Seit ich diesen Blog habe, analysiere ich auch immer wieder die Blogosphäre der Buchblogger und veröffentliche dazu Beiträge mit detaillierten Statistiken und Visualisierungen. Die Vernetzung, die Herkunft der Blogger und was Buchblogger lesen habe ich bereits betrachtet. In diesem Beitrag geht es nun um das interessanteste und gleichzeitig zentralste Thema dieses erlauchten kleinen Kreises: Worüber schreiben Buchblogger? Diese Auswertung ist mit Abstand die aufwendigste und hinsichtlich der Datenbasis die umfangreichste Analyse, die ich bisher gemacht habe. Grundlage ist nichts anderes, als eine vollständige Kopie aller bisher veröffentlichten Artikel aller Buchblogs. Besonderer Fokus sind diesmal auch die Verlage und die Frage, wie erfolgreich deren Marketingarbeit ist. Und natürlich beinhaltet dieser Beitrag auch einige spannende allgemeine Einblicke in die Welt der Buchblogger.

Um die folgenden Statistiken und Visualisierungen zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, auf welchen Daten diese basieren. Verarbeitet habe ich alle Blogs der Topliste, also alle Buchblogs, die innerhalb der letzten sechs Monate einen Beitrag veröffentlicht haben. Ich habe ein Programm entwickelt, das alle diese Blogs vollständig abscannt und dort alle Beiträge mit Titel, Artikelinhalt (ohne Bilder und Formatierungen) und Datum in einen effizient durchsuchbaren Suchindex lädt. Dann habe ich mir eine Datenbank aller bisher in Deutschland erschienenen Bücher besorgt. Anschließend habe ich alle Beiträge nach diesen Büchern durchsucht, wobei ich einmal anhand der ISBN Nummer und einmal nach dem Vorkommen von Titel und Autorname im Artikeltext gesucht habe. Das Ergebnis ist eine Liste an Büchern und der Information wann sie in welchem Blog in welchem Beitrag erwähnt wurden. Aufbauend auf diesen Informationen habe ich die Ergebnisse ermittelt, die ich in diesem Beitrag vorstelle.

Wer sich für die Datenbasis und die Vorgehensweise interessiert und mehr darüber erfahren möchte, den kann ich auf einen Beitrag verweisen, den ich in wenigen Tagen veröffentlichen werde. Das Programm, das als Basis für diese Analyse dient, werde ich OpenSource zur Verfügung stellen. So kann jeder nachvollziehen, was ich gemacht habe, kann die Daten validieren, darauf aufbauend eine Studie erstellen oder sich einfach nur ansehen, wie ich vorgegangen bin.

Blogverhalten

Insgesamt habe ich 616.044 Blogbeiträge auf 1271 Blogs erfasst. Dabei habe ich 688.508 Bücher in den Beiträgen gefunden. Dabei haben die Blogger 2.188.957.324 Zeichen getippt, was 1.216.087 Buchseiten entspricht, was wiederum 1216 Tausendseitenschmöcker sind. Durchschnittlich hat ein Blogartikel 3553 Zeichen, das entspricht also knapp zwei Buchseiten.

Folgendes Histogramm zeigt etwas genauer die Verteilung der Beitragslängen (die X Achse zeigt die Länge der Beiträge, die Y Achse die Anzahl an Beiträgen die diesen Längenbereich haben).

Man sieht sehr deutlich, dass die meisten Beiträge um die 1800 bis 2999 Zeichen, also zwischen ein und zwei Buchseiten haben. Ich habe nur Beiträge mit mehr als 600 Zeichen weiter betrachtet. Wie ich vereinzelt gesehen habe, nutzen einige Blogger ihren Blog fast als eine Art Twitter und schreiben dort nur ganz wenige Zeilen, oft auch mit völlig banalen Inhalten. Nur sehr wenig Blogger schreiben sehr umfangreiche Blogbeiträge. Dabei fällt auf, dass einige Blogs mit längeren Beiträgen tatsächlich auch sehr gute Inhalte bieten. Folgend eine Liste der Blogs mit der größten durchschnittlichen Beitragslänge:

  • 14633 Zeichen: http://www.buchkolumne.de
  • 11914 Zeichen: https://stefanmesch.wordpress.com
  • 11352 Zeichen: https://phantastikon.de
  • 9096 Zeichen: https://steglitzmind.wordpress.com
  • 8654 Zeichen: https://radiergummi.wordpress.com
  • 8547 Zeichen: http://buchwurm.org
  • 7944 Zeichen: https://astrolibrium.wordpress.com
  • 7753 Zeichen: https://postmondaen.net
  • 7692 Zeichen: https://ivybooknerd.com
  • 7428 Zeichen: https://theworldofvioletbooklady.blogspot.de
  • 7301 Zeichen: https://kueckibooks.blogspot.de
  • 7261 Zeichen: http://inkofbooks.com
  • 7202 Zeichen: https://jljordan.net
  • 7168 Zeichen: https://crimealleyblog.wordpress.com
  • 7135 Zeichen: https://dasgrauesofa.com
  • 7124 Zeichen: https://www.lesestunden.de
  • 7119 Zeichen: https://thomasbrasch.wordpress.com
  • 7078 Zeichen: https://literarischer.blogspot.de
  • 6998 Zeichen: https://claudiabett.com
  • 6905 Zeichen: https://ltrtr.wordpress.com

Karla von Buchkolumne schreibt beispielsweise sehr wenig Beiträge, dafür aber dann sehr gut recherchierte und mit umfangreichem Inhalt. Auch Stefan Mesch oder Gesine von Prittwitz haben umfangreiche Blogbeiträge und Interviews, die mir als qualitativ hochwertig in Erinnerung sind. Und natürlich mein Blog, ist ja klar 😉

Die vorliegenden Artikeldaten erlauben mir sehr exakt das Alter der Blogs zu bestimmen. 4,2 Jahre sind die Blogs im Durchschnitt alt. Bei meiner ersten Auswertung Anfang 2015 bin ich noch auf einen Wert von 3 Jahren gekommen. Das kann damals nun ein Messfehler sein (denn damals habe ich basierend auf den ersten archive.org Eintrag das Alter geschätzt), oder es sind seit damals doch einige Blogger dabei geblieben, die den Schnitt nach oben getrieben haben. Wenn ich so die Blogs betrachte, denen ich folge, dürfte die Altersstruktur gut passen.

Die zwanzig ältesten Blogs, die schon am längsten im Geschäft sind, will ich euch nicht vorenthalten. 1998 hat der erste Blogger seine Pforten geöffnet. Zumindest, wenn man dem Datum der Artikel glaubt (wo ich mit bei erstem Blog nicht so sicher bin).

