Den Bilderbuchmarkt habe ich mittlerweile ziemlich gut abgegrast und ähnlich wie bei Bücher, die ich für mich selbst auswähle, habe ich auch für Kinderbücher schon Verlage und Autoren, die ich bevorzuge und immer im Auge behalte. Ein solcher Verlag ist der Arena Verlag, der mir schon öfters sehr positiv aufgefallen ist und schon ganz gut in unserem Regal vertreten ist. Von der Illustratorin Stefanie Dahle ist dort eine Menge zu finden und das aktuellste Buch von ihr möchte ich euch nun vorstellen. Für mich gehören ihre Bilderbücher definitiv zu meinen Favoriten.

Es gibt ja Bilderbücher, da dreht man echt durch, wenn man sie vorlesen muss. Gerade bei der Bücherei haben die Kleinen ziemlich freie Hand und da wandern dann Bücher in den Beutel, da liegt das Lesevergnügen definitiv nicht auf meiner Seite. Nachdem ich aber durchaus etwas für schöne Illustrationen und Zeichnungen übrig habe, gibt es auch Bücher, die sehr schön anzusehen sind und bei denen das Vorlesen sehr viel Spaß macht. Die Bücher über die kleine Elbenprinzessing Lilia, aber auch die Hexe Frida oder Ahoi, Käpten Milla oder Erdbeerinchen Erdbeerfee welche von Stefanie Dahle gezeichnet wurden, sind mit ihren liebevollen Illustrationen, aber auch durch das stimmungsvolle Setting sehr gelungen.

Stefanie Dahle, 1981 in Schwerin geboren, lebt in der Lüneburger Heide und hat in Hamburg Illustration studiert. Seit 2006 ist sie als freischaffende Illustratorin für den Arena Verlag tätig und wenn man sich so ansieht, welche Bücher sie schon illustriert bzw. verfasst hat, dann ist die Liste mittlerweile ziemlich lange. Auf ihrer Webseite kann man sich ganz gut einen ersten Überblick verschaffen.

Über Lilia, die kleine Elbenprinzessin gibt es drei Bücher und ein LeseBilderbuch. Leider werden in der Reihe nicht so oft neue Bücher veröffentlicht, aber ich glaube es ist auch echt aufwendig so ein ganzes Buch zu illustrieren. Was mich angeht, könnten wesentlich öfters solche Bücher erscheinen, denn man liest sie in Summe schon echt oft vor. In extremen Phasen auch in der Endlosloop. Wenn dann ein besonders schöner und dazu noch neuer Titel auf dem Stapel der Bilderbücher landet, dann bin ich da immer ziemlich froh.

Die Geschichten sind immer ganz nett und haben einen überschaubaren aber schön runden Plot. Ganz typisch für Kinderbücher, aber auch nicht überzogen oder abgedreht. Manchmal greife ich auch echt daneben und ich hatte auch schon mehr als nur ein abgebrochenes Buch. Das passiert einem bei Dahle sicher nicht, da weiß man, dass einen eine liebevolle Geschichte erwartet. Auch die Länge finde ich genau richtig. Zu kurz sollten sie nicht sein, denn das Buch soll ja schon ein bisschen beschäftigen und auch etwas erzählen. Zu lange ist aber auch nicht gut, wobei das natürlich stark vom Alter abhängt. Grundsätzlich habe ich immer die gesamte Palette im Angebot. Für kurze Lesesessions am Abend, wenn der Tag ziemlich anstrengend war, bis hin zum längeren Mehrteiler für verregnete Nachmittage.

Bei Lilia, die kleine Elbenprinzessin. Die geheimnisvolle Zauberkugel ist plötzlich Lilias kleiner Waldnuffel Trotti verschwunden. Lilia ist eine kleine Elbenprinzessin, genau in dem Elfensetting das man erwarten würde. Natürlich alles ein wenig übertrieben und so zeigen die Abbildungen immer sehr romantische und gemütliche Locations. Der schwimmende Schwan, der schicke Elfenpalast und ähnliche Elemente erfüllen natürlich alle Klischees. Das erinnert dann auch mal stark an das Herr der Ringe Bruchtal und für die Reise wird dann auch mal das Lembas Brot eingepackt. Auch die Aragorn und Arwen Brücke darf nicht fehlen. Etwas, das mir immer ganz gut gefällt, denn alles ist damit sehr stimmig. Und es ist schonmal ein guter Einstieg, damit ich bald Herr der Ringe vorlesen kann.

