Als ich letztes Jahr auf das Buch Sister Carrie aufmerksam geworden bin, hat es mich von seinem Klappentext, aber auch der gesamten Ausstattung sofort angesprochen. Unmittelbar ist es auf meiner Wunschliste gelandet, aber angesichts meines üppigen Büchervorrats habe ich dann bisher doch darauf verzichtet. Mit dem verlockenden Hintergrund von Chicago und New York der Jahrhundertwende, aber auch mit dem Wissen, dass die Bücher aus dem Hause von Die Andere Bibliothek immer echte Prachtstücke sind, bin ich dann doch nicht daran vorbei gekommen. Und ich muss sagen, dass ich darüber sehr froh bin. Über diesen Premiumtitel erfahrt ihr hier nun mehr.

Das Buch handelt von Caroline Meeber und beginnt damit, dass die 18-Jährige im Zug nach Chicago sitzt um dort bei ihrer verheirateten Schwester und deren Mann zu leben. Dort möchte sie sich eine Arbeit suchen und sich in das lockenden Leben des Großstadtdschungel stürzen. Recht schnell wird sie mit der harten Realität einer stark wachsenden, vom Kapitalismus getriebenen und der Industrialisierung geprägten Stadt eingeholt. Hin und her gerissen zwischen der drohenden harten Lebensrealität als Arbeiterin und ihrer moralisch zweifelhaften wilden Ehe entspinnt Dreiser hier ein faszinierendes Portrait vom Amerika dieser Zeit. Chicago und New York erweckt Dreiser auf ganz deutliche Art und Weise zum Leben. Das Aussehen der Stadt, die Menschen, die Häuser, das Wetter, die verschiedenen Stimmungen, alles vermittelt Dreiser mit dem geradlinigen Stil der Naturalisten und sorgt so für Kopfkino vom Feinstem.

Dabei schreibt er in den ganz klaren und wenig interpretierenden Stil der Naturalisten und hat mich dabei ganz oft an Émila Zola erinnert. Beispielsweise an dessen Nana, die ebenso wie Dreiser seine Carrie mit all ihren Facetten, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Vorzügen und Nachteilen schildert. Den sehr neutralen Stil von Maupassant hat Dreiser nicht. Ebenso wenig ein offenes und abruptes Ende, wie man sie in den Novellen und auch in den Bücher von Maupassant antrifft. Sondern eine durchaus runde und schön abgeschlossene Geschichte, die einen nachdenklich zurück lässt. Die Figuren erscheinen sehr echt und Dreiser beschreibt wunderbar eindringlich ihre Gedanken, ihre Überlegungen und das emotionale Wechselspiel, dass in jedem menschlichen Geist zwischen den verschiedenen Einflüssen von außen, wie dem inneren Wesen her in uns tobt. In kleinen, wie in großen Fragen. Das hat mich sehr beeindruckt und ich habe immer wieder richtig mit den Figuren mit gefiebert und die verschiedenen Emotionen sehr gut nachempfunden.

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass in Dreisers Welt alles einem strengen Determinismus unterliegt, im dem die Figuren eben so sind, wie sie sind. In der Menschen, Wesenszüge, Situationen, das soziale Gefüge, die gesamte ökologische Realität eines Industrialismus, eines gesellschaftlich etablierten Materialismus in ihrer Kombination unweigerlich zu genau diesen Entscheidungen führen muss. Hurstwoods Lebenslauf mutet manchmal an, als würde er sich vollständig dem Fatalismus ergeben. An anderen Stellen wiederum begründet Dreiser sehr gut, was in diesem Menschen vor sich geht und seine Handlungsweise erschien mir völlig plausibel. Was ist vorbestimmt? Was ist der freie Wille? Was macht unser Charakter und unser Werdegang aus? Diese Fragen haben sich mir immer wieder gestellt und es ist klar, dass ich anders gehandelt hätte, als Carrie oder Hurstwood, da ich ein völlig anderer Mensch bin. Dennoch konnte ich die Entscheidungen nachempfinden und verstehen, denn beim Lesen taucht man vollständig in die Welt der Figuren ein. Diese Unbestimmtheit, die dieser Roman in mir ausgelöst hat, ist ein weiterer Punkt, der mich sehr begeistert hat, denn diese grundsätzliche philosophische Frage schwingt in jedem mit, der über sein eigenes und das Verhalten anderer reflektiert.