  • 1998: https://www.lesenmitlinks.de
  • 1999: http://www.die-leselust.de
  • 1999: http://lesekreis.org
  • 1999: http://buecher.ueber-alles.net
  • 2000: http://www.buchrebellin.de
  • 2002: https://literatenwelt.blogspot.de
  • 2002: http://buchwurm.org
  • 2003: https://moyasbuchgewimmel.de
  • 2003: http://influenza-bookosa.de
  • 2004: http://www.lesensiegut.de
  • 2005: https://www.lesefieber.ch
  • 2005: http://www.bonaventura.blog
  • 2005: http://blog.literaturwelt.de
  • 2005: https://sunsys-blog.blogspot.de
  • 2005: http://www.laubet.de
  • 2006: http://www.wortmax.de
  • 2006: http://pinkfisch.net
  • 2007: http://www.schattenwege.net
  • 2007: http://www.bluecher.blog
  • 2007: http://www.kossis-welt.de/blog

Eine spannende Frage ist nun, wie der Trend ist. Wie viele Blogs sind über die Jahre an den Start gegangen? Hier ist ganz klar sichtbar, dass 2015 das Jahr des großen Buchbloggerhypes war. Da hat die Buchbloggerei in der Verlagswelt große Wellen geschlagen, wurde plötzlich für das Marketing entdeckt und wurde auch auf den Messen das erste Mal so richtig wahrgenommen (ich denke da an die erste Bloggerlounge oder Bloggersessions auf den Buchmessen).

Man sieht aber auch ganz deutlich, dass der Trend stark rückläufig ist. 2015 wurden 100 Blogs mehr gestartet als im Jahr 2017. Über Bücher zu bloggen, ist mittlerweile wohl nicht mehr ganz so hip wie vor drei Jahren. Für mich war das Anlass weiter zu forschen. Wie aktiv sind die Buchblogger über die letzten Jahre? Hierzu habe ich ebenfalls einen Chart, der die Anzahl der Blogbeiträge zeitlich, nach Monat gruppiert, anordnet:

Auch hier bestätigt sich: 2015 war das große Bloggerjahr. Da waren die Blogger am aktivsten und haben die meisten Artikel veröffentlicht. Ende 2017 ist das Niveau aber wieder auf dem von Mitte 2014 angelangt. Scheinbar ist die Motivation der Blogger etwas gesunken und nach der ersten Euphorie kehrte wieder ein etwas ruhigerer Bloggeralltag ein. Das spiegelt sich aus meiner Sicht auch an den Themen wieder. 2015 wurde viel über das Bloggen diskutiert und immer wieder sind Debatten hoch gekocht, die mit viel Emotionen geführt wurden (z.B. Blogger vs. Feuilleton, Professionalisierung von Buchblogs usw.). Das hat sich die letzten Monate schon stark gelegt.

Mir ist damals aufgefallen, dass besonders der Sonntag ein beliebter Tag für die Veröffentlichung von Blogbeiträgen ist. Insgesamt ist das tatsächlich der beliebteste Tag, aber nicht so signifikant, wie ich das subjektiv wahrgenommen habe. Blogbeiträge erscheinen recht gleichmäßig über die Woche hinweg. Diesen Daten haftet allerdings auch ein Fehler an, denn bei einigen wenigen Blogs konnte ich den exakten Tag der Veröffentlichung nicht ermitteln.

Eine Frage, die ich mir gestellt habe ist wie präsent Gewinnspiele in der Buchblogosphäre sind. 4% der Beiträge haben das Wort Gewinnspiel in ihrem Text. Das muss nun nicht heißen, dass diese 26.400 Beiträge alle Gewinnspiele darstellen. Einige sind die Beiträge für die Auflösung der Gewinnspiele, andere schreiben sicherlich über ein Buch, das sie gewonnen haben. Ein Wert, der mir aber plausibel erscheint. Es gibt immer wieder einmal Gewinnspiele, aber an sich sind sie eine eher unbedeutende Nebensache.

Beliebte Inhalte: Bücher und Autoren

Gespannt war ich natürlich darauf, welche Bücher und Autoren sehr beliebt sind. Ich verfolge nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Buchblogs aktiv und die haben dabei natürlich einen ganz ähnlichen Lesegeschmack wie ich. Aber vom Durchstöbern der Topliste hatte ich natürlich schon einen Eindruck, der sich hier noch einmal bestätigt hat. Ganz oben in der Liste sind Jugend- und Kinderbücher von den Autoren, die selbst mir mittlerweile ein Begriff sind und die sich auch in Buchhandlungen und im Onlineshop weit oben in den Verkaufslisten finden. Die Zahl ist die Anzahl an Beiträgen, in denen das Buch gefunden wurde.

  • 528:  Michaėlʹ Ėnde
  • 461:  Maggie Stiefvater
  • 424:  Kiera Cass
  • 419:  Ursula Poznanski
  • 393:  Arthur Conan Doyle
  • 376:  Ransom Riggs
  • 370:  Kerstin Gier
  • 345:  Lissa Price
  • 344:  Cassandra Clare
  • 327:  Michaėlʹ Ėnde
  • 326:  Bettina Belitz
  • 325:  Kristin Cashore
  • 322:  Suzanne Collins
  • 290:  Trudi Canavan
  • 289:  Maggie Stiefvater
  • 286:  Patrick Ness
  • 282:  Julia Adrián
  • 275:  Carina Bartsch
  • 269:  Kerstin Gier
  • 266:  Maggie Stiefvater
  • 258:  Anna Seidl

Hierbei muss ich auf jeden Fall nochmal auf die Methode der Buchsuche in den Artikeln hinweisen. Hier besteht natürlich eine Unschärfe. Ich durchsuche die Blogbeiträge zwar nach ISBN Nummern, aber auch nach Titel und Autorenname. Selection von Kiera Cass kommt natürlich bei allen drei Teilen der Reihe vor. Gezählt wird jede Erwähnung, d.h. das Buch muss nicht zwingend in dem Blogbeitrag rezensiert worden sein. Von der Größenordnung her erscheint mir diese Liste allerdings plausibel. Auf diese Bücher trifft man in Blogs tatsächlich sehr oft.

