Buchmarkt 2025 & 2026: Wenn die Realität die Schönfärberei einholt
Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich die jährlich erscheinenden Wirtschaftszahlen des Börsenvereins zum deutschen Buchmarkt. Seit langem blicke ich kritisch auf die Entwicklung, so auch in meinem Beitrag zum Zahlenwerk im letzten Jahr. Während man sich trotz katastrophaler Zahlen sich letztes Jahr noch optimistisch zeigte, kommt man nun auch nominell und ohne Inflationsbereinigung in der Realität an. Lasst uns einen Blick auf die Entwicklung werfen. Seid tapfer, denn für das, was da präsentiert wird, braucht es als Vielleser seelische Stärke.
Die Pressemitteilung des Börsenvereins hört sich ganz anders an als noch vor einem Jahr. Es wird nach der Politik gerufen. Die „jahrzehntelangen Versäumnisse in der Bildungspolitik“ werden beklagt, denn die Verkäufe bei sehr jungen Konsumenten sind massiv eingebrochen. Man klagt über die schlechte Konjunktur (der Kaufkraftverlust schlägt in allen Bereichen voll durch) und natürlich über künstliche Intelligenz. Wie präsentieren sich die Zahlen?
Das Jahr 2025: Wenn Verluste plötzlich nominal sichtbar werden
Jahrelang funktionierte in der Buchbranche eine bequeme statistische Beruhigungspille: Weil Bücher teurer wurden, konnte man sinkende Absatzmengen durch höhere Preise kompensieren und am Jahresende eine schwarze Null oder ein schmales nominales Plus präsentieren. Doch 2025 hat das nicht mehr funktioniert:
- Gesamtumsatz: Die buchhändlerischen Betriebe verloren 2025 im Vergleich zum Vorjahr -2,7 % an Umsatz.
- Verlage im Minus: Das reine Buchgeschäft der Verlage sank um -1,3 %, der verlegerische Gesamtumsatz über alle Segmente um -0,9 %.
- Käuferschwund: Insgesamt verlor die Branche im Jahr 2025 -4,9 % ihrer Käuferinnen und Käufer; die Käuferreichweite in der Gesamtbevölkerung sank von 36,5 % auf 34,4 %. Ein Trend, der seit über zehn Jahren in einem erschreckenden Tempo anhält.
Laut Statistischem Bundesamt lag die Verbraucherpreisinflation in Deutschland im Gesamtjahr 2025 bei 2,2 %. Wenn eine Branche nominal um 2,7 % nachgibt, während das allgemeine Preisniveau um gut 2 % klettert, bedeutet das real einen Umsatzverlust von rund 5 %.
Hinzu kommt die Kosten-Preis-Schere: Für Druck, Papier, Logistik, Energie und Löhne zahlen Verlage und Händler nach den Teuerungswellen der Vorjahre anhaltend hohe Preise. Doch an der Ladenkasse ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Für eine Neuerscheinung (Erstauflage) lag der durchschnittliche Ladenpreis 2025 laut Tabelle 9 des Börsenvereins sachgruppenübergreifend bereits bei stolzen 30,24 Euro (bzw. 16,55 Euro beim Taschenbuch). Wenn das Haushaltsbudget durch die Lebenshaltungskosten strapaziert ist, bleibt das Buch als preissensibles Konsumgut im Regal liegen.
Einbruch bei Kindern, Absturz bei jungen Erwachsenen
Der beunruhigendste Befund des aktuellen Berichts betrifft nicht Bilanzen, sondern die Leserinnen und Leser von morgen: Die Zahl der Buchkäuferinnen und Buchkäufer im Alter von 10 bis 15 Jahren brach 2025 um atemberaubende 30,6 % ein.