Das Buch beginnt recht langsam und im erste Drittel kommt die Handlung nur langsam voran. Zur Mitte hin hat es mich so richtig gepackt und es wurde sehr spannend. Die Charaktere, Chicago, eine Dreiecksbeziehung, Liebe, die finanzielle Situation, alles hat Dreiser dann in Stellung gebracht und als Leser hat man einen sehr guten Eindruck für den Standpunkt und das Wesen der Figuren gewonnen. Das entspricht natürlich ganz dem Gedanken der Naturalisten, die dann in diesem geschaffenen Kontext die Figuren agieren lassen. Ein Stilmittel, dass mir sehr gut gefällt. Sehr schön ist dabei, dass sich das Tempo, aber auch die Sicht auf Carrie und Hurstwood während des Romans verändern. Carrie gewinnt zunehmen und am Ende habe ich sie doch sehr ins Herz geschlossen und war etwas enttäuscht, dass das Buch schon zu Ende war.

Laut dem Nachwort, ist Sister Carrie ein Roman, der bei seinem Erscheinen für Entsetzen und Ablehnung gesorgt hat. Zum einen aus moralischer Sicht, denn Carrie lebt unverheiratet mit Männern zusammen und strebt besonders Richtung Ende des Buches zunehmend zur Unabhängigkeit und entsprach damals so gar nicht dem gängigen Bild der Familie und der Rolle der Frau. Zum anderen, weil er sich ganz klar gegen den amerikanischen Materialismus der Zeit richtet. Alle Protagonisten werden von der Gier angetrieben. Dreiser porträtiert auch die Schattenseiten des Kapitalismus sehr genau und gibt Einblicke in die Arbeitsbedingungen dieser Zeit, in der die Arbeitnehmerrechte noch recht schwach ausgeprägt waren. Er beschreibt die Armut der Obdachlosen und die große Kluft zwischen der reichen, sich vergnügenden Gesellschaftsschicht, die sich im Theater, in feinen Restaurants und auf Reisen vergnügt, während die Ärmsten in den Straßen der großen Städte einen harten, von Arbeit geprägten Alltag haben.

Sehr gelungen fand ich einen Dialog, der sich kurz vor Ende des Buches entspinnt. Dort wird die Gier nach Vermögen und das Verhalten der Protagonisten noch einmal sehr schön reflektiert. Dabei stellt er einen Gegenentwurf vor, ein von Humanismus geprägtes Streben nach Wissen, einem Idealbild, wie die Menschen agieren sollten.

„Wer geistig scheitert, der scheitert zur Gänze. Manche glauben, ihr Glück häng von Reichtum und gesellschaftlicher Stellung ab. Balzac etwas, soweit ich weiß. Sie sehen sich um und ringen bei jedem verpassten Glücksmoment die Hände. Dabei vergessen sie, dass sie dafür etwas anderes verpasst hätten. Die Welt ist voller erstrebenswerter Momente, aber leider können wir immer nur einen auf einmal leben. Die meisten klammern sich zu lange an einen davon und verpassen dafür vieles andere.“ (S. 576)

Theodore Dreiser, der von 1871 bis 1945 in Amerika lebte, war einer der großen Hauptvertreter des amerikanischen Naturalismus. Das wird auch ganz schnell sehr deutlich, alleine schon durch die stilistisch starken parallelen zu Émile Zolas. Glaubt man Wikipedia, dann war sein erster Roman Sister Carrie kein Erfolg. Für Filmfans ist sicher auch interessant, dass dieses Buch 1952 unter dem Titel Carrie verfilmt wurde. Dreiser stand dem kommunistischen Gedankengut recht nahe, was für seine Bekanntheit und Anerkennung in seinem Heimatland nicht gerade förderlich war.