Ganz ähnlich ist die Auswahl an beliebtester Autoren. Die Zahl ist wieder die Anzahl an Erwähnungen:

  • 1937: Maggie Stiefvater
  • 1525: Cassandra Clare
  • 1427: Nina Blazon
  • 1073: J. R. Ward
  • 1015: Ursula Poznanski
  • 978: Jennifer Estep
  • 963: Michaėlʹ Ėnde
  • 936: Bettina Belitz
  • 920: Richard Bachman
  • 867: Abbi Glines
  • 848: Simon Beckett
  • 844: Cecelia Ahern
  • 776: Kerstin Gier
  • 694: Kiera Cass
  • 689: Christoph Marzi
  • 687: J. Lynn
  • 686: Jennifer Benkau
  • 674: Cornelia Funke
  • 640: Karin Slaughter
  • 608: Samantha Young

Ähnlichkeit der Bloginhalte

Wenn man sich nun anschaut, wie viele Erwähnungen die beliebtesten Bücher haben, dann ist das angesichts der Menge an Blogbeiträgen sehr gering. Ich habe mich nun gefragt, wie groß die Schnittmenge gelesener Bücher und Autoren zwischen den Blogs ist. Lesen alle Blogs die gleichen Bücher und Autoren? Um das zu ermitteln habe ich für alle Blogs berechnet, wie ähnlich sie in ihrer Wahl der Bücher mit den anderen Blogs sind. Dabei habe ich zwischen zwei Blogs einen Ähnlichkeitswert zwischen 0 (keine Ähnlichkeit) und 100 (große Ähnlichkeit) berechnet. Wurde in beiden Blogs exakt das identische Buch erwähnt, werden 15 Punkte angerechnet, wurde der gleiche Autor erwähnt, dann habe ich 5 Punkte addiert. Aus Anzahl der Bücher und der Autoren des Blogs mit der geringeren Anzahl an Büchern ergibt sich eine maximal mögliche Obergrenze an erreichbaren Punkten. Die tatsächlcih erreichten Punkte habe ich dann durch den maximal möglichen Punktestand dividiert und somit einen Wert zwischen 0 und 1 bzw. 0 und 100 als Ergebnis. Ein hoher Wert zeigt an, dass beide Blogs sehr viele identische Bücher und Autoren in ihrem Blog besprechen.

Folgende Visualisierung zeigt eine Matrix, in der auf der X und Y Achse alle Blogs aufgelistet sind. Um so höher der Ähnlichkeitswert, um so dunkler ist der Punkt an der Schnittstelle zwischen beiden Blogs. Dabei habe ich sehr ähnliche Blogs an den Anfang sortiert. Ihr könnt das Bild anklicken, dann öffnet es sich in der vollen Auflösung. Es ist allerdings sehr sehr groß.

Es ist auf den ersten Blick sichtbar, dass die Überschneidungen zwischen den Blogs sehr gering ausfällt. Es gibt einige wenige Blogs die inhaltlich sehr ähnlich gelagert sind (das sieht man an der etwas dunkleren linken oberen Ecke), aber die große Masse trifft hat eine ganz eigene Buchauswahl. Eine durchschnittliche inhaltliche Übereinstimmung von 6 (von den möglichen 100) zeigt das nochmal ganz deutlich. Blogger treffen eine sehr individuelle Auswahl was ihren Lesestoff betrifft. Hier bestätigt sich eine Annahme, die ich bereits in meiner Auswertung Was lesen Buchblogger ermittelt habe: Ein Buch wird nur von wenigen Buchbloggern gelesen.

Genres

Weißt diese große Diversität auch auf eine sozusagen perfekte literarische Vielfalt hin? Decken die Blogger tatsächlich einen so großen thematischen Bereich ab? Mitnichten, was eine genauere Betrachtung der Genres der gefundenen Bücher offenbart. Um die Genres zu ermitteln, habe ich für alle gefundenen Bücher die Kategorien von Amazon abgerufen. Ein Buch kann dabei mehreren Kategorien angehören. Die gefundenen Kategorien, die von Amazon hervorragend und sehr feingranular katalogisiert sind, habe ich dann entsprechend gruppiert. Folgendes Balkendiagramm zeigt, wie viele gefundenen Bücher dem jeweiligen Genre zugeordnet werden können. 15% Kinderbücher bedeutet, dass 15% aller einzelnen Treffer diesem Genre zugeordnet werden können.

Auch hier bestätigt sich, was ich in meiner vorhergehenden Auswertung Was lesen Buchblogger ermittelt habe: Jugendbücher sind unangefochten auf dem ersten Platz. Primär wird die Buchbloggerszene von Genre- und Unterhaltungsliteratur dominiert. Den überdurchschnittlich hohen Anteil an Jugend- und Kinderbücher würde ich auch auf die Alterstruktur der Blogger zurückführen. Ohne das mit Zahlen belegen zu können, fällt beim Surfen durch die Buchblogs doch auf, dass Blogger primär jüngeren Semesters sind.

Klassiker sind mit 0,56% eine absolute Randerscheinung. Gegenwartsliteratur ist primär unter Sonstiges mit 8,5% verortet. Die Diskussion Feuilleton vs. Buchblogger wird hier einmal mehr entkräftet. Es mag einige wenige Blogs geben, die sich auf gehobene Literatur fokussieren und ich kenne einige, die wirklich hervorragend sind, aber der Großteil der Buchblogger gibt sich primär der Unterhaltung hin und legt wenig Wert auf intellektuelle Herausforderungen.

Verlage

Für Verlage waren Buchblogger in den letzten Jahren eine interessante Zielgruppe für verschiedene Marketingaktivitäten. Das hat schließlich auch die Professionalisierungsdebatte befeuert und viele Blogger haben über den Wert ihres Blogs nachgedacht. Nun habe ich mich gefragt, wie stark die einzelnen Verlage auf den Blogs vertreten sind. Basierend auf den Daten ist das aber nicht so einfach. Als Basis für meine Bücherdatenbank habe ich die Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek verwendet. Deren Bestand ist sehr umfangreich, aber es sind nicht alle Ausgaben aufgeführt. Beispielsweise „Der Drachenbeinthron“ von Tad Williams ist im Krüger Verlag, im Fischer Verlag und in der neuesten Auflage im Klett-Cotta Verlag erschienen. Letztere ist allerdings nicht in der DNB Datenbank zu finden. Für die Auswertung bedeutet dass, das hier hinsichtlich Titel, Autor und später auch dem Genre bzw. der Kategorie Aussagen zuverlässig sind, wohingegen Aussagen zum Verlag nur für Treffer, welche über die ISBN ermittelt wurden, verlässlich sind.

Die Verteilung der Verlage über alle Buchtreffer (also mit dem beschriebenen Fehler) stellt sich wie folgt dar:

Es spiegelt sich die Beobachtung wieder, die auch bei der Betrachtung der Ähnlichkeit der Bloginhalte ergibt: es gibt keinen Verlag, der die Buchblogs dominiert und übermäßig präsent ist. Die gelesenen Bücher der Blogger umfassen eine sehr breite Palette an Verlagen, was die Vielseitigkeit bei der Wahl der Bücher entspricht.

