Das Angebot an Medienkonsum ist dieser Tage sehr breit gefächert und was ich bisher so von Büchermenschen mitbekommen habe, sind zwar Bücher auf Platz 1 aber oft sind Filme, Serien und auch Spiele ein großes Thema. Als Softwareentwicklernerd ist natürlich klar, dass ich dem gepflegten Zocken nicht abgeneigt bin und an so manchen Abend sticht ein geschmeidiges Spiel jede Lektüre aus. Während Radio, TV und Film bei mir gar keine Rolle mehr spielen, sind gut gemachte Spiele doch ein gern gesehener Zeitvertreib.

Wer nun bei Games an irgendwelche speckigen Casual Games fürs Smartphone denkt, an Kriegsgewaltspiele oder glaubt, dass das ohnehin nur hirnloser Konsum für Jugendliche ist, dem will ich versuchen hier einen anderen Eindruck zu vermitteln. Es gibt großartige Spiele, die für mich Kunstwerke sind, von der Story mit Büchern mithalten können, die hinsichtlich Musik in der Premiumliga unterwegs sind und die mich in eine komplett andere Welt entführt und sehr beeindruckt haben. Was hat das mit Bücher und einem Buchblog zu tun? Das will ich euch in diesem Beitrag näher bringen und ein paar hervorragende Bücher vorstellen, die zeigen, wie viel Liebe zum Detail und Kunstfertigkeit in so einem Spiel steckt.

Was zeichnet die nun hier vorgestellten Spiele aus, außer dass ich als bekennender Vielleser sie gerne mag? Was macht sie ausgerechnet für Büchermenschen interessant? Ich gebe zu, natürlich ist die Auswahl hier eine sehr subjektive, wie könnte es auch anders sein. Für mich erfüllen sie aber durchaus Kriterien, die auch für Bücher gelten. Die Welt muss stimmig sein, es muss eine Story geben die mitreißt aber nicht zu stark einschränkt, die eine Stimmung transportiert und mich in eine ganz eigene, stark wirkende Geschichte entführt. Ähnliche Maßstäbe wie bei einem Buch eben. Grafisch muss auch etwas geboten werden, wobei liebevolle Illustrationen oder ein ganz individueller Stil jede aufwendige Engine in den Schatten stellen kann.

Die hier vorgestellten Spiele sind auch für den schmalen Geldbeutel gut geeignet. Sie sind alle nicht mehr ganz neu und wer ein bisschen sucht, findet sie recht günstig bei ebay oder Portalen wie gog.com oder Steam.

 

Monkey Island Logo

Natürlich ist klar, dass es nun mit Monkey Island losgehen muss. Der erste Teil ist 1991 erschienen, hat auf ein paar wenigen Disketten Platz gefunden und ist immernoch sehr bekannt. Ich bin immer überrascht, wie viele damals das Game gespielt haben und sich daran noch gut erinnern können. Die Grafik von damals ist natürlich nicht mehr zeitgemäß und da es so viele Fans gibt, wurden die ersten beiden Teile neu aufgelegt und neu gezeichnet. Die Spiele gibt es für PC und auch für iOS, was ein ganz angenehmes Spielevergnügen ist, mit dem Tablet auf dem Sofa zu zocken.

Monkey Island ist eine richtige Piratengeschichte, mit allem was dazu gehört. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Guybrush Threepwood, der ein Pirat werden will und dazu mehrere Prüfungen bestehen muss. Dabei verliebt er sich in Elain und legt sich mit den Geisterpiraten Le Chuck an. Dabei wird nicht mit Humor gegeizt und bei dem Adventure gibt es einige Rätsel zu lösen, die manchmal sehr Skuril anmuten. Beispielsweise das Beleidigungsfechten oder ein Spukwettbewerb.

Ron Gilbert, der Macher von dem Spiel, hat hier eine sehr unterhaltsame und lustige Story umgesetzt und es gibt zahlreiche running gags. Wirklich ernst kann man das ganze Spiel natürlich nicht nehmen. Dabei hat er sich von Tim Powers In fremderen Gezeiten inspirieren lassen, einem Buch, das mit allen aufwartet, was eine gute Piratengeschichte ausmacht. Seebeuterei, Saufgelage am Strand von Nassau, Vooodoo, Geisterpiraten und natürlich eine seichte Lovestory. Wer also Piratengeschichten gerne mag, dem kann ich die Lektüre nur nahelegen. Sehr genial sind die Kommentare von den Entwicklern und die Möglichkeit immer zwischen der damaligen Grafik von 1991 und den aktuellen Zeichnungen umzuschalten. Für Retrogamer also perfekt.

Wer ein bisschen schaut, der bekommt die beiden ersten Teile bei gog.com zum Schnäppchenpreis. Die haben immer wieder gute Angebote. Und auch im Apple AppStore sind die Spiele oft reduziert.