Wie eingangs angedeutet ist auf jeden Fall die Aufmachung dieses Buches erwähnenswert. Die Andere Bibliothek ist einer der Premium-Verlage, die bei mir für ihre herausragende Buchkunst bekannt sind. Auch Sister Carrie konnte mich hier sehr begeistern. Das 100g Papier fühlt sich sehr geschmeidig an und ist mir beim Lesen immer wieder sehr positiv aufgefallen. Beim Umblättern ein echter Genuss.

Der Leineneinband ist in einem leicht schimmernden Blau gehalten, das besonders in der Sonne sehr prächtig ist. Das Vorsatz- und Nachsatzpapier sind mit unterschiedlichen, sehr passenden Illustrationen versehen. Sehr schön fand ich auch die geschwungene Schrift auf dem Titelblatt und als Kapitelüberschriften. Zusammen mit den Illustrationen entsteht so eine dezente Note, die genau an das Amerika dieser Zeit erinnert. Ein Hauch von Wilder Westen, von unbegrenzte Möglichkeiten, aber auch von Großstadt, New York und dem idealisierten Amerika vergangener Tage. Dennoch aber dezent und nicht zu dick auftragend. Die beiden Farben blau und rot machen sich zusammen sehr gut. Die ordentliche Fadenbindung lässt mein Herz natürlich höher schlagen und rundet das Gesamtpaket ab. Haptisch wie optisch ist das Buch wirklich perfekt.

Fazit: Das prächtige Amerika der Jahrhundertwende, New York, Chicago, der Broadway, aber auch die Armut, das Leben der Arbeiter, die sozialen Unterschiede, all das ist der Hintergrund für die fesselnde Geschichte der jungen Carrie. Im ganz klaren Stil der Naturalisten beschreibt Dreiser das Leben der damaligen Zeit und den Kampf einer jungen Frau, um ihren Platz in den aufstrebenden Metropolen Amerikas. Er beschreibt die Figuren in all ihren Facetten, stellt sie in den Kontext ihrer Zeit, Emotionen und Ziele und erschafft so ein lebensechtes Bild einer nach materiellen Wohlstand und Konsum strebenden Gesellschaft. Das Buch hat mich sehr gepackt, immer wieder nachdenklich zurückgelassen und mich völlig in die Welt von Carrie, aber auch von Hurstwood eintauchen lassen. Es ist einfach faszinierend dem Werdegang von Carrie zu folgen und obwohl man ein Beobachter ist, fühlt und fiebert man mit den Figuren mit. Die schöne Ausgabe aus dem Hause Die Andere Bibliothek lässt keine bibliophilen Wünsche offen, schmeichelt mit geschmeidigen Papier, besticht mit schlichten aber sehr passenden Illustrationen und wird so zum perfekten Gesamtpaket. Ein großartiger Roman, den ich nur empfehlen kann.

Über das Buch

Titel: Sister Carrie
Autor: Theodore Dreiser
Verlag: Die Andere Bibliothek
Illustration: Fabian Michael
Übersetzung: Susann Urban
Erschienen: 1. September 2017
Erstveröffentlichung: 1900
Seiten: 580 Seiten

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verfasst von Tobi

    12 Kommentare

  1. Huebi 13. Januar 2018 at 21:13 Antworten

    Namd,

    ich verweigere mich diesmal, das Buch auf meinem SuB zu legen. Ich hab gerade ein ganz modernes Buch am Wickel,, nämlich eines von den Herren Jobs/Cook, Aluminium-Cover 🙂 und natürlich elektrisch.

    Aber ganz ehrlich, die Bücher die du vorstellst sind auch haptisch sehr schön, aber ich bin jetzt eine ganze Weile schon standhaft geblieben, ich habe keinen Platz mehr. Für neue Bücher müssten alte weichen und da wüsste ich nicht, welches.

    Läuft denn de8n Bücherschrank noch?

    //Huebi

    • Tobi 14. Januar 2018 at 20:22 Antworten

      Lieber Huebi,

      nach der Lektüre von „Sister Carrie“ kann ich mir einmal mehr keine Abkehr vom gedruckten Buch vorstellen. Das fühlt sich einfach zu gut an. Mal sehen, wann ich es schaffe, dass du einknickst 😉 Wobei die Haptik vom iPad schon auch sehr geschmeidig ist, das geb ich gerne zu.

