Wie jeder Bibliophile liebe ich kleine und gemütliche Buchläden. Und immer, wenn wir in Urlaub oder bei Ausflügen in neue Orte kommen, dann wird automatisch Ausschau gehalten, nach hübschen kleinen Buchhandlungen. Zum Stöbern und Schauen, aber auch zum Fotografieren, wenn es sich beispielsweise um so ein schönes Antiquariat handelt, wie ich es in Husum entdeckt habe.

Ich bin ehrlich und tanz da wahrscheinlich aus der Reihe: Aber ich mag keine alten Bücher. Ok, so richtig alte finde ich schön, das ist klar, solche Bücher liebt jeder. Aber ich bevorzuge definitiv neue Drucke, schön weiß, sauber, fein gebunden mit klarem Schriftbild. Aufgeräumt eben, was wohl daran liegt, dass ich Softwareentwickler bin (wenn man seine Software nicht ordentlich hält, fliegt sie einem recht schnell ziemlich ordentlich um die Ohren). Aber in Antiquariate stöbere ich trotzdem recht gerne und freue mich immer einen Klassiker zu finden, den ich schon gelesen habe. Und zu sehen, dass er vor vielen Jahren genau den gleichen Text hatte.

Folgendes Bild zeigt den Blick von der Eingangstür in den Laden. Solche Regale liebe ich und ich finde es schade, dass es keinen Buchladen gibt, der genau so organisiert ist, aber neue Bücher im Regal hat (die dann aber schon Klassiker sein sollen).

Husumer Antiquariat

Neben Bücher gab es auch einige Dekoartikel und auch einige neue Bücher. Und es ist ganz schön was los gewesen, in dem kleinen Laden. Die Leute lieben also scheinbar so hübsche Geschäfte. Also schade, dass die kleinen Buchläden durch den Onlinehandel abgelöst werden und solche Wohlfühloasen langsam sterben und verschwinden werden.

Husumer Antiquariat

Wer sich die Bilder ansieht, wird den Duft alter Bücher sicher in der Nase haben. Wer also in der Ecke wohnt, dem kann ich nur einen Abstecher empfehlen. Ich habe mir Der Schimmelreiter von Theodor Storm geholt. Allerdings als neues Buch, wenn auch in sehr alter Optik, also sozusagen ein Kompromiss aus Antiquariat und Neuauflage.

Husumer Antiquariat

Auf jeden Fall will ich mich mal in München auf die Suche nach schönen Antiquariaten machen. Ich bin ja noch auf der Suche nach einem schönen Märchenbuch aus Leder, mit hübschen Illustrationen, dick und richtig old school. Wer also einen Tipp für mich hat: Nur her damit. Meine Klassiker hol ich mir allerdings trotzdem neu. Ein neu gedrucktes Buch ist doch zu geschmeidig, liegt zu gut in der Hand und ist mir mein liebster Begleiter.

 

verfasst von Tobi

    17 Kommentare

  1. Lady Libri 20. September 2015 at 17:19 Antworten

    Was für ein schönes Antiquariat. Ich habe auch ein Stamm-Antiquariat in Innsbruck. Leider ist es derzeit geschlossen, weil der Laden umzieht. Nun liegt es nicht mehr auf meinem täglichen Weg zur Uni. Ein eigenes Antiquariat ist schon auch so ein Kindheitstraum…

    • Tobi 20. September 2015 at 17:22 Antworten

      Ein eigenen Buchladen in dem Style ist natürlich ein romantischer Traum, da könnt ich mir auch gut vorstellen. Allerdings wahrscheinlich eine ziemlich brotlose Sache 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Madame Filigran 20. September 2015 at 18:21 Antworten

    Danke!
    Ich liebe Antiquariate. Dieses ist leider zu weit entfernt für einen Abstecher. Aber schon die Fotos haben mich erfreut. Ein schöner Beitrag.
    Viele Grüße!