BioShock Infinite

BioShock Infinite hat mich von der Story schwer begeistert. Natürlich ist es so, dass das Spiel auch grafisch sehr ansprechend ist und auf den Stand der Technik ist. Die Kombination aus Story, der Stimmung und der geschickt eingesetzten KI macht das Spiel zu einem echten Erlebnis. Der Spieler schlüpft hier in die Rolle von Booker DeWitt, einem Privatdetektiv, der beauftragt wird die junge Frau Elizabeth aus einer Stadt in dem Himmel zu befreien. Diese Stadt wurde zur Weltausstellung in Chicago 1893 vorgestellt und basiert auf einer quantenphysischen Technologie, welche die Häuser mit Hilfe von Ballons und riesigen Luftschiffen in einer bestimmten Höhe schweben lässt. Columbia, so heißt die Stadt, ist der Schauplatz der ganzen Geschichte und ist von seinem Aussehen, der Stimmung und auch von seinen gesellschaftlichen Strukturen Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Mich konnte diese ganze Aufmachung sehr begeistern und die ganze Atmosphäre, die Musik und die Menschen, die dem Spieler begegenen, haben eine ganz starke Wirkung. Die isolierte Stadt hat mit allen Problemen zu kämpfen, die damals ein Thema waren: Rassismus, die Ungleichheit durch die Industrialisierung und den Kapitalismus, die Bedeutung von Gewerkschaften, Propaganda und Religion. Gerade die Propaganda fand ich hervorragend umgesetzt und der Kampf der Revolutionäre gegen die herrschende, rassistische Führung bekommt mit seinen vielen kleinen Anspielungen und Details sehr viel Tiefe.

Das Spiel ist ein EgoShooter, also nicht unbedingt mein primäres Genre. Aber in dem Fall macht die Story alles wieder wett. Die zweite Protagonistin ist Elizabeth, deren Schicksal mit dem von Booker DeWitt und einigen Kontrahenten eng verbunden ist, und wie die Seele des Spiels wirkt. Ihr Schicksal, ihre eigene Geschichte, die sich erst so nach und nach aufdeckt, rührt, bewegt und zusammen mit Booker DeWitt entsteht ein seltsam gegensätzliches Duo. Als Spieler wird man geradezu durch die Geschichte gezogen und ich habe das Spiel an einem Wochenende durchgespielt. Dabei hat es mich emotional, aber auch hinsichtlich seiner Story aufgewühlt zurückgelassen. Und damit war ich nicht alleine. Die Geschichte, aber insbesondere das Ende ist tiefsinnig, verzwickt und hat philosophischen Wert und so habe ich danach im Netz gesucht und festgestellt, dass es ganz viele Spieler das Bedürfnis hatten, sich über das Ende und die ganze Geschichte auszutauschen und weiterführend Gedanken zu machen. Seitenweise findet man Spekulationen, Erklärungen und Gedanken zu der Geschichte. Ich habe daraufhin das Spiel ein weiteres Mal durchgespielt, wobei ich alle Hinweise im Spiel genau verfolgt und angesehen habe. Erst danach habe ich alle Zusammenhänge begriffen und muss vor den leitenden Entwickler Ken Levine meinen Hut ziehen. Das Spiel ist definitiv in jeder Hinsicht ein Kunstwerk.

Untermalt ist alles mit der genialen Musik von Garry Schyman, der nicht mit einem großen Orchester aufwartet, sondern sich bewusst für ein kleines Streicherensemble entschieden hat. Die Musik ist oft schwermütig, hat eine beständige Spannung und erweckt die einzelnen Figuren erst so richtig zum Leben.

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Am Ende kam ich nicht umhin mir das Artbook zu dem Spiel zu holen. Es steckt so viel Liebe zum Detail in den einzelnen Elementen. Ob es die Stadt selbst ist, mit ihren Schauplätzen, die seltsam anmutenden Gegner allen voran aber Elizabeth und Booker DeWitt. Das Buch zeigt sehr schön den Entwicklungsprozess den die Figuren durchgemacht haben. Die Konzeptkunst zeigt, wie die Spieledesigner Stück für Stück zu dieser Welt mit seiner ganzen Ausdruckskraft gefunden haben. Man munkelt ja, dass die Produktionskosten 200 Millionen Dollar verschluckt haben. Das ist eine beeindruckende Summe, die ich mir aber durchaus vorstellen kann. Kunst, Musik, Grafik und Story sind hier einfach perfekt.

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Das Spiel gibt es mittlerweile zu günstigen Preisen bei Steam und wer ein wenig schaut bekommt es auch zum Schnäppchenpreis. Bei ebay gibt es das Spiel für weniger als 6 Euro und wer ein bisschen wartet, bekommt es auch um den Preis bei Steam direkt.

Die beiden Vorgängerteile BioShock und BioShock 2 muss man nicht kennen um BioShock Infinite spielen zu können. Die Story ist komplett unabhängig und auch wenn die ersten beiden Teile mit hoher Qualität aufwarten, kommen sie nicht im Ansatz an BioShock Infinite heran. Allerdings ist es schon wieder drei Jahre her, als ich das Spiel zuletzt gezockt habe. Wird also mal wieder Zeit dafür. Eindrucksvoll könnte ich mir das Game auf einer VR Brille vorstellen.

