Alarmstufe Rot für Deutschlands Buchbranche: Der stille Zusammenbruch unserer Lesekultur

Vor etwa einer Woche hat der Börsenverein die Zahlen für den deutschen Buchmarkt 2024 veröffentlicht. Ich finde die Entwicklung wieder sehr schockierend und bin darüber erschrocken, wie hier versucht wird, ein positives Bild zu zeichnen. Die Leistung des hiesigen Journalismus ist diesbezüglich enttäuschend. Ganz so, wie man es gewohnt ist, gibt es keine kritische Berichtserstattung. Wer einen nur geringfügig genaueren Blick auf die Daten wirft, der findet hier den Strukturwandel, der Deutschland in seiner Gesamtheit seit einigen Jahren erfasst hat. Lest in diesem Artikel, wie sich der deutsche Buchmarkt „in angespannten Zeiten erfolgreich behauptet“.

In einem früheren Artikel habe ich bereits Meine Meinung zu den Zahlen des Börsenvereins von 2023 kundgetan. Die massiven Herausforderungen, die ich dort beschreibe, die sind weiterhin uneingeschränkt gültig. Die Zahlen für 2024 bestätigen diesen sehr beunruhigenden Trend. Die wirklich heftigste Entwicklung ist die Anzahl der Buchkäufer. Diese betrug 2013 noch 36 Millionen. 2023 ist sie auf 25 Millionen gesunken. Und 2024 ist sie erneut um 2% auf 24,5 Millionen gesunken. Das heißt, im letzten Jahr hat der Buchmarkt 500.000 Käufer verloren. Verglichen mit 2013 ist das ein Rückgang von 11,5 Millionen. Oder anders formuliert: 11,5 Millionen Menschen greifen nun nicht mehr zum Buch. Und das bei einem Bevölkerungszuwachs von 2,8 Millionen Menschen. Vom ersten Halbjahr 2024 bis zum ersten Halbjahr 2025 verzeichnet der Buchmarkt einen Absatzrückgang von 6,1%. Also für mich ist das kein „erfolgreich behaupten“. Das ist ein Absturz. Ein Absturz der jetzt seit über zehn Jahren läuft. Und man spricht nicht nur beim Börsenverein, sondern auch bei den öffentlich rechtlichen Rundfunk, von einem stabilen Markt. Oder gar von einem Wachstum.

Der Börsenverein feiert den Umsatzwachstum von 1,8%. Die Inflation 2024 lag bei 2,2%. Das heißt der Buchmarkt ist erneut geschrumpft. Und ich mag nicht wissen, wie hoch die Inflation für Verlage war, die mit steigenden Rohstoffpreisen und einer Lohn-Preis-Spirale zu kämpfen haben. Da werden die durchschnittlich 2,2% Inflation vermutlich zu niedrig angesetzt sein. Kurzum: Erneut haben weniger Kunden deutlich mehr für Bücher hinlegen müssen. Belletristik und Kinder- und Jugendbücher erreichen ein höheren Umsatz und auch Absatz. Reisen, Geisteswissenschaften, Kunst, Musik, Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik, Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft, alle diese Sparten haben einen deutlichen Umsatzrückgang. Angesichts der genannten Teuerungsrate fällt hier ein Minus nochmal deutlich stärker aus und ein Plus niedriger, denn im Umsatz ist die Inflation ja auch enthalten. Die Zahlen zeigen einen starken Wandel hin zu Unterhaltungsliteratur. Das spricht nicht für eine steigende intellektuelle Leistungsfähigkeit der Bevölkerung. Das Minus bei Bücher über Reisen ist ebenfalls völlig nachvollziehbar. In einem inflationären Umfeld können sich immer weniger Menschen größere Reisen leisten. Und tatsächlich spricht hier selbst der Börsenverein von einer „Bildungsmisere“:

Das Interesse an Büchern ist groß, aber wir erreichen damit nur diejenigen, die in der Lage sind, funktional zu lesen. Jedes vierte Kind bleibt außen vor, weil es nicht über eine ausreichende Lesekompetenz verfügt. Und die Auswirkungen dieser Bildungsmisere setzen sich fort: Nach der aktuellen PIAAC-Studie liest jeder fünfte in Deutschland lebende Erwachsene auf dem Niveau eines zehnjährigen Kindes oder schlechter.

boersenverein.de, Zitat von Karin Schmidt-Friderichs

Hier spiegelt sich sowohl die demografischen Prozesse, als auch ein gesellschaftlicher Strukturwandel wider. Der Schwund an Fachkräften findet eben auch im Leseverhalten seine Entsprechung. So auch der Zuzug bildungsferner Kulturen, die diesen Mangel natürlich nicht kompensieren und den Trend noch verstärken. Jedes vierte Kind hat keine ausreichende Lesekompetenz. Das verwundert nicht und vor dieser Entwicklung wird schon seit über zehn Jahren gewarnt. Es hat nur niemanden interessiert. Das Land der Dichter und Denker? Schon lange nicht mehr.