Fast ein Drittel der jüngsten Altersgruppe ist dem Buchmarkt innerhalb eines einzigen Jahres verloren gegangen und ihre Ausgaben brachen um -23,8 % ein. Doch wer hoffte, der viel beschworene „BookTok-Effekt“ federe das Problem bei den Älteren ab, erlebt beim Blick auf die Altersgruppen eine böse Überraschung:
- 10 bis 15 Jahre: -30,6 % (Ausgaben: -23,8 %)
- 16 bis 19 Jahre: +7,7 % (Ausgaben: +6,3 %)
- 20 bis 29 Jahre: -17,8 % (Ausgaben: -8,5 %)
- 30 bis 39 Jahre: +0,6 %
- 40 bis 49 Jahre: +1,2 %
- 50 bis 59 Jahre: -8,0 %
- 60 bis 69 Jahre: +1,1 %
- 70 Jahre und älter: 0 %
Diese Zahlen zeichnen ein erschreckendes Bild: Die Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen bildet eine isolierte Sonderzone. Hier wirken sich TikTok-Empfehlungen, New-Adult-Hypes (+9,6 %) und Young-Adult-Phänomene (+4,8 %) noch messbar aus. Doch dieses Phänomen ist trügerisch:
- Von jüngeren Lesern werden nicht mehr viele nachrücken: Kinder und jüngere Teenager (10–15 Jahre) lesen und kaufen massiv weniger.
- Der Wechsel ins Erwachsenenleben: Sobald die Jugendlichen mit 20 Jahren in Ausbildung, Studium oder Beruf eintreten und eigene Rechnungen zahlen müssen, bricht das Interesse weg: Die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen verliert fast 18 % ihrer Buchkäufer.
Sachbücher und Ratgeber
Belletristik ist mit einem Wachstum von 1,2 % und einem Umsatzanteil von 38,1 % das größte Segment. Alle anderen Bereiche verlieren aber massiv. Ratgeber (-8,1 %), Sachbuch (-4,6 %), Reise (-11,6 %), Naturwissenschaft / Medizin / Informatik / Technik (-13,4 %) und Sozialwissenschaft / Recht / Wirtschaft (-9,8 %) büßen alle empfindlich an Umsatzanteilen ein.
Das verwundert mich nicht, denn hier übernimmt nach und nach künstliche Intelligenz. Die großen Frontier-Modelle bekommt man als Privatperson schon für rund 20 Euro im Monat. Wer wenige Anfragen stellt oder auf Copilot ausweicht, zahlt nichts, bekommt aber bedarfsgerecht alles Wissen präsentiert, das sonst in genau diesen Büchern zu finden war. Wozu einen Ratgeber kaufen, wenn die KI die Informationen kostenlos und extrem gut aufbereitet zugänglich macht? Warum einen Reiseführer kaufen, wenn man direkt vor Ort einfach die KI befragen kann? Warum ein Buch über Softwareentwicklung kaufen, wenn die KI einen Schritt für Schritt durch den Lernprozess führt? Dieser Trend ist für mich völlig nachvollziehbar und wenn man sich die Leistungsfähigkeit der KI-Modelle ansieht, dann machen die bei den populären und allgemein bekannten Themen auch keine Fehler mehr, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.
Meine Prognose ist, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren noch spürbarer fortsetzen wird. Der ältere Teil der Bevölkerung, der noch auf Bücher setzt und sich mit KI unwohl fühlt, wird über die Jahre durch jüngere Menschen ersetzt, die zur KI und nicht zum Ratgeber greifen. Eine Entwicklung, die man nicht aufhalten kann und auf die sich Verlage einstellen müssen. Oder wer hat noch einen kompletten Brockhaus im Schrank stehen?
Audio zieht vorbei, E-Book tritt auf der Stelle
Während das gedruckte Buch mit Auflagen- und Absatzeinbußen kämpft, setzt sich die Umschichtung im Medienkonsum fort:
- Das Hörbuch boomt (+13,2 %): Das Audio-Segment bleibt der dynamischste Zweig der Branche. Treiber ist das digitale Geschäft: Streaming legte um +23,1 % zu, Downloads um +9,2 %.
- Stillstand beim E-Book (±0,0 %): Der Umsatz mit E-Books stagnierte 2025. Am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) verharrt der Umsatzanteil bei mageren 6,3 % (Vorjahr: 6,1 %).
Audio bedient das moderne Bedürfnis nach Multitasking: Das Buch wird beim Pendeln, Putzen oder Sport „nebenbei“ gehört. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber wir sollten uns über die kognitiven Konsequenzen im Klaren sein: Ein gestreamtes Hörbuch erfordert eine andere geistige Präsenz als der konzentrierte und stille Prozess des Lesens komplexer Texte über Tage und Wochen hinweg. Die Lesezeit mit den Augen verliert systematisch gegen den Audiostream im Kopfhörer.