Assassins Creed 4

Und schon wieder gibt es eine ordentliche Piratengeschichte. Black Flag ist der vierte Teil der Assasin’s Creed Reihe und ich muss gestehen, ich habe keinen anderen Teil davon gezockt. Aber nachdem ich das Piratensetting liebe, musste ich natürlich auch dieses Spiel zocken. Angesiedelt ist es im 18. Jahrhundert und spielt in der Karibik. Alle Handlungsorte, die man aus Piratenstories kennt, sind hier zu finden. Man steuert Edward Kenway, einen Piraten durch die prächtige Südsee und kann an allen möglichen Häusern, Wänden, Bäumen usw. hoch klettern und herunterspringen. Sogar ein eigenes Schiff bekommt man und kann damit auf hoher See britische Handelsschiffe entern. Sehr rasant und actionreich ist das Gameplay und ich war in dem Spiel so richtig richtig schlecht. Ich bin für so eine Art von Gameplay einfach zu ungeschickt. Vielleicht lag es auch daran, dass ich es am PC und nicht auf der Konsole gespielt habe, aber am Ende will ich ein Spiel flüssig durchzocken und suche nicht die Herausforderung.

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Auch an die Story kann ich mich nicht erinnern und somit ist das Spiel für mich eigentlich kein Tipp. Was mich allerdings schwer begeistert hat, ist diese wunderbare Grafik, dieses perfekte Setting mit all seiner Liebe zu Detail und diesem ganz besonderem Gefühl für Licht und Lichtstimmungen. Wenn man als Edward mit einigen Piraten am Strand Rum trinkt und den Sonnenuntergang betrachtet, dann ist das schon sehr eindrucksvoll. Für mich wieder Grund genug das Artbook zu kaufen. Die Illustratoren, die all die Konzeptzeichnungen zu dem Spiel entworfen haben, sind für mich richtige Künstler. Es ist einfach ein Genuss das Buch durchzublättern. Die schönen Strände, Inseln, die Piratenunterschlupfe und die großen Städte wie Havanna, Kingston oder Nassau sind sehr pittoresk in Szene gesetzt.

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Einige der wunderschönen Bilder findet man auch im Netz. Egal ob im Dschungel, auf den Inseln oder in den Städten, ich habe die Zeit in dieser wunderschönen Welt sehr genossen. Und das Artbook zeigt wieder einmal, wie viel Aufwand, wie viel Know How und Talent in so einem Spiel steckt. 900 Menschen sollen an dem Spiel mitgewirkt haben. Laut Produktionsleiter soll rund um die Uhr jemand an diesem Spiel gearbeitet haben, denn die Spielestudios sind mittlerweile international aufgestellt und vernetzt.

Auch die Musik ist wieder eine eindeutige Empfehlung. Brian Tyler hat mit ganz großem Orchester richtig schöne Titel mit viel Piratenflair komponiert. Eigentlich kennt man Tyler eher als Komponisten für Kino Filme und auch hier sieht man, dass Spiele es leicht mit Kinofilmen aufnehmen können und mittlerweile mit Hollywood gleichziehen.

Auch dieses Spiel bekommt man mittlerweile für wenig Geld bei ebay, Amazon und Steam. Also kein teures Vergnügen mit langer Spielzeit und Wow-Effekt, wenn man das erste Mal diese schöne Welt sieht, die völlig offen und frei begehbar ist.

Guild Wars 2 Logo

Fantasy habe ich seit ich denken kann immer schon gemocht und natürlich ist klar, dass auch mindesten ein MMORPG auf meiner Liste ist. Auch hier lege ich großen Wert darauf, dass die Welt durchdacht und stimmig ist, dass sie einen breit gefächerten Hintergrund hat und nicht lieblos irgendwie hingeklatscht wird, wie das bei den zahlreichen Free2Play Titeln der Fall ist. Guild Wars 2 ist einer von den ganz dicken Fischen im Teich und hat mich auch echt lange gefesselt und begeistert. Es wartet mit klassischen Elementen aus MMORPGs auf, verpackt sie aber sehr schön und so hat man als Spieler nicht dieses eintönige Abarbeiten von Quests, sondern läuft durch eine dynamische Welt in der überall Events auftreten, bei denen man dann einfach mitzocken kann oder eben weiter läuft. Die Welt ist riesig, liebevoll gestaltet, grafisch sehr ansprechend und es ist ein Vergnügen sie zu erkunden. Darüber hinaus kann man aber auch gegen andere Spieler zocken. Welt gegen Welt hat mich sehr begeistert. Über Teamspeak tun sich hier einige Spieler zusammen und mehrere Server treten gegeneinander an und versuchen Burgen zu erobern und zu besetzen. Es ist nicht das eine Element, was Guild Wars von seinen zahlreichen Konkurrenten abhebt, sondern die ausgewogene Mischung aus all den einzelnen Möglichkeiten die hier geboten werden.

Auch hier konnte ich nicht widerstehen und habe unbedingt das Artbook haben müssen. Das war zum Erscheinen des Spiels gar nicht mehr leicht zu bekommen und ich habe es in China bestellt, was ich eigentlich nie mache. Nach zwei Monaten ist es dann auch schon angekommen und war die lange Warterei definitiv wert.

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Auch hier waren zahlreiche sehr talentierte Künstler beteiligt. Beispielsweise Kekai Kotaki, der viele seiner Illustrationen auf seiner Webseite zeigt. Ich finde selbst der Oberfläche im Spiel sieht man es an, dass hier sorgfältig alles von Illustratoren vorbereitet wurde.

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Die Zeichnungen haben einen ganz eigenen Stil, der sich im Spiel ganz stark in der Stimmung niederschlägt.

