Von Paulo Coelho habe ich bereits Der Alchimist gelesen und fand das Buch ganz unterhaltsam und auch sehr märchenhaft. Um so gespannter war ich auf eine Geschichte von ihm, die im Hier und Jetzt spielt. Protagonistin ist die 31 jährige Linda, die in Genf lebt, gut betucht ist, glücklich verheiratet ist, einen guten Job als Journalistin hat und bei der eigentlich alles im grünen Bereich ist. Trotzdem ist sie unzufrieden und depressiv. Wieso wird erst gegen Ende des Buches klar. So lange widerspricht sie sich laufend, ist sich ihrem Glück sehr bewusst, aber trotzdem sucht sie nach irgendetwas. Was, das weiß niemand, nicht mal Coelho selbst, denn der Geschichte fehlt es an jeglicher Struktur und an einem nennenswerten Inhalt. Untreue ist ein Buch bei dem ich mich immer wieder gefragt habe, wieso es geschrieben wurde.

Es werden verschiedene Szenen beschrieben, in der Linda versucht ihre „Probleme“ in den Griff zu bekommen. Das ist natürlich schwer, denn es gibt keine. Eine Midlife-Crisis, eine Sinnkrise, die Suche nach Religion, die Suche nach dem Sinn des Lebens, die Sehnsucht nach beruflichen Erfolg, der Wunsch nach der wahren Liebe, einem Selbstfindungstrip, chemische Probleme im Gehirn oder einer Depression, alles das schließt der Autor für seine Heldin selbst aus und führt Argumente an, wieso genau diese Dinge nicht auf sie zutreffen. Als Leser fragt man sich also, was man hier überhaupt liest. Etwas später kommt dann doch raus, dass Linda sich in ihrem „goldenen Käfig“ einfach langweilt und gern sexuell mal ordentlich auf die Pauke hauen will. Coelho bezeichnet das dann als Leidenschaft.

Die Darstellung von Linda ist dabei sehr klischeehaft. Sie wird als der Musterprototyp einer Frau und Mutter, nach den Statuten der westlichen Kapitalgesellschaft portraitiert und wirkt dabei so unrealistisch wie aufgesetzt. Genauso klischeehaft wird Genf dargestellt, in der nur seelenlose Menschen ohne Sinn und Herz im Wohlstand dahin schwimmen, die alle im Grunde unzufrieden sind und natürlich dem stark theistisch geprägtem, sehr einfach geschnitzten und mit zahlreichen leeren Phrasen gefüllten Weltbild von Coelho folgen sollten. Dabei ergießt er sich in Ausführungen, die wie raffinierte Bonmots wirken sollen, aber nicht mehr als Stammtischweisheiten sind und das Niveau von seichten Phrasen haben. Man erkennt diese Stellen sehr leicht, denn er wechselt immer in das abstrahierende „wir“, das verallgemeinern soll und ähnlich dem „man“ von Politikern vorgaukeln soll, dass es hier um eine allgemeingültige Aussage von universellen Wert handelt. Diese kaum zu ertragenden Passagen habe ich dann irgendwann ab der hundertsten Seite nur noch sehr schnell überflogen. Folgendes Beispiel zeigt einen Auszug aus einer solchen Passage:

Wir wollen, dass unser Partner genau der Mensch bleibt, der mit uns vor dem Altar stand und mit dem wir die Ringe getauscht haben. Als könnten wir die Zeit anhalten. Doch das können wir nicht. Das sollten wir auch nicht wollen. (S. 310)

Ich kenne niemanden, bei dem diese Aussagen zutreffen, die Coelho den Menschen unterstellt, am wenigsten bei mir selbst. Der letzte Satz zeigt sehr schön die belehrende Art, die nur dann angemessen ist, wenn der Autor wirklich argumentiert, Hintergrund hat und dies vernünftig begründen kann. Davon ist hier aber weit und breit nichts zu finden. Diese Verallgemeinerung mit dem „wir“ sehe ich auch als sehr problematisch. Wer ist „wir“? Die Schweizer, weil er aus der Perspektive von Linda spricht? Frauen, weil Linda eine Frau ist? Alle Menschen? Ist es also eine anerkannte Tatsache, dass alle Menschen wollen, dass sich ihre Partner nicht verändern? Eine gewagte Behauptung.

