Ein für mich recht schwieriges Thema ist die Bewertung in Rezensionen mit Sternen oder vergleichbaren Systemen. Ich verwende hier im Blog eine Bewertung nach dem klassischen Prinzip mit eins bis fünf Sternen. Also für sich betrachtet ist das kein besonders großes Problem, denn für mich haben diese eins bis fünf Sterne eine ziemlich exakt definierte Bedeutung. Das Schwierige daran ist aus meiner Sicht die Erwartung, mit der jemand auf Lesestunden kommt, gerecht zu werden. Wenn ich andere Blogger so ansehe, dann finde ich dort zahlreiche Bewertungen, die immer bei 4-5 Sterne bzw. immer so bei 90%-100% liegen (manche verwenden ja mehr Sterne bzw. andere Symboliken dafür). Jedes Buch ist also entweder sehr gut oder brutalst gut. Zumindest ist das so meine Beobachtung. Rezensiert ihr keine Bücher, die euch nicht gefallen? Oder lest ihr immer nur extrem gute Bücher? Habt ihr so einen sicheren Griff, oder liegt es daran, dass hier niemanden vor den Kopf gestoßen werden soll?

Die Frage, die sich mir also stellt ist die, ob es nicht besser ist, so eine Bewertung weg zu lassen. Einige machen das und ich finde den Gedanken nicht schlecht. Entscheidend ist für mich immer das, was jemand über ein Buch schreibt. Steht darin, dass die Sprache durchschnittlich ist, aber die Story mitgerissen hat, dann ist das Buch vielleicht ein drei Sterne Buch, aber unterm Strich trotzdem eine Empfehlung. Wird also eine so extrem reduzierte Bewertung einem komplexen Ding wie einem Buch überhaupt gerecht? Ich glaube schon und zwar als ein grober Überblick, als eine extreme Form der Zusammenfassung. Jeder kennt die Bewertungen von Amazon, von Hotelvergleichen, von Tests, von allen möglichen Portalen im Netz und kann sich anhand dieser Wertung einen ganz groben Überblick verschaffen. Ist ein Buch beim Blogger komplett durchgefallen? Ist es eher ein Mittelding, oder der absolute Oberknaller?

Auf Lesestunden findet ihr viele Bücher, die ich mit drei Sterne bewerte und wenn ich mich eben so umsehe, dann habe ich das Gefühl, dass diese Wertung schon eher als schlecht gilt. Ich halte mich nicht für zu kritisch. Im Gegenteil, ich bin ziemlich vielen Genres und Stilrichtungen gegenüber offen und probiere viel aus. Zahlreiche Bücher fallen bei mir dabei in die Drei-Sterne-Kategorie: Ich habe sie gerne gelesen, es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen und hat mich gut unterhalten, aber es hat mich auch nicht komplett von den Socken gehauen. Das sind drei Sterne und Bücher, die trotzdem eine Empfehlung sind, die ich mir auch rückblickend wieder holen würde. Mein Gefühl bezüglich Rezensionsexemplaren ist, dass drei Sterne auch für Verlage einfach zu schlecht sind (ohne diese Behauptung belegen zu können). Daher rührt vielleicht die Angst bei einigen Mitbloggern weniger als vier Sterne zu vergeben, denn dann ist man ja für den Verlag kein vollwertiger „Multiplikator“ mehr. Das ist zumindest mein Eindruck und ich vermute, dass ich diesbezüglich bei den Verlagen bald auf der roten Liste lande. Was ich aber gerne in Kauf nehme, denn was ich hier schreibe ist meine Meinung und lässt sich nicht erkaufen oder manipulieren. Was ihr hier also lest, schreibe ich frei von der Leber und ist zu 100% meine Meinung, ganz ohne Einflussnahme. Auch nicht irgendwie auf subtile, sozialpsychologischen Art und Weise als unbewussten Prozess, ganz nach dem Motto ich habe ein kostenloses Buch bekommen und nun will ich dafür jemanden eine Gegenleistung erbringen. Stichwort ist hier Reziprozität: Spektrum: Die Kunst Menschen zu beeinflussen.

Insgesamt würde ich also meine Sterne Bewertungen wie folgt einstufen:

5 Sterne: Das Buch ist perfekt. Inhalt kann voll überzeugen, faszinierende, realistische Figuren, sprachlich ein Knaller, sehr schöne Sätze und ein philosophischer allgemeingültiger Wert bzw. Aussage hat mich erreicht.

4 Sterne: Das Buch ist sehr gut. Inhalt kann voll überzeugen und entweder war das Buch sprachlich sehr hervorragend, es konnte eine tolle Stimmung vermitteln oder enthält für mich eine philosophische, allgemeingültige Aussage

3 Sterne: Ein Buch, das ich gerne gelesen habe, das eine schöne Geschichte hat, sprachlich angenehm zu lesen ist, aber keinen philosophische allgemeingültigen Wert bzw. Aussage für mich hat.

2 Sterne: Ein Buch, das ich zwar zu Ende gelesen habe, aber das ich rückblickend lieber nicht gelesen hätte.

1 Stern: Ein Flop, bereue es mir das Buch geholt zu haben.

Was heißt hier philosophisch allgemeingültiger Wert bzw. Aussage. Das ist etwas schwer zu beschreiben. Für mich ist das beispielsweise bei Anna Karenina oder Emma Bovary ihre Persönlichkeiten, die zwar an einigen Stellen extrem ist, aber sich auf jeden Menschen in irgendeiner Form projizieren lassen. Oder 1984 von Orwell. Das Buch hat eine mahnende Vision und zeigt, wohin sich eine Gesellschaft entwickeln kann.

Wie handhabt ihr das? Habt ihr eine Bewertung mit Sternen? Achtet ihr auf diese Sternebewertung, wenn ihr Rezensionen lest und wie viel Wert messt ihr dem bei? Seid ihr euch der subtilen Wirkung von Rezensionsexemplaren bewusst?

verfasst von Tobi

    36 Kommentare

  1. Norman 31. Juli 2015 at 20:02 Antworten

    Hallo Tobi,
    das Bewerten ist immer ein Problem – wie an der Schule oder Universität. „Ausreichend“ sollte es da etwa für 50% erbrachte Leistung geben und „sehr gut“ ab 90 oder 95%. Das zeigt klar, daß Du nicht zu streng bist.
    Wie bewertet man Rezensionsexemplare? Ich habe davon nicht soviele, aber wenn, versuche ich ein allzu apodiktisches Urteil zu vermeiden und eher differenziert zu argumentieren. Wie etwa hier: https://notizhefte.wordpress.com/2015/03/16/der-dunkle-fluss-roman-von-chigozie-obioma/
    Viele Grüße
    Norman

    • Tobi 1. August 2015 at 13:23 Antworten

      Hallo Norman,

      mit den Schulnoten gleichzusetzen ist auch ein bisschen schwierig. Als zu streng empfinde ich meine Wertungen auch nicht. Wobei eine differenzierte Beurteilung dabei aus meiner Sicht immer irgendwie schon gegenüber den Autoren eine Pflicht ist. Auch wenn natürlich meine persönlichen Präferenzen auch als Argument gelten, denn es ist ja ein privater Blog.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Cindy 31. Juli 2015 at 20:18 Antworten

    Hallo Tobi,
    ich habe mich auch entschieden, die Sternebewertung auf meinem Blog wegzulassen. Eben aus dem genannten Grund, dass die Begründung im Text viel wichtiger ist und auch viel mehr aussagt. Auf den gängigen Portalen nutze ich die Sterne trotzdem (manchmal wird man ja auch gezwungen, z.B. bei Amazon), allerdings hatte ich beim Schreiben schon einige Male das Gefühl, dass es mich einschränkt. Wie du gesagt hast, werden 3 Sterne schon häufig als extrem schlecht eingestuft (für mich bedeuten 3 Sterne z.B., dass mir das Buch gefallen, mich aber nicht extrem vom Hocker gerissen hat) und beim Schreiben solcher Rezensionen hatte ich dann immer das Gefühl, dass ich extrem gut herausarbeiten müsste, was ich denn so „schlecht“ fand. Damit eben hinterher niemand sagen kann: Aber wenn dir das Buch laut Rezension doch gefallen hat, warum dann nur 3 Sterne?