Auch hier spielt die hervorragend komponierte Musik von Jeremy Soule eine große Rolle. Einem Komponisten, der für seine Musik zu Skyrim ausgezeichnet wurde und sich auch als Hintergrundmusik fürs Lesen hervorragend eignet. Mehr zu Jeremy Soule findet ihr weiter unten.

Guild Wars 2 ist mittlerweile kostenlos spielbar. Die erste Erweiterung kostet hingegen, wobei es die auch schon öfter reduziert zu kaufen gab. Auch wenn Guild Wars 2 ein Free2Play Titel ist, braucht man keine Euros zu investieren um hier ein faires Spielevergnügen zu bekommen. Mit echtem Geld bekommt man eigentlich nicht so viele Vorteile und kann ohne einen extra Euro das Spiel angenehm durchzocken.

Eher zufällig bin ich auf Firewatch gestoßen, dass als Indie-Titel seinen ganz eigenen Stil hat. Es hat einen sehr schönen, ganz individuellen Grafikstil, besticht aber primär durch seine gelungene Story. Die Hauptfigur, aus deren Perspektive der Spieler den Nationalpark erkundet, ist Henry, dessen Frau an einer früh auftretenden Form von Alzheimer erkrankt ist. Die Vorgeschichte erfährt man als reine Textausgabe, bei der man bereits Entscheidungen treffen kann. Henry war bei mir überfordert und seine Frau ist zu ihren Eltern nach Australien zurück, während Henry die Flucht ergreift und in einem Nationalpark in Wyoming eine Stelle als Feuerwächter annimmt. Seine Aufgabe ist es in einem Feuerbeobachtungsturm einen Nationalpark im Auge zu behalten. Er ist völlig alleine und steht lediglich mit einer anderen Feuerwächterin Delilah über Funk in Kontakt. Es entsteht zwischen Henry und Delilah ein Austausch, der vom Spieler über die Auswahl an Antworten gesteuert wird. Durch das ganze Umfeld, die schöne Grafik, aber die Story, die sich stückchenweise aufbaut, entsteht eine ganz dichte Atmosphäre, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat.

Ich weiß nicht einmal, welchen Genre man dieses Spiel zuordnen kann. Irgendwie ist es ein Adventure, aber ohne Rätsel. Es hat die Stimmung von einem Survival Game, aber man muss nicht ums Überleben kämpfen. Der Nationalpark ist mit seinen Lichtstimmungen und der Natur sehr schön anzusehen, eine Simulation ist das Spiel aber auch nicht. Als Spieler kann man die Einsamkeit, eine gewisse Melancholie und auch ein bisschen die angestaubt wirkenden 80er Jahre fühlen. Als der stimmungsvolle und passende Song im Abspann erklang, war ich mir nicht so sicher, ob ich einen Film angeschaut oder ein Spiel gezockt habe. Auf jeden Fall hat mich Henrys Geschichte bewegt.

Insgesamt ist es ein recht kurzes Spielvergnügen und mit fünf Stunden sehr schnell durchgezockt. Ideal also für zwischendurch für alle mit wenig Zeit. Wer sich ein wenig umschaut, bekommt es im Sale schon für 10 Euro und das ist dieses Erlebnis auf jeden Fall wert.

Baldurs Gate ist ebenfalls ein sehr alter Titel. Der erste Teil ist 1998 erschienen und wurde 2012 neu überarbeitet auch für iOS Tablets angeboten. Es gibt auch einen zweiten Teil, den ich damals sehr gerne gespielt habe. Die 2D Grafik ist liebevoll gezeichnet, für heutige Verhältnisse aber natürlich stark angestaubt. Dass Spiele dieser Art aber immernoch sehr beliebt und gefragt sind, das haben die beiden Kickstarter Projekte Pillars of Eternity und Torment: Tides of Numenera bewiesen, die mit genau der gleichen 2D-Grafik und Gameplay aufwarten und binnen kürzester Zeit finanziert waren.

Auch hier erwartet den Spieler eine richtig umfangreiche Story. Stellenweise sind die beiden Teile auch echt knackig und man steuert eine Party von bis zu sechs Spielfiguren durch eine Welt, die im AD&D Spieleuniversum angesiedelt ist. Also fast so nerdig wie Pen&Paper. Ich habe das Spiel geliebt und auch Icewind Dale gespielt, welches das gleiche Spielprinzip hat. Für Baldurs Gate muss man aber durchaus Zeit mitbringen um so richtig in die Welt einzutauchen. Wer also nur ein Spielvergnügen für mal zwischendurch sucht, wird hier schnell die Lust verlieren. Dafür erwartet einen hier klassische und sehr stimmungsvolle Fantasy.

Die Elder Scrolls Reihe habe ich immer als ganz dicke Grafikknaller empfunden. Oblivion hat damals zuverlässig jeden Rechner in die Knie gezwungen und auch Skyrim ist ein echter Hingucker. Der Spieler findet sich in einer nordischen Fantasywelt wieder und muss gegen Drachen kämpfen. Von der Story her also eigentlich eine durchgelutschte Sache und um ehrlich zu sein, kann ich mich auch nicht mehr so richtig daran erinnern. Was mich bei diesem Spiel wahnsinnig fasziniert hat, ist diese wunderschöne, riesengroße Welt, die sich einfach echt anfühlt. Nur sie zu erkunden nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch. Man wird mit großartigen Lichtstimmungen, wunderschönen Landschaften und einer sehr authentisch wirkenden Fauna und Flora belohnt.