Die Aufmachung der Bücher gefällt mir sehr gut. Es gibt immer glitzernde Elemente, die auf das Front-Cover oder in die Abbildungen eingearbeitet sind. Die Illustrationen haben schöne Rahmen, verschmelzen mit dem weißen Hintergrund, oder erscheinen auf dem Weiß, so dass der Platz auf eine angenehme Weise genutzt wird. Auch das Vorsatzpapier enthält schon eine schöne große Zeichnung und zumeist unterscheiden sich diese zwischen dem Vorsatz und Nachsatz, was ich als Detail durchaus zu schätzen weiß, denn es zeigt eine gewisse Hingabe bei der Gestaltung.

Die Abbildungen nehmen meist die gesamte Seite ein, der Textanteil ist also ganz typisch für Bilderbücher. Was für eine Maltechnik Dahle nutzt lässt sich schwer sagen. Aquarell möglicherweise, aber wirklich gut kenn ich mich mit Malerei nicht aus. Ich mag auf jeden Fall den manchmal skizzenhaft anmutenden Charakter sehr gerne. Gerade wenn man sich die Details genauer ansieht, kommt Dahles Stil sehr schön zur Wirkung.

Fazit: Die Bilderbücher von Stefanie Dahle sind definitiv eine Empfehlung. Die liebevollen Zeichnungen, die unterhaltsamen und runden Geschichten unterhalten die Kleinen ziemlich gut und machen die Abenteuer von Lilia, Frieda oder Erdbeerinchen Erdbeerfee zu einer immer gern vorgelesenen Lektüre. Aber auch mir als Vorleser gefallen die schönen Abbildungen der gemütlichen und atmosphärisch dichten Orte sehr gut. Ohne übertrieben abstrakt oder künstlerisch zu sein, bekommt man hier eine solide Geschichte, die ohne übertriebenen Pathos auskommt und gerade deshalb sehr erfrischend ist. Lilia, die kleine Elbenprinzessin. Die geheimnisvolle Zauberkugel ist hier von der Umsetzung, Qualität und Stil ebenso gelungen, wie Dahles Bücher über die Hexe Frida, Käpten Milla oder Erdbeerinchen Erdbeerfee.

Wertung in Sternen

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Über das Buch

Titel: Lilia, die kleine Elbenprinzessin. Die geheimnisvolle Zauberkugel
Autor: Stefanie Dahle
Verlag: Arena Verlag
Illustration: Stefanie Dahle
Erschienen: 6. Juni 2017
Seiten: 32 Seiten

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verfasst von Tobi

    4 Kommentare

  1. Simone 13. September 2017 at 9:17 Antworten

    Hallo, ganz herzlichen Dank für die schöne Besprechung und den vielversprechenden Tipp. Stefanie Dahle kannte ich noch gar nicht, aber da gibt es wohl etwas nachzuholen.
    Viele Grüße,
    Simone von europaerlesen

  2. Buchstabenträumerin 13. September 2017 at 20:28 Antworten

    Hey Tobi,
    nachdem du mich auf Twitter schon auf dieses Kinderbuch neugierig gemacht hast, bin ich jetzt ziemlich überzeugt, dass ich es für meine Tochter haben muss 🙂 Die Bilder sehen wunderschön aus! Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen – es wird Zeit, das nachzuholen.
    Liebe Grüße,
    Anna

  3. Leselaunen 16. September 2017 at 15:45 Antworten

    Ui, über diese Rezension habe ich mich, nicht zuletzt wegen meines Berufes, sehr gefreut. Ich kenne von der Autorin auch noch nichts, finde die Illustrationen auch wunderschön.

    Neri, Leselaunen

  4. Petra Gust-Kazakos 26. September 2017 at 18:59 Antworten

    Die Zeichnungen sehen wirklich schon bei deinen vorgestellten Beispielen bezaubernd aus *-*
    Liebe Grüße
    Petra

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