Eigentlich bunker ich so ziemlich alle Bücher, die ich so lese auch in meinem Bücherschrank. Das liegt primär daran, dass ich zumeist doch ein ziemlich gutes Händchen für Bücher habe. Und auch daran, dass ich aktuell nicht so sehr auf neuen Pfaden wandle, sondern meine bekannten Autoren und Genres plündere. Trotzdem sortier ich immer wieder aus und finde dann doch alte Bücher, bei denen klar ist, dass ich sie nicht mehr lesen werde. Recht schnell hatte ich also einen ganz passablen Stapel Bücher im Keller stehen und mich gefragt wohin. Nachdem ich Büchertauschschränke liebe, wenn auch selten aus einem etwas heraus ziehe, haben wir uns dann entschlossen einen solchen vor unserem Haus aufzustellen. Ziemlich optimal, denn an dem Schrank komm ich jeden Tag vorbei und sitze sozusagen direkt an der Quelle.

Direkt am Gartentor haben wir einen ziemlich guten Platz um ein Schränkchen abzustellen. Direkt an der Straße und gut sichtbar. Wir wohnen zwar in einem Wohngebiet und nicht fett in der Großstadt, aber es gehen doch immer recht viele Leute durch unsere Straße und so war unsere Hoffnung, dass das Schränkchen auch angenommen wird durchaus berechtigt. Und tatsächlich, schon nach wenigen Stunden waren schon einige Passanten am Schränkchen zu sehen. Und auch die Tage danach und jemand hat sogar schon Bücher hinein gestellt. Es sieht also gut aus und ich hoffe, dass sich das Schränkchen herum spricht und rege genutzt wird.

Gebaut hat das Schränkchen meine bessere Hälfte. Tja, ich habe leider zwei linke Hände und hätte mich bei dem Bau nur selbst verletzt. Aus einem alten Küchenhängeschrank und einigen Zutaten vom Baumarkt hat meine Liebste hier wirklich ein richtig schönes und gelungenes Häuschen zusammen gezimmert. Ich liebe diese schöne helle Farbe, das Blau und die schöne Schrift. Perfekt bis ins Detail und auch schön auffällig.

Ein kleines Schild weißt nochmal darauf hin, dass hier jeder Bücher nehmen oder hineinstellen darf, so dass gleich allen klar ist, dass dieses Schränkchen für alle da ist. Und vorgefüllt wurde das Schränkchen mit meinen aussortierten Büchern.

Eine Bauanleitung kann ich euch nicht geben, denn die gibt es nicht. Da ist alles Freestyle gemacht. Und teuer ist der Schrank auch nicht gewesen, wobei beim Shoppen im Baumarkt dann doch ganz schön was zusammen kommt. Zuerst wollten wir ein Scharnier, um die Klappe nach oben hin zu öffnen, aber die sind so richtig teuer. Die kleinen Scharnier-Streifen sind auch sehr passabel und low budget und die zwei Türen sind praktischer und hübscher. Für die Plexiglasscheiben haben wir zwei Bilderrahmen bei Ikea gekauft. Die sind deutlich günstiger als Plexiglas aus dem Baumarkt und hatten schon eine sehr gute Größe. Wenn man also ein wenig sucht, findet man sehr günstige Komponenten, die dann doch hervorragend aussehen.

Ich glaube hier für den Schrank zu werben macht nicht so viel Sinn, denn ein Bücherschrank muss ja in der Nähe sein (eine Liste an öffentlichen Bücherschränken findet ihr auf Wikipedia). Aber vielleicht inspiriert mein Beitrag ja den ein oder anderen auch dazu einen schönen Büchertauschschrank zu bauen. Ich finde die Idee klasse und nachdem sich nur die wenigsten Bücher wieder gut verkaufen lassen, ist das ein hervorragender Weg, um aussortierte Bücher los zu werden und gleichzeitig neue Bücher zu entdecken. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie gut sich das Schränkchen etablieren wird.