Sehr erfreulich ist der Anstieg jüngerer Leser, der zwischen 7,7% und 9,6% beträgt. Das ist schon beachtlich und hier wird der BookTok Trend immer wieder genannt. Wie nachhaltig diese Leserschaft beim Buch bleibt und ob das ein dauerhafter Trend ist, das muss sich noch zeigen. Ich muss da an den Buchblogger-Hype um 2015 denken, von dem nun zehn Jahre später nicht mehr viel geblieben ist. Hinzu kommt, dass es vermutlich ein primär weibliches Phänomen ist. Der Erfolg von Genres wie Romantasy wird von einem jungen weiblichen Publikum getragen. Ein Ungleichgewicht, das gesellschaftlich vermutlich auch keine positive Wirkung haben wird.

Interessant ist, dass die Erstveröffentlichungen um 3,1% gesunken sind.  „57 Prozent, sind Backlist-Titel, d.h. der Erscheinungstag des Buches lag beim Verkauf mehr als 12 Monate zurück“. Das kann man nun so interpretieren, dass die Verlage elaborierte Programme haben und damit gut die Bedürfnisse der Leser erfüllen können. Oder man kann es so auslegen, dass auch die Verlage in einem schrumpfenden Markt vorsichtiger geworden sind und sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren. Ich finde die Entwicklung gut. 58.346 neue Titel, das ist schon viel. Für mich ist weniger mehr. Lieber weniger Veröffentlichungen und eine hohe Qualität. Zumal es ja tatsächlich sehr viele wunderbare Bücher gibt, die einige Jahre alt sind und absolut lesenswert sind.

Angesichts des anhaltenden Kostendrucks und überbordender Bürokratie fordern wir zudem von der neuen Bundesregierung, Bürokratie-Ungetüme abzuschaffen, u.a. indem die EU-Entwaldungsverordnung praxisnah vereinfacht wird. Außerdem muss endlich eine strukturelle Verlagsförderung kommen, um die Vielfalt auf dem Buchmarkt nachhaltig zu sichern.

boersenverein.de

Natürlich macht die massive Inflation und die Bürokratie dem Literaturbetrieb zu schaffen. Was die strukturelle Verlagsförderung angeht, ist das der übliche Schrei jeder Branche nach Steuergeldern und Umverteilung in die eigene Tasche. Und da stellt sich der Börsenverein wirklich dämlich an. Sie schreiben wie stabil alles ist und wie bombig der Umsatzwachstum ist und werben mit dem zweistelligen Umsatzwachstum im Belletristik-Bereich, aber am Ende schreien sie dann doch nach dem Staat. Ich vermute das hat politischen Hintergrund: Man möchte sich als bedeutsamen Wirtschaftszweig präsentieren, der Börsenverein muss sich natürlich auch als Organisation gegenüber seinen Mitgliedern positionieren. Unterm Strich schadet er aber dem Literaturbetrieb, denn hier brennt die Hütte und eigentlich müssten sie in Berlin Sturm laufen. Denn diese tragische Entwicklung hat sich die Gesellschaft und Politik auf die Fahnen zu schreiben.

Was ich gelesen habe, das reicht mir um zu sehen, dass es nicht gut läuft. Klar, das Geschäft ist schon weitgehend stabil. Der Buchmarkt bricht jetzt nicht komplett zusammen. Es geht jetzt nicht alles sofort vor die Hunde. Es setzt sich aber ein Trend fort, der nicht gut ist. Es ist ein Spiegel der Gesellschaft, die sich stark verändert. Bei einer steigenden Bevölkerungszahl innerhalb von zehn Jahren einen solchen Absturz an Buchkäufer zu sehen, das zeigt, dass es sich tatsächlich um einen sehr schnellen gesellschaftlichen Strukturwandel handelt. Dass immer weniger gelesen wird, dass Bücher immer teurer werden, dass es einen starken Schwenk zur Unterhaltungsliteratur gibt, dass die Lesekompetenz so massiv nachlässt, dass Kostendruck und Bürokratie auch die Buchbranche stark belasten, das spricht nicht für eine Gesellschaft, die sich im Aufwind befindet, die intellektuell aufbaut oder wächst. Es ist ein Alarmsignal an den Wähler und die Politik. Eines von so vielen, das ungehört bleiben wird.

Wie seht ihr das? Interpretiere ich hier etwas falsch? Übertreibe ich? Oder lege ich hier den Finger in die Wunde? Oder ist es so, dass jüngere Menschen ihr Wissen mittlerweile aus anderen Quellen beziehen? Schreibt mir eure Meinung in den Kommentaren. Ich bin sehr interessiert. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin alleine mit meinen Bedenken.