    Ansonsten sind Sterne natürlich gut für einen schnellen Überblick und für die Portale wohl notwendig, damit errechnet werden kann, wie die Leute ein Produkt denn fanden. Ich denke nicht, dass sentiment analysis o.ä. schon weit genug ist, das ohne Sternebewertung repräsentativ zu errechnen.

    Zu Rezensionsexemplaren kann ich nicht ganz so viel sagen, weil ich noch nicht viele hatte, und die, die ich bekommen habe, waren Glückstreffer und haben mir alle gefallen. Ich traue mir allerdings schon zu, auch zu einem Rezensionsexemplar eine sehr kritische Bewertung zu schreiben. Wenn das gut begründet ist, sollte ein Verlag doch auch nicht gleich jammern, oder? Aber meine Erfahrung ist ja noch ziemlich begrenzt, deshalb ist das nur eine Hoffnung. 😉

    Mich interessiert es sehr, wie andere das mit den Sternen sehen. „Brauchen“ sie diese Bewertung beim Lesen einer Rezension? Fühlt es sich komisch an, wenn keine Sterne dabei sind, wenn es doch sonst auf allen Portalen schon Normalität ist? Deshalb freue ich mich hier schon auf weitere Kommentare!

    Liebe Grüße, Cindy

    • Tobi 1. August 2015 at 13:27 Antworten

      Hallo Cindy,

      das mit den Portalen ist natürlich ein Problem, denn da wird eine Bewertung mit Sterne verpflichtend eingefordert. Bewertungen ganz weg lassen habe ich mir auch überlegt, aber trotzdem finde ich diese als knappe Übersicht einfach ganz gut. Das diese Wertung einen Einfluss auf die Rezension selbst hat ist klar und wenn man sich dann eingeschränkt fühlt ist es tatsächlich besser, das dann weg zu lassen. Aber das schöne bei einem Blog ist ja, dass man die eigenen Regeln so machen kann, wie man möchte.

      Bei Rezensionsexemplaren ist das wahrscheinlich so eine Sache. Selbst angeforderte sind meist auch sehr gut, denn die Bücher hat man sich ja ausgesucht. Aber würdest du ein Buch, für das du ein Rezensionsexemplar bekommen hast total abstrafen?

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Devona 31. Juli 2015 at 20:40 Antworten

    Ich kopiere meine Bewertungen mal hier rein, sie sind aber deinen sehr ähnlich, fand ich sehr spannend!!!

    5 Sterne sind bei mir die absolute Ausnahme, da muss rundum ALLES stimmen. Das sind Hörbücher, die ich NOCHMAL hören würde oder Bücher, die ich mehrmals wieder lesen würde. Kurz gesagt: PERFEKTES Hör- und Lesevergnügen. („Yessssssss!“)

    4 Sterne sind kurz vor der Perfektion und haben nur irgendeinen winzigen Schönheitsfehler, der mich stört.
    („Jammern auf höchstem Niveau.“)

    3 Sterne sind guter bis sehr guter Hör- und Lesedurchschnitt, etwas, was ich in jedem Fall weiter empfehle. („Alles okay, paßt schon.“)

    2 Sterne sind Hör-/Bücher, die ich abhake und deren Inhalt ich vermutlich schnell wieder vergesse. Keine Empfehlung. („Kann man haben, muss man aber nicht.“)

    1 Stern: der Verriß. Einen Stern gebe ich für den umgesetzten guten Vorsatz, ein Buch zu schreiben. Jeder, der schonmal was geschrieben hat, weiß, daß es Arbeit ist.

    Ich vergebe generell einen Stern, für die Mühe, die sich Jemand mit dem Schreiben gemacht hat. Prinzipiell ist es aber der verriß…bei mir unter Anderem auch für unsere Nobelpreisträgerin des Jahres 2009: Herta Müller. Ist halt so. Die Frau hat nen Nobelpreis, wenn mir das nicht gefällt oder mich nicht erreicht, muss ich deswegen nicht lobhudeln. Egal, ob es nun an ihr oder mir liegt.

    Rezensionsexemplare: dazu plane ich einen Blogpost, ich finde das sehr vielschichtig. Ich finde aber generell a) daß es Keinen zu interessieren hat, woher ich meine Lektüre bekomme und b) beinhaltet der Deal Verlag/Rezensionsexemplar/ich nicht die Option, irgendwas „weichgespülter“ zu betrachten. Es ist eine win-win Geschichte. Ich rezensiere in meinem Blog ein Buch (wie auch immer) unter Nennung sämtlicher dazugehöriger Metadaten. Auch wenn ich das Buch selbst total verreiße, könnte sich ein Leser trotzdem für das VERLAGSANGEBOT interessieren. Auch Negativwerbung ist Werbung.

    Drei Sterne sind doch nicht schlecht: das ist der gute Durchschnitt, den man empfehlen kann, es kann doch nicht JEDES Buch herausragend sein. Und wenn es das nicht ist, ist es doch auch nicht gleich Müll…ich denke nicht, daß Du zu kritisch bist, das paßt schon so, sehe ich wie Norman. Drei Sterne hat man gelesen, sich gut unterhalten gefühlt. Man hüpft nur nicht schreiend vor Begeisterung vom Hocker. Man kann es weiterempfehlen, nur nicht vielleicht uneingeschränkt JEDEM. Ich denke, das feeling bekommt man aber im Laufe der Zeit…

    Danke für das Thema, Tobi. Sehr interessant.

    • Tobi 1. August 2015 at 13:33 Antworten

      Liebe Devona,

      unsere Auffassung deckt sich ganz gut. Bei dir ist die Abgrenzung von 5 und 4 Sternebücher sehr an dein subjektives Empfinden gebunden und ich glaube das ist für die meisten gut nachvollziehbar. Einen Stern vergebe ich auch immer im Minimum. Und auch bei mir spielt die Reputation des Autoren keine Rolle. Hätte nun auch kein Problem einen Nobelpreisträger abzuwatschen, denn die Masse irrt sehr sehr oft (siehe Spiegel Bestseller).

      Und ich sehe das wie du: Woher ich meine Bücher bekomme spielt keine Rolle. Die meisten kaufe ich, manche kaufe ich gebraucht, manche sind Rezensionsexemplare. Aber ob Verlage Negativwerbung auch als positiv einstufen wage ich zu bezweifeln. Und die Antwort, ob ein Verlag sich lieber eine 5 Sterne Rezension oder eine 3 Sterne Rezension wünscht ist für mich auch recht leicht zu beantworten.

      Vielen Dank für deinen Kommentar, ich finde es spannend zu sehen, wie andere Werten und ob sich überhaupt jemand dazu Gedanken macht oder einfach so aus dem Bauch raus urteilt.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Marina 31. Juli 2015 at 20:49 Antworten

    Ich vergebe in meinem Blog keine Sterne/Punkte/Eichhörnchen/whatever, weil ich es schwer finde, da eine allgemeingültige Skala aufzustellen. Wenn ich zwei unterschiedlichen Büchern 4 Sterne gebe, dann kann ich diese Bücher aus vollkommen unterschiedlichen Gründen so einschätzen, die Sterne alleine machen das aber nicht transparent.
    Insgeheim und heimlich trage ich bei jedem Buch in meine Excel-Tabelle eine Punktezahl ein, um dort eine Kurzbewertung zu haben. Ist nicht gerade toll, aber das einfachste Mittel. Ich vergess doch so schnell, ob ich ein Buch mochte oder nicht …

    Dass einige Blogs Bücher fast nur positiv bewerten ist mir auch schon aufgefallen und natürlich kann es sein, dass sie einfach ein sehr glückliches Händchen haben oder über schlechte Bücher nicht schreiben, ich vermute aber eher, dass dahinter die Angst steht, keine Bücher mehr vom Verlag zu erhalten, wenn sie viele Bücher schlecht bewerten. Diesen Gedankengang finde ich sehr traurig.