      Ich muss sagen, dass es meinen Bücherschrank eigentlich noch recht gut geht. Wir haben noch Kapazitäten, die zwar langsam schwinden, aber es geht noch was. Die letzten Jahre habe ich immer wieder ausgemistet und einige ältere Taschenbuchausgaben raus geworfen. Aktuell habe ich das Problem, dass die Bücher. die dazu kommen zu 90% einfach sehr gut und schmuck sind. Da wird es dann mal schwieriger. Aber ach was solls, das wird schon irgendwie gehen 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Huebi 15. Januar 2018 at 18:43 Antworten

        Namd,

        ne, kein Ipad, ein Buch, oder englisch Book 🙂 Und das bisschen Platz für richtige Bücher ist reserviert für aussergewönliche Exempolare wie meine Spezialausgabe des HdR von Anna. Ich hatte mir mal überlegt, ob ich mir das Schiff des Theseus zulege, weil ich die Idee wie das Buch aufgebaut ist interessant fand. Als ich mich aber dazu durchgerungen hatte, war das Buch nicht mehr beim Verlag zu bekommen und zu Preisen erhältlich, die ich nicht bereit bin zu bezahlen.

        //huebi

  2. Leselaunen 14. Januar 2018 at 19:40 Antworten

    Wow, ein so hübsches Buch!

    Neri, Leselaunen

  3. Britta 24. Januar 2018 at 16:45 Antworten

    Hey Tobi,

    ein wunderschönes Buch und eine tolle Rezension. Ich hatte es neulich auch im Laden in der Hand und war ganz bezaubert von der tollen Aufmachung. Das ist direkt auf die Wunschliste gewandert. 😀

    Viele Grüße
    Britta

  4. Daniela 25. Januar 2018 at 22:36 Antworten

    Hallo Tobi,
    deine Rezensionen sind immer sehr lesenswert und ich mag auch, dass du die Haptik der Romane besprichst. Von der Geschichte sagt es mir persönlich diesmal weniger zu. Im Moment lese ich übrigens gerade Osten Ard #1, diesen Roman hab ich ja bei dir entdeckt :).
    Liebe Grüße
    Daniela
    PS: Ich hab dich hier getaggt, mich würde sehr sehr interessieren, welche Bücher du für den Monopoly-Tag findest!

    • Tobi 29. Januar 2018 at 12:36 Antworten

      Liebe Daniela,

      herzlichen Dank für Dein nettes Feedback! Zum Leseerlebnis gehört bei mir auch immer das Gesamtpaket und da ist die Aufmachung von einem Buch schon sehr wichtig. Insbesondere dann, wenn es so gelungen ist, wie bei diesem Buch hier.

      Tad Williams ist klasse, sehr cool, wenn ich Dich für seine Osten Ard Reihe gewinnen konnte. Da bin ich schon fast neidisch, wenn für dich die Bücher alle noch neu sind 😉 Das ist schon feinster Fantasy Lesestoff, dass kann ich dir sagen.

      Herzliche Grüße
      Tobi

  5. Elizzy 1. Februar 2018 at 16:04 Antworten

    So ein wundervolles Buch, es gefällt mir nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich klingt es fantastisch!
    Wird auf jeden Fall auf meine Wunschliste geschrieben (ja ich schreibe die noch von Hand 😉 ) – wünsche dir einen tollen Tag!

  6. Giselas Lesehimmel 25. Februar 2018 at 8:08 Antworten

    Hallo Tobi

    „Sister Carrie“ habe ich schon auf einem anderen Blog entdeckt. Mir gefällt die Inhaltsangabe wahnsinnig gut. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein Mann diese Geschichte wunderbar schreibt. Bestimmt ohne Kitsch und ziemlich realitätsnah. Jedoch, ob es keinen freien Willen gibt, wage ich zu bezweifeln. Carrie hat bestimmt ihr Leben so gestaltet, wie sie es wollte. Genaueres werde ich jedoch erst wissen, wenn ich das Buch gelesen habe.
    Carrie finde ich jetzt schon interessant. Ihr Lebensstil dürfte im Amerika der Jahrhundertwende alles andere als normal gewesen sein. Sie scheint sich nichts um Konventionen geschert zu haben.
    Mir geht es wie dir, ich habe noch reichlich Lesestoff. Aber dieses Buch wird bald bei mir einziehen. Es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Dann gehört es doch in meine Regal. Oder?