Die Eingrenzung auf Treffer, die mit ISBN Nummern erfolgt sind, bei denen also der Verlag zuverlässig ermittelt werden kann, zeigt eine sehr ähnliche Verteilung und lässt identische Schlüsse zu:

In einem letzten Schritt, habe ich die Blogbeiträge nach den Namen der Verlage durchsucht und ermittelt, wie oft ein Verlag erwähnt wurde. Auch hier gibt es keinen Verlag, der alle anderen aussticht und für die Buchblogger viel wichtiger ist als alle anderen Verlage.

Wie erfolgreich sind nun aber Marketingaktionen von Verlagen wirklich? Dazu habe ich mir die Verlagsgruppe Random House genauer angesehen. Am 2. März 2015 hat die Verlagsgruppe ihr Bloggerportal gestartet und eine Plattform geschaffen, über die Blogger unkompliziert mit ihnen in Kontakt treten können und sich mit wenigen Klicks Rezensionsexemplare bestellen können. Wie wirksam war und ist diese Marketingstrategie?

Hierzu habe ich erst einmal in absoluten Zahlen die erwähnten Bücher der Random House Verlage und der restlichen Verlage ermittelt:

Es ist ganz deutlich zu sehen, wie die besprochenen Bücher der Random House Gruppe sprungartig angestiegen sind. Von 651 auf 980 Bücher. Allerdings sind auch die insgesamt besprochenen Bücher stark nach oben geschnellt. Um zu sehen, wie stark die Random House Verlage vertreten waren, habe ich ihren Anteil in Prozent ermittelt und damit einen wesentlich aussagekräftigeren Chart erstellt:

Hier ist zu sehen, dass im März im Vergleich noch keine Wirkung zu sehen war. Die Bücher der Random Haus Verlage waren im Februar und März mit 9%  gleich stark präsent. 2015 war das große Jahr des Buchbloggens, da ist insgesamt die Menge an verfasster Artikel stark gestiegen. Im Jahresverlauf ist zu sehen, dass ab April der Marktanteil um zwei Prozent gesteigert werden konnte. Im September sogar auf satte 15%. Natürlich haben die Blogger erst Zeit zum Lesen gebraucht und es hat gedauert, bis sich das Portal herum gesprochen hat. Spannend ist aber auch, dass zum Ende des Jahres dieser Effekt sich wieder aufgelöst hat.

Aus meiner Sicht wird aus all diesen Auswertungen sehr deutlich sichtbar, dass Buchblogger sich nur begrenzt von den Marketingaktionen der Verlage beeinflussen lassen. Sie wählen ihre Bücher nach ihrem eigenen Gusto. Die Angst, dass Buchblogger sich mit Rezensionsexemplaren kaufen lassen, halte ich mit dieser Auswertung, zumindest ein Stück weit, für widerlegt. Wären alle Buchblogger so leicht käuflich, so hätte dieses Bloggerportal einen wesentlich größeren Impact haben müssen, denn die Random House Verlage machen es den Bloggern sehr leicht, an ihre Bücher zu kommen. Allerdings kann es natürlich auch sein, dass die Random House Gruppe eine sehr restriktive Politik bei der Vergabe von Rezensionsexemplaren hat. Oder die Aktivität anderer Verlage hat den Effekt gedämpft, denn immerhin haben die Buchblogger nur begrenzte Kapazitäten und werden auch von anderen Verlagshäuser gezielt in ihr Marketing eingebunden.

Sentiment Analysis

Nachdem ich alle Blog Artikel inhaltlich vorliegen hatte, habe ich mich gefragt, ob ich nicht ermitteln kann, wie positiv oder negativ die darin gefällten Urteile sind. Buchblogger wird ja vorgeworfen wenig kritisch zu sein. Tatsächlich gibt es in der mit maschinellen Lernen automatisierten Verarbeitung von Texten ein Mittel, mit dem sich das feststellen lässt. Sentiment Analysis ist hier das Stichwort, also die Erkennung der Stimmung eines Textes. Hierfür habe ich eine Bibliothek verwendet, die mit dem Sentiment Wortschatz, den die Uni Leipzig zur Verfügung stellt, eine Analyse der Stimmung der Blogartikel durchführt. Für jeden Beitrag habe ich den Sentiment Score ermittelt und dann über alle Blogbeiträge gemittelt. Ein negativer Score weist auf einen Beitrag mit negativer Stimmung hin, ein positiver Wert auf eine entsprechend positive Rezension. Dabei bewegt sich der Wert immer so in einem Bereich zwischen -4 (sehr negativ) und 4 (sehr positiv).

Für die Gesamtheit der Blogs ergibt sich ein Score von 3,15 was sehr sehr positiv ist. Auch das würde zu vergangenen Auswertungen passen, wo ich bereits festgestellt habe, dass Buchblogger sehr positiv bewerten. Auch das scheint mir sehr plausibel, denn Buchblogger schreiben über Bücher, die ihnen gefallen und teilen ihre Begeisterung. Einmal mehr eine Bestätigung für dieses allgemein bekannte Annahme. Verlage müssen sich also wenig fürchten eine negative Rezension zu bekommen, wenn sich ein Blogger eines ihrer Bücher angenommen hat.

Zuverlässigkeit der Daten

Nun habe ich einige Visualisierungen und Statistiken gezeigt, aber wie zuverlässig sind diese Werte und Vergleiche? Hier muss man die Verarbeitungsschritte betrachten, mit denen die Daten erhoben werden. Die Suche nach den Büchern in den Beiträgen ist keine exakte Methode, sondern birgt eine gewisse Unschärfe. Zum einen bedeutet ein Treffer nicht auch, dass das Buch besprochen wurde. Einige Blogger führen Übersichten, in denen gelesene und ungelesene Bücher immer wieder aufgeführt werden, die dann auch immer wieder gefunden und gezählt werden. Hinzu kommt, dass die Titel aus der Datenbank der Deutschen Nationablibliothek nicht immer exakt so in den Beiträgen stehen müssen. Stichproben haben zwar gezeigt, dass die Trefferrate hier sehr gut ist, aber wenn ein Buch beispielsweise den Titel „Selection – Die Krone“ hat, dann muss exakt diese Zeichenkette im Beitrag vorkommen, damit es einen Treffer gibt. Hinzu kommt, dass es Treffer im Hörbuchbereich gibt und auch bei Ebooks. Beispielsweise hat der RandomHouse Verlag alle Ebooks unter einen Verlag veröffentlicht, der dann auch überdurchschnittlich viele Treffer hat. Einige Bücher werden natürlich doppelt gefunden, wenn es mehrere Ausgaben davon gibt. Diese doppelten Treffer habe ich so gut es geht herausgerechnet.

Was komplett außen vor ist, sind Bücher anderer Sprache. Hier stütze ich mich voll auf die Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek, die zwar durchaus fremdsprachige Bücher führt, sich aber auf den deutschsprachigen Raum fokussiert hat.