    • Tobi 1. August 2015 at 13:37 Antworten

      Liebe Marina,

      die fehlenden Eichhörnchen sind mir auf deinem Blog auch schon aufgefallen. Und ich kann das schon verstehen, dass man sein Urteil nicht in ein so festes Raster pressen möchte. Ich finde auch Blogs schön, die ein Buch nicht umfassend bewerten und beurteilen, sondern nur für sich relevante Elemente, oder Dinge herausgreifen, die ihnen gut gefallen haben. Jeder Blogger sollte das auch so machen, wie es am besten der eigenen Persönlichkeit entspricht, denn sonst kommt da nix Vernünftiges raus.

      Und gutes Händchen und nicht über schlechte Bücher zu bloggen trifft bestimmt auf einige zu. Aber ich glaube auch das die Angst keine Rezensionsexemplare mehr zu bekommen sicherlich auch zutrifft, auch wenn das nicht alle zugeben würden.

      Liebe Grüße
      Tobi

  5. Der ReZensionÄr 31. Juli 2015 at 21:01 Antworten

    Ich habe mehrere Rubriken in denen ich von 1-100 bewerte. Daraus resultiert dann die Endbewertung. Ich habe da absolut keine Skala, von wegen 60 Punkte bedeutet dies und jenes. Ich lese das Buch, denke mir: ‚Ja, in der Kategorie hat das X Punkte verdient‘ und gebe die Wertung. Ich achte meist noch auf die Verhältnismäßigkeit, zumindest bei Büchern, die in einer Serie erschienen sind und so ergibt sich dann die Gesamtwertung. Und kritisch bin ich durchaus mal, siehe .

    Grüße

    • Tobi 1. August 2015 at 13:40 Antworten

      Das ist ein Vorgehen, das aus meiner Sicht völlig legitim ist, auch wenn ich das selbst nicht so machen würde. Alleine weil mein Denken dafür viel zu systematisch ist. Aber die ganze Breite des eigenen Unterbewusstseins zu nutzen ist sicherlich eine kluge Entscheidung, denn ein verlässlicheres System als das eigene Bauchgefühl kann man in einem komplexen Fall (und auch einfache Bücher haben eine nicht zu unterschätzende Komplexität) nirgends finden.

      Liebe Grüße
      Tobi

  6. Erina 31. Juli 2015 at 22:20 Antworten

    Interessantes Thema! Ich finde Bewertungssysteme immer ganz übersichtlich. Für mich selber als Rezensierende, aber auch wenn ich fremde Rezensionen lese. Oftmals ist es ja so, dass man in einigen Rezensionen, die man liest, viel Info bekommt, zum Beispiel wenn der Rezensierende viele Aspekte auseinander nimmt, bewertet und analysiert. Ein abschließendes „Diesem Buch gebe ich x Sterne“ rundet eine Rezension nochmal ab und der Leser weiß: „Aha, so fandest du also im Großen und Ganzen das Buch“.
    Ich selber habe es aber schon gehabt, dass ich einem Buch keine Sterne vergeben konnte. Ich fand das Buch fesselnd, das Thema hat mich bewegt, ich habe mich auch an einigen Sachen gestört, aber ich war irgendwie nicht in der Lage, dem Buch eine Bewertung zu geben, die passt, wahrscheinlich, weil ich auch nicht sagen konnte, ob ich das Buch nun gut , schlecht oder doch irgendwie dazwischen liegend fand. Das kann auch mal passieren.

    Ich lese übrigens gerne Rezensionen mit schlechten Bewertungen. Selbst zu Büchern, die ich mag. Ich lese nämlich gerne auch mal andere Meinungen zu einem Buch, selbst wenn ich denen nicht zustimmen kann. Trotzdem finde ich es interessant, was ein Buch in den Lesern für verschiedene Empfindungen auslösen kann. Außerdem sind negative Kritiken abwechslungsreich in dem Meer von positiven Bewertungen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass die meisten Blogger die gelesenen Bücher positiv bewerten. Eben das, was du auch erwähntest.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass es daher rührt, dass viele besprochene Bücher Rezensionsexemplare sind. Wahrscheinlich trauen sich viele Blogger nicht, dem Verlag auf den Schlips zu treten, indem sie eine durchschnittliche bis schlechte Bewertung über ein Buch abgeben, haben Angst, keine Rezensionsexemplare mehr zu bekommen. Doch damit wird ja die Funktion von Rezensionen ad absurdum geführt. Wozu brauchen wir dann noch Rezensionen, wenn man sich gar nicht mehr sicher sein kann, ob es sich dabei um eine ehrliche Meinung handelt?

    Auch glaube ich, dass viele Leser, vor allem die Vielleser ein wenig anspruchsloser und somit schneller zu begeistern sind. Auf Blogs, die voll von Trivialliteratur, pseudo-historischen Romanen und sich immer wieder ähnelnden Fantasy-Romanen sind, sind ebenso viele positive Kritiken zu finden und ich denke, da handelt es sich oftmals um Rezensionsexemplare und die Begeisterungsfähigkeit für quasi alles, was auch nur aussieht wie ein Buch.

    Meiner Meinung nach ist es auch viel schwieriger eine negative Rezension zu schreiben. Man braucht von vornherein schon ein wenig Ahnung, Kenntnis oder ein Gefühl z.B. für die Sprache, für die behandelten Themen, dessen Umsetzung man kritisiert, für die vermeintlich schlechte Recherche des Autors, die Klischees, die er benutzt usw. Einem Leser, der sich nur mit Trivialliteratur beschäftigt, werden eben solche Dinge gar nicht auffallen – sonst würde er solche Romane nicht zu Hauf verschlingen.
    Ich glaube auch, dass man „genauer hinschaut“ bzw hingeschaut hat, wenn man ein Buch negativ bewertet. Man nimmt es genauer auseinander und beschäftigt sich intensiv damit, vielleicht, weil es einen in irgendeiner Form aufgeregt hat, vielleicht auch, weil man Spaß daran hat, kritisch zu sein. Somit ist eine negative Kritik/Rezension nicht unbedingt etwas schlimmes aus der Perspektive des Autors, vorausgesetzt, der Rezensierende hat Argumente. Man nimmt sich schließlich Zeit, seine Meinung, so hart sie auch für Autor/Verlag sein kann, auszuformulieren.

    • Tobi 1. August 2015 at 13:44 Antworten

      Liebe Erina,

      also was Rezensionen mit schlechten Bewertungen angeht, da geht es mir wie dir. Die lese ich auch lieber, als Lobhudelei. Daran sieht man meistens recht gut, was anderen an einem Buch sauer aufstößt. Und wie bei anderen Bewertungen kann ich selbst durchaus entscheiden ob dieser Nachteil für mich nicht ein Vorteil ist, oder einfach kaum Relevanz hat.

      Leider wird man da nie die absolute Wahrheit erfahren, ob es Angst ist einem Verlag auf den Slips zu treten, ob es die glückliche Hand bei der Wahl der Bücher, ein niedriger Anspruch oder was auch immer ist, was zu so vielen guten Urteilen führt. Aber da hast du natürlich recht, eine negative Rezension zu verfassen ist aufwendiger, denn hier muss man noch mehr darauf achten die eigenen Eindrücke zu begründen. Allerdings geht es mir bei fünf Sterne Bewertungen nicht anders.

