Lesestunden wird ein Verlag: Das erste Buchprojekt

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet

Seit über zehn Jahren schreibe ich hier über Bücher. Über Geschichten, die mich begeistern, über vergessene Klassiker und über Ausgaben, bei denen schon das Aufschlagen ein Vergnügen ist. Besonders schöne bibliophile Ausgaben stehen schon lange im Mittelpunkt dieses Blogs. Und davon gibt es einfach zu wenige. Es ist wirklich schwer, richtig bibliophile und zugleich lesenswerte Geheimtipps zu finden. Und genau diese Lücke möchte ich (zumindest ein wenig) mit einem eigenen kleinen Verlag füllen. Lest hier über das erste Buchprojekt.

Schöne Bücher erleben seit einigen Jahren eine Renaissance. Ein Trend, den ich mit großer Freude verfolge. Bunter Buchschnitt, hübsche Cover und goldene Verzierungen auf dem Einband begegnen einem inzwischen häufig. Für mich gehört zum bibliophilen Genuss aber noch mehr: angenehmes Papier, eine sorgfältige Bindung, ein schöner Satz und eine Ausstattung, die auch beim Lesen Freude macht. Gerade bei weniger bekannten Klassikern wünsche ich mir mehr Ausgaben, die all das zusammenbringen.

Dazu möchte ich mit meinem kleinen Verlag beitragen. Mein erstes Projekt soll Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet werden. Die Vorbereitungen laufen bereits. Bevor ich die Herstellung beauftrage, möchte ich euch die Idee vorstellen und erfahren, ob ihr dabei wärt.

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet
KI-generierter Gestaltungsentwurf

Was ich mir für Lesestunden wünsche

Wer hier regelmäßig mitliest, kennt meine Freude an schönen Büchern. An einem Leineneinband, der sich gut anfühlt. An geschmeidigem Papier, einer sorgfältig gesetzten Seite, alten Illustrationen und kleinen gestalterischen Einzelheiten, die man oft erst beim zweiten Hinsehen entdeckt. Besonders schön ist es, wenn all das zur Geschichte passt. Wenn die Gestaltung schon auf den ersten Seiten eine Stimmung entstehen lässt, die sich beim Lesen fortsetzt.

Gleichzeitig stehen in meinem Regal einige wunderbare alte Bücher, die heute kaum noch jemand kennt. Geschichten, in die ich mit großem Vergnügen eingetaucht bin und bei denen ich mich frage, warum sie nicht längst wieder aufgelegt werden. Genau solche Bücher möchte ich mit Lesestunden neu herausgeben. Nur sehr kleine Auflagen, die Titel mit Bedacht auswählen und jeder Ausgabe die Aufmerksamkeit geben, die ich mir selbst als Leser wünsche. Ideen für weitere Bücher habe ich bereits. Den Anfang soll aber eines machen, das mir besonders gut gefallen hat.

Mali, der Schlangenbändiger

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet habe ich hier im Blog bereits vorgestellt. Ich habe eine wunderschöne antiquarische Ausgabe und es war so ein Vergnügen, das Buch zu lesen, dass ich mich damals schon gefragt habe, wieso es davon keine schöne Neuauflage gibt. Das Buch selbst ist schon sehr lange vergriffen und nur schwer zu bekommen.

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet
Das antiquarische Original aus dem 19. Jahrhundert

Meine antiquarische Ausgabe gehört zu den schönsten Büchern in meinem Regal. Der braune Einband, die goldenen Verzierungen, die vielen Illustrationen: Alles stimmt auf die Geschichte ein. Schon beim Durchblättern bekommt man Lust, in dieses alte Abenteuer einzutauchen. Und die Geschichte habe ich dann auch verschlungen.

Sie spielt im Indien unter britischer Kolonialherrschaft. Robert und seine Schwester Bertha leben auf der Indigofaktorei ihres Vaters, bis ein Aufstand ihr Leben auseinanderreißt. Der Vater wird niedergestreckt, Bertha entführt. Robert überlebt und macht sich auf den Weg, seine Schwester zu befreien. Seine Suche führt ihn quer durch Indien, durch Dschungel und überwachsene Tempelanlagen, in Paläste und immer wieder in gefährliche Situationen.