    • Tobi 21. September 2015 at 19:22 Antworten

      So kleine Buchläden sind einfach schön. Aber bisher hab ich mir nie die Zeit genommen mal in der Stadt nach ein paar hübsche Läden zu suchen. Sollte ich mal machen, denn der kleine Laden in Husum war echt schön.

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Claudia 20. September 2015 at 18:30 Antworten

    Schon beim Anschauen Deiner ersten Bilder habe ich ich die Bücher gerochen – und musste sehr grinsen, als Du in Deinem Text genau darauf hingewiesen hast. Solche Orte sind doch immer irgendwie magisch, oder? Zumindest für Bücherliebhaber.
    Viele Grüße, Claudia

    • Tobi 21. September 2015 at 19:24 Antworten

      Liebe Claudia,

      Bücherläden in dem Format kenne ich kaum. Magisch ist das richtige Wort. Die gewöhnlichen Buchläden sind meistens eher clean und haben nicht dieses Muffige und Verwinkelte an sich. Ich glaub dann würd ich auch öfter in Läden zum Stöbern gehen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Tine 20. September 2015 at 18:44 Antworten

    Ich meine, ich hatte neulich schon mal begeistert festgestellt, dass du ja in meiner Heimatstadt warst. Das Antiquariat kenne ich natürlich auch. Vor allem aber deswegen, weil dort meine Sandkastenfreunde gewohnt haben. Die Besitzerin des Ladens ist ihre Mutter.
    Es war auf jeden Fall sehr schön, im Feedreader ganz unerwartet ein Fotos aus der Heimat zu sehen. 🙂

    Liebe Grüße

    • Tobi 21. September 2015 at 19:26 Antworten

      Liebe Tine,

      ja, ich kann mich an deinen Post über deinen Urlaub an der Nordsee erinnern. Cool, die Welt ist klein und dass du die Besitzerin kennst ist echt schräg. Die Szene der Bücherliebenden ist doch klein genug, dass man sich untereinander kennt 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  5. BuecherFaehe 20. September 2015 at 19:19 Antworten

    Das Antiquariat sieht wirklich toll aus! Ich liebe ja alte Bücher und würde am liebsten ganz viele besitzen. Allerdings auch nur von Romanen, die ich auch wirklich lesen will…
    Leider komme ich so selten in einem Antiquariat vorbei.

    • Tobi 21. September 2015 at 19:27 Antworten

      Mir geht es genauso. In Buchläden bin ich viel zu selten und solche kleinen Antiquariate kenn ich gar nicht. Da müsste ich mal in München auf Suche gehen, aber wahrscheinlich gibt es davon gar nicht mehr viele.

      Liebe Grüße
      Tobi

  6. Irve liest 20. September 2015 at 20:39 Antworten

    Danke für die Vorstellung, auch wenn Husum definitiv zu weit für mich ist.
    Allerdings fühle ich mich auch wohler zwischen „neuen“ Büchern…die nicht vergilbt sind, neu riechen und noch dieses spezielle Knistern des ersten Aufschlagens haben (bin da auch etwas schräg).
    Die Beschreibung deines Traum-Märchenbuches klingt allerdings sehr gut, aber Märchen sind auch was anderes irgendwie 😉
    Liebe Grüße, die Irve

    • Tobi 21. September 2015 at 19:30 Antworten

      Liebe Irve,

      oh ja, ich bevorzuge auch neue Bücher. Das hat einfach was, ein komplett ungelesenes Buch als erstes zu öffnen. Die schönen, weißen, perfekten Seiten und die Vorfreude. Ich kann aber auch verstehen, wenn jemand alte Bücher liebt. Wobei mich vergilbte Seiten oder ein zerriebener Umschlag total stören. Und Bücher im 80er Jahre Design (z.B. wie die Konsalik Bücher) gehen bei mir gar nicht.

