne hat. Tja, bevor die Arbeitswoche startet klickt wohl jeder noch ganz gerne durch Blogs und zögert den Start in die Woche hinaus?! Ganz richtig ist das nicht, hier kommt wieder die Topliste und mein Beitrag über die Buchblogs zum tragen. Rechnet man die Besucher heraus, ist plötzlich der Sonntag der Tag mit den meisten Besuchern. Der Beitrag über die Topliste scheint offensichtlich auch für Besucher mit literarisch beruflichen Hintergrund interessant zu sein. Ein großer Teil meiner Beiträge habe ich auch am Freitag, Samstag oder Sonntag veröffentlicht. Natürlich auch einige unter der Woche, aber so wie es aussieht ist Sonntag der große Buchblogschreibundlesetag. Es empfiehlt sich also, neue Beiträge am Samstag Abend zu posten und am Sonntag in Facebook zu bewerben, denn da sind offensichtlich die meisten Leser aktiv.

Zu welcher Tageszeit treiben sich die meisten auf meinem Blog herum? Klammert man die frühen Morgenstunden und die Nacht aus, so ergibt sich ein recht gleichmäßiges Bild. Zwischen 9 und 23 Uhr herrscht ein relativ konstanter Besucherfluss, mit einer Mittagsessens- und Nachhausefahrpause.

Wie werden die Inhalte wahrgenommen?

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Die Werte hier ergeben sich aus der Umfrage, die ich erstellt habe und abfrage, wie die Rezensionen und Beiträge so ankommen.

Mit der Häufigkeit neuer Beiträge, so etwa alle vier Tage, ist man ganz zufrieden. 21 % hätten zwar gerne öfter neue Beiträge, aber 88 % können damit sehr gut leben. Das ist sehr gut, denn öfter würde ich ohnehin nicht schaffen. Wer es also nicht schafft täglich zu bloggen, muss also auch kein schlechtes Gewissen haben seinen Blog zu stark zu vernachlässigen.

Was die Länge meiner Rezensionen mit durchschnittlich 966 Wörtern angeht, mache ich mir manchmal ein bisschen Sorgen. Einige davon fallen etwas umfangreicher aus, einfach weil es viel zu diesen Büchern zu sagen gibt. Deshalb habe ich am Ende immer ein Fazit. Jemand, der gerafft wissen möchte, wie das Buch ist, kann sich auf das Fazit beschränken und findet dort den Kern meiner Rezension. Glücklicherweise sind 77 % mit der Rezensionslänge zufrieden. 23 % empfinden sie als zu lange.

Zudem habe ich gefragt, wie die Genres ankommen, die ich so abdecke. Jugendbücher sind aktuell am meisten gefragt. Dicht gefolgt von Belletristik und Fantasy. Klassiker kommen erst auf Platz vier und Schmonzetten sogar erst auf Platz sechs. Natürlich werde ich nun nicht anfangen nur noch Jugendbücher zu lesen. Nachdem ich aber nicht jedes Buch, das ich lese auf meinem Blog veröffentliche, kann ich natürlich schon ein bisschen steuern. Aber am Ende bleibt es doch bei der Auswahl, die ich für mich treffe.

Erstaunt hat mich das Feedback zu der Bewertung mit Sternen, die ich ans Ende jeder Rezension stelle. 77 % finden sie ganz gut, so wie sie sind. Zu dem Thema werde ich nochmal was schreiben, denn ich hatte mir überlegt die vielleicht abzuschaffen, was 16 % befürworten. Zu lasch finden mich 7 %, was mich überrascht, denn ich habe immer das Gefühl strenger als andere Buchblogger zu sein.

Interessant fand ich, dass 54 % ein Buch auf ihre Wunschliste gesetzt haben oder ich sie bestärken konnte, das ein Buch auf der Wunschliste bleiben muss. Also liebe Verlage ihr liegt ganz richtig: Buchblogs sind Gelddruckmaschinen. Jedes Rezensionsexemplar ist ein Invest, das sich vielfach auszahlt. 😉

Was mich sehr freut ist die Tatsache, dass nicht nur meine Rezensionen gefallen. 66 % finden meine Nicht-Rezensionen-Beiträge sehr interessant. Das finde ich super, denn ich will nicht nur stupide ein Buch nach dem anderen vorstellen, sondern auch ein bisschen über den Tellerrand hinaus schauen.