Dieses Buch ist auch eine Bankrotterklärung and jegliche narrative Form. Coelho lässt seine Protagonistin etwas machen, und dann folgen seitenlange Erläuterungen und Interpretationen ihrer Gedanken, voll gepumpt mit seinen christlich geprägten, pseudointellektuellen Erklärungen. Was  mich hier ärgert ist die Tatsache, dass Coelho hier versucht intelligent zu wirken, sich hier in ganz intellektuellen Gewand zu präsentieren, sich die Freiheit herausnimmt den Leser laufend zu belehren und die Welt zu erklären und am Ende kommen Binsenweisheiten und völlig oberflächliche Standardsprüche aufs Tablet, bar jeder Grundlage, mit Google zusammenrecherchiert und lieblos an eine Geschichte rangeklatscht, die gar keine ist. Hier wird der Leser auf niedrigen Niveau mit falschen, banalen und wenig intelligenten Gedankengängen hingehalten, die sich jeder selbst noch nach zwei Maß Starkbier selbst zusammenreimen kann.

Die Dialoge sind oft ein Witz. Es spricht häufig jemand mit Linda und ihre Reaktionen und Antworten werden nur in einer Form indirekter Rede zusammengerafft. So verkommen Auseinandersetzungen, die das Potenzial hätten interessant zu werden, zu einseitigen Gefühlsbekundungen. Meistens ergießt sich dann so ein Dialog darin, dass Linda völlig verwirrt durch die Stadt irrt und Coelho mit seiner Lehrerstimme zum Leser spricht und ihm die Welt erklärt. So wie sie offensichtlich nur für ihn selbst ist, denn ich habe mich darin nicht im Ansatz wieder gefunden. Zahlreiche Stellen bestehen dann auch aus Interviews oder darin, dass jemand etwas erklärt. Das zeigt für mich, dass Der Alchimist ein Zufallstreffer war. Die Kunst eines Romancier ist es, seine Figuren so durch die Handlung zu führen, sie so die Dinge erleben zu lassen, dass sie sich auf eine abstrakte und emergente Art aus der Summe dieser einzelnen Szenen, Handlungen und Dialogen ergibt. Und nicht indem man sie, wie in einem Sachbuch vorbetet und beschreibt.

Die Figuren wirken künstlich, die Entscheidungen Lindas sind zwar stellenweise nachvollziehbar, aber sehr unrealistisch. Lindas Art zu handeln wirkt an vielen Stellen völlig unplausibel. Genauso ihr Mann, der so etwas wie ein vollständig anspruchsloser, Kinder versorgender, Geld ausspuckender Ehemannroboter ist. Was die Schweizer angeht, lässt Coelho kein gutes Haar an dieser Gesellschaft. Alle Schweizer scheinen ganz offensichtlich Kapitalistenzombies zu sein, die alle unglücklich sind, alle mit ihren dicken Bonzenautos herum fahren, zu völlig unfähigen Psychater gehen, die alle natürlich nur abzocken wollen. Ganz anders der Wunderheiler und Schamane, der ist der Beste, will aber dann lieber nichts mit dem Schweizer Karrierebitch Linda zutun haben. Ein verzehrteres, einseitigeres und undifferenzierteres Weltbild als Coelho kann man in einem Buch kaum präsentieren.

Fazit: Es gibt nur einen Grund, wieso ich das Buch fertiggelesen habe: Mein Zug hatte Verspätung und ist dann zudem noch ewig am Gleis gestanden. Nach dieser Lektüre würde ich konstatieren, dass Coelho der differenzierten und umfassenden Beleuchtung von Themen wie Untreue, Ehe, die Schweizer Gesellschaft oder das Gefühlsleben von Frauen nicht im Ansatz intellektuell gewachsen ist. Dieses von oberflächlichen und leeren Phrasen und sinnlosem Lamentieren gefüllte Buch, mit einer flachen Handlung, unplausiblen und unrealistischen Figuren und misslungenen Dialogen ist eine Bankrotterklärung an jede Form von Literatur. Ein Buch, von dem ich jedem nur abraten kann. Auf keinen Fall lesen.