Quellen: Börsenverein Wirtschaftszahlen und Pressemeldung Börsenverein

27 Kommentare

  1. Ich sehe die sinkende Lesefähigkeit mit sehr viel Sorge – auch mit Blick auf die gesellschaftlichen Folgen. Ich denke, dass das Buch als Medium sehr unter Druck steht durch das Internet und die sozialen Medien. Ich sehe da beispielsweise den Rückgang des Verkaufs von Reiseführern deshalb nicht als Folge, dass die Menschen weniger reisen, sondern dass sie sich woanders informieren. Und ich würde auch nicht von einem Blog-Hype in den 2010er-Jahren sprechen, dafür gab es für meine Begriffe viel zu wenige. Ich würde es eher als eine „Erscheinung“ oder „Mode“ beschreiben. Es gab und gibt sie auch heute noch immer, wenngleich sich vieles in Richtung Instagram, Youtube und Tiktok verlagert hat, allerdings auch bewusst gesteuert durch die Branche, wie ich finde und sehr bedauere. Beispielsweise sehe ich das an der Auswahl der „Blogger“ für den Deutschen Buchpreis, richtige Blogs sind da kaum oder in der Minderheit vertreten. Viele Grüße

    1. Ich finde schon dass es damals einen Blog Hype gab. Die sind ja aus dem Boden geschossen wie nichts…. und ja, mittlerweile verlagern sie sich seit ein paar Jahren auf Tiktok, insta und youtube.

    2. Liebe Constanze,

      ja, das Buch als Medium steht definitiv unter Druck und grundsätzlich ist es die größere Medienvielfalt. Und dass nun jüngere Menschen nachkommen und die ganz alte Generation ablösen. Auch die Boomer, die jetzt in Rente gehen, haben eine viel größere Affinität zu Internet, Streaming, Games usw. so dass das Buch einfach stärker ins Hintertreffen gerät.

      Den Buchbloghype muss man natürlich immer in Relation sehen. 2020 gab es 1400 Buchblogs, jetzt sind es nicht einmal 700 Buchblogs. Also eine Halbierung. Das war immer eine Nische, aber die Begeisterung ist nach einigen Jahren auch ganz schön abgeflacht. Das halte ich schon für ein realistisches Szenario für Social Media. Jetzt sind alle von BookTok begeistert und in 10 Jahren wird es auch abflachen. Aber wer weiß, Social Media ist deutlich leichter zugänglich.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Ist halt ein Konsumprodukt. Sorry, ist hart, ich weiß. Aber mehr ist nicht drin. „Kultur“ ist hier nur das Feigenblatt für „Verkauf“. Das funktioniert nur, wenn man sich für eine Seite entscheidet. Das eine bezahlt die Miete. Das andere gehört zum Menschsein. Macht man sich ehrlich? Nein. Ist nämlich schlecht für’s Geschäft.

    1. HI Hulot, wenn man sich nur die Belletristik vor Augen führt, magst du Recht haben mit der Aussage, dass es nur ein Konsumprodukt ist. Aber Tobi hat es in seinem Beitrag ja auch angerissen, dass der Buchmarkt so viel mehr ist, als schnöde Unterhaltung und da sieht es wahrlich düster aus. Ich schreibe mal noch einen gesonderten Kommentar zu dem Thema. Miss aber meine Gedanken noch sortieren.

      Gruß
      Marc

      1. Also ich lese „nur“ Belletristik (mit ein paar Ausnahmen), aber ich sehe es nicht als „nur“ Konsumprodukt, wenn ich ein Buch lese. Man kann auch aus anderen Büchern etwas lernen. Und zwar sehr viel ^^

        1. Liebe Aleshanee,

          das sehe ich auch so. Es ist so wichtig zu lesen und es muss nicht immer die hochgeistige Fachliteratur sein, es ist immer ein Gewinn zu einem Buch zu greifen.

          Liebe Grüße
          Tobi

    2. Lieber Hulot,

      der Buchmarkt ist vielschichtig. Der Löwenanteil ist Konsumprodukt, da gebe ich Dir absolut recht. Ich denke da sind die Verlage auch ehrlich. Das was sich verkauft wird gepuscht und die Klassiker überlässt man primär Budget Verlagen wie Nikol oder Anaconda. Die Verschiebung hin zu Unterhaltungsliteratur und gleichzeitig der massive Schwund an Buchkäufer zeigt aber, das selbst das Konsumprodukt wohl schon für viele zu viel ist. Und es bezahlt nun eben deutlich weniger Mieten. Auch wenn der Umsatz nominell steigt. Die Miete ist auch teurer geworden, so dass am Ende ein dickes Minus unterm Strich steht. Selbst wenn die Verlage sich auf das Buch als Konsumprodukt fokussieren: Der Markt schrumpft. Und zwar massiv.