Was mir daran besonders gefallen hat, ist die Verbindung aus Spannung und Atmosphäre. Rousselet beschreibt Landschaften, Orte und Begegnungen anschaulich, ohne sich in langen Schilderungen zu verlieren. Die Sprache der historischen deutschen Fassung klingt angenehm altmodisch und passt wunderbar zu diesem Abenteuer. Dazu kommen überraschende Wendungen, die den Leser die ganze Geschichte hindurch fesseln.

Und dann sind da die vielen historischen Illustrationen. Sie begleiten die Handlung, zeigen Figuren und Schauplätze und laden dazu ein, beim Lesen immer wieder innezuhalten und genauer hinzusehen. Geschichte, Bilder und Buchgestaltung passen hier auf eine Weise zusammen, die für mich den besonderen Reiz dieser alten Ausgabe ausmacht.

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet
KI-generierter Gestaltungsentwurf

So soll die neue Ausgabe aussehen

Geplant ist ein rotbrauner Leineneinband mit einem am Original orientierten Motiv in Gold und Schwarz sowie einer goldenen Rückenprägung. Dazu cremefarbenes Papier, eine Fadenheftung und zwei farblich abgestimmte Lesebändchen in Rotbraun und Dunkelgrau. Eine richtig schöne bibliophile Ausgabe also. Das Buch soll 13,5 × 21,5 cm groß sein und wird 256 Seiten umfassen.

Die historischen Illustrationen habe ich für die Neuauflage aufbereitet. Der Text wurde neu gesetzt und an die Stelle der Frakturschrift tritt nun eine feine, gut lesbare Schrift. Gerade die Abstimmung dieser Einzelheiten ist fordernd, aber zugleich spannend. Welcher Farbton passt zum Einband? Wie wirken die Zeichnungen auf der Seite? Welche Schrift gibt dem Text den richtigen Charakter? Inzwischen steckt schon einiges an Arbeit in Digitalisierung, Satz und Gestaltung. Und mit jedem Schritt wächst meine Vorfreude darauf, das fertige Buch irgendwann tatsächlich aufzuschlagen.

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet
Das Buch in der DTP Software

Die als KI-generiert gekennzeichneten Bilder zeigen Visualisierungen der geplanten Ausgabe. Das fertige Buch gibt es noch nicht. Materialfarbe, Druck und Goldprägung werden derzeit mit der Druckerei abgestimmt und getestet. Die tatsächliche Ausführung kann deshalb von den Entwürfen abweichen. Mein Ziel ist aber, dieser Vorlage so nahe wie möglich zu kommen.

Mali, der Schlangenbändiger von Louis Rousselet
KI-generierter Gestaltungsentwurf

Wärt ihr beim ersten Buch dabei?

Für Mali plane ich zunächst 30 nummerierte Exemplare zu jeweils ca. 90 Euro zuzüglich Versand. Eine erste kleine, nummerierte und limitierte Auflage. Mein eigener Wunsch, das Buch in Händen zu halten, ist natürlich sehr groß. Ob genügend andere Buchliebhaber diese Begeisterung teilen, möchte ich mit eurer Hilfe herausfinden.

Deshalb gibt es unten eine ganz kurze Umfrage: Könntet ihr euch vorstellen, diese Ausgabe zum genannten Preis zu kaufen? Eure Antwort ist unverbindlich und noch keine Bestellung. Auch ein ehrliches Nein hilft mir weiter.

Wenn genügend Interesse vorhanden ist und die Herstellungstests überzeugen, möchte ich als nächsten Schritt eine Vorbestellung ermöglichen. Dann stelle ich euch die endgültige Ausstattung, den verbindlichen Preis und die geplante Lieferzeit vor. Und ich würde euch gern auf diesem Weg mitnehmen: bei der Entstehung von „Mali“, beim Aufbau des kleinen Verlags und hoffentlich später bei weiteren wiederentdeckten Klassikern.

Also nehmt schnell an der kurzen Umfrage teil und gebt mir Feedback:


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