Wertung in Sternen

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Über das Buch

Untreue von Paulo Coelho

Titel: Untreue
Autor: Paulo Coelho
Verlag: Diogenes
Erschienen: 24. September 2014
Seiten: 320 Seiten

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verfasst von Tobi

    27 Kommentare

  1. Anette 26. Juli 2015 at 12:00 Antworten

    Das bestätigt mir meine Vorurteile gegenüber Coelho 😉 Ich hab schon viel Negatives über seine Werke gehört. Vielleicht schaue ich mir „Der Alchimist“ mal an, wenn das eine Ausnahme ist.

    • Tobi 26. Juli 2015 at 15:27 Antworten

      Hallo Anette,

      mir war gar nicht so bewusst, das Coelho so eine große Popularität hat. Aus meiner Sicht völlig unberechtigt. Der Alchimist war ganz nett, darüber hinaus kann ich echt nur abraten. Da gibt es einfach zu viel gute Literatur, als dass du dich mit Coelho aufhalten solltest. Wie ich gesehen habe, wurde Untreue auch von zahlreichen anderen Lesern auf Lovelybooks abgewatscht.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Devona 26. Juli 2015 at 18:17 Antworten

    Danke für die -gut nachvollziehbare- Warnung. Überlege schon seit einer Weile, ob ich mal was von Coelho lesen soll, allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, daß Autoren, die recht oft in den Bestseller-Listen auftauchen, meistens nix für mich sind. Das Leben ist kurz, Bücher gibts viele, Coelho ist erstmal wieder nach hinten gewandert. Da vertraue ich durchaus anderen Rezensenten.

    • Tobi 27. Juli 2015 at 13:08 Antworten

      Liebe Devona,

      mir geht es da ähnlich wie dir: Bestsellerlisten sind für mich mittlerweile eher abschreckend. Mit Spiegel Bestseller habe ich auch primär schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn ich mir alleine die Klassiker ansehe, die ich noch lesen möchte, dann ist definitiv keine Zeit um die wertvolle Lesezeit mit Trashliteratur zu verschwenden.

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Marina 26. Juli 2015 at 19:23 Antworten

    Und Marina sprach:
    Du sollst die Finger von Coelho lassen, denn er schreibt nur esoterischen Feelgood-Mischmasch, den man auch sonst in jedem Geschenkbüchlein finden kann. Sogar mit schönen Fotos hinterlegt.

    Nee, Quatsch. 😉
    Ich hab bisher nur „11 Minuten“ von ihm gelesen und fand das (im Nachhinein) eher gar nicht gut. Manchmal überlege ich, ob ich „Veronika beschließt zu sterben“ lesen möchte, aber dann denk ich mir wieder, dass sich das wahrscheinlich nicht lohnt, weil ich auf spirituell-gefärbte Lektüre keine Lust habe. Gut also, dass du „Untreue“ gelesen hast, das bestätigt meine Abneigung, dann hör ich vielleicht auch damit auf, an weitere Bücher von Coelho zu denken 😉

    • Tobi 27. Juli 2015 at 13:12 Antworten

      Liebe Marina,

      da hast du definitiv recht. Spiritueller esoterischer Theisten-Bibel-Wachturm-Stoff ist auch nicht mein Fall. Wobei ich „Untreue“ ausgehend von der Beschreibung nicht als solches Buch erkannt hätte. Bei manchen Büchern ist es doch gut sich vorher besser zu informieren. Und gut, dass du aus meinen Fehler lernst und die Bücher von Coelho künftig links liegen lässt. So hat mein Leid doch noch einen Sinn 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Wortwichtel 26. Juli 2015 at 21:17 Antworten