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Hi Tobi!

    Ich weiß, dass hier von Statistiken ausgegangen wird und ich frage mich da immer, wie die das berechnen. Woher wollen sie den wissen, ob das so stimmt. Wenn ich jetzt 10 x im Monat in einen Buchladen gehe, kann ich mir 10 x ein Buch kaufen. Diese 10 Bücher könnten aber auch von 10 verschiedenen Personen gekauft werden – das kann man doch gar nicht nachvollziehen?

    Ich denke, dass sich mittlerweile einfach auch sehr viele Bücher ausleihen oder tauschen (so wie ich), einfach weil die Buchpreise auch so immens gestiegen sind. Ich kann mir kein neues Hardcover für 30 Euro leisten – gerade wenn man viel liest, kann man das ja gar nicht mehr finanzieren…
    Ich verstehe auch immer noch nicht das Prinzip, wenn die Zahlen schlecht sind alles teurer zu machen: dann kaufen es ja noch weniger. Lieber günstiger anbieten, dann kaufen es auch wieder mehr 😉

    Dass viele nicht mehr gut lesen können ist wirklich eine traurige Entwicklung!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Liebe Aleshanee,

      am Ende ist das Statistik. Scheinbar sind die Zahlen schon aussagekräftig, aber von einem Fehler muss man auf jeden Fall ausgehen. Wer misst misst Mist. Für mich ist der Trend entscheidend. Auch wenn die Zahlen sich anders darstellen, dieser Buchkäuferschwund ist so signifikant, das man ihn nicht abstreiten kann.

      Ich kaufe auch viele Bücher gebraucht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die 11,5 Millionen Buchkäufer nun Bücher lieber gebraucht kaufen oder in der Bibliothek leihen. Von den ganzen Rahmenbedingungen sieht es einfach nicht danach aus. Aber ich finde die Frage nach der Verlässlichkeit der Zahlen legitim.

      Was die Preissteigerungen angeht: Also ich bin mir sicher, da stehen die Verlage auch mit dem Rücken zur Wand. Ich habe gelesen, dass die Produktionskosten heftig gestiegen sind. Und man liest immer wieder, wie Unternehmen aus dem Bereich pleite gehen (beispielsweise eine große Druckerei aus Ulm, von der ich ein paar Hanser Klassiker hier habe). Dazu noch die gestiegenen Personalkosten. Große Verlage haben die bekannten Publikumstitel im Programm, die können das noch an die Kunden weitergeben.

      Aber wer weiß, ich würde mir auch wünschen, dass die Statistiken falsch sind. Mein Gefühl sagt mir, dass das nicht so ist.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und auch die Erwähnung in Deiner Stöberrunde. Das freut mich sehr. Und Deinen Blog gibt es schon so lange, das finde ich jedes Mal einfach schön zu sehen. Und ja: Der Titel ist natürlich wieder wunderbar reißerisch. 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

      1. Dass die Zahlen etwas aussagen, sehe ich auch so, auch wenn ich keiner Statistik traue 😉
        Und dass die Kosten steigen glaube ich auch sofort, aber für Leser bzw. Vielleser ist es mittlerweile ein wirklich teures Hobby geworden… Viele Neuerscheinungen kosten ja zwischen 20 und 30 Euro, manche sehe ich sogar schon mit über 30 Euro. Ich lese im Durchschnitt 8 Bücher pro Monat – nehme ich 25 Euro bin ich bei 200 pro Monat. Das kann ich mir einfach nicht leisten.
        Und komischerweise sieht man auch Bücher – und auch Neuerscheinungen die günstiger gehen, also so um die 15 Euro – wie machen die das dann? Das muss sich ja auch rentieren obwohl sie „günstiger“ verkauft werden. Also irgendwo finde ich, ist da ein Haken ^^

  4. Die ‚Bildung‘ ist doch schon seit mindestens mehreren Hundert Jahren im Sinkflug. Wenn man bedenkt, dass ‚Gebildete‘ im 19. Jahrhundert noch Altgriechisch und Latein lesen und sprechen konnten…

    Ich halte mich einfach an den riesigen vorhandenen Backkatalog seit der Frühen Neuzeit, kaufe Bücher über Booklooker und Co und habe ansonsten einen prall gefüllten Kindle mit dem Gesamtwerk von Goethe, Nietzsche, Kafka, Jünger und Thomas Mann in der Tasche.

    Verlage, die das Wort „Booktok“ benutzen bzw. damit werben kommen bei mir übrigens auf die Boycottliste. 😁

    1. Lieber Marcel,

      das sehe ich ganz ähnlich. Es gibt so viele wunderbare Bücher, da hat man einen Fundus, der für mehr als ein Leben reicht. Ich habe einmal gelesen, was so ein Professor um die Jahrhundertwende alles können musste. Das ist so, wie Du beschreibst, schon echt viel gewesen. Aber es waren auch andere Zeiten, das kann man auch nicht mehr vergleichen.