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr auch Büchertauschschränke? Habt ihr einen in eurer Nähe oder gar selbst einen gebaut?

verfasst von Tobi

    14 Kommentare

  1. Hund im Buch - Anja Beisiegel 21. April 2017 at 18:55 Antworten

    Das ist eine sehr schöne Idee. Ich drücke die Daumen, dass sich ein reger Tauschhandel entwickelt. Hoffentlich bekommt Ihr nicht zu viele Readers Digest Auswahlbücher abgestellt. Die gibt es in so unglaublichen Massen, dass damit leider viele Buchtauschstationen überflutet werden.

  2. Petra Gust-Kazakos 21. April 2017 at 19:13 Antworten

    Der ist ja klasse geworden, lieber Tobi! Was für eine tolle Idee, einen eigenen Bücherschrank öffentlich aufzustellen – und dann noch so einen schönen : )
    Liebe Grüße, auch an die Erbauerin,
    Petra

  3. Kathrin 21. April 2017 at 19:29 Antworten

    Ach, ist das hübsch geworden! Ein großes Kompliment an deine talentierte Freundin/ Frau! Das Häuschen sieht sehr freundlich und einladend aus und ich bin ein wenig neidisch auf eure Nachbarn. 😉

    Hannah von Anima Libri hatte vor ein paar Jahren auch mal eins aufgebaut. Ich selbst würde später auch gerne so einen kleinen Bücherschrank anbieten wollen (sofern wir jemals in einem eigenen Haus wohnen sollten). Allerdings würde unser Exemplar vermutlich schlichter ausfallen, da zumindest ich fürs Handwerk nicht zu gebrauchen bin (ich kann nicht mal vernünftig basteln – an mir landet immer mehr Kleber als da, wo er landen soll).

    Ich wünsche euch eifrige Besucher und Tauschpartner/-bücher. Hoffentlich ist hin und wieder auch das ein oder andere Schätzchen für euch dabei. 🙂

  4. Tinka 21. April 2017 at 19:30 Antworten

    Huhu,

    der ist echt sehr schön geworden! Kompliment an die Bauleiterin 🙂 Hoffe dein Post motiviert mehr Leute dazu einen eigenen zu Bauen!

    LG Tinka

  5. Claudia 21. April 2017 at 19:42 Antworten

    Ich möchte mich den begeisterten Kommentaren anschließen: Der Bücherschrank ist richtig schön geworden! Hoffentlich machen viele Eurer Nachbarn beim Tauschen mit.
    Viele Grüße, Claudia

  6. Huebi 21. April 2017 at 20:18 Antworten

    Moin,

    bei mir ist das recht einfach: Aus Platzgründen bin ich auf eBooks umgestiegen. Und habe vom Rest vielleicht 15% behalten. Beim letzten Umzug habe ich noch versucht, Bücher über Ebay loszuwerden. Das hat aber wegen einiger Ewigundimmer-Meckerer keinen Spass gemacht. Dann bin ich Tauschticket.de. Da haben aber die Leute gegen die Regel angefangen, Bücher zu reservieren und nur an bestimmte Leute zu verschicken. Weder hab ich da was gefunden noch bin ich nennenswert Bücher losgeworden.
    Dann habe ich die Bücher in einen Schrabk gegeben. Der ist grün, aus Metall und steht am Wertstoffhof. Ja, richtig vermutet. ich habe sie ins Altpapier gegeben. Alles was auf den Stapel „ganz nett, aber sicherlich nicht nochmal“ gelandet ist, wurde entsorgt. Im Prinzip habe ich noch immer uu viele Bücher, weshalb einige im Keller ihr Dasein fristen müssen, was ihnen sicherlich nicht gut tut.
    Seitdem ich aber Bücher auf dem Tablet lese hat sich die Stuation entspannt. Und ehrlich gesagt: So mal eben „Das Lied von Eis und Feuer“ von Martin mal so eben komplett in den Urlaub mitzunehmen hat was. Auch die Handhabung eines Wälzers von Tad Williams hat einfach Vorteile. 🙂