      Liebe Grüße
      Tobi

  7. Vanessa 1. August 2015 at 0:50 Antworten

    Ein spannendes und interessantes Thema, was ja immer mal wieder rumgeistert.
    Ich habe mich dazu entschlossen keine Punkte/Sterne/o.ä. auf meinem Blog zu vergeben, weil es mir irgendwann zu schwer viel ein für mich einheitliches System zu schaffen. Ich möchte, dass man an Hand meiner Rezension erkennt, wie gut ich ein Buch fand, sodass sich jeder Leser selbst eine Punktewertung dazu denken kann.
    Ich arbeite aber auch immer noch für mich heraus, wie ich das am Besten umsetzen kann…
    Meine Bewertungen waren bis jetzt immer gut bis sehr gut (also vermutlich was zwischen 3-5 Sternen), was aber tatsächlich daran liegt, dass ich – bis jetzt – nur Bücher rezensiert habe, die mir auch gefallen haben und ich schon länger kein richtig schlechtes Buch mehr in den Händen hatte. Generell lese ich Bücher nur zu Ende, wenn sie mich auf irgend eine Art und Weise gefesselt haben und diese werden dann auch rezensiert. Bücher die dies nicht geschafft haben, liegen dann auf einem Stapel von angefangenen Büchern und warten darauf entweder zu Ende gelesen zu werden oder dass es ein endgültiges Nein gibt.

    Da ich bis jetzt nur Rezensionsexemplare hatte, die ich selbst angefragt habe, haben diese dann auch meinen Geschmack getroffen und wurden gut bewertet. Wenn das aber dann mal doch nicht der Fall sein sollte bzw. ich REs bekommen sollte, die ich nicht selbst angefragt habe, und ich sie dann eben nicht mag, würde ich das auch klar kommunizieren und dann eben auch eine Rezension schreiben, die auch aussagt, dass mir das Buch nicht gefallen hat und das gut begründen. Es ist ja niemanden geholfen, wenn ich behaupte ich fand das Buch total toll, wenn es nicht der Fall war und sobald sich negative Meinungen zu einem Buch häufen sollte sich ein Autor/Verlag vielleicht doch mal mehr Gedanken machen.

    • Tobi 1. August 2015 at 13:49 Antworten

      Liebe Vanessa,

      ein einheitliches System einzuhalten finde ich gar nicht so schwer. Eigentlich hat es langsam herausgebildet und beim Schreiben meiner Rezensionen und auch beim Finden der Wertung habe ich festgestellt, dass ich doch immer einem festen Schema folge.

      Das ist natürlich ein Glück, wenn du primär gute Bücher gelesen hast. Ich probier dann doch einfach zu viel aus und lese einfach mal etwas aus einem komplett neuen Genre. Da greift man dann doch wesentlich öfter daneben.

      Ich habe bisher auch, bis auf eines, nur selbst angeforderte Rezensionsexemplare gelesen und da ist dann das Risiko daneben zu greifen recht gering. So werde ich es auch definitiv künftig halten, denn die Wahl der passenden Lektüre ist einfach was zu Wichtiges. Trotzdem bin ich mir sicher, dass ein Verlag an schlechten Rezensionen nur wenig Interesse hat. Sie wollen ja Bücher verkaufen und wenn da ein Haufen schlechter Bewertungen durchs Netz geistern wird das natürlich Auswirkungen aufs Programm haben, aber primär möchte ein Verlag auch Umsatz machen (was natürlich nicht verwerflich ist). Und ich bin überzeugt, das die meisten Blogger, zumindest unbewusst unter diesem Einfluss stehen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  8. Alexandra 1. August 2015 at 11:38 Antworten

    Hallo Tobi,

    ich halte es wie du, das System mit 5 Sternen. Ich finde das reicht völlig aus. Klar könnte man es mit den Sternen oder was auch immer noch definierter machen aber ich finde es nicht nötig da wir ja noch menge Text dazu haben und es nicht alleine bei den Sternen bleibt.

    Bei der Beobachtung geht es mir wie dir, viele haben nur 4-5 Sterne Bücher. Ich hab da doch auch viele mit 3 oder gar 2, manchmal kommt es sogar vor das es ein Stern, bei mir Euelen oder früher Herzen, gitb. Ich kann natürlich nur für mich reden, ich habe selber eigentlich eins ehr gutes Handchen. Ich gerate selten an ein Buch das mir absolut nicht gefällt. Meist sind das dann Bücher die ich entweder geschenkt bekomme oder dann Rezensionsex. Wenn diese mir nicht gefallen schreib ich das auch, ausser ein Verlag oder Autor will das explizit nicht haben, kam auch schon vor. Was ich zwar etwas befremdlich finde aber oky. Ich bin ehrlich, und authentisch, sonst könnte ich mein Blog schliessen. Wer damit nicht umgehen kann, egal ob Leser, Autor oder Verlag, der hat pechgehabt und muss mir auch keine Bücher mehr schicken. So einfach ist das.

    Auch ich kenne das, ich lese ein Buch und finde es oky, also 3 sterne aber nicht mehr, andere Loben es aber in den Himmel und ich denke, haben die das selbe Buch gelesen? Natürlich ist es auch hier, wie bei allem anderen auch, Geschmacksache. Was mich vom Hockerreisst muss einem anderen ja nicht gefalle. Und so ist es auch umgekehrt. Wobei, ich sehe selten Blogs die genau meine Bücher gelesen haben. *gg* Aber eben, wenn ich mich mal hinreissen lasse von den positiven Bewertungen und mir ein buch zulege das grade so hoch im Kurs steht, zuletzt „TEO“, musste ich feststellen das es bei mir grade mal für 3 Eulen reichte. Ich denke auch oft kommt es auf die Reife an oder wie jemand ein Buch liest oder es einfach nur konsumiert, wie es mir oft begegnet.

    Was die Angst vor Verlagen angeht, die mag bei gewissen begründet sein, hab ich ja oben auch schon kurz angedeutet, aber es gibt auch die anderen! Ich habe auch schon komplimente von autoren und Verlagen bekommen eben weil ich so ehrlich war! Manche können damit umgehen, andere eben nicht. Und die, die es nicht können, pech, mir egal. Ich bin keine Bloggerin die nur von Rezensionsex. leben. Ich habe einen eigenen angekauften SuB von über 300 Exemplaren. Also bräuchte ich diese nicht. Und nein, ich hab nie angefragt, die Autoren und Verlage schicken mir die Bücher einfach. Aber ab und an fragen sie ob ich daran interesse habe, dann entscheide ich mich entweder dafür oder dagegen. Und jetzt mit dem neuen Blogportal kann es sicher mal vorkommen das ich mir was bestelle. Aber das wird auch eher die Ausnahme sein. Schliesslich wollen meine anderen Bücher auch gelesen werden 😉 wer aber eben nur davon lebt, der muss wahrscheinlich schon gucken das er da nicht zu kritisch ist… Keine Ahnung.

    Also meine Eulen werden bleiben, sie sind ein schnelleindruck wie mir das Buch gefallen hat, die Begründung warum das so ist kann man dann in der Rezi nachlesen.

    Liebe Grüsse aus Zürich
    Alexandra

    • Tobi 1. August 2015 at 19:41 Antworten

      Liebe Alexandra,

      die Tatsache, dass Verlage dann nicht wollen, dass du Rezensionen mit schlechterer Bewertung postest spricht ja für die Annahme, dass Verlage ein verstärktes Interesse an Empfehlungen haben, was auch naheliegend ist. Aber da stimme ich dir zu: Wenn jemand ein Problem damit hat, dass man als Blogger authentisch ist und Bücher auch schlecht beurteilt, dann ist das auch ok, wenn ein solcher Verlag keine Rezensionsexemplare mehr an mich vergibt. Aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Buch, das man selbst anfordert gut findet, sehr groß.

      Ein SuB von 300 Bücher, also das ist natürlich schon eine Hausnummer. Also bei so einer Menge würde ich wohl auch von Rezensionsexemplaren absehen. Das muss man ja alles erst einmal lesen.

      Ganz genau so sehe ich das auch: Die Sterne bleiben und im Text ist die Entscheidung auch immer gut nachvollziehbar und belegt.