      Wer Klassiker liebt, dem werden wunderbare Bücher nie ausgehen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  5. „Wir vertreten die Interessen von 4.000 Buchhandlungen, Verlagen, Zwischenbuchhändlern und anderen Medienunternehmen ….“. So sieht sich der Börsenverein. Für mich ist nicht klar: Vertritt er auch Amazon und die zahlreichen Selfpublisher? Wüßte ich, ob die Umsatzzahlen zumindest von Amazon eingehen – oder die Umsätze der Verlage mit Amazon, könnte ich mir eine Meinung bilden. So wären es nur Mutmaßungen über die Entwicklung des Buchmarkts und das daraus abgeleitete Leseverhalten.

    1. Lieber Philipp,

      es gibt ja detaillierte Statistiken zum Kauf als Ebook. Vielleicht kann man da mehr herauslesen und findet auch die Marktanteile von Amazon und Selfpublisher. Es ist Statistik, aber der Trend ist so signifikant, den kann man nicht ignorieren oder wegdiskutieren. Als Mutmaßungen würde ich das nicht bezeichnen. Am Ende fehlt auch der Markt für gebrauchte Bücher usw. Für mich ist diese Entwicklung aber durchaus plausibel und was man so liest, sind die Zahlen durchaus verlässlich und nun auch nicht aus der Luft gegriffen.

      Liebe Grüße
      Tobi

  6. Ja, die Buchbranche steckt in der Krise, schon sehr lange. Buchhandlungen schließen, immer mehr Menschen surfen sich auf dem Hany durch Filmchen und Lese- sowie Sprachkompetenz erodiert.
    Als freier Journalist kenne ich das nur zu gut: Medien schließen, werden aufgekauft, Printmedien werden eingestellt und immer mehr übernimmt KI Texte, damit Medienschaffende gespart werden können. Der Wandel ist in beiden Branchen spürbar und vollzieht sich in einem rasanten Tempo. Doch: Bahnhofsbuchhandlungen und Kioske präsentieren noch eine Unmenge an Zeitschriften und Magazine. Und neue Buchverlage werden gegründet, in der Schweiz gleich innerhalb eines Jahres drei. Buchhandelsschule finden immer Nachwuchs und mein Seminar „Wie veröffentliche ich ein Buch?“ in Basel ist stets voll. Vor kurzem sagte mir eine Studentin, dass in ihrem Umfeld auch wieder mehr gelesen würde und der Besitz eines gedruckten Buches so richtig trendy sei. Der Buchhandel organisiert sich neu und kombiniert das Sortiment mit Nonnbooks wie Papier, Geschenkartikel und Ansichts- und Kunstkarten. Die Buchmessen werden gut besucht, Literaturfestivals ebenso und viele Bücher werden nach Lesungen und Talks gekauft. Der Handel mit Büchern wird sich in einer Nische einpendeln mit seinem Zielpublikum, so wie der Vinylplattenhandel.
    Was wir tun können, ist uns sorgen um die Zukunft des Buches oder akzeptieren, dass der Lauf der Welt nicht aufzuhalten ist. Und wir kaufen und lesen selber gute und schöne Bücher, besuchen Lesungen und Literaturfestivals, genießen noch die Buchkultur, wie wir sie jetzt noch haben und werben bei allen Menschen um uns herum, die nicht wissen, wie man ein Buch benutzt, für das gedruckte Kulturgut. Stoppen können wir den Weltenlauf nicht. Da kann ich nicht nur als Kulturjournalist ein Wörtchen mitreden, sondern auch als Feldornithologe was in Sachen Artensterben angeht…

    1. Lieber Urs,

      ja, da gebe ich Dir recht, das Buch und die Buchkultur muss man so genießen wie sie da ist. Das ist etwas, das ich definitiv mache und auch wenn der Markt nun deutlich schrumpft, werde ich immer genug Lesegenuss haben.
      „Der Handel mit Büchern wird sich in einer Nische einpendeln mit seinem Zielpublikum, so wie der Vinylplattenhandel.“
      Das ist auch eine traurige Bilanz. Es ist natürlich so, dass durch Streaming und Gaming viel Zeit neu gebunden wird und das ist sicherlich auch nicht schlecht. Da gibt es schon hervorragende Inhalte. Bücher sind für mich aber was ganz Elementares. Und wen das Buch so ins Hintertreffen gerät, dann ist das auch ein Problem. Gerade in der Kompetenz längere Texte zu erfassen, die Ausdauer zu haben ein Buch zu lesen, die Inhalte vielleicht auch zu reflektieren, die sind unerlässlich für einen mündigen und aufgeklärten Geist. Klar kann man auch mit YouTube super viel lernen. Aber wer schon am Buch scheitert, wird der dann in Social Media Inhalte kritisch hinterfragen. Bücher mit Vinyl in der Nische? Da bin ich gespannt, wie die dazugehörige Gesellschaft aussieht.

