Nachdem der Klett-Cotta Verlag dazu aufgerufen hat, Leserbeiträge für den Hobbit Presse Blog einzureichen, konnte ich nicht widerstehen und musste natürlich den Beitrag über meine schöne Herr der Ringe Prunkausgabe einreichen. Prompt ist dieser auch angenommen und mit einem schönen Bücherpaket belohnt worden. Darin waren drei sehr schöne und bibliophile Ausgaben von Kurzgeschichten und Gedichten Tolkiens, die ich euch heute vorstellen möchte. Was in den kleinen Büchlein steckt und für wen sie gut geeignet sind, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Hobbit und Der Herr der Ringe sind zwei Fantasy-Klassiker, wo man nicht viel falsch machen kann. Wie sieht es aber mit den anderen Werken Tolkiens aus? Ich habe vor Ewigkeiten einmal das Silmarillion gelesen, das mich damals wenig begeistern konnte und mir auch gar nicht in Erinnerung geblieben ist. Diese drei Bücher sind mir schon einige Male aufgefallen. Nicht nur, weil sie besonders schön gestaltet sind, sondern auch Tom Bombadils wegen, einem meiner absoluten Favoriten unter den Charakteren aus Tolkiens Welt. Die Naturverbundenheit, wie er mit seiner Umgebung verwoben ist, aber auch der Hauch von Sagen und Märchen, die dieser Figur anhaftet, hat etwas an sich, dass mich zum Träumen bringt. So war ich besonders gespannt, was mich in Die Abenteuer des Tom Bomabadil wohl erwarten würde.

Die Abenteuer des Tom Bombadil von J. R. R. Tolkien

Grundsätzlich haben alle drei Bücher gemein, dass sie richtig schön anzusehen sind und mit den Illustrationen von Pauline Baynes richtig schöne Schmuckstücke sind. Die britische Illustratorin wurde erst mit ihren Zeichnungen zu Den Chroniken von Narnia bekannt, aber Tolkien mochte ihren Stil sehr und war mit den Illustrationen zu seinen Geschichten sehr zufrieden. Sowohl die schönen Zeichnungen auf dem Schutzumschlag, als auch die skizzenhaften Abbildungen in den Büchern, sind sehr stimmungsvoll und werten den Text noch einmal auf. Sie haben irgendwie etwas Altmodisches, einen Hauch von dem Sagenhaften, was auch beispielsweise Tom Bombadil ausstrahlt.

Als erstes habe ich Die Abenteuer des Tom Bombadil zur Hand genommen, denn hier war ich am neugierigsten. Dabei handelt es sich um eine Sammlung an Gedichten, was nun nicht ganz mein Fall ist. Aber die Verse sind gelungen, angenehm zu lesen und haben eine schöne Melodie, die mich durchaus unterhalten konnten. Inhaltlich hat dieses Buch allerdings nicht viel zu bieten. Das, was die Gedichte erzählen, sind recht einfache und flache Episoden. Sehr stimmungsvoll, aber sie haben meine Phantasie nun nicht beflügelt. Wobei das Büchlein sehr schnell gelesen ist, denn die Gedichte sind in deutscher und in englischer Sprache abgedruckt, was aus den 195 Seiten nur die Hälfte an Inhalt macht. Für den begeisterten Tolkien Fan natürlich eine schöne Sache hier auch den Originaltext zu bekommen.

Die Abenteuer des Tom Bombadil von J. R. R. Tolkien

Das zweite Buch, zu dem ich gegriffen habe, ist Der Schmied von Großholzingen. Ursprünglich bat der Pantheon-Verlag Tolkien ein Vorwort zu dem Kindermärchen Golden Key (Der goldene Schlüssel) von George MacDonald zu schreiben. Als er begann über die Bedeutung von Kindermärchen (fairytale) zu schreiben, entwickelte sein Text ein Eigenleben und wurde plötzlich eine Art Beispiel dafür, dass fairytales durchaus mehr sind und sein können, als nur märchenhafte Geschichten für Kinder.

In der kurzen Erzählung verschlägt es einen Schmied regelmäßig in ein Feenland, wo er das ein oder andere erlebt, die Geschichte dabei tatsächlich märchenhaft anmutet, aber im Summe dann erstaunlich wenig passiert. Gerade einmal über 70 Seiten erstreckt sich die kurze Erzählung, der Rest besteht aus Nachwort, Notizen und Anmerkungen, die einen detaillierten Blick auf den Schaffensprozess dieser Geschichte erlauben. Auch hier hatte ich das Gefühl, dass sich der Inhalt primär an Fans von Tolkien richtet, die sich für die Hintergründe interessieren. Inhaltlich mag die Geschichte ihre Feinheiten haben, aber begeistern konnte sie mich nicht. Dazu ist sie zu kurz, hat zu wenig Tiefe, zu grob skizzierte Charaktere und zu wenig Inhalt.

Die Abenteuer des Tom Bombadil von J. R. R. Tolkien

Als letztes Buch habe ich dann Bauer Giles von Ham gelesen. Wie der Titel bereits sagt, geht es darin um den Bauern Giles, der sich tapfer einem Drachen entgegen stellt. Ursprünglich war dies eine Geschichte, die Tolkien mündlich seinen Kindern erzählt hat. Jahre später hat er sie dann zu Papier gebracht und sein Verleger wollte sie im Rahmen einer Sammlung von Erzählungen veröffentlichen. Daraus wurde dann aber später ein eigenständiges Buch, dass wie die anderen Bücher, von Baynes illustriert wurde. Auch hier umfasst die eigentliche Geschichte nur die Hälfte der Seiten und der Rest ist umfangreiches Begleitmaterial zur Entstehung mitsamt einer früheren Version.