Erstes Halbjahr 2026: Am Limit der Preissteigerung
Wer auf eine Erholung im Jahr 2026 hoffte, wird von der aktuellen Halbjahresbilanz des Börsenvereins enttäuscht:
- Umsatz: -4,1 % im Vorjahresvergleich
- Absatz (Menge): -4,5 % weniger verkaufte Exemplare
- Preisentwicklung: lediglich noch +0,4 %
Hier zeigt sich das Dilemma in aller Schärfe: Angesichts der Preissteigerungen der letzten Jahre ist der Spielraum für Preiserhöhungen schlichtweg aufgebraucht. Die Kunden machen hier nicht mehr mit. Absatzverluste von -4,5 % schlagen nun fast eins zu eins auf den Umsatz durch. Da lässt sich nun auch nichts mehr schönreden.
Fazit: Der Abschied vom Leitmedium
Die aktuellen Zahlen des Börsenvereins belegen, was lange kleingeredet wurde: Der deutsche Buchmarkt befindet sich in einer strukturellen Abwärtsbewegung. Rechnet man die Inflation ein, hat der Markt in den letzten zwei Jahren dramatisch an ökonomischer und gesellschaftlicher Substanz verloren. Der Markt spaltet sich immer tiefer:
- Der Event- und Lifestyle-Markt: Hochpreisige Schmuckausgaben, Romantasy und Social-Media-Hits, die von einer engagierten, aber eng umgrenzten Zielgruppe gekauft werden.
- Die Nische des anspruchsvollen Lesens: Literatur, Klassiker und fundierte Sachbücher, bei denen Verlage aufgrund explodierender Kosten und sinkender Käuferzahlen vor immer riskanteren Kalkulationen stehen.
Wenn Kinder zwischen 10 und 15 Jahren zu einem Drittel das Lesen einstellen und junge Erwachsene ab 20 massenhaft abwandern, verliert eine Gesellschaft mehr als nur Buchhandelsumsätze. Sie verliert die Fähigkeit zur Vertiefung, zur Ambiguitätstoleranz und zum langen Atem beim Denken.
Wie seht ihr die Zahlen? Spürt ihr die gestiegenen Buchpreise in eurem Budget, und wie erlebt ihr das Leseverhalten der Jugend in eurem Alltag? Schreibt mir eure Gedanken gern in die Kommentare!

Ich denke, nicht nur die Preise spielen bei diesem Abwärtstrend eine Rolle. Es geht auch um das Zeitbudget der Menschen, die sich anderen Medien zuwenden, und damit meine ich nicht Hörbuch und E-Book, sondern Social Media und Streaming-Dienste. Vielleicht kann man schon von einer Fokussierung auf den Bildschirm sprechen, was mir geade auch bei Kindern auffällt. Die skandinavischen Länder machen da eine Rolle rückwärts, holen wieder die klassischen Schulbücher in den Unterricht. Und: Wie Du auch selbst schreibst, die Kinder und Jugendliche verlieren deutlich an Lesekompetenz – siehe Iglu-Studie – und damit generell an einer Freude am Lesen. Eine erschreckende Entwicklung, die sich potenzieren wird. Weil diese Kinder und Jugendliche letztlich später auch Eltern werden. Viele Grüße
Liebe Constanze,
da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Die Zeit ist echt ein Thema und wenn man sich überlegt, dass die Streaming Dienste in den letzten 15 Jahren so richtig groß geworden sind, dann ist klar, dass in dieser Zeit auch ganz schön viel Zeit gebunden wird, die früher zum Lesen zur Verfügung stand. Ganz schlimm ist Social Media mit den Dopaminalgorithmen. Die sind seit TikTok ohne staatliche Regulierung im Einsatz, also weniger als 10 Jahre. Die Schäden, die TikTok, Reels, Shorts usw. anrichten, die sind extrem und genau das schlägt sich in den Zahlen nieder.
Eine erschreckende Entwicklung und wir werden sehen, wohin es führt…
Liebe Grüße und herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
Tobi
Was wir hier sehen ist in meinen Augen eine US-Amerikanisierung des deutschen Büchermarktes. Aber zuerst einmal zu den Zahlen. Ich kann sie in unserer Familie (ca. 1000 eigene Bücher) nachvollziehen.