Und ein Top Ergebnis: 93 % sind mit der Qualität meiner Rezensionen zufrieden. Besser könnte ich mir das nicht wünschen.

Und noch ein überraschendes Ergebnis, besonders wenn man die Beliebtheit der Genres sich ansieht: Der am meisten aufgerufene Beitrag ist Antarktische Wildnis: Südgeorgien. Das hat mich überrascht, denn es ist ein Bildband und eigentlich gar nicht so sehr im Fokus dieser Seite. Aber scheinbar gefällt er und gibt einen ganz guten Einblick. Übrigens liegen hier meine Besucher nicht falsch: Der Bildband ist auch einfach super und definitiv eine Empfehlung. Allerdings kommen zahlreiche Besucher über Google, was in der Neugierde begründet ist, heauszufinden, was es in dem Bildband so zu sehen gibt.

Über die Besucher

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Schließlich hat mich noch interessiert, wer denn meinen Blog so besucht und mit was. Es gibt ja so die Annahme, dass primär Buchblogger sich gegenseitig besuchen. 77 % der Umfrageteilnehmer sind selbst Buchblogger, was das Gerücht wohl zu einem guten Teil bestätigt. 30 % haben beruflich mit Literatur zu tun und 9 % sind Buchhändler. Und rangeklatscht, weil ich keine andere Stelle dafür hatte: 73 % mögen meine Buchzitate, die ich hin und wieder poste. Aber es kann auch sein, dass primär Buchblogger Lust haben, an Umfragen teilzunehmen.

Was mich sehr überrascht hat, ist die Tatsache, dass fast ein Viertel meiner Besucher mit dem Smartphone auf Lesestunden kommen. Ein vernünftiges responsive Design, das auch auf einem Smartphone ordentlich aussieht, ist heute wohl Pflicht. 66 % benutzen aber den normalen Desktoprechner bzw. das Notebook. Hier hätte ich mir einen höheren Anteil erwartet, denn mir ist das Smartphone zum Surfen auf Buchblogs zu fitzelig. Ein Tablet könnte ich mir, wie 9 % der Besucher hingegen wieder ganz gut vorstellen, wenn ich nicht so ein extrem geschmeidiges Gamingnotebook hätte.

Als Browser wird primär Firefox und Chrome eingesetzt. Der Internet Explorer ist mit 8 % glücklicherweise unbedeutend, was einfach ein wunderbares Ergebnis ist und mein Entwicklerherz höher schlagen lässt.

Was die Marke vom Endgerät angeht, sind die Apple Fanboys und Girls mit 16 % nicht gerade stark vertreten. Buchblogger sind wohl keine Designgeeks und Hipster. Ok, das ist nun nicht ernst gemeint. Ich glaube wirklich verlässlich ist dieser Wert sicher nicht und hier eher zum Spaß dabei.

Fazit

Was kann man nun aus diesen Werten zusammenfassen schließen? Erst einmal, dass man um Twitter und Facebook nur schwer herum kommt. Dann dass Google, wie erwartet die einzige zu berücksichtigende Suchmaschine ist. Dass Kommentare auf anderen Blogs wirklich was bringen. Dass man seine neuen Beiträge am besten am Samstag Abend veröffentlicht, damit ihn alle am Sonntag zwischen 9 und 23 Uhr lesen können und idealerweise immer den Beitrag auf Facebook teilt, denn von dort kommen die am meisten interessierten Benutzer. Gewinnspiele wohl nicht ganz so viel bringen, aber die Teilnehmer doch einen zweiten Blick auf den eigenen Blog werfen. Dass man auch echt lange Rezensionen schreiben kann und das die Leser mögen und es ausreicht alle vier Tage einen neuen Beitrag zu posten. Idealerweise schreibt man über Jugendbücher und Belletristik und bewertet die Bücher mit Sternen und ist dabei nicht zu lasch. Der Blog muss smartphonetauglich sein und definitiv nicht für den Internet Explorer optimiert werden.