Auch der Bauer Giles von Ham konnte mich nicht überzeugen. Leicht humorvoll wird auch hier wieder ein märchenhafter Ton angeschlagen. Die Story ist allerdings ebenfalls recht platt und langweilig. Vom Zauber der anderen Bücher Tolkiens habe ich hier nichts gefunden und auch erzählerisch wird hier nichts Besonderes geboten.

Die Abenteuer des Tom Bombadil von J. R. R. Tolkien

Fazit: Mein Eindruck der drei Bücher ist durchwachsen. Auf der einen Seite finde ich sie wunderschön gestaltet, mit den Illustrationen von Pauline Baynes, aber auch vom Inhalt her sind die Bücher sehr stimmungsvoll. Da ist alles stimmig und wenn man die kleinen Bücher in die Hand nimmt, dann laden sie schon dazu ein, in Tolkiens Welt einzutauchen. Inhaltlich wird dann aber sehr wenig geboten und die kurzen Geschichten konnten mich nicht richtig begeistern. Eine Empfehlung sind die Büchlein lediglich für Tolkien Fans (oder als Geschenk für solche) oder für Bibliophile, die schön illustrierte Ausgaben lieben. Ganz sicher wandern diese schön anzusehenden Ausgaben in mein Regal, aber lesen werde ich sie wohl nicht noch einmal.

Über die Bücher

Die Abenteuer des Tom Bombadil von J. R. R. TolkienTitel: Die Abenteuer des Tom Bombadil
Autor: J. R. R. Tolkien
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Übersetzung: Ebba Margaretha von Freymann
Illustration: Pauline Baynes
Erschienen: 23. April 2016
Erstveröffentlichung: 1962
Seiten: 195 Seiten

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Tom Bombadil ist eine der geheimnisvollsten und schönsten Figuren aus dem Herrn der Ringe. Außerdem ist er auch Gegenstand spielerischer Gedichte, von denen es heißt, sie seien von Hobbits selber erdacht und im Roten Buch überliefert.
Die Abenteuer des Tom Bombadil vereinigt diese mit weiteren Gedichten, die im Auenland am Ende des Dritten Zeitalters spielen. Sie liegen hier erstmals in einer zweisprachigen Ausgabe vor.
– Mit dem Fragment eines unbekannten Textes zu Tom Bombadil

Der Schmied von Grossholzingen von J. R. R. TolkienTitel: Der Schmied von Großholzingen
Autor: J. R. R. Tolkien
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Übersetzung: Karl A.Klewer und Lisa Kuppler
Illustration: Pauline Baynes
Erschienen: 23. April 2016
Erstveröffentlichung: 1967
Seiten: 249 Seiten

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Tolkiens charmante Fassung des englischen Volksmärchens über einen Bäcker, der einen Feenstern in einen Kuchen backt, und den Sohn eines Schmieds, der diesen verschluckt.

Alle 24 Jahre wird in dem Dorf Großholzingen ein Fest für die Kinder abgehalten. Dafür wird eigens ein Kuchen gebacken, der von den 24 eingeladenen Kindern verspeist werden darf. Der Kuchen ist süß, reich verziert und vollständig mit einem Zuckerguss überzogen. In ihn sind aber seltsame Gegenstände eingebacken und wer einen ganz besonderen davon verschluckt, auf den wartet als geheimnisvolles Geschenk der Zutritt ins Land der Elben.

Die Märchen und Abenteuergeschichten aus dem gefährlichen Königreich gehören zu Tolkiens weniger bekannten Werken. Drei bibliophil ausgestattete Ausgaben im kleinen Format stellen sie einer breiten Leserschaft neu vor. Der Schmied von Großholzingen war das letzte erzählerische Werk, das von Tolkien zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde.

Bauer Giles von Ham von J. R. R. TolkienTitel: Bauer Giles von Ham
Autor: J. R. R. Tolkien
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Übersetzung: Angela Uthe-Spencker und Susanne Held
Illustration: Pauline Baynes
Erschienen: 23. April 2016
Erstveröffentlichung: 1949
Seiten: 241 Seiten

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Um das Dorf Ham von dem furchteinflößenden Drachen Chrysophylax zu befreien, braucht es mehr als nur den Mut seiner Einwohner. Mit dem Bauern Giles begegnen wir einem typischen Helden Tolkiens, der Großes vollbringt, dabei aber gar kein Held sein möchte.

Bauer Giles sieht gar nicht wie ein Held aus. Er ist eher rundlich, hat einen roten Bart, und genießt das ruhige bequeme Leben. Eines Tages verjagt er einen Riesen und sein Ruhm verbreitet sich im ganzen Land – zu seinem Unglück, wie sich herausstellt: Denn als der listige Drache Chrysophylax das Königreich heimsucht, wird der Ruf nach Bauer Giles laut …
J.R.R. Tolkien veröffentlichte dieses klassische Märchen zwischen dem Hobbit und dem Herrn der Ringe. Die vorliegende Ausgabe orientiert sich an dem Text, der erstmals 1949 mit den Illustrationen von Pauline Baynes publiziert wurde. Außerdem enthält sie eine noch frühere Version und Tolkiens Notizen für eine Fortsetzung.

Die Märchen und Abenteuergeschichten aus dem gefährlichen Königreich gehören zu Tolkiens weniger bekannten Werken. Drei bibliophil ausgestattete Ausgaben im kleinen Format stellen sie einer breiten Leserschaft neu vor.

verfasst von Tobi

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