Mir selber fehlt mittlerweile schlicht die Zeit. Die letzten, von mir selbst gelesenen Bücher waren „Shogun“, „Die Verzauberten“ und „Der Schlüssel zur »Reise in den Westen«“ (Danke an Reclam für das Restexemplar!). Zum eigentlichen Roman „Reise in den Westen“ habe ich es noch nicht geschafft. Das Buch wartet seit 3 Jahren auf mich. Ansonsten lese ich nur noch Fachbücher (Technik). Romane höre ich mittlerweile nur noch – und zwar auf dem Arbeitsweg. Statt Ratgeber ist auch für mich die KI das Werkzeug der Wahl zum Einstieg. Selten brauche ich danach noch ein konkretes Buch.
Trotz Pocketbook E-Reader schafft es auch meine Frau nicht mehr zu lesen. Dostojewskis „Weiße Nächte“ war ihr letztes gelesenes echtes Buch der Unterhaltungsliteratur seit 2025. Dostojewskis „Der Spieler“ liegt seit langem auf ihrem Nachttisch. Auch sie liest nur noch Fachliteratur (Juristerei).
Das große Kind (14) liest im Grunde gar nicht mehr, weil Filme/Serien interessanter und schneller zu Ende sind. Das kleine Kind (4,5) bekommt die alten Bestandsbücher vorgelesen, weil die inhaltlich besser sind als alle neuen Bücher — und auch nicht mehr gekauft werden müssen.
Einerseits sind die Preise für die gebotene Materialqualität und Inhalt unverschämt („Furzipups der Knatterdrache“ für 18 €, ein bis zur Unkenntlichkeit beschnittener Hugo für ca. 20 €). Das kenne ich von amerikanischen Paperback-Ausgaben: billigstes Papier und billige Aufmachung zu Freudenhauspreisen. Auch sind die deutschen Übersetzungen meist eher schlecht. Verlagsexperimente wie Gendern und Textmodernisierungen schrecken zusätzlich ab. Kürzungen wie in oder Moby Dick oder Hugos „Die Elenden“ (nur die Komplettübersetzung von Wiegler/Günther vom Verlag Volk und Welt von 1983 ist wirklich vollständig) werden dem Käufer verschwiegen. All diese Punkte verderben nachhaltig das Lesevergnügen.
Insgesamt halte ich das Problem für hausgemacht. Romantasy, New Adult, Frauenroman, Heartbreaker und noch die drölfzigste Unterkategorie ist noch nicht kleinteilig genug, als dass sie nicht erneut in weitere Unterkategorien aufgespaltet werden könnte. Auf der anderen Seite werden Kategorien vermischt: bei Audible werden Fantasy und SciFi in derselben Kategorie geführt. Es gibt sogar eine Kategorie Sommerroman für extra inhaltsflache Bücher! Flache Stories werden in Buchserien auf zig Wälzer ausgedehnt, wie z.B. die Transport-Serie (gibt vor SciFi zu sein). Von den Verlagen wird seit Jahren mehr Wert auf Publicity-Effekte statt auf Inhalt gelegt. Natürlich müssen Verlage auch Schund verkaufen, um überleben zu können. Wenn wir uns aber immer mehr dem amerikanischen Markt annähern: Wozu überhaupt noch eine Buchpreisbindung? Die war mal dafür da, dass auch Qualität geliefert wird. Die messe ich nicht in einer erneut fehlerhaften Sonderausgabe des „Herr der Ringe“ oder einer bibliophilen Ausgabe „Sherlock Holmes“.
Und dann das Kontrastprogramm: Ich hatte schon echte Goldfunde in den freien Buchtauschschränken: Pozner – Die Verzauberten (!!!), Tschingis Aitmatow – Gesammelte Werke, William Golding – Herr der Fliegen, Daniel Defoe – Gesammelte Werke, usw. — also warum ein neues Buch kaufen, wenn man alte Bücher aus dem Buchtauschschrank kostenlos mitnehmen und beim Buchbinder aufarbeiten lassen kann?
Lieber Andreas,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, vieles, was Du beschreibst, spiegelt sich in meiner Familie auch wieder. Ich lese natürlich schon viel, aber auch bei mir ziehen andere Medienformen und binden Zeit. Bei meinen Kindern noch viel extremer, wo einfach andere Inhalte deutlich attraktiver sind.
Ich weiß nicht, ob die Probleme hausgemacht sind. Was könnte jetzt ein Verlag machen, um dem entgegen zu steuern. Hörbücher sind halt auch super praktisch. Für den Weg zur Arbeit, beim Sport oder anderen Aktivitäten. Die Zeit ist ja auch knapp. Die Preise für die Bücher sind natürlich extrem, aber auch da haben Verlage mit der Lohn-Preis-Spirale und den explodierten Papierpreise usw. zu kämpfen. Gleichzeitig sind sie im Zugzwang und müssen sich neue Geschäftsfelder erschließen. Aus meiner Sicht ist es ein gesamtgesellschaftliches Versagen.