    Es beruhigt mich, dass noch jemand meinen Eindruck teilt. Ich hatte mir das Buch damals auf Empfehlung meines Buchhändlers zugelegt und war etwas ungehalten, nachdem ich mich hindurchgequält hatte. Das war dann auch der Auslöser für mich, meinen Blog zu starten – ich dachte: Irgendwer muss die Menschen vor solchen Machwerken warnen 🙂

    • Tobi 27. Juli 2015 at 13:18 Antworten

      Liebe Helene,

      mich hat das auch beruhigt bei den Lovelybooks Bewertungen zu lesen, dass andere das Buch ähnlich aufgenommen haben wie ich. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Buchhändler, der dir das empfohlen hat es selbst nicht gelesen hat.

      Mir geht es ähnlich wie dir: Initial war meine Motivation den Blog zu starten auch von diesen extremen Büchern geprägt. Also der Tatsache, dass ich einfach meine Begeisterung oder auch meine Enttäuschung über besonders gute bzw. schlechte Bücher irgendwie teilen wollte und will.

      Liebe Grüße
      Tobi

  5. […] kritisiert auf lesestunden.de u.a. die klischeehafte Darstellung, den belehrenden Tonfall und die indirekten […]

  6. Nana 29. Juli 2015 at 11:06 Antworten

    Ach du Schreck! Ich habe bisher nichts von Coelho gelesen – er wurde aber von allen Seiten derart gelobhudelt, dass ich mir vorgenommen habe, „Untreue“ zu lesen. Ich bin richtig geschockt über so wenig Tiefgang und platte Phrasen (die ich partout nicht ausstehen kann) und bin gerade seeeehr froh, deine Rezension vor meinem vermeintlichen Fehlkauf gelesen zu haben.
    Schade. Schade. Schade. So kann man großartiges Potential gekonnt zunichte machen 🙁

    Ich hoffe, deine nächste Lektüre wird dir mehr Freude bereiten können! 🙂
    Liebe Grüße,
    Nana

    • Tobi 29. Juli 2015 at 15:53 Antworten

      Liebe Nana,

      von Coelhos Popularität habe ich vorher gar nicht so viel mitbekommen. Das merke ich nun an dem Feedback, denn scheinbar haben viele mit den Gedanken gespielt, sich sein neuestes Buch zu holen. Und ich merke auch, dass auch viele andere von diesem Buch enttäuscht waren.

      Ich hab in der Zwischenzeit schon wieder sehr gute Bücher gelesen. Und auch nochmal daneben gegriffen, also momentan ist meine Trefferrate nicht so gut. Aber das ist auch normal, wenn man doch einiges probiert und nicht immer in sicheren Gefilden bleibt 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  7. Friedelchen 29. Juli 2015 at 14:14 Antworten

    Puh, danke für die Warnung! Vom Thema Untreue halte ich generell nichts, aber ich dachte, Coelho würde wenigstens etwas aus dem Thema machen. Klingt aber ganz so, als sei das überhaupt nicht gelungen.

    • Tobi 29. Juli 2015 at 15:55 Antworten

      Liebe Friedelchen,

      klasse, wenn ich ein paar erfolgreich vorwarnen konnte. Das Thema aber zufriedenstellend zu beleuchten ist auch alles andere als eine leichte Aufgabe.