      Liebe Grüße
      Tobi

  9. Sarah 1. August 2015 at 11:47 Antworten

    Bewertungen. Vor allem bei Büchern oder anderen künstlerischen Ergüssen ist immer ein schwieriges und/oder leidiges Thema.
    Persönlich werte ich nach einem 10-Punkte-System. Dort lässt es sich nicht unbedingt mit Prozentangaben rechnen, da ich Rezensionen in verschiedene Sektionen unterteile, die jeweils mit bis zu 2 Punkten beurteilt werden können.
    So nehme ich einmal das Cover/Die Gestaltung, wo manchmal nur das Cover, das Aussehen beurteilt wird, aber hin und wieder auch das Innenleben hernimmt, auf orthographische Dinge geachtet wird, oder ob es durch die Schriftgröße einfach sehr lang gezogen wurde, um einen dicken Wälzer zu suggerieren, der eigentlich nur eine Kurzgeschichte wäre.
    Dann kommt der Satzbau und die Sprache. Dort ist klar, dass alles zum Stil hereinkommt, teilweise auch die Rechtschreibung oder Tippfehler.
    Nachdem widme ich mich den Figuren mit deren Tiefe und Entwicklung. Ist die Figur ein lebendiges Wesen oder nur (mal wieder) eine Schablone? Kann sie sich mit der Geschichte entwickeln und/oder ist sie ein Teil, der zusammen mit dem Plot funktioniert und durch ihr Wesen auf diesen einwirkt?
    Im Handlungsverlauf und dem Plot kommt dann, ob die Story vorhersehbar, einseitig, langweilig oder schon zu oft da gewesen war. Was sich zusammen mit den Figuren entwickelt, oder ob es sich nur nach Mustern verhält? Ist die Idee neu oder sehr gut vermischt? Denn es kommt ja nicht nur auf die super Idee mit der Würze an, sondern auch deren Umsetzung. Wird also gehalten, was einem versprochen wird.
    Mit dem letzten Punkt fasse ich mit der Nachvollziehbarkeit und dem Aufbau Figuren und Handlung nochmal kurz zusammen. Ob beides agiert oder es sich einfacvh nur nebeneinander befindet.
    Im Fazit sage ich die Punktzahl, für wen es geeignet ist (also ja, selbst bei 0,5 Sternen gibt’s für eine Lesegruppe eine Empfehlung) und was mir nun auffällt, auf was es abzielt.
    Dabei ist es mir eigentlich egal, ob ich es von renommierten Verlagen als Leseexemplar erhalten habe, oder nicht. Ich werte für mich und meine Leser selbst. Nicht um mich kaufen zu lassen. Dabei lese ich eigentlich Genreübergreifend und orientiere mich zwar an meinem Geschmack, doch dieser verändert sich doch. Wäre schlimm wenn man stehen bleibt, dort, mitten in seiner Entwicklung. So schreibe ich in letzter Zeit eher selten gute Kritiken für Liebesromane. Was seltsam ist, eigentlich liebe ich so etwas. Aber sie laufen mittlerweile im gleichen Schema für mich ab. Das Ewige Hin und Her ist ermüdend. Das habe ich zu oft gelesen, zu einfach zu durchschauen, Figuren nur ein Muster, welches reagiert wie eben alle Personen.
    Aber auch einige Fantasybücher kommen schlecht weg, jedes Genre eigentlich, welches sich nicht unbedingt so entwickelt, wie ich gehofft habe, was mich stört oder dergleichen.
    Aber mit Prozenten und einer eindeutigen Einteilung in Sehr gut = 5 Sterne ; Gut = 4 Sterne usw. da teile ich mich nicht so gerne ein, weswegen ich mich da auch nicht (wie schon gesagt) einschränken lasse. Ich hatte mal einen Rezensionsleitfaden gesehen, dass man 3 Sterne vergeben soll, da es ja eine Empfehlung werden soll. Da aber jede Rezension bei mir eine Empfehlung ist, achte ich nun wirklich darauf sich an so etwas zu halten. Wer also z.B. Figuren mag, die er wegen seiner Schablonen gut durchschauen kann, der wird xy lieben, obwohl ich das nicht mag. Einfache Story mit versucht vielen Elementen, die ein bisschen angekratzt werden, aber dann nur im Hintergrund bleiben, um die Figuren zu betonen, kann ein anderer schließlich mögen.

    • Tobi 1. August 2015 at 19:46 Antworten

      Liebe Sarah,

      dein 10 Punktesystem ist sicherlich durchdacht, wäre mir aber zu umfangreich. Mit den Sternen hat man natürlich einmal ein gelerntes Konzept, damit aber auch eine Vergleichbarkeit. Lovelybooks, Amazon, das Bloggerportal von Randomhouse: nahezu alle setzen darauf und sind es gewohnt.

      Ich finde es wichtig, dass in eine Bewertung auch das eigene Empfinden mit einfließt und man nicht versucht immer völlig neutral zu sein. Man ist ja kein Kritiker, sondern ein Blogger und es ist nur natürlich, dass einen irgendwann ein Genre langweilt oder man mit einer bestimmten Gattung von Geschichte durch ist.

      Das schöne am Bloggen ist eben, dass man selbst die Regeln festlegen kann.

      Liebe Grüße
      Tobi

  10. Aleshanee 1. August 2015 at 22:19 Antworten

    Hi!

    Über das Thema hab ich irgendwann schon einmal etwas gelesen … manchmal fällt es mir auch schwer, mit Sternen zu bewerten und eigentlich erschließt sich ja aus dem Text, wie man das Buch fand.
    Aber es ist eben auf vielen Portalen so, dass man mit diesem System das Buch bewertet … dadurch hat man einfach auch eine gute Übersicht über die durchschnittliche Bewertung eines Buches.

    Ich hab auf meinem Blog eine 0,5 Bewertung eingeführt, weil ich doch oft zwischen zwei Sternen schwanke. Das macht es mir oft einfacher.

    Ich rezensiere allerdings auch Bücher, die mir nicht so gut gefallen haben – ich hab sogar schon Rezensionen zu Büchern geschrieben, die ich abgebrochen habe (nur zwei oder drei). Das mache ich eigentlich nicht, aber ich hatte da schon über die Hälfte gelesen und wollte einfach meine Meinung sagen, was ich daran nicht gut fand bzw. warum ich es eben abgebrochen habe.
    Ich hab zwar auch die meisten Bewertungen im hohen Bereich (also 4-5 Sterne), was aber daran liegt, dass ich gut einschätzen kann, was mir gefällt und eben abgebrochene Bücher da so gut wie nie auftauchen.
    Aber wie gesagt, bei mir ist es doch recht gemischt, da ich auch viele Rezensionen mit 2 bzw. 3 Sternen habe.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Tobi 2. August 2015 at 11:07 Antworten

      Liebe Aleshanee,

      das Bewertungssystem zu verfeinern, wie du das mit halben Sternen machst, habe ich mir auch überlegt. Das wäre manchmal echt nicht schlecht, wenn man bei einem Buch unschlüssig ist. Zugunsten der Einfachheit und der Tatsache, dass es das bei vielen Portalen nicht gibt, lasse ich es aber bei ganzen Sternen.

      Bei abgebrochenen Bücher bin ich immer etwas unschlüssig. Das kommt nur selten vor und dann meistens so früh, dass ich keine vernünftige Aussage treffen kann. Aber finde es gut auch darüber zu schreiben, denn auch das ist ja ein deutliches Urteil über ein Buch.

      Aber du hast auch echt sehr viele Rezensionen, da ist es klar, dass auch mal einige Bücher mit weniger Sternen dabei sind. Was ich auch gut finde, denn man hat ja nach schon ein Gefühl welches Buch gut ist und welches wahrscheinlich eher schlecht sein wird. Aber selbst dann greift man ab und zu mal daneben.