Ich höre das oft, dass viele Leser sehr auf Büchertauschschränke ausweichen, die Bibliothek nutzen oder online gebrauchte Bücher kaufen. Bei der galoppierenden Inflation der letzten Jahre durchaus verständlich. Die Preise für Bücher sind zum Teil schon echt heftig. Eine Neuübersetzung von Gontscharow für 56 Euro? Ja, die gönn ich mir, da bekomme ich eine feinste bibliophile Neuübersetzung, die ich viele Stunden lese. Aber die durchgelutschte Neuauflage von einem alten Fantasy Buch, die unterhaltsam und nett ist, aber eher etwas für Zwischendurch, für 25 Euro? Ja da warte ich ein oder zwei Jahre und hol es mir gebraucht für einen Bruchteil. Und gefragte Bestseller, gebunden für 35 Euros? Das ist halt schon satt, da bin ich dann auch raus, für ein Buch, das mit hoher Wahrscheinlichkeit inhaltlich ein Flop ist.
Der Markt verändert sich. Wir werden sehen, wohin es führt.
Vielen Dank für Deine interessanten Gedanken!
Tobi
Schönen guten Morgen Tobi!
Wieder ein interessanter Beitrag von dir, auch wenn ich persönlich jetzt über solche Entwicklungen mir keine so großen Gedanken mache.
Alles wird teurer, alles wird weniger gekauft, weil die Menschen schlichtweg kein Geld mehr dafür haben.
Das zeichnet sich ja schon seit Jahren ab und ich weiß nicht… mir kommt es immer so vor, als sei ich die einzige, die anders denkt in diesem unseren Wirtschaftsuniversum, die sagt: macht es billiger, dann kaufen es auch mehr.
Ob Pizza, Kleidung oder Bücher – wenn das Zeug immer teurer wird, kaufen es halt auch weniger. Da hilft dann auch kein schöner Buchschnitt ^^
Was oben genannt wurde: der Zeitfaktor… also wenn ich Zeit zum Lesen haben möchte, dann nehme ich sie mir. Ich weiß dass viele dann den Kopf schütteln, aber ich bin selbst viel eingespannt und hab mir auch in einer Zeit, in der ich eigentlich keine Zeit hatte, irgendwie meine Lesestunden genommen. Das geht wenn man will :)
Und wie auch oben genannt wurde: wenn man die Social Media Zeit mal weglässt bleibt (glaube ich) doch einiges mehr übrig als man denken würde. Aber viele sind da ja mittlerweile fixiert drauf.
Wohin das führen wird weiß ich nicht… ich höre tatsächlich momentan auch Hörbücher, was früher nie funktioniert hat und ich jetzt tatsächlich mache während ich den Haushalt in Ordnung bringe :D So hat es für mich mehr Sinn, mich um den Haushalt zu kümmern *lach* Und ja, ich bin da definitiv unkonzentrierter und höre da meistens Bücher, bei denen ich mich nicht so arg konzentrieren muss. Das Lesen ist für mich definitiv an erster Stelle und ein Eintauchen, das mit dem Hören für mich nicht so gut möglich ist.
Vielen Dank für deinen Beitrag!
Liebste Grüße, Aleshanee
Liebe Aleshanee,
vielen Dank für Deinen Kommentar und dass Du eine so treue Leserin meines Blogs bist. ❤️
Ich denke durch die explodierten Energiepreise und Lohnkosten, ist es schwer, die Bücher kostengünstig zu produzieren. Es funktioniert schon, wie man an den Nikol Klassikern sieht, aber sobald ein Buch auch inhaltlich viel Zuwendung bekommt, ist das kaum noch machbar. Aber ich gebe Dir recht: Wenn die Leute kein Geld mehr haben, weil die Inflation voll reinknallt, hilft das halt auch nichts. Dann wird auf die Bibliothek, Büchertauschschrank oder online Antiquariat ausgewichen. Was ich auch immer wieder mache.