Das Allerwichtigste ist aber wohl, dass man nicht zu viel auf Statistiken gibt und so bloggt, wie man sich selbst das wünscht, wie es einem selbst Spaß macht. Denn das ist das Wichtigste und auch wenn mir diese Auswertung einige Einsichten gebracht hat: Ich bleibe trotzdem primär bei Twitter aktiv, zögere auch nicht mal am Freitag um 2 Uhr Nachts einen Beitrag zu veröffentlichen, werde Gewinnspiele veranstalten und lange und auch mal kurze Rezensionen über Bildbände und Klassiker schreiben. Aber ich fühle mich auch darin bestätigt, wie ich aktuell blogge und freue mich, dass ich hier scheinbar auf den richtigen Weg bin.

verfasst von Tobi

    12 Kommentare

  1. Norman Weiß 18. Juli 2015 at 19:04 Antworten

    Lieber Tobias,
    ich bin ja immer ganz begeistert von Deinen Analysen und Auswertungen. Für mich ist alles, was hinter der Oberfläche abläuft, #Neuland. Nein, eher Terra incognita, die ich nicht betrete.
    Sehr interessant finde ich die Ergebnisse zu Twitter vs. Facebook. Das hätte ich so nicht erwartet. Daß Dein Blog intensiv wahrgenommn wird, braucht Dich nicht zu wundern: Du machst das mit erkennbarem Engagement und – offensichtlich nicht nur für mich – sehr überzeugend, mit einem Mehrwert für die Leser.
    Also: Weiter so!
    Viele Grüße
    Norman

    • Tobi 19. Juli 2015 at 9:20 Antworten

      Lieber Norman,

      vielen Dank für das positive Feedback. Ich finde so etwas immer interessant um ein wenig Einblick zu bekommen. Vieles lässt sich auch recht einfach ermitteln, aber man muss natürlich Lust darauf haben, sich auch mit so etwas zu befassen. Besonders eben auch mit Zahlen.

      Vielen Dank für dein Lob, es freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt. Ich bin immer unsicher, es ist ja auch nicht leicht weil man einerseits so seinen Geschmack hat und nie weiß, ob sich der mit den der Leser deckt.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Book Camp 18. Juli 2015 at 20:27 Antworten

    Huhu 🙂

    Das ist ja total spannend – und super, wie genau du deine Analytics auswertest!

    Ich habe früher ganz auf Google Analytics geschworen, mittlerweile bin ich da etwas abgewichen, aber trotzdem schaue ich regelmäßig auch in meine Statistiken. Vor allem die Referrer finde ich teilweise echt interessant – mit einigen hätten ich gar nicht gerechnet. Interessanterweise bringt lovelybooks.de meinem Blog regelmäßig neue Besucher ein – hätte ich gar nicht gedacht!

    Ganz liebe Grüße,
    Marie
    Book Camp

    • Tobi 19. Juli 2015 at 9:23 Antworten

      Liebe Marie,

      verglichen mit Piwik hat Google Analytics die Nase vorne. Zumindest ist das mein Eindruck, aber es ist schon eine Weile her, dass ich in Google Analytics hinein geschaut habe. Aktuell habe ich kein Projekt wo das zum Einsatz kommt. Datenschutztechnisch ist das halt so eine Sache. Und auch was SEO angeht, denn wenn Google weiß, dass viele Leute von der eigenen Seite abspringen, sinkt die eigene Seite auch im Ranking.

      Das mit den Sozialen Netzwerken hängt wohl auch stark davon ab, wie man sie nutzt. Lovelybooks ist für mich auch eher zum Stöbern interessant. Mit anderen austauschen tue ich mich darüber eher weniger.