      Liebe Grüße
      Tobi

  11. Mone P 1. August 2015 at 22:46 Antworten

    Guten Abend,

    ein sehr schöner Beitrag. Also ich muss gestehen, das ich oft einen Genrewechsel beim lesen vornehme, also nicht unbedingt 5 Thriller hintereinander lese, so das ich den einen nicht mit dem anderen vergleiche, sondern jeden für sich sehen kann. Vielleicht ist aber auch der Genrewechsel für mich sehr gut, so das ich nicht irgendwann gelangweilt bin. Ich habe zur Zeit eine tolle Phase in der ich wirklich einige 4-5 Sterne Bücher hatte, aber das ist wirklich eine Glückssache. Ab und an gibt es dann so Phasen, wo ich denke „Auwei, kann ich einfach nicht zum richtigen Buch greifen?!“

    Ich werde auch ab und zu gefragt, ob mir ein Buch nicht gefallen hat, wenn es nur 3 Sterne hat, dabei aber eine ansich gute Rezension. Ich denke das liegt auch an den persönlichen Vorlieben. Es gibt eben Bücher die okay sind, aber einen nicht vom Hocker hauen. Ich weiss nicht, wie es anderen Bloggern da geht, aber wenn ein Autor oder Verlag mit mir in Kontakt tritt und mich bittet eine Rezension zu schreiben, oder andersrum, dann sage ich von vornerein, dass es bei mir nur meine ehrliche Meinung gibt, eben meine persönliche Meinung. Das hat zur Folge, dass es auch ein paar harte Worte geben kann (ohne beleidigend zu wirken). Damit mussten sich die Beteiligten vorher auseinandersetzen. Aber, wenn mich z. B ein frischer Autor anschreibt und ich mich für dieses Buch auch interessiere, es aber einfach grausam find, dann gibt es Momente, in denen ich die Leute z. B auch anschreibe und sage, dass die Bewertung nicht sehr gut ausfallen würde, wenn ich mich noch weiter durch dieses Buch „quälen“ würde und biete dann an, das Rezensionsexemplar unbeendet und ohne Rezension weglege. Dies ist aber erst zweimal passiert. Ansonsten gab es wie versprochen eine Rezension, ob gut oder schlecht.

    Die 1-5 Sterne Wertung find ich sehr praktisch für die erste Übersicht. Wobei das natürlich nur ein erster Anhaltspunkt und die persönliche Meinung des Bewertenden. Die Rezension ansich spricht ja dann alles weitere und das was dem jenigen nicht gefallen hat, kann einem selber ja wiederum sehr gut gefallen.

    Ich bin froh das ich zur Zeit so einen guten Griff habe und die (für mich) richtigen Bücher erwischt habe. Ich koste es aus, solange es anhält. Es kommen sicher wieder schlechtere Bücher 😀

    Liebe Grüße
    Mone P. <3

    • Tobi 2. August 2015 at 11:18 Antworten

      Liebe Mone,

      mit den Genres ist bei mir so Phasenweise. Ich wechsel auch immer wieder gerne, aber oft lese ich dann auch mal zwei, drei Klassiker und greif dann wieder zu ein paar super seichten Schmonzetten. Für mich gibt es aber eine Messlatte und die lege ich sowohl an einen Klassiker, als auch an einen seichten Jugendroman. Das geht auch, aber ein Buch wie Selection hat es schwer vier oder fünf Sterne zu bekommen, wenn sich da Tolstoi, Maupassant oder Dumas tummeln. Drei Sterne sind dann im Vergleich wieder ziemlich gut, was absolut berechtigt ist, denn ein drei Sterne Buch hat mich auch gut unterhalten.

      Wenn mir jemand ein Rezensionsexemplar zukommen lässt, dann gehe ich davon aus, dass er meinen Blog kennt, bzw. ein paar Rezensionen gelesen hat. Daran lässt sich gut ablesen, wie ich so schreibe und dass ein Großteil der Bücher schon im drei Sterne Bereich rangiert, denn ganz daneben greife ich ja nur selten. Bevor ich einen kompletten Verriss schreibe, würde ich wohl auch Rücksprache halten, das ist schon fair und ich finde das ganz gut, dass du das so handhabst. Bei mir ist das aber noch nicht passiert.

      Einen guten Lauf mit Bücher hatte ich auch einmal, aber manchmal greift man auch in Folge oft daneben. Also genieß deine aktuelle gute Strähne 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Mone P 2. August 2015 at 11:52 Antworten

        Ohja, das tu ich 😀

        Hab auch gewisse Anforderungen. Und so, wie du schon sagst, jemand der dir ein Rezensionsexemplar anbietet, wird sich schon mal auf deinem Blog umgesehen haben und wissen, wie du rezensierst und schreibst. Ich persönlich schreibe Frei Schnauze (nicht beleidigend natürlich) und bringe auch oft eigene Erfahrungen mit ein (z.B. bei Ratgebern).
        Komischerweise warte ich schon wieder auf einen schlechten Lauf, denn früher oder später wird es ein für mich schlechtes Exemplar geben^^
        Selection habe ich noch garnicht gelesen. Ich bin aber auch jemand der bei 1-3 Sternen die Rezension schon durchliest, um die Gründe der Bewertung zu lesen. Es sind eben persönliche Meinungen und es müssen keine schlechten sein.
        Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
        Lg Mone P.

  12. Romina Agus 1. August 2015 at 23:06 Antworten

    Hallo lieber Tobi : )

    hui hui ^^ ja da hast du dir viele Gedanken gemacht. Das Thema ist auch gar nicht so einfach und sicherlich von jedem aber anders zu bewerten und zu verstehen. Ich bin auch einer der Blog´s die keine Sterne oder was auch immer vergibt, denn ich selber achte auch nicht darauf denn ich lese die Rezension um etwas über das Buch zu erfahren und ein zu schätzen ob es mir gefällt oder nicht.

    Ja, ich habe einen sehr sicheren Griff was Bücher und auch vieles andere in meinem Leben betrifft, ich weiß was ich mag und liege im Grunde selten daneben, zum Glück. Das ist nichts Schlechtes, auch wenn ich immer wieder lese (oft von anderen Bloggern) das sie es schlicht unmöglich finden das einige ihre Bücher „nur“ gut bewerten. Dabei sind diese Blogger sehr oberflächlich, zum einen muss man da ja sehen wie viel ließt jemand. Wenn ich nur zb 4 Bücher im Monat lese habe ich natürlich nicht die Möglichkeit 10 Schlechte oder weniger „Gute“ zu lesen : > Einige lesen ja 20 Bücher im Monat (wobei ich das doch eher für unwahrscheinlich halte wenn sie noch Kinder, Haushalt, Arbeit, Mann und Freunde haben aber egal ^^) und dann kann es natürlich passieren das Bücher dabei sind die man nicht so gut bewertet vielleicht auch,weil gerade diese Bloggs von den Verlagen zugeschüttet werden an Büchern die sie vielleicht gar nicht selber ausgesucht haben.

    Und dann muss man sich sowas anhören ^^ Auch ich habe einige Dinge die ich kritisch sehe und auch erwähne, aber ich muss ein Buch nicht „zerfetzen“. Genau das sehen auch Verlage so, ich habe immer wieder von dem einen oder anderen guten Verlag die Info bekommen das man bei einer Rezension auch beachten sollte, das ein Mensch das Buch geschrieben hat, und das noch mehr Arbeiten von vielen Menschen dahinter steckt. Kritik ja, aber der Ton macht die Musik.

    Ich glaube nicht das die Verlage dich für Sterne aus der Liste haben wollen ^^ Auch für die ist die Rezension an sich wichtig, dass das Cover gepostet wird, der Name gegooglet werden kann. Denn wir sind Werbung! Viele Verlage sind auch freundlicher als man denkt, ausgenommen dem Löwe Verlage dem ich wirklich sehr kritisch entgegen Blicke. Zum einen nimmt er nur Blogger die über 500 Leser haben, (darf ja nun jeder selber entscheiden ok) aber die haben zb ein Gewinnspiel geschaltet und da haben komischerweise nur Leute über 500 Leser gewonnen obwohl jeder mitmachen konnte und auch viele kleine Blog´s haben teil genommen wie ich gesehen habe. Auf meine Nachfrage haben sie natürlich nicht geantwortet. Ein Verhalten von solchen Verlagen ist sehr schade, aber nun ja ich schweife ab : )

    Ich persönlich finde, dass jeder Blog die für sich richtige Lösung finden und umsetzen sollte. Man muss sich damit wohl fühlen : ) Wir sind alle so unterschiedlich das wir sicher viele Menschen mit unserem Weg erreichen können ^^

    Ganz Liebe Grüße
    Romi

    • Tobi 2. August 2015 at 11:28 Antworten

      Liebe Romi,

      mich macht das schon skeptisch, wenn jemand nur gut bewertet. Natürlich ist das immer eine Frage, ob jemand primär in sicheren Fahrwasser bleibt und sich solche Bücher holt, von denen er weiß, dass sie vom Genre, der Story und Aufmachung den eigenen Erwartungen gerecht werden oder so wie ich doch auch viel ausprobiert. Ich für meinen Teil mag es, wenn ein Blogger auch über das schreibt, was ihm gar nicht gefallen hat. Ich bin bei Literatur schon anspruchsvoll und schätze insbesondere die Vielfalt. Die fünfte Liebesgeschichte nach einem bewährten und unterhaltsamen Schema landet dann auch bei drei Sterne, einfach weil es das dann schon oft gab und mich nicht mehr ganz hinter dem Ofen vorlockt.