      Liebe Grüße
      Tobi

  8. Erina 30. Juli 2015 at 20:54 Antworten

    Vielen Dank für diese tolle Rezension! Ich habe das Buch selber nicht gelesen, da es sich aber um eine Rezension zu einem Buch von Coelho handelte, musste ich sie sofort lesen. Und ich bin überrascht, dass jemand so denkt wie ich, dass scheinbar mehrere (siehe Kommentare) so denken wie ich! Ich habe mich sehr amüsiert, hätte am liebsten meine Hand für ein „High Five“ gegen den Bildschirm gehalten. 😀
    Ich habe vor ca. 7 Jahren „Veronika beschließt zu sterben“ von Coelho gelesen, da war ich grünschnäblige 20, und empfand es ähnlich wie du „Untreue“ empfunden hast. Dieser ständige Mix aus Fingerzeig, Pseudo-Intellekt, Pseudo-Weisheit und verblendetem Gelaber ging mir furchtbar auf den Keks. Auch habe ich mich danach über seine anderen Romane informiert und festgestellt, dass fast durchgängig in seinen Werken ein solch lehrer- oder eher guruhafter Tenor herrschen soll.
    Viele junge Leute scheinen aber voll auf Coelho und sein schwülstiges Geschreibsel abzufahren und gar nicht zu merken, dass seine Botschaften a) realitätsfern, b) lehrerhaft-überheblich und c) einfach nur pseudo-philosophisch sind. Ich konnte den Hype um Coelho nicht nachvollziehen.
    An ein Buch von ihm werde ich mich noch heran trauen und zwar an eines, was vom Jakobsweg in Spanien handelt, aber auch nur deshalb, weil mich der Pilgerweg an sich interessiert. Ich bin gespannt, was Guru Coelho daraus gemacht hat, ob er nicht völlig mit ausrastet, auf schwülstiger Ebene, da es sich ja schon von vornherein um ein spirituelles Thema handelt. 😉

    LG
    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

    • Tobi 31. Juli 2015 at 10:08 Antworten

      Liebe Erina,

      die letzten Jahre habe ich viele Klassiker gelesen, die mit einem extrem vielschichtigen und realistischen Bild der menschlichen Seele daher kommen, die eingebettet in eine spannende und faszinierende Geschichte das Denken der Menschen, ausgehend von einem konkreten Fall, in generalisierter Form darstellen. Das ist eine riesige Leistung und zurecht gehören viele zur Weltliteratur und sind selbst 150 Jahre später noch unerreicht. Aber keiner dieser Autoren beansprucht in seinen Werken die absolute Wahrheit zu verbreiten und ist fern von dieser plumpen Überheblichkeit und Besserwisserei. Coelho ist hier das komplette Gegenteil dieser Weltliteratur, führt sich aber auf wie ein solcher und als Leser fühlt man sich da schon irgendwie veräppelt und der eigene Intellekt ist relativ schnell verärgert, wenn er mit so einem 0815-Bockmist belästigt wird. Bei jungen Leser zieht sowas vielleicht noch und in „Der Alchimist“, wo er verglichen mit seinen späteren Büchern noch gemäßigt auftritt, geht das vielleicht noch, aber bei jedem anderen muss bei so einem Geschreibsel der Hut hoch gehen.

      Ich bin echt froh, dass es nicht nur mir so geht und hier sind wir im Geiste sicher verbunden. „Schwülstiges Geschreibsel“ trifft es sehr gut. Also über sein Jakobswegbuch musst du bloggen. Nachdem das ja ein sehr religiös geprägtes Thema ist musst du dich da aber auf sehr extremes Geschwülste einstellen 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Erina 31. Juli 2015 at 21:44 Antworten

        Dem kann ich nichts hinzufügen! 😀

  9. Muzaffer Cakil 7. September 2015 at 10:49 Antworten

    mir hat das buch untreue sehr gut gefallen wie alle anderen bücher von paulo coelho

    • Tobi 7. September 2015 at 13:55 Antworten

      Hallo Muzaffer,

      interessant, dass dich die von mir genannten Kritikpunkte nicht stören. Weshalb hat dir Untreue gut gefallen?

