Für schöne Illustrationen habe ich etwas übrig und wenn diese mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail den Inhalt einer Geschichte widerspiegeln, dann sind sie eine echte Bereicherung für jedes Buch. Eher zufällig bin ich über diese Reihe von Kinderbuchklassiker gestoßen, die vom Illustrator Robert Ingpen liebevoll gestaltet wurden. Der Knesebeck Verlag war mir bisher unbekannt und da ist mir wieder bewusst geworden, wie viele kleine Verlage es gibt, die schwer zu finden sind, aber ein echt geniales Programm haben. Und wenn ich mir die Bücher im Knesebeck Verlag so ansehe, dann weiß ich, dass Der Zauberer von Oz für mich das erste Buch von vielen ist, die aus diesem Hause direkt in meinen Bücherschrank wandern werden.

Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum

Der Titel Der Zauberer von Oz hab ich schon einige Male gehört, aber irgendwie ist das Buch nie so richtig auf meinen Schirm gekommen. Dieses Ausgabe beginnt mit einer kurzen Einleitung, die einen Überblick über das Leben des Autoren gibt, das sich selbst ein bisschen wie ein Abenteuerroman anhört. Viele verschiedene Tätigkeiten und Unternehmungen hat der Sohn eines reichen Geschäftsmannes gestartet und kaum eines davon hat gefruchtet und mehrfach war Lyman Frank Baum pleite und in Geldnöten. Der Zauberer von Oz und zahlreiche weitere Geschichten in dieser Welt sind über die Jahre erschienen, allerdings findet man darüber hinaus keine bemerkenswerten Publikationen von dem Autoren.

Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum

Dorothy, ein junges Mädchen, das auf einer einsamen Farm inmitten von Kansas lebt, wird mitsamt ihrem Haus von einem Wirbelsturm erfasst und findet sich im Märchenland Oz wieder. Dort macht sie sich auf die Suche nach dem Zauberer von Oz, der einzige, der ihr helfen kann, wieder zurück in ihre Heimat, nach Kansas zu kommen. Wie bei einer Kindergeschichte nicht anders zu erwarten ist, begegnen ihr einige sehr unterschiedliche und märchenhaft anmutende Wesen, die sie auf ihrer Reise begleiten. Die Geschichte hat ein zügiges Tempo, so dass sie nicht langweilig wird und die Begegnungen und auch Wendungen haben durchaus Unterhaltungswert. Dabei ist das Buch sprachlich recht einfach, aber angenehm zu lesen und so ist es ideal zum Vorlesen geeignet. Baum hat eine klare Sprache und es fällt einem leicht, sich diese Welt vorzustellen und darin einzutauchen.

Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum

Wie so viele Bücher, die ich in letzter Zeit bespreche, ist auch dieses hier hinsichtlich seiner optischen Qualitäten herausragend. Robert Ingpen ist ein begabter Maler und seine skizzenhaften, wunderschönen, farbigen und mit viel Liebe zum Detail gezeichneten Abbildungen machen das Buch zu einem echten Erlebnis. Als Buch, zum gemeinsam Lesen, für Kinder und Eltern gleichermaßen, ist es einfach perfekt und die Illustrationen machen den Text mit einer so schönen Klarheit greifbar, dass es die Fantasie noch mehr anregt und diese Märchenwelt noch deutlicher vor dem geistigen Auge entstehen lässt.

Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum

Aber auch von der Verarbeitung, ist das gebundene Buch sehr gelungen. Die Vorsatzseite enthält grobe Skizzen von Ingpen, das Papier ist schön dick, die Abbildungen fügen sich perfekt in die Geschichte ein und nehmen manchmal einen Teil, manchmal aber auch eine komplette Doppelseite ein. Visuell ist das Buch ein echter Genuss und steckt jede Fernsehsendung locker in die Tasche. Hier muss ich einfach viele Fotos zeigen, denn das Buch besticht durch seine schöne Aufmachung und die kann man einfach so schön in Bildern einfangen.

Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum

Fazit: Der Zauberer von Oz aus dem Knesebeck Verlag ist eines der schönsten Kinderbücher, die ich bisher gesehen habe. Die Geschichte ist ein richtig schönes Abenteuer in einer märchenhaften Welt, die nicht nur für Kinder unterhaltsam ist. Zusammen mit den wunderschönen Zeichnungen von Robert Ingpen, der ein wahnsinnig begabter Illustrator ist, wird die Geschichte noch greifbarer. Als Vorlesebuch ist diese Ausgabe hervorragend geeignet und dürfte so ziemlich jedes Kind hinter den Ofen hervorlocken. Auch hinsichtlich der Verarbeitung ist das Buch in der Premium Liga und für mich ist klar, dass ich mir auch alle anderen Bücher aus dieser Reihe holen werden. Kinderbuchklassiker in so einer Qualität findet man selten.