      Liebe Grüße
      Tobi

  7. lapismont 21. September 2015 at 8:29 Antworten

    Neu herausgebrachte Klassiker mag ich auch. Wenn zu einem ansprechenden Aussehen noch ein nützliches Nachwort und spannende Anmerkungen kommen, bin ich glücklich.

    • Tobi 21. September 2015 at 19:31 Antworten

      Und davon gibt es echt einige. Wenn ich an den Mare und Manesse Verlag denke, dann kommt da doch immer wieder ein echt guter, bisher unentdeckter oder neu aufgelegter Klassiker ums Eck. Das war mir vorher auch nicht so klar, aber mittlerweile halte ich nach neu aufgelegte Klassiker ausschau. Wenn du also ein paar gute Tipps hast, nur her damit 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  8. Romina Agus 28. September 2015 at 20:34 Antworten

    Hallo du : )

    ach das sieht ja schön aus, solche Buchläden sind irgendwie toll. Leider komme ich nur selten in den Genuss, aber ich habe es mir fest vorgenommen einige zu besuchen : ) Und jetzt mit neuem Auto auch sicherlich möglich.
    Ich hoffe das du auch weiterhin solche Beiträge schreibst und zeigst, finde ich toll.

    Liebe Grüße
    Romi

  9. Seitenfetzer 3. Oktober 2015 at 13:38 Antworten

    Ave,
    ich schließe mich dem allgemeinen Tenor, dass neue Bücher unter’m Strich doch irgendwie angenehmer sind als bereits gebrauchte, auch einfach mal an – es sei denn, die Bücher sind wirklich alt. Ich hatte vor einer Weile mal die Gelegenheit, eine fast 100 Jahre alte, handschriftlich verfasste Schul-Chronik in den Händen halten zu dürfen. Das hatte dann natürlich schon wieder was. ^^

    Das Antiquariat in Husum sieht ja von außen schon echt cool aus. Ich mag solche altmodischen Schilder über Eingängen total gerne.
    In meiner Heimatstadt gab es vor ein paar Monaten auch mal kurzzeitig ein Antiquariat für Bücher, allerdings hat sich das meines Wissens nach nur ein paar Wochen gehalten und das auch aus gutem Grund, denn das war wirklich nichts weiter als eine Ansammlung von vergilbten Büchern, die heutzutage wohl eher weniger Anklang finden (bei Sachbüchern z.B. ist ein aktueller Stand doch irgendwie sinnvoller als Informationen aus den 70-ern) und – was wohl noch weitaus schlimmer war als die thematisch uninteressant gehaltene Auswahl – total ungeordnet! Keine Genres, kein Alphabet, kein gar nichts. Und wenn in diesem durcheinander nur zwei etwas betagtere Menschen stehen, die dich bei jedem Schritt beobachten, als wollten sie dich in eine Sekte eingemeinden, weil du der erste Kunde des Tages bist, dann kommt da einfach keine Atmosphäre auf, die zum Stöbern einlädt. Mal schauen, ob ich mein Antiquariats-Trauma also eines Tages wieder loswerden kann. Bis dahin erfreue ich mich an den beiden kleinen Nicht-Ketten-Buchhandlungen, die meine Heimatstadt noch hat. ^^

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

  10. Josi 11. Oktober 2016 at 21:50 Antworten

    Ooooh was habe ich mich heute darüber gefreut quasi über das Antiquariat gestolpert zu sein. Von außen schon total ulkig und von innen einfach total urig – ich fand es richtig toll (auch wenn ich als Buchhändlerin auch eher für neue Bücher zu haben bin). Doch den Mix aus ganz „alten Schinken“ und einigen neuen/aktuellen Büchern fand ich gelungen. Mein Highlight War dann, dass ich eine vergriffene Ausgabe eines Inselbücherei-Titels meines Lieblingsautors gefunden habe, und die uralte Kasse der Dame 🙂

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