Ebenso mit Unschärfen behaftet ist der Algorithmus zum Abgreifen der Blogbeiträge. Ich habe zwar einige Stichproben gemacht und für die Blogs, die sehr viele bzw. sehr wenige Beiträge haben, validiert, ob sie korrekt verarbeitet wurden. Aber das habe ich nicht für alle Blogs gemacht. Es ist also durchaus möglich das Beiträge nicht abgegriffen wurden oder andere dafür doppelt.

Nachdem die Ergebnisse sehr gut die vorhergehenden Auswertungen wieder spiegeln und doch zahlreiche Ergebnisse sich erneut bestätigen, glaube ich nicht, dass hier ein so großer Fehler vorliegt, dass dies die Schlussfolgerungen ändern würde. Das Beispiel mit der Aufschlüsselung der Verlage zeigt, wie die Form der Auswertung variiert, aber dennoch immer ähnlich ausfällt. Hinsichtlich der exakten Werte gibt es aber ganz sicher Unschärfen. Um diesbezüglich eine maximal mögliche Transparenz zu schaffen, werde ich auch den Quellcode für diese Auswertung vorlegen. Wer weitere Betrachtungen anstellen oder die Ergebnisse genau unter die Lupe nehmen möchte, hat dazu die Freiheit. Vielleicht lassen sich Aussagen die ich hier treffe sogar widerlegen und erweisen sich als falsch.

Fazit

Eine genauere Analyse der Blogartikel zeigt, dass die Bandbreite besprochener Bücher sehr groß ist und die Blogger eine sehr individuelle Buchauswahl treffen. Es gibt nur wenig Überschneidungen in der Wahl der besprochenen Lektüren und neben ein paar wenigen, eher geringfügig populäreren Büchern und Autoren, trifft jeder Blogger eine ganz eigene Auswahl. Hier bestätigt sich das Ergebnis vergangener Auswertungen. Die Bandbreite hinsichtlich des Genres ist allerdings dabei sehr gering. Der Fokus liegt eindeutig auf Jugendbücher, Kinderbücher und Unterhaltungsliteratur. Anspruchsvolle Literatur ist hier eine Randerscheinung und die durchschnittliche Beitragslänge von ein bis zwei Buchseiten zeigt, dass eine umfangreiche und intensive Besprechung ebenfalls eher die Ausnahme ist.

Die Verlage sind dabei sehr gleichmäßig vertreten und es gibt kein einzelnes Verlagshaus, dass die Buchbloggerszene dominieren würde. Die großen Publikumsverlage haben zwar einen höheren Anteil, aber insgesamt ist das Spektrum weit gefächert. Wie eine nähere Betrachtung der Random House Verlage und deren Start der Bloggerportals zeigt, lassen sich Blogger durchaus von einem gelungenem Marketing beeinflussen, der Effekt fällt allerdings gering aus und ist nicht von dauerhaften Bestand.

Das große Jahr des Buchbloggens war eindeutig 2015. Dort sind sehr viele Buchblogs entstanden und in dieser Zeit wurden auch die meisten Blogartikel verfasst. Das verwundert nicht, zu diesem Zeitpunkt wurden Buchblogs von der Literaturwelt plötzlich sehr stark wahrgenommen. Dieser große Hype hat sich aber wieder gelegt und es ist ein deutlicher Abwärtstrend zu erkennen. Im Jahr 2017 hat sich die Artikelmenge auf den Wert von 2014, vor dem großen Peak, verringert und 2017 sind nur etwa halb so viele neue Blogs entstanden wie 2015.

Es ist noch viel Bewegung in dieser Community. Auch wenn sich die Buchblogger einen Platz in der Literaturwelt bereits erkämpft haben, muss sich zeigen, wie dauerhaft dieser Trend ist. Von den Zahlen her sind Buchblogs allerdings eine Nische, die hinsichtlich der quantitativen, qualitativen und thematischen Aufstellung noch einiges an Potenzial haben. Ich bin gespannt, wie sich die Buchblogosphäre die nächsten Jahre weiter verändern wird.

    28 Kommentare

  1. lapismont 13. Februar 2018 at 21:00 Antworten

    Klasse Arbeit!

  2. Konzi von Lagoonadelmar 13. Februar 2018 at 21:13 Antworten

    Hallo Tobias,

    lieben Dank für diesen sehr interessanten und vor allem ausführlichen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Konzi von Lagoonadelmar

  3. Mikka 13. Februar 2018 at 21:27 Antworten

    Huhu!

    Wahnsinn, was du da für eine Arbeit reingesteckt hast! Das Ergebnis kann sich sehen lassen, und ich finde es sehr interessant, dass sich manches bestätigt, was ich vermutet habe, anderes hingegen nicht.

    Ich peile bei meinen Beiträgen für gewöhnlich 4.000 bis 5.000 Zeichen an; ich habe immer das Gefühl, dass das so die Grenze ist, was die Mehrheit der Leser noch bereit ist, zu lesen. Aber vielleicht vertue ich mich da auch!

    Im Moment sind meine am häufigsten besprochenen Genres Krimi & Thriller, Fantasy und Gegenwartsliteratur. Jugendbücher sind bei mir ein stetig rückläufiges Genre. Da hat ich mein Gefühl nicht getrogen, dass das dem allgemeinen Trend zuwider läuft…

    LG,
    Mikka

    • Tobi 14. Februar 2018 at 18:49 Antworten

      Liebe Mikka,

      mein Kompromiss ist ja immer, so viel zu schreiben wie ich für notwendig halte um das Buch ausreichend vorzustellen und alle meine Eindrücke zu schildern. Für alle, die nicht so viel lesen wollen, habe ich dann immer das Fazit, das alles nochmal zusammenfasst. Ich glaube das passt ganz gut.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Bettina 13. Februar 2018 at 21:38 Antworten

    Wow Tobias, da muss ich noch mal in Ruhe drüber. Das ist ja eine gigantische Auswertung.

    Mein Blog ist übrigens noch älter, als es der älteste Artikel hergibt. Aus den ersten Jahren ist nur leider nichts mehr da. Angefangen habe ich tatsächlich 1999, bin also weitaus mehr Blog-Oma als es aussieht 😉 Derzeit ist der älteste noch erhaltene Artikel von 2004. Ich muss jetzt extra mal schauen, ob ich nicht doch noch was asbachuraltes habe. Das wird ’ne Challenge.
    Ich bin dankbar für den Hinweis auf die anderen Blogs, die zu derselben Zeit angefangen hatte. Die hatte ich damals noch gar nicht auf dem Radar.