      Aber ich verstehe voll Deine Einstellung, auch wenn ich daraus eine gewisse Resignation herauslese.

      Liebe Grüße und vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Gedanken.
      Tobi

  7. Hallo lieber Tobi,
    puh, ich weiß gar nicht genau, wie ich da anfangen soll. Vielleicht denke ich jetzt auch etwas zu groß, aber da kommt mir leider meine persönliche Lebenssituation in den Kopf.
    Würde es also darum gehen, ob der Buchkauf alleine sich zurück entwickelt hat, oder vielleicht alles, was ein Menschen sich die letzten Jahre so kaufen „könnte/sollte“, weiß ich nicht, wie es dann aussehen würde.
    Ich lebe mit sehr wenig Geld (es sei dahingestellt, da gehen ja Meinungen auseinander warum das jetzt so ist), demnach muss ich darüber nachdenken, ob ich mir nun Obst/Gemüse oder ein Buch, oder überhaupt Obst/Gemüse kaufe. Wie viel zb. Waschmittel benötige ich noch? Oder ist es noch eine Rechnung, die ansteht, die beglichen werden muss. Was ich damit sagen will ist, dass gerade Menschen mit weniger Einkommen sich noch viel stärker zusammennehmen müssen. Da an solche Käufe zu denken, so gerne man es auch möchte, ist schwierig.
    Man könnte nun sagen, ich bin vielleicht ein Einzelfall, doch davon gehe ich nicht aus. Wenn ich also könnte, würde ich deutlich mehr Bücher kaufen als ich es tue.
    Hier also natürlich auch die Frage, warum sind die Käufe überhaupt zurückgegangen? Ich kann mir nicht vorstellen, das es nur an der mangelnden „Lesekompetenz“ liegt : )
    Doch täglich hoffe ich immer noch darauf, dass sich alles irgendwann endlich wieder entspannen mag.
    Liebe Grüße
    Book Witch

    1. Liebe Book Witch,

      ich würde sagen, das ist ein noch traurigeres Ergebnis als eine mangelnde Lesekompetenz. Wenn die Inflation die Möglichkeit ein Buch zu kaufen nimmt. Aber auch das steckt da in den Zahlen mit drinnen. Allerdings bin ich absolut überzeugt, dass die aus finanziellen Gründen fehlende Möglichkeit des Buchkaufs für einkommensschwache Haushalte eine absolute Ausnahme ist. Für die Aussage brauche ich keine Statistik.
      Ich gebe Dir aber absolut recht: Die Inflation, die ordentlich Tempo hat, die wirkt sich auf den Buchmarkt ebenfalls aus. Und für die meisten Menschen haben Bücher einfach keine so hohe Priorität. Das ist eines der ersten Konsumgüter, auf die dann verzichtet wird.

      Ein wirklich sehr interessanter Kommentar, vielen Dank dafür!

      Liebe Grüße
      Tobi

  8. Ich stimme dir in weiten Teilen zu – nur die rückläufigen Neuerscheinungen sehe ich kritisch. Denn man merkt, dass hier besonders an der Vielfalt (sowohl Genre als auch Diversity) gespart wird.
    Science-Fiction kriegt man aktuell fast nur noch bei Kleinverlagen oder Cross Cult, ebenso Urban Fantasy ohne Romance. (Glaub, bei der High Fantasy ohne Romance sieht es gerade auch mau aus, aber HF les ich persönlich nicht und hab daher nicht so den Überblick.) Bücher von neuen Stimmen, die NICHT schon 10k Follower auf Social Media haben, oder nicht schon in den USA ein Kassenerfolg waren, findet man bei Großverlagen auch kaum noch. Und PoC, behinderte und queere Autor*innen aus Deutschland? Joa, hin und wieder mal, aber deutlich unterdurchschnittlich. Queere Bücher werden lieber aus den USA eingekauft – und auch da lieber mal von allo cishet Autorinnen (bewusst so gegendert), Bücher mit PoC oder behinderten Protas? Fehlanzeige. Gibt es alles höchstens noch im Kleinverlag oder bei Selfpublisher*innen.

    Persönlich lese ich über 100 Bücher im Jahr, Neuerscheinungen für meinen Geschmack finde ich aber noch vielleicht 20, wenn ich SEHR viel Glück hab. Also, es mag sein, dass es positiv ist, wenn die Anzahl der Neuerscheinungen bei Verlagen zurückgehen und die sich von schnellen Hypes wieder auf langfristige Qualität konzentrieren – wobei ich mir auch da nicht sicher bin, ob ich zustimme. Qualität ja, aber Geschmäcker und Bedürfnisse an Texte sind so unterschiedlich, dass es eben schwer ist, mit nur wenigen Büchern alle im ausreichenden Maß zu bedienen -, aber aktuell sieht man den Rückgang nur darin, dass ganze Nischen eingespart werden und man so tatsächlich Kaufende verliert. Und das kann ja nicht das langfristige Ziel sein.