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Petra Wiemann 19. Juli 2015 at 10:49 Antworten

    Hallo Tobi,
    deine genaue Auswertung finde ich sehr spannend. Da ich mein Blog seit kurzem selbst hoste, bin ich noch auf der Suche nach sinnvollen Tools. Die Jetpack Statistik ist mir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht geheuer. Aber Piwik scheint das Richtige zu sein, um zu erfahren, was die Leser interessiert. Dein Beitrag kommt für mich also genau zum richtigen Zeitpunkt, danke dafür!
    Viele Grüße, Petra

    • Tobi 19. Juli 2015 at 11:26 Antworten

      Hallo Petra,

      Piwik kann ich dir nur empfehlen, das nutze ich schon einige Jahre und das wird sehr aktiv weiter entwickelt, bietet viele fortgeschrittene Auswertungsmöglichkeiten, wie Segmentierung. Und in den Einstellungen kannst du das auch datenschutztechnisch so einstellen, dass nicht die komplette IP gespeichert wird. Mir ist das wichtig, ich will nicht die Daten von meinen einzelnen Besuchern, sondern einfach ein Gesamtbild haben. Und für WordPress gibt es auch ein echt gutes Piwik Plugin. Wenn du damit also Hilfe brauchst, dann kannst du jederzeit fragen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Romina Agus 20. Juli 2015 at 23:17 Antworten

    Hallo liebe Tobi,

    hm nun hast du mich zumindest von schlafen gehen abgehalten, evt. ein guter Punkt für die nächste Umfrage : ) „Wolltest du eigentlich schon schlafen?“ ^^

    Oki… ich will hoffen das ich mir alles gemerkt habe zu was ich noch was schreiben wollte aber erst mal: Das ist extrem interessant, ich habe ja was über für Grafiken : ) Und im gesamten ist dein Betrag lang aber gut *auf die Uhr schiel* also : )

    Zu dm Thema wie man auf deine Seite kommt und das einige deine direkte Adresse nutzen, richtig ^^ Das kommt sicher häufiger vor als man denkt. Denn die Blog´s die ich auf meiner Seite verlinkt habe besuche ich ausschließlich auch darüber : ) Denn von dort komme ich ja am schnellsten dahin wo ich hin will.

    Kommentare auf anderen Blog´s sind sicherlich sehr wichtig, denn auch ich suche oft (naja dich hab ich ja auch so gefunden) ebenfalls interessante Beiträge durch und Besuche diese Bücherwürmer : ) Aber so bleibt man eben auch präsent, ich merke das selber. Habe ich viel Zeit um meinen Blog zu pflegen und wieder durch andere Blog´s zu wuseln so habe auch ich danach mehr Besucher und Leser. Ein Teufelskreis ^^

    Zu deinen Sternen und der strenge deiner Bewertungen. Naja, ich schüttel immer wieder den Kopf oder sehr oft. Ich lese öfter das ich sich Blogger/innen beschweren das es wiederum Blogger gibt die oft oder zu 99 % ihre Rezensionen positiv aus fallen lassen. Da fasse ich mir an den Kopf, als Bloggerin kann ich mir doch in der Regel aussuchen was ich lese, ich weiß was ich mag also suche ich mir ja nun kein Buch aus das ich nicht mag. Wäre ja auch seltsam : ) Demnach ist es doch nicht verwunderlich das es mir dann auch gefällt und man das positive raus pickt…. Genauso gut kann man andersrum anmerken das einige Blogger immer wieder gewisse Bücher in der Luft zerreißen was auch völlig unnötig ist. Zum Glück gibt es aber Verlage denen daran gelegen ist das man sich Bücher aussucht wo man durchaus schon weiß das man sie mag.

    Ahhh die Uhr *schiel*

    So, dann wünsche ich dir noch viel Spaß beim Fantasy Jugendbuch lesen *lach* und eine Gute Nacht : )
    Romi

    • Tobi 21. Juli 2015 at 8:45 Antworten

      Liebe Romi,

      oh ja, der Beitrag ist lange genug, um dich vom Schlafen abzuhalten. Aber schön, dass du das Thema wie ich spannend findest.