    Liebe Grüße, Bettina

  5. Huebi 13. Februar 2018 at 21:47 Antworten

    Namd,

    um mal von hinten anzufangen

    > Von den Zahlen her sind Buchblogs allerdings eine Nische,

    Das finde ich schon ein wenig schade. Woher kommt das? Sind Buchleser wenig mitteilsam? Oder lesen sie lieber ein Buch statt darüber zu schreiben? Wenn ich jetzt mal Youtube als vblog dazunehmen finde ich es schon traurig oder doch erschreckend, was alles so veröffentlicht wird und wieviele Anhänger/Follower/Komentarschreiber es gibt. Auf der enen Seite liest man dann, dass das _Drang/Hang zum Buch ungebrochen ist, sich dies aber anscheinend in der Blogosphäre nicht recht wiederspiegelt.

    Interessant wäre ja auch mal, das unbekannte Wesen der Blogleser zu durchleuchten. Ich selbst verfolge aktiv nur zwei Blogs, einen bislang nur opassiv und zwei weitere nur sporadisch, da dort nur wenige Beiträge geschrieben werden, aber das ist Ok so, mein Tag hat ja auch nur 24 Stunden. Ich hab mir mal mehr oder weniger zufällig (meine ich zumindest) den einen oder anderen Blog angeschaut (warum sind das eigentlich keine Links?) Aufgefallen ist mir, dass es eigentlich immer sehr wenige Kommentare gibt. Ich habe auch zwei Blogs gefunden, die regelmässig in den den letzten beiden Jahren Posts veröffentlich haben und keinen, nicht einen einzigen Kommentar enthalten. Nicht einen einzigen. Das finde ich irgendwie traurig. Und es waren durchaus Blogs, die schon. etwas länger „am Markt sind“ und deren Beiträge nicht nur oberflächliche Inhaltsangaben sind. Das fand ich irgendwie traurig, dass sich jemand doch recht viel Mühe macht und über die Zeit so gar kein Feedback bekommen. Ein Grund mag sicherlich sein dass beide nicht selbst hosten sondern über das blogger/blogspot Angebot gehen und von daher von den Suchmaschinen abgestraft werden (hohe Anzahl von Seiten nur von einer Domain ist eher ein Malus).
    Das sich keine längere Diskussionen ergeben ist ja eigentlich gang und gäbe in der Blogwelt, denn die Zeitspanne in der zwei Leute ein Buch gelesen haben kann ja doch recht lang auseinander liegen und dann einen Post zu kommentieren, der schon zwei Monate alt ist oder gar noch länger ist irgendwie nachvollziehbar.
    Ich hoffe jedenfalls, dass dieser Blog auch weiterhin in der Kategorie beständiger Blog fallen wird, da er meinen Lesenerv trifft und mir trotzdem Bücher unter die Nase hält, die ich anderweitig nie und nimmer gelesen hätte. Nah genug also um meinen Lesegeschmack zu trefen, ohne das Gefühl zu haben, in einer Filterblase zu stecken.
    In diesem Sinne

    //huebi

  6. Daniela 13. Februar 2018 at 22:05 Antworten

    Hallo Tobias,

    was für eine gewaltige Auswertung, wieviel Arbeit du reingesteckt hast und wie sorgfältig die Daten erhoben/verarbeitet. Das ist eine Qualität!

    Ich hab alles mit sehr viel Interesse gelesen und werde es als Ausgangspunkt für Webreisen nutzen.

  7. Ulrike Sokul 13. Februar 2018 at 22:43 Antworten

    Lieber Tobi,
    verbindlichen Dank für D
    eine außerordentliche Fleißarbeit! Ich bin beeindruckt.

    Bezüglich der Verlagsvielfalt möchte ich Dich – als Buchhändlerin – darauf aufmerksam machen, daß in Deiner Verlagsverteilungsliste 15 Verlage aufgelistet sind, die alle zu RANDOM HOUSE gehören: Heyne, Goldmann, Blanvalet, Blessing, cbt, cbj, btb, Diana, Random House Audio, Penhaglion, Bertelsmann, Luchterhand, Manhattan, Penguin, Siedler …

    Ich finde dies eine ziemliche Überproportionierung von Random House, ohne daß es für den Laien offensichtlich ist. Die Marktmacht großer Konzerne zeigt sich hier deutlich. Das Bloggerportal von Random House ist sehr großzügig, ja, beinahe verschwenderisch mit Rezensionsexemplaren, und auf diesem Wege sichert sichdie Verlagsgruppe Random House eine gewisse Omnipräsenz in der Buchbloggersphäre.

    Bibliophile Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

  8. Pia Lutz 13. Februar 2018 at 22:47 Antworten

    Hallo Tobias!

    Eine sehr interessante Statistik! Mir war durchaus klar, dass die Jugendbücher das dominierende Genre unter den Rezensionen ist, aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass Thriller & Krimis und vor allem die Klassiker vergleichsweise so selten vertreten sind! Auch bei den Verlagen hätte ich mit so manchem nicht gerechnet. Hier ist mir erst bewusst geworden, was für eine große Anzahl an Verlagen es überhaupt hier im Lande gibt.

    Vielen Dank für deine Mühe & auch für deine tolle Aufklärung zur Statistik!

    Liebe Grüße,
    Pia

  9. Catherine Oertel 13. Februar 2018 at 22:56 Antworten

    Hallo Tobias,
    vielen Dank für deine Auswertung, die ich mit großem Interesse gelesen habe und die mich zum Nachdenken anregt.
    Mir fällt auf, dass ich mir noch nie Gedanken gemacht habe wie lang meine Beiträge sind. Über manche Bücher kann man viel schreiben, weil sie einen besonders berühren, andere wiederum lassen sich nicht so leicht besprechen. Meinen kleinen Blog gibt es seit 8 Jahren, aber ich könnte dir nicht sagen ob es einen Tag gibt an dem ich besonders gern Beiträge einstelle.
    Ich wünsch dir einen schönen Abend
    Catherine

  10. Philipp Elph 13. Februar 2018 at 23:28 Antworten

    Die Länge der Beiträge: Im Sinne von “ Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ sind meine Beiträge so lang, wie ich sie auch gern lese.

  11. Philipp Elph 13. Februar 2018 at 23:30 Antworten

    Lieber Tobi, vielen Dank für die umfangreiche und sehr informative Arbeit. Hier liebe ich die Ausführlichkeit.