      Liebe Grüße
      Tobi

  10. Sabina 6. Mai 2016 at 21:55 Antworten

    Lieber Tobi
    Bin gerade auf deine Webseite gestossen und musste grinsen: Ich lese schon lange keine Coelhos mehr. Der Alchimist hat mir gefallen, danach kam „11 Minuten“, war ganz okay. Und dann sass ich – man höre und staune – in einem Zug fest, und das einizige Buch, das ich bei mir hatte, war ein Coelho – „Der Zahir“. Der war genauso unglaubwürdig und schlecht geschrieben wie das von dir rezensierte Buch. Seither mache ich einen grossen Bogen um diesen Autor, der leider mit seinem Gefasel doch immer wieder auf den Bestsellerlisten landet. Und das ist auch die Antwort auf deine Frage, warum ein solches Buch überhaupt geschrieben wird: Weil der Typ noch immer Geld bringt. 😉
    Herzlich,
    Sabina
    PS: Ich schreibe manchmal auch Rezensionen (nur über jene Bücher, die ich wirklich empfehlen kann) – vielleicht magst du mal reinschauen auf meiner Webseite unter „Lese-Empfehlungen.
    PPS: Ich bin übrigens Schweizerin, und leider fehlt mir noch die Bonzenkarosse … 😉

    • Tobi 7. Mai 2016 at 23:13 Antworten

      Liebe Sabina,

      es scheint wohl so zu sein, wie du das schreibst. „Der Alchimist“ war schon ein lesenswertes Buch, das kurz und unterhaltsam war. Aber „Untreue“ war echt ein krasser absturz. Es reicht wohl, sich mit einem Buch einen Namen zu machen. Kommerzieller Erfolg rechtfertigt eben alles. Allerdings verstehe ich diesen nicht so richtig. Nach dem zweiten Buch sollte doch für jeden Schluss sein. Ich finde es auf jeden Fall tröstend, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin.

      Liebe Grüße
      Tobi

      P.S.: Tja, da solltest du dir schnell eine dicke Bonzenkiste kaufen, denn das platte Klischee will ja erfüllt werden. 😉
      P.P.S: Und nicht vergessen reich, unzufrieden und unglücklich zu sein 🙂

      • Sabina 8. Mai 2016 at 19:18 Antworten

        Schade – ich werde das Klischee leider nicht erfüllen. Aber ich lebe ja auch nicht in Genf … 😉
        Ich verstehe den Erfolg auch nicht, aber Coelho hat eben trotzdem sehr viele Fans. Scheint so, als genüge vielen Leuten diese Pseudo-Esoterik und diese Platitüden. Irgendwie scheint es in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe hipp zu sein, Coelho zu lesen. Man gibt sich damit den Anschein, sich für die Weisheiten des Lebens zu interessieren, ohne viel dafür tun zu müssen. Ausser eben seine Bücher lesen. 😉
        Zum Glück gibt es viele wirklich gute andere Bücher!

  11. Theresa 24. Mai 2016 at 20:45 Antworten

    Vielleicht ist der Tiefsinn im Leben (um den es auch in Coelhos Büchern geht) ja nicht für jeden was.
    Manche verstehen es wohl nicht oder möchten auch lieber an der Oberfläche bleiben.

    Für mich ist Coelho ein Mann der viel in seinem Leben durchgemacht und erfahren hat und all das zeigt sich in den Büchern. Ich denke er hat gerade durch diese Erfahrungen das wesentliche entdeckt worauf es ankommt und das teilt er mit der Welt.
    Wer dafür nicht bereit und offen ist sollte in der Tat die Hände davon lassen.

    Ich lasse dir deine Meinung über das Buch und Coelho selbst. Stimme dem aber eindeutig nicht zu!

    • Tobi 24. Mai 2016 at 21:39 Antworten

      Liebe Theresa,

      von Tiefsinn habe ich bei Coelho nichts gefunden. Seine Bücher strotzen vor Gemeinplätzen und platten Geschwurbel. Natürlich lasse ich mich gerne eines Besseren belehren und bin dir dankbar, wenn du mir eine Passage erläuterst, die wirklich mit Tiefsinn aufwarten kann. Ich habe zwischen den narrativ wirklich schlechten Konstruktionen keine gefunden.

      Was Coelho als Menschen angeht, halte ich es wie Maupassant: Ich bewerte hier sein Werk und der Autor tritt in diesem Zusammenhang in den Hintergrund und sollte nur durch sein Werk wirken. Wenn er also Erfahrungen gemacht hat, die von Wert sind, dann hat er offensichtlich nicht die Fertigkeit diese Erkenntnisse zu teilen. Oder sie sind von der Natur, wie ich sie in meinem Beitrag beschrieben habe.