    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Liebe Birgit,

      mit den Neuerscheinungen gebe ich Dir recht, eigentlich ist das schon auch ein schlechtes Zeichen. Ich muss mal recherchieren, wie es um kleinere Verlage bestellt ist. Die haben an den Neuerscheinungen durchaus auch ihren Anteil. Und da könnte ich mir vorstellen, dass es angesichts der Preisentwicklung auch viele das Handtuch werfen.

      Dass Großverlage auf populäre Autoren setzen, das stimmt. Das trifft man schon oft an. Am Ende muss sich das lohnen und ein Autor der schon viele Follower hat, das ist natürlich dann auch ein gutes Geschäft. Gleichzeitig geht da auch viel verloren.

      Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Ich könnte mir vorstellen, das die Neuveröffentlichungen noch weiter sinken. Da spiegelt sich ja auch der Käuferschwund wider.

      Liebe Grüße
      Tobi

  9. > Oder anders formuliert: 11,5 Millionen Menschen greifen nun nicht mehr zum Buch. …

    Na, das würde ich so nicht formulieren. Bibliotheken haben, ich glaube auch zunehmend, viele Leser. Mich auch.
    Seit über 20 Jahren lese ich wieder intensiv, überwiegend Belletristik. In diesem Zeitraum habe ich mir vielleicht 5 Bücher neu gekauft, obwohl ich im Jahr ca. 30 lese.
    Ich nutze die Bibo, die öffentlichen Buchtauschregale und die gelegentlich die Buchregale von Freunden.

    Ich gehöre aber nicht, wie so viele andere auch, zu den mathematisch bestimmten 11,5 Millionen Menschen, die angeblich nicht mehr zum Buch greifen. Bloß weil sie nicht als Käufer statistisch erfasst werden.

    1. Lieber Gunter,

      das sind natürlich Statistiken mit der Ungenauigkeit, die das mit sich bringt. Am Ende ist nicht die konkrete Zahl entscheidend (die einfach eine hohe Toleranz hat), sondern der Trend. Der ist schon extrem und daher auch meine polemisierende Formulierung. Ich denke auch, das viele Leser ausweichen. Auf gebrauchte Bücher, Bibliotheken oder auch Ebook-Abos. Aber die große Masse wird das nicht sein, da darf man sich nichts vormachen. Es wird in den Statistiken immer ins Feld geführt, das bei den jüngeren Altersgruppen ein starker Anstieg zu sehen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob das im Gesamtbild so viel ausgleicht. Die Gesellschaft in Deutschland verändert sich schon sehr stark und ich würde das eher als Ursache ausmachen. Ob es das Konsumverhalten ist, der kulturelle Hintergrund, die Alterstruktur. Da ist momentan mehr Bewegung, als es früher der Fall war. Aber ich mag falsch liegen, die Menschen, die keine Buchkäufer mehr sind, lesen aber trotzdem noch. Zu wünschen wäre es.

      Liebe Grüße und herzlichen Dank für Deinen interessanten Kommentar
      Tobi

  10. Mein Eindruck ist, dass das Problem zwei Seiten hat: einerseits sinkt die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen aufgrund der Reizüberflutung, auf der anderen Seite, wird aber auch einfach viel Schund veröffentlicht und von Verlagen teilweise auch Autoren gehypt, die es – meiner Meinung nach – einfach nicht verdient haben: Trivialliteratur ohne grossen Tiefgang. (Auf der anderen Seite: vielleicht brauchts die ja auch in Zeiten von Reizüberflutung).

    Ich hab das ja auch teilweise an mir gemerkt, als Kind die absolute Leseratte und je älter ich geworden bin, desto weniger habe ich gelesen. Und das lag nicht nur an der Zeit – wie ich mir ehrlicherweise irgendwann eingestehen musste – sondern auch an Konzentrationsproblemen. Seit einigen Jahren mache ich deshalb jedes Jahr eine „Challange“ und nehme mir vor mindestens 24 Bücher zu lesen. In den ersten Jahren war das teils noch schwer, aber dieses Jahr kann ich wirklich stolz auf mich sein: gestern das 25. Buch beendet.