      Man schließt ja von sich selbst auf andere und mir wäre es zu umständlich alle Blogs, denen ich folge, immer wieder abzuklappern. Das macht für mich mein RSS Reader und ich sehe direkt, was es Neues gibt. Aber wie die Umfrage zeigt, machen das nur sehr wenige genauso.

      Das mit dem Kommentieren hat irgendwie was, denn es zeigt, dass Bloggen nicht daraus besteht einfach etwas ins Netz zu stellen. Besucher auf die Seite zu locken ist also kein Selbstläufer und so ist Bloggen stark vom Engagement des Bloggers abhängig.

      Das mit den Sternen sehe ich etwas anders. Ich für meinen Teil lese nicht immer nur in einem Genre oder bewege mich immer auf sicheren Pfaden. Ich probiere immer wieder Neues, lese Bücher, die ich sonst nicht auf dem Schirm hätte. Oft packt mich die Neugierde und dann kommt etwas auf die Liste, was sich gut anhört, aber für mich abseits der abgetretenen Pfade liegt. Auf die Weise habe ich schon einige spannende Bücher gefunden, gleichzeitig habe ich dadurch auch oft schon daneben gegriffen. Das bildet mein Blog schon nach und ein klares Profil ergibt sich auch aus dem, was einem nicht gefällt. Jemand der also länger schon meinen Blog liest, der kann auch schlecht bewertete Bücher als für sich geeignete Literatur entdecken. Ein gutes Beispiel dafür ist meine Rezension zu „Die Widerspenstigkeit des Glücks“.

      Liebe Grüße
      Tobi

  5. Aki 21. Juli 2015 at 9:56 Antworten

    Morgen Tobi
    Wie immer ein sehr spannender Artikel. Eine solch genaue Auswertung hatte ich gar nicht erwartet und diese Infografiken *seufz* ich liebe Infografiken^^
    Sehr spannend wenn man das so liest. Und ganz besonders mag ich dein Fazit des Artikels.
    Ich habe noch keine Statistiken benutzt, bzw. ausgewertet, aber wenn ich Blopgposts vorplane, dann habe ich bisher immer Rezensionen so geplant, dass sie vor neun Uhr erscheinen, meine lustigen Bildchen kommen meistens zum Nachmittag hin. Und dann schreibe ich auch noch vollkommen andere Artikel um vollkommen andere oder unsinnige Uhrzeiten. 😀
    Abgehalten wurde davon aber wenn ich den Kommentaren oder Likes glauben schenken darf aber auch nur wenige Leser.
    Also, einfach so weiter machen und sich freuen, dass es läuft.
    LG
    Aki

    • Tobi 21. Juli 2015 at 12:06 Antworten

      Hallo Aki,

      ich liebe Infografiken und Visualisierungen. Aber wirklich oft braucht man die ja nicht. Aber spannend ist es schon immer zu sehen, was die Leute so auf dem eigenen Blog treiben. Wesentlich mehr Relevanz hätte das, wenn ich mit dem Blog Geld verdienen würde, was aber nicht der Fall ist. Und so ist es zwar interessant und man kann auch ein bisschen was optimieren, aber unterm Strich muss es einfach Spaß machen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  6. Nelly 22. Juli 2015 at 12:22 Antworten

    Huhu lieber Tobi,
    es ist unglaublich, wieviel Mühe du dir mit so etwas machst. Ich hätte da wahrscheinlich nicht die Geduld für. Daher kann ich dich wirklich nur bewundern.
    Ich finde es auf jeden Fall interessant, dass durch deine Analyse ein paar „Gerüchte“ bestätigt wurden, etwa dass die meisten Buchblogger eben von Buchbloggern gelesen werden. Unglaublich interessant fand ich auch, dass Rezensionen auf Blogs scheinbar wirklich oft dazu führen, dass ein Buch auf einer Wunschliste landet. Das ist doch für die Verlage ein gutes Zeichen, dass die Zusammenarbeit mit Bloggern wirklich Früchte trägt. Das finde ich wirklich mal bemerkenswert!

    Liebste Grüße, Nelly

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