Ein weiteres Highlight ist hier definitiv die Musik. Genauso wie die orchestrale Untermalung von Guild Wars 2 wurde auch die Musik von Skyrim von Jeremy Soule komponiert. Für mich ist das musikalisch die Verschmelzung und Weiterentwicklung von klassischer Musik und Filmmusik. Und tatsächlich findet man in den Stücken sehr viele altbekannte Elemente, die konsequent weitergeführt werden. Oft hatte ich das Gefühl Richard Wagner heraus zu hören. Dann wieder kombiniert er sie mit den sanften Streichern, wie man es von John Williams oder John Barrys Filmmusik her kennt. Und dann hat er natürlich noch etwas ganz Eigenes, denn anders als Film- oder Opernmusik ist ein Spiel ganz anders beschaffen. Szenen wiederholen sich, haben je nach Spieler unterschiedliche Längen und Beschaffenheiten. Wenn man also mit seinem Pferd weit in den Norden reitet, sich durch dichtes Schneegestöber kämpft und plötzlich am Meer ankommt und im Himmel die Nordlichter schimmern sieht, dann wirkt das mit dieser Musik richtig stark. Jeremy Soule ist übrigens der erste Komponist, der seine erste Symphonie über Kickstarter finanziert hat und sie hoffentlich endlich bald (nach schon drei Jahren Wartezeit) fertigstellt.

Auch wenn das Spiel bereits 2011 erschien, hat die Beliebtheit und diese grafisch umfangreiche und prachtvolle Welt das Spiel am Leben erhalten. Es gab zahlreiche Mods (inhaltlicher und grafischer Art) und dieses Jahr wurde das Spiel als Remake grafisch aufbereitet und an aktuelle Hardware angepasst als Special Edition neu aufgelegt.

Ein wunderbares Spiel, besonders für Winterabende, dass man durchaus auch mal längere Zeit unterbrechen kann. Oder man streift einfach stundenlang ziellos durch diese große Welt und geht auf Entdeckungsreise. Fürs Auge und fürs Ohr wird hier sehr viel geboten. Wer zur älteren Legendary Version greift, bekommt bei ebay den Steam Key schon für 13 Euro, was für die vielen Stunden Spielvergnügen ein echtes Schnäppchen ist.

Fazit

Ein Fazit ist, dass es für wenig Geld klasse Spiele gibt, die wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit Büchermenschen sehr gut gefallen könnten. Aber ich kann mich auch täuschen und ich liege völlig falsch. Immerhin schließe ich nun von mir auf andere. Die meisten Spiele sind im Fantasy-Genre angesiedelt. Das muss einem natürlich gefallen. Firewatch hingegen ist ein Titel, der alle Leser ansprechen könnte, die gerne Gegenwartsliteratur lesen. Monkey Island und Black Flag ist was für alle, die Abenteuerromane lieben und das Piratensetting mögen. BioShock Infinite lässt sich aus meiner Sicht schwer einordnen, ist aber wahrscheinlich als Shooter nichts für ruhige Gemüter. Eines haben alle Spiele hingegen gemein: Sie entführen in eine ganz eigene Welt, die lustig, erschreckend, realistisch oder riesengroß sein kann. In jeden Fall haben sie viel Atmosphäre und entlassen den Spieler mit ganz vielen neuen Eindrücken.

Wie ist das bei euch? Findet ihr hier einen Titel, den ihr auch sehr gerne gespielt habt? Kommt Zocken gar nicht in Frage? Fehlt ein ganz tolles Game das in der Liste unbedingt aufgenommen gehört? Gibt es bei euch Berührungspunkte zwischen Lesen und Zocken?

verfasst von Tobi

    16 Kommentare

  1. Marie 18. Dezember 2016 at 21:52 Antworten

    Ein toller Post. So einen wollte ich auch immer mal machen, aber du hast das meiste eigentlich schon gesagt 🙂 Skyrim (zocke ich aktuell) und Firewatch finde ich auch richtig klasse, super tolles Feeling! Und Bioshock ebenfalls!

    Was eventuell auch etwas für Vielleser sein könnte, sind Games wie Life is Strange, The Walking Dead, Black Mirror, Heavy Rain und mir würden noch einige mehr einfallen 🙂

    Ich finde es gibt eindeutig Berührungspunkte zwischen dem Lesen und dem Zocken – wenn alles stimmt, kann man sich bei beiden Dingen fallen lassen und süchtig werden!

    Viele liebe Grüße,
    Marie

    • Tobi 19. Dezember 2016 at 15:45 Antworten

      Liebe Marie,

      Life is Strange ist bisher an mir vorbei gezogen. Das sieht ja echt interessant aus. The Walking Dead geht sicher auch in die Richtung. Aber irgendwie konnte mich das dann doch irgendwie nicht begeistern.

      Sehr schön zu sehen, dass auch andere Vielleser Games lieben und schätzen und auch Parallelen wahrnehmen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Kathrin 18. Dezember 2016 at 22:02 Antworten

    Toller Beitrag! Als Medienpädagogin musste ich in den vergangenen Jahren (auch dank Spitzer) immer wieder gegen Vorurteile gegenüber Games/Gamern ankämpfen und aufklären. Inzwischen hat sich die Sicht auf Spiele glücklicherweise geändert.