Mit der Zeit hast Du absolut recht. Zeit hat man nicht, die nimmt man sich. Den ganzen Social Media Trend muss man für sich bewusst regulieren. Wer das nicht macht, der sitzt am Abend vor dem Smartphone, scrollt und fragt sich dann nach einer Stunde, wie die Zeit so schnell vergehen konnte. Meistens ohne Ergebnis. Da wäre viel Zeit zum Lesen, würden die Leute aufhören diese geistlosen Inhalte zu konsumieren.
Hörbücher funktionieren bei mir garnicht. Aber ich kann gut verstehen, wenn Leute das nutzen, weil das schon auch echte Vorteile hat. Genauso wie Ebooks. Aber ein bibliophiles Buch, Abends auf dem Sofa, das ist halt schwer zu toppen. ;)
Liebe Grüße
Tobi
Naja, sie könnten ja zumindest mal diese ganzen „Specials“ wie farbige Buchschnitte weglassen, das kostet ja sicher auch was? Keine Ahnung wie viel das am Ende dann ausmacht. Ein schlichtes Taschenbuch reicht mir völlig, ich will ja den Inhalt lesen und mir das Buch nicht einrahmen ^^ Ich mag auch schöne Bücher, aber am Ende lese ich mehr, als dass ich sie mir anschaue :D
Wir lesen seit Jahren aufgrund der Preise und dem Platz in der Wohnung Bücher aus der lokalen Bibliothek und zwar offline wie online. Leider werden diese Zahlen immer wieder vernachlässigt, wenn es um das Thema Nutzung geht, da immer nur Kauf und Nutzung miteinander in Verbindung gebraucht wird. Aber eigentlich müssten hier beim Leseverhalten dann auch die Zahlen rein, wieviele Leute sich Bücher aus ihren Bibliotheken ausliehen oder wieviele eben Dienste wie die onleihe, prime reading, Overdrive etc. nutzen.
Liebe Simone,
das würde mich auch interessieren: Wie viele Leser gibt es, die auf die Bibliothek zurückgreifen und ganz besonders: Wie haben sich diese Zahlen verändert. Da muss ich echt mal recherchieren, ob es da was gibt. Das wäre interessant. Genauso der Markt für gebrauchte Bücher. Vermutlich unterschätzt man das. Spannend in dem Zusammenhang ist ja eigentlich immer die Änderung der Nutzung. Ist es da der gleiche Trend, wie beim Buchkauf? Analog was Self-Publishing angeht. Das taucht in den Zahlen auch garnicht auf. Aber vermutlich kann man das auch auf andere Bereiche extrapolieren. Würde ich auf jeden Fall vermuten.
Liebe Grüße
Tobi
Das Lesen wird an den Grundschulen deutlich vernachlässigt. Früher konnten Kinder bereits lesen,wenn sie in die Schulen in die erste Klasse kamen.
Heute ist der Wortschatz bei den Erstklässlern so klein,dass man als Lehrer raten muss, was gemeint ist.
Die Integrationskurse wurden gestrichen, studierte Lerntherapeuten,die LRS Training anbieten, werden entlassen oder dürfen nur noch privat abrechnen.
Das Ergebnis sieht man in mangelnden kulturellen Fähigkeiten.
Liebe Franca,
das hängt vermutlich auch daran, wo man ist. Bei uns hier, im Speckgürtel von München ist das bestimmt nicht so schlimm. Aber ich möchte nicht wissen, wie das in einem Umfeld ist, in dem viele sozial schwache Familien leben. Und die Tendenz ist da ja stark steigend.
Der Rückbau im Bildungswesen ist ganz sicher ein riesiges Problem. Da bin ich voll bei Dir. Und wenn ich sehe, wie die Qualität der Schulen ist, dann kommen mir die Tränen. Und ich weiß wovon ich rede, denn ich habe drei Kinder im Schulsystem. Ich wundere mich definitiv nicht über die Pisa-Ergebnisse, wenn ich sehe, was das Schulsystem da abliefert. Wenn Eltern Teilzeit-Lehrkräfte werden, dann weiß man, dass man in einem dysfunktionalen System ist. Aber welcher Bereich ist das in diesem Land nicht?
Liebe Grüße
Tobi
Die Gründe für den starken Kaufrückgang bei den 10 bis 15-Jährigen sind nicht einfach zu benennen. Großteils bekommt diese Zielgruppe Bücher geschenkt anstatt selbst zu kaufen. Das heißt dann, Bücher werden weniger verschenkt. Und zwar von Eltern, Großeltern usw., in deren Verantwortung auch die Lesebegeisterung liegt.