      Was die Aussage betrifft, dass ich nicht für dieses Buch bereit bin, zitiere ich F. Scott Fitzgerald: „Der Verzicht auf kritische Urteile enthält eine unendliche Hoffnung.“

      Herzliche Grüße
      Tobi

      P.S.: Natürlich kann ich eine Vielzahl an Bücher mit sehr viel Tiefgang empfehlen. Beispielsweise „Das Phantom des Alexander Wolf“ von Gaito Gasdanow, dessen Bücher sozusagen (hinsichtlich Coelho) am gegenüberliegende Qualitätsspektrum von Literatur zu finden sind.

  12. Daniel Tocca 8. Juni 2016 at 23:39 Antworten

    Hallo an allen,

    auch ich fand das Buch sehr gut. Das Leben geht weiter, es gibt nicht nur der Alchemist und es gibt nicht nur Coelho. Denke aber das Thema UNTREUE entspricht sehr unserer Zeit und war sehr neugierig das Thema von einem anderen Blickwinkel zu hoeren. Es gibt sicherlich auch andere interessanten Buecher zum Thema und vielleicht war dieses Buch nicht das Beste vom Coelho aber wenn man im Gedanken das ganze Thema gut analysiert und Coelhos Gedankengang gut nachverfolgen kann, dann ist das was der Author mit diesem Buch ausdruecken will ein neuer Blickwinkel fuer mich.

    Also insgesamt fuer mich war es lesenswert.

    Gruesse!!

  13. Samantha 15. Dezember 2016 at 17:18 Antworten

    Ich war erstaunt, diese Kommentare hier zu finden. Ich bin gerade noch beim Lesen und gefesselt von diesem Buch. Ich bin fasziniert und überwältigt, wie genau Coelho die innere Zerrissenheit dieser Frau darstellt, in der ich mich selbst wiedererkenne. Nicht, dass ich auf die gleiche Art wie sie untreu wäre, aber es sind die gleichen Fragen mit denen ich mich herumschlage, schlaflose Nächte verbringe und wegen derer ich inzwischen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehme. Ich kann es nicht erwarten, das Buch nachher wieder zur Hand zu nehmen und zu erfahren, wie es ausgeht.

    Mag sein, dass das Thema für jemanden befremdlich ist, der das (zu seinem Glück) nie durchgemacht hat. Für mich ist dieses Buch (bislang) ein absolutes Highlight.

  14. Lao Tzu 2. Mai 2017 at 2:41 Antworten

    Ich denke, dass Coehlos Werke einen sehr großen Raum für Interpretation und Erkenntnisse bieten und somit interessanterweise einen Art Spiegel des Lesers selbst darstellen. Im Alchimisten zum Beispiel kann man einerseits Stammtischweisheiten finden, wenn man diese denn auch nur als solche wahrnimmt und für sich erkannt hat. Anderseits könnte man darin ein wundervolles Beispiel finden, wie sich die Lebensphilosophie der alten chinesischen Weltanschauung des Taoismus in einem konkreten Beispiel niederschlagen würde.

    • Tobi 2. Mai 2017 at 20:53 Antworten

      Das ist natürlich immer so, dass die Meinung, oder das Bild, das jemand von einem Buch hat, etwas über ihn aussagt. Ich bin für esoterischen Käse natürlich grundsätzlich nicht sonderlich empfänglich, was man hier wohl sehr deutlich heraus liest. „Der Alchimist“ fand ich vom Stil ganz gut, denn es hatte etwas Märchenhaftes, was ganz gut gewirkt hat. Allerdings ist mir von Coehlos „Werken“ keine seiner „Weisheiten“ in Erinnerung geblieben, wie das bei Büchern von Balzac, Tolstoi oder Maupassant der Fall ist (um ein paar Beispiele zu nennen). Um ein Gefühl und Verständnis für die fernöstliche Philosophie zu bekommen, wäre Coehlo allerdings auch nicht mein Autor der Wahl.

      Herzliche Grüße
      Tobi

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