    Mein Freund würde deinen Beitrag garantiert um „Final Fantasy“ ergänzen, nicht zuletzt wegen der/den Stories und der Musik, aber auch wegen der Optik.

    Ich selbst finde „Limbo“ ganz großartig, weil es in seiner Schlichtheit wirklich genial ist und – wie Stephen Kings Romane – mit den menschlichen Urängsten (und Phobien) spielt.

    Erwähnenswert ist sicherlich auch „This War of Mine“, das den klassischen Kriegsspielen einen ganz neuen Dreh verpasst hat, indem es die Empathie des Spielers stark fordert und statt der üblichen strategischen Aspekte einen Fokus auf das Zwischenmenschliche und das Psychische sowie Moralische legt.

    • Tobi 19. Dezember 2016 at 15:52 Antworten

      Liebe Kathrin,

      das kann ich mir gut vorstellen, dass du in dem Umfeld mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hast. Das Problem ist halt, dass dann wieder irgendwelche Killerspieldebatten durch die News geistern und dann wird doch oft über einen Kamm geschert. Aber Spiele haben schon ihren festen Platz und wenn ich sehe, wie eindrucksvoll VR ist und wie aufwendig aktuelle Titel sind, dann wird das echt noch spannend, was da so kommt.

      „Final Fantasy“ konnte mich nie so richtig begeistern, was irgendwie an diese rundenbasierten, taktischen Kämpfen lag. Das muss man mögen. Aber bekannt und sehr beliebt ist die Reihe, das stimmt.

      „Limbo“ habe ich schon ein paar mal gesehen, aber auf mich hat das irgendwie den Eindruck eines Low-Budget-Casual-Spiel gemacht. Das ist wohl doch einen zweiten Blick wert.

      Das Kriegssetting fand ich schon immer echt übel und darauf hatte ich in Spielen nie Lust. „This War of Mine“ als Survival Game aus Sicht von Zivilisten hört sich ja mal nach etwas anderem an. Ich hatte mal ein Humble Bundle mit ein paar Kriegsspielen gekauft und das ist echt nichts für mich.

      As deinem Kommentar würde ich nun aber herauslesen, dass du eher die berufliche Brille auf hast und selbst weniger zockst?

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Simon Segur 19. Dezember 2016 at 15:48 Antworten

    Schöne Liste, schöner Text. Prinzipiell finde auch ich, dass Games mittlerweile gut mithalten können. Für mich ist ein gutes Spiel eine Art Film zum Selberspielen, bei dem man Gameplay-Lücken mit der eigenen Fantasie (wie in einem Buch) füllt. Bei Deinem Beitragstitel hätte ich natürlich an ganz andere Spiele gedacht. Für „Vielleser“ ist für mich nach wie vor „Planescape: Torment“. Da musste man wirklich viel lesen 🙂 Und für Büchernarren interessant sind sicher Spiele wie „Dear Esther“, „The Novelist“ oder „Gone Home“. Vielleicht könnte man unterscheiden in: Storydriven Spiele (Bioshock), Spiele zum Lesen (Planescape), Spiele mit schwacher Story aber eigenzubefüllender Gedankenwel (Skyrim).
    Meine eigenen Gedanken zum Thema: https://einbuchwiekingsturm.wordpress.com/2016/08/17/schreiben-lernen-ueber-andere-medien-computerspiele/
    Liebe Grüße!

    • Tobi 19. Dezember 2016 at 16:03 Antworten

      Lieber Simon,

      das ist natürlich auch nochmal ein Weg zu kategorisieren. Spiele wie „Baldurs Gate“ oder „Planescape Torment“ mit viel Text sind natürlich auch nochmal was eigenes. Mir ging es aber um eine etwas andere Abstraktion. Was ich in Büchern suche, dass muss über ein anderes Medium, wie es Computergames sind, nicht auf identische Weise vermittelt werden. BioShock beispielsweise hat eine sehr dichte Atmosphäre und eine sehr verwickelte und umfassende Story und beides wird während des Spielens, während man durch diese Stadt gezogen wird, auf eine ganz eigene Art vermittelt. Ich denke da an die Szene wo der Songbird nach Elizabeth sucht und durch das Fenster schaut. Eine Szene aus der Egoperspektive aber gesteuert wie ein Film. Das was in so einem Moment in meiner Vorstellung passiert, das kommt den Bildern und Szenen die Bücher hervorrufen schon sehr nahe.

      Deine genannten Titel sagen mir nichts. Hm, dein Vorschlag der Kategorisierung und die genannten Spiele sind vielleicht eine Idee für einen Blogeintrag? Ich glaube der Zusammenhang zwischen Spiele und dem Lesen und Schreiben ist ziemlich interessant, nachdem sich alles irgendwie beeinflusst.