  12. dagmar eger-offel 14. Februar 2018 at 8:26 Antworten

    Lieber Tobias,
    vielen Dank für diese ausführliche Analyse, gibt mit in vielerlei Hinsicht zu denken. Die Matrix zur Ähnlichkeit der Bloginhalte habe ich angeklickt, aber außer der gelben Seite ist nichts erschienen.
    LG Dagmar

  13. Isabel 14. Februar 2018 at 8:51 Antworten

    Hallo Tobias,
    interessanter Beitrag, in dem viel Arbeit steckt und interessante Informationen.
    Toll, dass Du die Buchblogs einmal von dieser statistischen Ssite betrachtest:)
    Lieben Gruss
    Isabel

  14. Marc 14. Februar 2018 at 9:32 Antworten

    Hallo Tobias,

    Um es kurz zu machen: Was für eine Statistik, da schlägt das Stochastikerherz höher. Danke für diese immense Arbeit..

    Gruß
    Marc

  15. Angela Busch 14. Februar 2018 at 10:10 Antworten

    Hallo Tobias, das nenn ich eine super interessante und wertvolle Arbeit, Die DU hier veröffentlicht hast. Sie bestätigt auch meine ganz persönliche Meinung , dass Buchblogger sich nicht von den Verlagen in eine gewünschte Richtung drängen lassen. Der Spass und die Freude am Lesen und der Kommunikation mit anderen Lesern stehen weit oben. Eine gute Nachricht!
    GLG Angela vom Literaturgarten

  16. flattersatz 14. Februar 2018 at 10:56 Antworten

    schon eine wahnsinnsarbeit, die du da geliefert hast, chapeau!

    eine frage zu abschnitt: „Welche Blogger sind nun am aktivsten? mir ist nicht klar, was die zahlen bedeuten.

    anzahl der gelesenen bücher (das ginge ja teilweise über das arno-schmidtsche maß hinaus, anzahl der rezensionen? oder noch etwas anderes?

    für „2737: http://www.papiergefluester.com“ (habe ich einfach mal so herausgenommen) bekomme ich überschlagsmäßig lt. rezensionsregister im blog, das sind 33 seiten a 20 titel, so 650 bis 700 titel. ist ne enorme menge, hat aber zu der zahl „2737“ keinen bezug…

    liebe grüße
    gerd

    • Tobi 14. Februar 2018 at 18:47 Antworten

      Lieber Gerd,

      die Zahl sind die Anzahl der Blogbeiträge, aber du hast recht, für papiergeflüster komme ich auf die Hälfte. Ich habe den Teil aus der Auswertung entfernt und werde das nochmal prüfen und dann korrigiert nachreichen. Vielen Dank für den Hinweis auf jeden Fall, hier habe ich nicht nochmal kontrolliert, denn die Anzahl der Beiträge ist ja eigentlich eine eher langweilige Sache.

      Liebe Grüße
      Tobi

  17. Nicci Trallafitti 14. Februar 2018 at 11:32 Antworten

    Lieber Tobias,
    vielen Dank für diesen tollen und wertvollen Einblick!
    Was die Genres betrifft habe ich mir die Verteilung schon fast gedacht, auch wenn ich gedacht hätte, dass Krimis weiter oben stehen 🙂
    Ein wenig stört mich allerdings der Vergleich Jugendliteratur und anspruchsvolle Literatur, weil ich schon denke, dass auch Jugendliteratur anspruchsvoll sein kann, und der Anspruch an sich ist ja nichts vorgegebenes.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  18. Ina Degenaar 14. Februar 2018 at 13:05 Antworten

    Unglaublich, wie viel Mühe du dir gemacht hast. Ich bin begeistert! Meine eigenen Eindrücke von anderen Buchblogs finde ich zwar nicht immer wieder, aber hier schlägt die Statistik meine subjektive Wahrnehmung.
    Viele Grüße
    Ina

  19. Anton Goldberg 14. Februar 2018 at 14:52 Antworten

    Das ist wirklich eine beeindruckende Arbeit. Allein, die eingangs aufgestellte Behauptung, dass die Grundlage eine vollständige Kopie aller Blogbeiträge aller Buchblogs ist, ist nicht zutreffend. Meine beiden Buchblogs (indieautor.com/bookwatch.de) zum Beispiel kommen bei Dir nicht vor. Und dabei würden zwei Buchbesprechungen auf bookwatch.de in Sachen Umfang die Plätze 2 und 3 in Deiner Liste einnehmen und einige weitere ebenfalls andere aufgeführte Blogs auf Plätze weiter unten verweisen… Und ich glaube kaum, dass meine Blogs die einzigen sind, die von Dir nicht erfasst wurden.

    Aber ansonsten, wie gesagt, eine schöne Fleißarbeit.

    Lieben Gruß,
    Anton Goldberg

    • Tobi 14. Februar 2018 at 20:08 Antworten

      Lieber Anton,

      der erste Abschnitt ist ein Teasertext wo ich natürlich den Leser locken möchte weiter zu lesen. Der darauf folgende Abschnitt klärt ziemlich eindeutig, wie der Datenbestand zustande kommt. Wer glaubt, es gibt eine vollständige Liste aller Buchblogs, liest diesen Beitrag mit einer Naivität, die sich sicher nicht an dieser Behauptung stört. Dass ich Deine beiden Blogs nicht mit berücksichtigt habe ist ein unverzeihlicher Missstand, der meines Erachtens aber keine Auswirkung auf diese Analyse hat. indiautor.com ist aus meiner Sicht ein Blog für Autoren und kein Buchblog und bookwatch.de erscheint mir, ausgehend vom Gesamtkatalog, nur sehr wenig Inhalte zu bieten, als dass er statistisch großen Einfluss hätte.

      Herzliche Grüße
      Tobi

      • Anton Goldberg 18. Februar 2018 at 22:35 Antworten

        Lieber Tobi,

        man kann Leserinnen und Leser auch mit einem Teasertext locken, ohne Unzutreffendes zu behaupten.

        Der Schwerpunkt von indieautor.com liegt sicher auf dem Schreiben, damit hast du recht. Wenngleich dort in der Vergangenheit auch immer wieder Buchbesprechungen veröffentlicht wurden. Es geht insgesamt um Literatur, könnte man sagen.

        Worin der Zusammenhang zwischen der von Dir angesprochenen bisherigen Anzahl der Beiträge von bookwatch.de (immerhin knapp 20) und einer angeblich nicht vorhandenen Relevanz für die Statistik bestehen soll, ist mir allerdings schleierhaft. Man könnte jeden beliebigen von dir erfassten Blog weglassen, und es hätte nicht viel Einfluss auf die Gesamtaussage der Statistik.

        Aber wenn man einzelne Kategorien aufmacht, wie zum Beispiel deine Liste zu den umfangreichsten/ausführlichsten Buchbesprechungen, und berücksichtigt dabei dann aber Blogs (aus irgendwelchen nachgereichten Gründen) nicht, die in diesen Kategorien locker einige der obersten Plätze einnehmen würden, dann bildet die Statistik leider nicht die Realität ab. Und eine Aufnahme von bookwatch.de hätte zumindest in Bezug auf die angesprochene Kategorie selbstverständlich statistischen Einfluss gehabt, weil es zu anderen Ergebnissen geführt hätte.