    Danke für die informative Besprechung und liebe Grüße,
    Gisela

    • Tobi 25. Februar 2018 at 13:12 Antworten

      Liebe Gisela,

      das habe ich auch manchmal, dass mir ein Buch einfach nicht mehr aus den Kopf geht. Das ist ein ganz sicheres Zeichen, dass man es sich holen sollte. Und bei Sister Carrie machst du ganz sicher nichts falsch, das kann ich dir sagen!!

      Kitschig ist die Geschichte ganz sicher nicht und im Sinne der Naturalisten geschrieben, was immer ein realistischen und manchmal schmerzhaften Blick auf ein Menschenleben ermöglicht. Sister Carrie wird mir glaub ich länger in Erinnerung bleiben.

      Mir ging es ähnlich wie dir, vom Klappentext fand ich das Buch schon sehr ansprechend. Und von dem Setting, denn das aufstrebende Amerika der Jahrhundertwende bietet einfach einen hervorragenden Hintergrund für spannende Geschichten.

      Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Vergnügen mit dem Buch!!

      Liebe Grüße und vielen Dank für Dein Feedback!
      Tobi

  7. horatio 4. April 2018 at 9:14 Antworten

    Ein wunderschönes Buch. Es hat Spass gemacht, das Buch in den Händen zu halten. Habe jede Seite genossen und das Buch in 3 Tagen verschlungen. Die Geschichte war spannend und die zeitliche Eingliederung ist genau mein Ding. Geschmerzt hat mich das Schicksal von Hurstwood. Aus leidenschaftlicher Liebe hat er alles aufgegeben und wurde letztlich, sicherlich nicht komplett unverschuldet, bitter dafür bestraft. Im Falle von Carrie waren die Gefühle offenbar in beiden Fällen nicht derart starkt sondern eher durch den materiellen Überlebensinstinkt geprägt.

    Die Geschichte wurde vor über 100 Jahren verfasst und man sich unschwer vorstellen, dass die Lebensprioritäten damals anders gelagert waren. In der Zwischenzeit hat sich vieles geändert und die maslowsche Selbstverwirklichung hat uns längst erreicht. Beim lesen beschlich mich aber immer wieder der (beklemmende) Gedanken, dass ein paar Dinge auch heute noch ähnlich sind.

    Herzlich, horatio

    • Tobi 6. April 2018 at 21:33 Antworten

      Lieber Horatio,

      sehr cool, dass Dir das Buch auch so gut gefallen hat wie mir. Mich hat es auch echt gefesselt und es ist mir auch nach ein paar Monaten noch sehr gut in Erinnerung. Auf jeden Fall ist es in meiner Hall of Fame Liste, das steht mal fest.

      Hurstwoods Werdegang fand ich auch echt heftig. Ich fand seine inneren Konflikte am Anfang einfach hervorragend geschrieben. Das muss man mal so hinbekommen. Ich habe dabei immer das Gefühl gehabt, dass Hurstwood, eingedenk seines ganzen Werdegangs und seiner Persönlichkeit, doch irgendwie keine Wahl hatte. Aber es gab auch zahlreiche Stellen, da hätte ich ihm echt gerne eine geklatscht, dass er mal aus dem Knick kommt.

      In Bezug auf heutige Tage finde ich in Klassiker immer wieder frappierende Parallelen. Wobei so krass wie im Amerika von damals ist es bei uns gewiss nicht. Aber wenn man mal den gleichen Rahmen annimmt, glaube ich, dass Menschen dieser Tage nicht so anders reagieren würden wie die Figuren, die Dreiser hier beschreibt.

      Vielen Dank für Dein Feedback. Für mich ist es natürlich sehr spannend, zu erfahren, wie Leser von diesem Blog eine Empfehlung wahrnehmen.

      Liebe Grüße
      Tobi

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