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Simon Segur 19. Dezember 2016 at 16:17 Antworten

        Ja, verstehe ich. Bei Bioshock und ähnlichen Spielen sind wir uns eh einig: Wenn die Story derart mitreißt, ist das hohe „erzählerische“ Kunst in einem anderen Medium. Skyrim hat dagegen, wie Du selbst schreibst, eine langweilige Story, dafür eine faszinierende Welt, die wir beim Zocken mit eigenem Kopfkino füllen können. „Dear Esther“ war einer der ersten Walking-Simulatoren, „Gone Home“ ist eine Art Detektivstory im Firstperson-Modus. Gefiel mir beides sehr gut, weil eben Atmosphäre und Story im Vordergrund stehen und sehr viel eigene Phantasie gefragt ist. „The Novelist“ mochte ich vor allem, weil der Protagonist eben ein Autor ist 🙂

  4. Yvonnes Lesewelt 19. Dezember 2016 at 19:38 Antworten

    Hey!
    Ich habe damals Baldurs Gate gespielt und es sehr geliebt. Daneben habe ich sehr gerne „Die Siedler“ gespielt. Ich glaube, dass wir da mehrere Versionen hatten. Außerdem Rollercoaster Tycoon. Da musste man, wenn ich mich richtig erinnere, einen Freizeitpark aufbauen. Ist aber alles schon so viele Jahre her, dass ich das alles nicht mehr so ganz in Erinnerung habe.
    LG
    Yvonne

  5. Jascha 20. Dezember 2016 at 13:01 Antworten

    Welches Spiel mich total fasziniert hat war The Stanley Parable. Die Art wie dabei Erzählt wird und wie der Erzähler mit dem Spieler interagiert ist einfach fantastisch. Kann ich eigentlich jedem empfehlen, der sich ein wenig für Spiele und alternative Erzählungen interessiert.
    An Bioshock Infinit hab ich mich jetzt auch mal wieder dran gesetzt. Ist nach wie vor einer meiner Lieblingsspiele und kann man immer mal wieder durch spielen. Gibt mittlerweile auch die Vorgeschichte zu den ersten beiden Teilen, also wie Rapture entstanden ist und wie es zu dem wurde, was der Spieler letzt endlich vor findet. Ist ganz nett zu lesen, man sollte jetzt aber nicht allzu viel literarische Finesse erwarten.

  6. Lars 23. Dezember 2016 at 17:19 Antworten

    Sicherlich ist die Betrachtung deines Beitrages etwas schwieriger, aber dennoch versuche ich ein wenig über die Thematik „Games für Vielleser“ zu philosophieren. Dabei möchte ich gar nicht so viel auf die Wahl deiner Spiele, die immer gebunden an Interessen und Vorlieben ist, eingehen, sondern allgemeiner würde ich persönlich eher eine Kategorisierung angelehnt an Genre vornehmen. Die Welt der Games ist bekanntlich ebenso vielfältig wie die unserer gedruckten Wegbegleiter.
    Kategorien sollen hierbei nicht in Bezug zu „Action“, „Rollenspiel“ oder „Sport“ stehen, sondern das Schlüsselmerkmal im Erleben eines Games darstellen. Wobei man festhalten muss, dass eine vollständige Abgrenzung nicht möglich ist, sondern Übergänge und Überlagerungen die Regel sind. Aktuell nehmen vor allem Book-A-Like Umsetzungen (Die Zwerge, The Walking Dead) einen besonderen Stellenwert ein, da Geschichten und deren Art zur Umsetzung (Hörbuch mit eigener Geschichtenvorantreibung) endlich wieder in den Vordergrund rücken. In eben diesem Zusammenhang befinden sich auch die Storytelling Games (Bioshock Infinite, Assasin’s Creed, Skyrim, Final Fantasy), wobei die Titel unterschiedliche Methoden einbringen, um einem die Welt näher zu bringen. Cinematic (Heavy Rain, Life is Strange, Beyond Two Souls) verkörpert für mich die Zusammenfassung aller interaktiven Spiele, die mit den Emotionen des Spielers jonglieren und wobei Entscheidungen auch sichtliche Auswirkungen auf den Verlauf haben. Als abschließende und zugleich vielseitigste Gruppierung kann der Bereich aller Indie-Spiele (Limbo, This War of Mine, Yarny, The Stanley Parable) gesehen werden. Vor allem die Konzentration auf bestimmte Darstellungsmerkmale der aufgezeigten Probleme (Schwarzweiße Welt in This War of Mine) fokussiert den Spieler weitaus stärker sich auch mit der Thematik auseinander zu setzen. (Keine Gewähr auf Vollständigkeit der Kategorien)
    Abschließend kann ich dir nur zustimmen, dass eine Auseinandersetzung zur „Findung“ äquivalenter Genre ein sehr interessanter Ansatz sein könnte.
    P.S. Final Fantasy hat sicherlich seine Grundzüge und Wurzeln in dem klassischen rundenbasierten Konzept, aber seit 2006 ist dieses bereits nicht mehr vorhanden. Aber das Storytelling, die Charaktere und vor allem die durchkomponierte Musik binden den Spieler emotional an die liebgewonnenen Figuren, die nicht selten unverhofft von einem gerissen werden. (Hinweis: In dieser Bewertung ist der aktuelle Titel FF XV nicht mit enthalten)

    • Tobi 2. Januar 2017 at 6:54 Antworten

      Lieber Lars,

      die Kategorisierung ist ganz gut durchdacht und hört sich ein bisschen nach einer wissenschaftliche Einordnung an. Die Art des Erlebens als Unterscheidungsmerkmal ist auf jeden Fall sehr interessant. Ein Gamer würde sich da wahrscheinlich nur am Kopf kratzen 😉 Interessant finde ich die Frage nach den Emotionen die in unterschiedlicher Weise beim Spieler geweckt werden und einen wichtigen Teil des Spielerlebnisses ausmachen. Wenn ich an „The Walking Dead“ denke, das ist schon sehr stark darauf ausgelegt und ein zentrales Erlebnis dieses Spiels.