Wertung in Sternen

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Über das Buch

Der Zauberer von Oz von L. Frank BaumTitel: Der Zauberer von Oz
Autor: L. Frank Baum
Verlag: Knesebeck Verlag
Übersetzung: Ursula C. Sturm
Illustration: Robert Ingpen
Erschienen: 17 August 2011
Erstveröffentlichung: 1897
Seiten: 193 Seiten

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verfasst von Tobi

    16 Kommentare

  1. simone 29. Dezember 2015 at 18:24 Antworten

    Oh, ist das Buch schön! Das will ich auch haben. Muss aber bis zum Sommer warten, da in kürze die Renovierung meiner Wohnung ansteht: alles muss raus (davor graut mir jetzt schon) da will ich natürlich nicht noch zusätzliche Bücher anschaffen, die ich dann in Kisten packen muss. Das gibt es dann zur Belohnung.
    An alle die den Blog lesen: wer möchte die drei ‚Silber‘ Bücher von Kerstin Gier haben? Sie sind neu und ungelesen und ich kann sie günstig abgeben.
    Fijne avond, groetjes, Simone

    • Tobi 30. Dezember 2015 at 15:42 Antworten

      Liebe Simone,

      mit meinen vielen Büchern wäre eine Renovierung oder ein Umzug auch echt die Hölle. Das kann ich gut verstehen, dass du dich da ein wenig zurück hältst. Aber ich kann dir das Buch nur empfehlen, das ist wirklich sehr gelungen und als Belohnung ideal geeignet 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

    • Katia Simon 3. Januar 2016 at 20:32 Antworten

      Liebe Simone,
      sind die Silber-Bände noch da? Ich hätte Interesse. 🙂
      Liebe Grüße
      Katia

  2. Nana 29. Dezember 2015 at 19:56 Antworten

    Was für eine schöne Ausgabe! 🙂
    Ich sollte meine Märchenbücher auch wieder mal zur Hand nehmen…

    Liebe Grüße!
    Nana

    • Tobi 30. Dezember 2015 at 15:44 Antworten

      Liebe Nana,

      hast du auch schöne Märchenbücher, die du empfehlen kannst? Ich hab bisher nicht so viel, aber noch ein paar auf dem Schirm, die mir noch sehr gut gefallen würden. Beim Knesebeck Verlag gibt es auch noch einige sehr schöne Bücher. Beispielsweise Nils Holgersson als sehr schmucke Ausgabe.

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Elke 30. Dezember 2015 at 9:57 Antworten

    Hallo Tobi.

    Vielen Dank für die Vorstellung und Rezie dieses Buches. Ich habe es mir eben bei amazon.de eben gebookmarkt, denn ich möchte das Buch für meinen Sohn haben. Er ist zwar erst 2 1/2 Jahre alt, liebt aber Bücher und kann selbst schon einen gut gefüllten Bücherschrank sein eigen nennen. Er wird es später hoffentlich gerne lesen 🙂

    Viele Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Elke.

    • Tobi 30. Dezember 2015 at 15:49 Antworten

      Liebe Elke,

      ich frage mich gerade, ab welchen Alter das Buch geeignet ist. Also zwei Jahre ist definitiv noch zu früh, aber ab vier oder fünf könnte das vielleicht passen. Ich bin was die Altersangabe von Bücher angeht ja sehr skeptisch, oft ist es so, dass ein Buch zwar noch nicht mit seiner kompletten Geschichte erfasst wird, aber zahlreiche Elemente dann die kindliche Phantasie doch begeistern. Zumindest ist das meine Erfahrung.