    Aber zum Leidwesen der Verlage natürlich: bislang keine Neuerscheinungen :-). Ich verschenke regelmässig Bücher an Familienmitglieder zum Geburtstag, Weihnachten etc. und beschäftige mich in diesem Zuge dann intensiv mit Neuerscheinungen, lese auch mal in der Buchhandlung quer und ich muss sagen: das meiste fängt mich einfach nicht ein: zu banal, schon x-fach von anderen Autoren besser gelesen, unrealistische Wendungen in der Handlung, künstliches in die länge ziehen etc. Aber warum sollte das im Literaturmarkt auch anders sein als in der Filmewelt?

    Kunst und Kultur gehen den Abgrund hinunter, sieht man überall auch in der Musik. Die Frage ist nur: was macht uns Menschen noch aus, wenn nichts mehr davon übrig ist?

  11. Vielleicht ist es ja nur der Markt. Also die gekauften Bücher, die da weniger werden. Dazu gehöre ich nämlich auch, wenn man von verschenkten Büchern absieht. Ich bekomme mittlerweile so viele Bücher über Verschenkekisten und Bücherschränke und aus der Bibliothek.

    Die wöchentliche Runde in die Bibliothek fällt meist so aus, dass ich kaum die Hälfte der Bücher wirklich schaffe. Ich könnt ja weniger nehmen: aber mein Eindruck ist, dass sich vieles, was ich dort finde, dann doch nicht lohnt zu lesen.

    Mit Nina Hagen gesagt, ist es im Bücherbereich „so schön bunt hier“, aber der Inhalt wird meiner Meinung nach schwächer. Es ist über alles was geschrieben, zu jedem Zeitabschnitt, jedem Thema gibt es mehr als ein Dutzend Bücher – als ob die Verlage immer aufs gleiche vermeintlich sichere Pferd setzten und dadurch nichts mehr Lesenswertes veröffentlichen. (Es ist zugespitzt, aber bei den Notizheften z.B. habe ich heute von einem Buch über Schicksale in der Weimarer Republik gelesen und mein erster Gedanke war: „das gab es doch schon hundert Mal“ und konnte dann zum Glück nicht kommentieren.)

  12. Im „Tabellenkompendium“ des Börsenvereins ist die entscheidende Tabelle wie folgt überschrieben: „Geschätzte Umsätze buchhändlerischer Betriebe zu Endverbraucherpreisen 2020-2024“. Bei den Zahlen handelt es sich also um Schätzungen.

    Die Meldungen zu den Zahlen in den Medien zeigen das, was Sie in Ihrem Artikel schreiben: Mangelnde Lese- und Verstehenskompetenz. Tatsächlich ist ja beim Börsenverein vom Umsatz die Rede. Und der sagt natürlich nichts über die Anzahl der gekauften Bücher aus. Sie betonen das – andere schreiben einfach den Unsinn der Pressemitteilung ab.

    Eine Tabelle über „verlorene Leser“ habe ich nicht gefunden. Aber auch hier dürfte es sich um Schätzungen und/oder Stichproben handeln, wie bei der Zuordnung der Altersgruppen und deren Buchpräferenzen.

    Interessant in der Stellungnahme des Börsenvereins ist der Appell an die Politik, die Lesekompetenz von Kindern zu verbessern. Das Elternhaus, welches die Grundlagen schaffen müsste, scheint da nicht zu existieren.

    Ihr Fazit, welches ein Bündel von Gründen für die Stagnation im Buchmarkt angibt, teile ich. Wobei ich den Rückgang von Neuerscheinungen nicht so kritisch sehe – es erscheinen jährlich mehr Bücher, als man als normaler Mensch jemals wird lesen können.

    Die Zahlen sagen übrigens gar nichts darüber aus, welche Art von Büchern da gekauft wird. Sicher, es gibt die Rubrik „Belletristik“, aber das ist noch einmal ein sehr weiter Begriff – von trivial bis anspruchsvoll.

    Ich erinnere mich an eine Aussage des Literaturkritikers Hubert Winkels von 2021, der von einer zunehmenden „Ent-Alphabetisierung“ nicht zuletzt hervorgerufen durch die digitalen Medien sprach. Er meinte sogar, dass Lesen nicht unbedingt ein Wert für sich sei. Alle würden ja heutzutage lesen. Ich stimme ihm da zu. Wobei viele vermutlich die Nachkriegszeit (bis ungefähr die 1990er Jahre) als Lese- und Publikationsparadies ein bisschen verklären.

    Stetig sinken die Herausforderungen. Ich vernehme, dass man das Schreiben mit der Hand nicht mehr für wichtig erachtet, weil ja sowieso nur noch getippt werde. Nicht nur in den Schulen, sogar in den Universitäten werden Bücher nur noch kapitelweise gelesen.

    Es ist verführerisch, in ein kulturkritisches Lamentieren zu verfallen. Etwa, wenn ich die sogenannten „Buchblogger“ für den Deutschen Buchpreis 2025 sehe. Und dann stelle ich gerade noch rechtzeitig fest, dass es „Buchpreis“ heißt und nicht „Literaturpreis“.

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