    Paoierbücher sind bei mir daher bur als wirkliche Topbücher zufinden. Der letzte Zuwachs war hier eine alte deutsche Übersetzung vom Herr der Ringe, nei eingebunden in Leder von Anna Kabs (annabuchwunder.de). Der Platz ist nunmal rar und da ist nur für besondere Bücher noch Platz.

    //Huebi

  7. Silvia 21. April 2017 at 21:05 Antworten

    Hallo Tobi,
    dieser Schank ist wunderschön geworden. Ein Lob an die Erbauerin!
    So etwas selbt zu installieren ist eine großartige Idee, ich habe aber im Moment leider keine Idee, wie ich es hier realisieren könnte.
    Doch da werde ich mal drüber nachdenken.
    Schöne Idee, tolle Ausführung und eine großartige Inspiration!
    Grüße
    Silvia

  8. Nina (Eichhörnchenverlag) 21. April 2017 at 23:48 Antworten

    Wie schön! Da bekommt man direkt Lust auf einen Streifzug in die eigene Werkstatt…

  9. Harald 22. April 2017 at 6:50 Antworten

    Cool .. da würde ich gerne mal stöbern. Deine bessere Hälfte hat’s aber auch voll drauf — sehr schönes Schrankerl, das ist ja fast zu schade um es draussen der Witterung auszusetzen … 😉

  10. Yvonne 22. April 2017 at 10:13 Antworten

    Ich mag Bücherschränke. Bei uns im Ort gibt es einen, der einer Glasvitrine gleicht und in einigen Nachbarorten wurden die alten gelben Telefonzellen dazu umfunktioniert. Von Zeit zu Zeit gebe ich immer mal wieder Bücher hinein und ganz selten nehme ich auch mal eines für mich mit nach Hause. Aber so toll wie dieser Bücherschrank ist keiner davon – der lässt mein Herz gleich höher schlagen <3

  11. Terence Horn 24. April 2017 at 10:09 Antworten

    Der sieht ja toll aus. Bei uns in Stuttgart Ost haben sie den Bucherschrank leider wieder abgebaut, da als Müllabladestelle missbraucht wurde.

    Viel Spaß damit!

  12. Heike 24. April 2017 at 10:33 Antworten

    Bei uns in Köln-Sülz gibt es ein Bücher-Tauschregal. Es steht in einer kleinen überdachten Einkaufspassage und wird zum Glück hin und wieder von den angrenzenden Geschäftsleuten und von netten Ehrenamtlichen aufgeräumt. Es gab auch schon Zettel daran, man möge doch bitte bitte keine Konsalik-Bücher reinstellen….. Und manchmal stehen viele Kartons mit diesen Uralt-Büchern davor – so aus Haushaltsauflösungen. Diese Bücher gehörten zum Teil wirklich ins Altpapier, so vergilbt.

    Trotzdem ist die Idee an sich sehr gut, ich gehe oft dort vorbei, schaue mal rein, stelle Bücher rein (Krimis entsorge ich oft recht schnell, wenn es nicht gerade meine Lieblings-Serien sind) und ich kann selten widerstehen und nehme deshalb auch oft etwas mit.

    So ein Bücherschrank braucht schon Pflege. Und deshalb ein Lob an alle, die so etwas auf die Beine stellen.
    Bücherschränke mit Kinderbüchern fände ich übrigens auch sehr schön, bei uns im Viertel gehen diese Bücher sofort weg, sobald sie in den Schrank gestellt werden.

  13. […] wir unseren Büchertauschschrank aufgestellt haben, da habe ich natürlich gleich im Netz nach Seiten gefahndet, auf der ich unseren […]

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