      Kinder und voller Bücherschrank, das passt einfach zusammen. Genauso wie der regelmäßige Büchereibesuch einfach Pflicht ist.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. huebi 30. Dezember 2015 at 11:36 Antworten

    Hallo Tobi,

    da hast du ja kurz vor Jahresende doch noch einen Beitrag aufs Parkett entlassen. Ich dachte schon ich wäre ein recht seltenes Exemplar mit meinem Faible für Jugendbücher – ganz speziell natürlich die, die mich während meiner Kindheit und Jugend begleitet haben. Auf der einen Seite ist es schön, dass noch viele Werke erhältlich sind. Aber viel zu oft hat man sie ihren Illustrationen beraubt. Was sind viele Bücher ohne die Illustrationen von Nikolaus Moras, die eines Stuart Tresilians oder einer Ilon Wikland? Passen sie nicht mehr in unsere Zeit? Das kann aber nicht sein, denn der Text tut es ja wohl noch. Letztens habe ich ein Jugendbuch in den Händen gehabt, welches Ende der 1940er entstand und auch dort angesiedelt ist. Die Illustrationen hatte man ausgetauscht gegen Männer mit Afrolook, offenem Hemd bis zur Brust und Schlaghosen – also typisch 1970er.
    Wie schön dass es da noch Verlage gibt, die sich da mehr Mühe geben, nicht nur was die Illustration selbst betrifft, sondern sie muss ja auch zum rechten Zeitpunkt kommen und sollte einem in der Fantasie nicht zu sehr einschränken.

    illustre Grüße
    Huebi

    • Tobi 30. Dezember 2015 at 17:40 Antworten

      Hallo Huebi,

      Kinderbücher gibt es echt schöne. Da werde ich auch nochmal zwei wunderschöne Bücher vorstellen, die gerade erst erschienen sind und eigentlich kleine Kunstwerke sind. Ältere Bücher verschwinden, dafür kommen dann doch immer wieder gelungene Bücher nach. So Kinderbuchklassiker mag ich sehr gerne und erstaunlicherweise gibt es davon doch immer wieder sehr schöne Neuauflagen. Ich glaub das liegt einfach daran, dass ansprechende Illustrationen sowohl Eltern, als auch Kind überzeugen müssen. Der Knesebeck Verlag ist auf jeden Fall ein kleiner Geheimtipp, was Kinderbücher angeht. Die anderen Bücher aus der Reihe sind auch sehr gelungen und der Sonderband Nils Holgersson ist auch auf meiner Wunschliste. Aber ein wenig suchen muss man schon, es gibt auch echt viel Mist. Da freu ich mich immer, wenn ich ein Verlagsprogramm entdecke, das viele schöne Bücher bietet.

      Für dieses Jahr war das der letzte Beitrag, aber ich hab schon ein paar weitere in der Warteschleife. Es gibt einfach so viele schöne Bücher 😉

      Ich wünsch dir einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr.

      Liebe Grüße
      Tobi

  5. Anne 31. Dezember 2015 at 15:10 Antworten

    Moin, lieber Tobi,

    da hätte ich noch eine Empfehlung für Dich: „Die Zauberland-Reihe“: Sie besteht aus sechs Büchern, geschrieben von Alexander Melentjewitsch Wolkow in den 1950er – 1980er Jahren.

    Ich wünsche Dir einen guten Rutsch und ein lesefreudiges neues Jahr.

    Lesende Grüße
    Anne

    • Tobi 1. Januar 2016 at 12:51 Antworten

      Liebe Anne,

      also das scheint ja ein echter Geheimtipp zu sein. Die Bücher sehen echt alt aus. Sehr interessant auf jeden Fall. Ich hab russische Autoren mittlerweile echt lieb gewonnen, auch wenn noch nicht so viele in meinem Regal stehen.

      Liebe Grüße und auch dir ein schönes neues Jahr
      Tobi

  6. Friedelchen 11. Januar 2016 at 15:01 Antworten

    Hi Tobi, danke für die schöne und bildreiche Buchvorstellung! Seit ich Mutter geworden bin, ist mein Interesse für schön illustrierte Bücher zum Vorlesen wieder gestiegen und mit dieser Ausgabe habe ich tatsächlich schon geliebäugelt. Jetzt wandert sie definitiv ins Regal 🙂

    • Tobi 12. Januar 2016 at 11:28 Antworten

      Liebe Friedelchen,

      es gibt Bücher, die sind gar nicht so leicht zu finden. Auf das hier und auch auf den Knesebeck Verlag bin ich zufällig gestoßen und finde es wichtig, solche kleinen Schätze vorzustellen, auf die man sonst nicht ohne Weiteres stößt. Aber es lohnt sich, hier noch öfters vorbei zu schaun, denn ein paar echt wunderschöne Kinderbücher hab ich noch in der Warteschleife 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

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