      Wie das mit den 20 Bücher pro Monat bei einigen geht, hab ich mich auch schon gefragt. Bei Buchhändler kann ich das schon nachvollziehen, aber mit Job, Familie und auch anderen Interessen ist dem Ganzen dann doch eine natürliche Grenze gesetzt.

      Da stimme ich dir zu: Jeder Blogger soll das selbst für sich bestimmen. Ich hab schon gelesen, das ein Blog beispielsweise Lesetipps geben möchte und dadurch natürlich nur Empfehlungen schreibt. Das macht absolut Sinn. So wie jeder selbst die Regeln für seinen Blog festlegt, kann auch jeder entscheiden was er liest und was nicht. Das ist ja das schöne am Netz 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Romina Agus 2. August 2015 at 22:21 Antworten

        Hey 🙂

        *lach* der Skeptiker. Du magst es etwas zu probieren, doch Menschen wie ich lieben das gewohnte. Ich mag es was mich erwartet und mir darf man sogar das Ende eines Buches erzählen und dann will ich es immer noch lesen weil ich weiß das es zb. gut enden wird : ) Es gibt hier und da auch für mich mal Überraschungen im Briefkasten, die gehen manchmal gut manchmal nicht so gut aus. Aber bei meinen Rezensionen gehen diese wenigen nicht für mich überzeugenden Bücher unter und ich finde das auch gut so ^^

        Im Grunde ist es aber doch so, egal wie die Rezension auf einem Blog ausfällt. Sie dient zur Orientierung und kann, wie du ja mal erwähnt hast, auch zum Kauf animieren. Ich habe auch tatsächlich schon Bücher gekauft obwohl die Meinungen eher negativ waren aber für mich war es genau das Richtige : )

        Bücher von denen ich weiß das sie mir nicht gefallen zb. mit so Dreiecks Kram kann ich einfach nicht lesen ^^ Das stelle ich weg wenn ich es im Klappentext schon sehe, das kann einfach nicht gut sein ^^

        Ganz liebe Grüße
        Romi

  13. Ich finde Sterne-Bewertung (oder etwas in der Art) als Leserin hilfreich. Ich persönlich achte da schon drauf, wenn ich Rezensionen lese. Es gibt eine schnelle erste Orientierung. Voraussetzung sollte aber sein, dass dahinter ein festes Schema oder System steht, dass bei allen rezensierten Büchern gleichermaßen angewandt wird.

    Ich bewerte in bestimmten Unterkategorien wie z.B. Einstieg, Handlungsverlauf, Charaktere, Sprache & Schluss nach Prozenten. Daraus bilde ich eine Gesamtprozentzahl für das Buch, die ich dann nach einem einmal festgelegten System in eine Sterne/Herzchen-Bewertung „übersetze“.
    Warum der Aufwand? – Weil ich selbst Freundin von Grafiken und Übersichten bin. Optisch Aufbereitetes lässt sich schneller erfassen, als reiner Text. Daher zunächst die detaillierte Bewertung, die ich in einem Balkendiagramm darstelle. Zusätzlich zum Text.
    Die „Übersetzung“ in das 5 Herzchen/Sterne-System ist dann einfach nur noch dem Umstand geschuldet, dass auf vielen Plattformen, wie z.B. Goodreads, Amazon, Lovelybooks etc. sich das 5 Sterne-Prinzip durchgesetzt hat.

    Im Schnitt liegen meine Bewertungen auch bei etwas um 3 Herzchen. Das halte ich für relativ normal. Keiner liest NUR gute oder schlechte Bücher!

    Rezensionsexemplare nehme ich nur selten an, weil ich festgestellt habe, dass ich mir da dann tatsächlich schwer tu mit der Objektivität. Man hatte im Zweifelsfall einen netten Kontakt und möchte den- oder diejenige nicht in die Pfanne hauen. Daher wähle ich da sehr vorsichtig aus und nehme nur ganz selten etwas an, wenn es auch wirklich mein Interesse weckt.
    Nur ein einziges Mal habe ich bis jetzt etwas angenommen, dem ich skeptisch gegenüberstand. Das habe ich aber im Vorfeld auch so kommuniziert und auch klar gestellt, dass ich das schreiben werde, wenn es mir nicht gefällt. Ich habe es dann der Autorin überlassen, ob sie mir ihr Werk tatsächlich schickt. Sie hat es getan.
    Man sieht: nicht alle sind nur auf positive Resonanz aus. Manch einer möchte wirklich nur ein ehrliches Feedback. Und in der Werbung gilt schließlich: „Auch schlechte Presse ist Presse.“

    • Tobi 4. August 2015 at 20:37 Antworten

      Liebe Kerstin,

      genau so fasse ich die Sternebewertung auch auf. Als ein Mittel um schnell einen Überblick zu bekommen. Wobei ich nicht so detailliert bewerten würde wie du, einfach weil ich die Einfachheit und die Tatsache mag, dass es die Sternebewertungen an vielen Stellen im Netz gibt und sie jeder kennt.

      Das mit deiner Autorin ist echt gut, dass jemand wirklich Interesse an einer unverfälschten Meinung hat. Ich vermute es gibt solche und solche Verlage/Autoren.

      Liebe Grüße
      Tobi

  14. Henrik 7. August 2015 at 13:17 Antworten

    Hallo Tobi.

    Das ist ein Thema, worüber ich mir auch schon den Kopf über Stunden zerbrochen habe. Wegen was? Um auf den Punkt zu kommen, dass ich Bewertungen weder mag, noch darauf achte. Wenn ich Buch durchschnittlich 2 von 5 Sternen hat, heißt das zwar, dass es allgemein gesehen nicht gern gelesen ist, aber ich kann nicht von mir behaupten, dass es mir deswegen nicht gefallen könnte. Oft war es der Fall, dass ich Bücher bei LovelyBooks entdeckt habe und sie wirklich nur 2 bis 3 Sterne hatten. Und? Gelesen hab ich sie dann aus Neugier trotzdem. Und gefallen haben sie mir auch.
    Bewertungen sind wirklich sehr subjektiv, sie einfach weg zu lassen, ist die beste Methode sich der grafischen Bewertung zu entziehen.
    Ich habe mir 10 Faktoren herausgefiltert, die man problemlos auf jedes Buch anwenden kann.
    Daraus mache ich eine Bewertung von 1 bis 5.
    Die 10 Faktoren rechne ich zusammen und teile das Ergebnis durch 10. Der Durchschnitt ist eine Bewertung aus 10 Faktoren, die in meinen Augen fairer sind, als ein Bauchgefühl.
    Ich bin leicht zu begeistern bei Büchern (wie ich rückblickend durchaus zugeben muss). Ich hab leicht mal 4 oder 5 Sterne vergeben, weil es mir insgesamt sehr gut gefallen hat. Aber durch die 10 Faktoren denke ich intensiver darüber nach und dann fallen mir Dinge ein, die mir dann doch nicht so glänzend erscheinen.
    Aber wichtiger ist mir, was steht in der Rezension, wenn ich sie lese. Die Empfindung, der Eindruck des Lesers/Bloggers ist da wichtiger.
    Eine Grafik kann jeder. Eine Bewertung auch. Das ist Subjektiv, das ist manchmal gut, manchmal schlecht.
    Ich denke auch, dass man durchaus mal ehrlich zu sich selbst sein sollte.
    Schlechte Rezensionen sind kein Abbruch.
    Bewertungen sind erzwungen, wenn man sich dagegen wehrt und lieber nur einen Text schreibt, ist es lobenswert.