      Die Frage ist, wo gehören Survival Games hin? Auf der einen Seite kommen sie oft komplett ohne Story aus (z.B. The long dark), haben aber eine ganz starke emotionale Wirkung. Wenn ich an diese einsame Wildnis in Kanada denke, in der man bei dem oben genannten Spiel landet, die Einsamkeit, das Pfeifen des Windes, das saugt einen schon in das Spiel, auch wenn es grafisch nun kein AAA Spiel ist. Sicher ist die Kategorie Indie-Spiele was, aber wahrscheinlich könnte man noch irgendwie weiter unterteilen.

      Bei Kategorien muss ich immer an das Buch Analogien von Douglas Hofstadter denken. Irgendwie hat man einen Hang dazu welche zu bilden, aber irgendwie fühlt es sich auch immer falsch an.

      Ich danke dir auf jeden Fall für den interessanten Beitrag!

      Herzliche Grüße
      Tobi

  7. Jacquy 1. Januar 2017 at 13:52 Antworten

    Du hast Recht, beim Lesen und spielen gibt es einige Berührungspunkte. Gerade wenn man auf die Story eingeht ist ein gut gemachtes Spiel gar nicht so anders als ein Buch.
    Bei Baldur’s Gate kann ich mich nur anschließen. Wirkt zwar (gerade aus heutiger Sicht) ziemlich simpel, aber ich finde es ist ein super gutes Spiel und das erinnert mich daran, dass ich den zweiten Teil angefangen, aber noch nicht zu Ende gespielt habe. Skyrim habe ich auch mal kurz angespielt und mochte es, aber irgendwas anderes ist mir dazwischen gekommen. Bei beiden wird es definitiv Zeit, dass ich sie mal weiterspiele 🙂
    Assassin’s Creed IV und Bioshock möchte ich definitiv auch noch spielen.

    Liebe Grüße!

    • Tobi 2. Januar 2017 at 6:58 Antworten

      Liebe Jacqueline,

      man merkt immer ganz schnell, ob jemand schon ein paar Spiele gezockt hat oder nicht. Das ändert die Einstellung zu Games schon grundlegend. Auch das ist wie bei einem Buch: Man muss eben erst auf die richtigen Spiele kommen, so dass die eigenen Begeisterung und das eigene Verständnis dafür geweckt wird. Spielen und Geschichten erleben ist sich ja auch sehr ähnlich.

      Ich hoffe ich konnte dich ein bisschen motivieren. Gerade BioShock Infinite ist einfach ein klasse Spiel, das in einem überschaubaren Zeitaufwand durchgespielt werden kann. Das ist das Erlebnis schon wert.

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Jacquy 6. Januar 2017 at 13:21 Antworten

        Das stimmt, oft gibt es ja doch die Einstellung, dass Spiele kindisch und simpel sind, aber dann kennt man die guten eben einfach nicht. Genau wie die „Lesen ist langweilig“-Fraktion, die einfach noch kein gutes Buch gelesen hat 🙂
        Ja, auf jeden Fall. Da werde ich mich bald bestimmt mal ranwagen!

  8. Stefan 18. Januar 2017 at 19:37 Antworten

    Lieber Tobi,

    ich brauche nur „Monkey Island“ zu lesen und schon habe ich wieder die Musik aus der Spelunke auf Melee Island im Ohr 😉 Ein ganz großes Spiel, das integraler Bestandteil meiner Kindheit ist und vor allem durch eines besticht – eine gute und unterhaltsame Story! Ich könnte Deine Liste um eine ganze Reihe von LucasArts-Spielen ergänzen aber Du hast da einen guten Querschnitt angelegt.

    Vielleicht verkläre ich vieles nostalgisch, aber bei so manchen „modernen“ Spielen fehlt mir einfach das Herzblut. Die Games-Welt ist im wahrsten Sinne des Wortes zur Industrie geworden. Gut auf der einen Seite, schade auf manch anderen. Dennoch – und das verleidet mir das Spielen bis heute nicht – gibt es die großen Ausnahmen! Ausnahmen, die eine Geschichte erzählen, der man die Liebe zum Detail anmerkt und die trotz aller Realität eines nicht vernachlässigen – die Phantasie des Spielers!

    LG
    Stefan

    • Tobi 19. Januar 2017 at 16:12 Antworten

      Lieber Stefan,

      Monkey Island ist echt vielen bekannt, was mich immer wieder überrascht. Die Musik hat da sicher ihren Teil dazu beigetragen, die finde ich auch sehr gelungen. Eigentlich vom Klang echt billig, aber so kennzeichnend und passend für das Game, dass mir die Titelmelodie wie bei dir sofort in Erinnerung ist.

      Zu Monkey Islands Zeiten waren Spiele ja noch richtig was für die Nische. Nun ist es ein Massenmarkt und da ist auch echt viel Trash dabei, da gebe ich dir absolut recht. Es gibt schon echt schöne Spiele, aber man muss da echt suchen und schauen. Wenn ich an die 1000 Free2Play Titel denke, dann ist das echt verrückt, dass die ganzen Spiele auch gezockt werden. Aber jedem das Seine 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

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