    Liebe Grüße
    Henrik

    • Tobi 7. August 2015 at 14:41 Antworten

      Hallo Henrik,

      ein Effekt, der einem bei solchen Bewertungen Unbehagen bereitet, ist die Tatsache, dass etwas, das objektiv erscheint subjektive Eindrücke beschreibt. Zumindest lese ich das ein bisschen zwischen den Zeilen deines Kommentars heraus. Und mir geht es da nicht anders, denn wie soll man mit fünf möglichen Bewertungen etwas so umfassendes wie ein Buch beschreiben? Ich glaube es ist ein Fehler mit den Anspruch heranzugehen, dass eine Bewertung mehr als eine kurze und lückenhafte Zusammenfassung ist. Daher sind die beschriebenen Eindrücke entscheidend. Ein Buch, dass ich mit zwei Sterne bewerte, weil es die hundertste Schmonzette ist, kann für jemand anders was völlig Neues und damit sehr interessant sein.

      Ich bin nicht ganz so leicht zu begeistern. Für vier oder gar fünf Sterne muss schon was passables geboten werden. Aber darüber habe ich ja in dem Beitrag schon geschrieben, was es dazu braucht. Natürlich ist es immer eine Bauchentscheidung, trotzdem lege ich schon nachvollziehbare Maßstäbe an, die dann auch im Text auftauchen. Die Frage ist dann immer: Warum ist das Buch kein drei Sterne Buch, was für mich so die Mitte ist und ein unterhaltsames Buch kennzeichnet, das mich nicht von den Socken gehauen hat, aber auch nicht enttäuscht.

      Liebe Grüße
      Tobi

  15. Sarah 7. August 2015 at 22:35 Antworten

    Hallo Tobi,
    Ich liebe deine Artikel. Du sprichst die Themen sehr erlich an. 🙂

    Das mit den Bewertungen hat mich auch öfter schon zum Grübeln gebracht. Ich persönlich liebe Bewertung, wo man sofort sieht wieviele Sterne vergeben wurde. Blogs die zur jeder Rezension eine Leseempfehlung geben, nehme ich nicht mehr ernst und von denen würde ich mir auch keine Bücher empfehlen lasse. Außerdem (ich bin viel auf lovelybooks.de) finde ich Leute die auf lovelybooks.de eine Durchschnittsbewertung von 4,6 Sternen habe ein wenig lächerlich. Es gibt Leute die geben bei schlechten Bücher 3 Sterne. Ich finde das nicht authentisch und den Leuten vetrau ich nicht und diese Rezensionen helfen auch keinen weiter. Letzens war ich auch bei einer Leserunde dabei, wo das Buch wirklich schlecht war und alle haben es hochgelobt weil die Autorin dabei war. (Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die das Buch wirklich so geliebt haben, es war wirklich schlecht. ^^ ) ach, ich könnte mich ewig über diese Leute aufregen, die gute Rezensionen schreiben um den Verlage zu gefallen und gratis Bücher zu bekommen. Ich finde es so schade, dass die ehrliche Meinung nicht wirklich erwünscht ist. Ich reiß mich mittlerweile auch sehr zam und versuche meine Kritik nicht zu hart zu formulieren, obwohl ich das so gerne würde, aber ja wenn man einen Blog hat dann will man den Verlag auch nicht verärgen oder?
    Lg Sarah

    • Tobi 8. August 2015 at 15:31 Antworten

      Liebe Sarah,

      ein differenzierter Blick auf die gewählte Literatur ist für mich Grundvoraussetzung, dass ich einen Blog verfolge. Kritik ist genauso wie Lobhudelei absolut ok, wenn es nachvollziehbar ist und deutliche Argumente die Meinung unterstützen. Minimal drei Sterne zu vergeben, auch bei Bücher die einem nicht zusagen, halte ich nicht für besonders sinnvoll. Eigentlich kann man dann die fünf Sterne Wertung auf drei abbilden. Gute Blogs, die eben kritisch, aber fair sind, die den Fokus auf das Buch und nicht auf das Abstauben von Rezensionsexemplaren haben gibt es viele und den Rest, wo ich zumindest den Eindruck habe, dass sie nicht umfassend genug urteilen, blende ich aus. Das ist im Netz ja leicht möglich 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  16. Lisa 11. August 2015 at 19:10 Antworten

    Hi Tobi,
    das ist ein wirklich sehr interessanter Beitrag.
    Ich finde, dass man sich niemals nur anhand der Sterne-Bewertung (oder was der jeweilige Blogger eben benutzt) ein Bild über ein Buch machen sollte. Denn das Geschriebene in der Rezension gibt soviel mehr preis. Es ist ein Zusammenspiel von beiden Komponenten. Wobei ich persönlich es viel schwieriger finde Sterne zu vergeben, als meine Meinung in Worten wiederzugeben.
    Was mir auch aufgefallen ist, ist dass drei Sterne Bewertungen wirklich eher als negativ gewertet werden. Aber für mich ist das ganz normaler Durchschnitt. Die Bücher sind gut, konnten aber nicht so überzeugen, wie andere. Das ist überhaupt nichts Negatives. Ich bin sowieso der Meinung, dass keine Rezi mit weniger als vier Sternen schlecht für den Verlag ist. Es kommt halt drauf an, wie die Rezi geschrieben wurde. Wenn detailiert beschrieben wird, was genau einem nicht gefällt, dann können die Leser viel besser einschätzen, ob das Buch nicht vielleicht doch etwas für sie wäre. Verstehst du was ich meine? Natürlich hat man ein nicht so gutes Gefühl, wenn man ein RE nicht so positiv bewertet, aber man sollte seine Meinung nicht kaufen lassen! Entweder man ist ehrlich oder man lässt es. Das Risiko müssen die Verlage eingehen und akzeptieren, wenn sie mit Bloggern zusammen arbeiten. Meinungen sind eben subjektiv und man wird mit einem Buch niemals alle Geschmäcker treffen.

    liebe Grüße
    Lisa

    • Tobi 12. August 2015 at 13:47 Antworten

      Liebe Lisa,

      ich finde es nicht so schwer eine Sternebewertung für ein Buch zu finden. Aber ich finde es unerlässlich das sich das auch in dem Text widerspiegelt.

      Was die drei Sterne Bewertung angeht, habe ich den gleichen Eindruck. Aber das ist aus meiner Sicht auch wieder ein erlerntes Verhalten. Wenn man nun auf Amazon auf einen Artikel stößt, der im Mittel drei Sterne hat, dann wirkt das einfach anders, als einer mit fünf Sterne. Allein aus einer gewissen psychologischen Sicht heraus. Und ich glaube dieses Gefühl wird dann auch auf Rezensionen übertragen, wo drei Sterne einfach was anderes aussagen. Aber deswegen macht es für mich keinen Sinn nun alle mit vier oder fünf Sterne zu bewerten, nur um niemanden vor den Kopf zu stoßen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  17. Pingback: Bücher | Vienna News 12. August 2015 at 14:06

    […] Bewertungen in Rezensionen | lesestunden http://www.lesestunden.de/Ein für mich recht schwieriges Thema ist die Bewertung in Rezensionen mit Sternen oder vergleichbaren Systemen. Ich verwende hier im Blog eine Bewertung nach dem klassischen Prinzip mit eins bis fünf Sternen. Also für … […]

  18. […] auch Social Media, das Thema Buchblogger und der Datenschutz, sowie die Frage der Bewertung in Rezensionen, waren Themen, die ich ganz allgemein hinterfragt und zu denen doch einige Stellung bezogen haben. […]

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