        Aber keine Sorge, lieber Tobi, dieser Missstand ist aus meiner Sicht absolut verzeihlich, denn du bist ein Mensch, und Menschen und deren Statistiken sind eben nicht perfekt. Und für mich persönlich macht es keinen großen Unterschied, ob du meine Blogs erwähnst oder nicht. Und wie gesagt, wirst du mit Sicherheit ja auch noch eine ganze Reihe anderer Blogs nicht berücksichtigt haben. Insofern fühle ich mich nicht besonders allein und traurig, weil du auch mich übersehen hast.

        Sympathischer und souveräner hätte ich es allerdings gefunden, hättest du reagiert mit: „Oh, okay, ja stimmt, ein paar Blogs habe ich wohl übersehen, die man auch noch hätte einbeziehen können“, anstatt mir irgendwelche willkürlichen nachgereichten Begründungen in nicht angebrachter, etwas überheblicher Manier aufzutischen, warum nicht vorkommende Blogs keine Relevanz hätten.
        Du hast schlicht und ergreifend seit einiger Zeit offensichtlich keine neuen Blogs mehr in deinen Datenbestand (der „Topliste“) aufgenommen, auf dessen Basis du solche Statistiken erstellst. Das darfst du auch gerne machen, wie du möchtest. Nur von vermeintlicher Vollständigkeit solltest du dann nicht sprechen.

        Aber was soll´s?

        Du hast dir viel Mühe gegeben, es steckt da eine Menge Arbeit drin. Und darauf kannst du stolz sein. Ich verstehe, dass du auf Kritik, sei sie auch legitim und adäquat vorgetragen, dann etwas überempfindlich reagierst und eine etwas herablassende Attitüde einzunehmen versuchst.

        Herzliche Grüße
        Anton

  20. Gesine von Prittwitz 15. Februar 2018 at 16:51 Antworten

    für diese Wahnsinnsarbeit zolle ich dir viel Respekt.

  21. […] meinem letzten Beitrag habe eine Auswertung zum Inhalt der Buchblogs veröffentlicht. Basis für diese Analyse ist ein […]

  22. xannder13 20. Februar 2018 at 15:13 Antworten

    Hallo Tobi,

    vielen Dank für diese interessante Analyse.

    Ich muss gestehen, ich schreibe auch eher kurze Beiträge, zum Einen, weil ein Text nicht unbedingt besser wird, nur weil er länger ist, zum anderen, weil ich nicht zu viel über den Inhalt des Buches verraten will, Stichwort Spoiler. Beiträge rein nach der Länge zu beurteilen, finde ich daher eher nicht so sinnvoll. Mich haben schon die Deutschlehrer in der Schule genervt, wo man unter 12 Seiten keine gute Note bekam, auch wenn der Inhalt noch so redundant war. Wichtig ist doch der Inhalt der Besprechung selbst. Wenn ich selbst einen Blogbeitrag lese, möchte ich möglichst wenig vom Inhalt des Buches erfahren, ich suche ja nach Lesestoff, aber beurteilen können, ob das Buch in mein Beuteschema passt.

    Leider habe ich nicht die Zeit, all den interessanten Buchblogs zu folgen, auch wenn ich immer wieder mal auf deiner Liste vorbeischaue, aber das Angebot erschlägt einen ein bisschen (und es gibt ja sicher noch mehr Blogs). Den ein oder anderen Lesetipp habe ich aber doch schon gefunden. Da ich meine Follower sicher auch zum Teil über deine Liste gefunden habe, auch dafür ein Dankeschön. Ganz nebenbei, auch die Karte mit den Tauschbücherstandorten ist super.

    Was mich sehr überrascht hat, ist, dass Krimis so einen kleinen Teil der Besprechungen ausmachen, da doch eher viele Leute Krimis lesen. Die fehlenden Klassiker kann ich eher verstehen. Da habe ich immer das Gefühl, da muss ich doch nicht drüber schreiben, das hat doch eh schon jeder Büchernarr gelesen.

  23. Steffen 22. Februar 2018 at 20:37 Antworten

    Hallo Tobi,

    ich weiß nicht genau, wie viele Stunden ich heute auf deinem Blog verbracht habe, als ich über einen Blogroll zufällig darauf gestoßen bin. Für mich war diese Entdeckung wie eine Offenbarung, versuche ich seit gestern den Dschungel der Buch-Blogs ein wenig zu durchleuchten und mir zu erschließen. Schätzungsweise bin ich dabei ähnlich systematisch vorgegangen wie du bereits 2015.

    Da ich hauptberuflich ebenfalls IT’ler bin (wenn auch ganz anderer Schwerpunkt), bin ich von der Qualität und der Ausarbeitung deiner Blogosphären-Artikel mehr als nur beeindruckt. Ich komme mir regelrecht wie ein blutiger Anfänger vor, wenn ich mir so ansehe, was du in deiner Freizeit mal geschwind codierst :-). Echt krass, was man mit ein paar Tolls, reichlich Erfahrung und dem notwendigen Know-how im Internet-Umfeld bewerkstelligen kann.

    Es versteht sich von selbst, dass ich deinen Blog bereits abonniert habe – natürlich auch wegen deiner (längeren) Rezensionen!

    Danke und viele Grüße
    Steffen

  24. AstroLibrium 20. April 2018 at 8:26 Antworten

    Hallo Tobi,

    Kompliment für Deine statistischen Auswertungen, Erhebungen und die Interpretation Deiner erhobenen Zahlen.

    Gottlob entziehen sich einige Parameter der Zahlenlogik. Genau diese kreativen Aspekte haben mich zum Blogger gemacht. Ich mache meine Artikel nicht an der Anzahl von Zeichen fest, sondern genieße meine Freiheit, schreiben zu dürfen, ohne eingegrenzt zu werden. Das unterscheidet uns vom Print-Journalismus.

    Die Relevanz eines Artikels ist ebenso wenig messbar. Gut so. Für mich ist es wichtig, einer Philosophie zu folgen, Bücher in den Kontext unserer Zeit zu setzen und sie an meinen Wertevorstellungen zu reiben. Dafür ist die Länge eines Artikels wenig aussagefähig. Zielgruppen sind sicher interessant, Vernetzungen hilfreich und daraus abgeleitete Rankings in Top-Listen sicher auf den ersten Blick verführerisch.

    Ich erreiche Leser. nicht nur über den Blog, auch mit Radiobeiträgen, Printmedien und im direkten Kontakt bei Buchvorstellungen oder moderierten Leseabenden. Ich schreibe nicht, um das Leseverhalten von Bloggern zu verändern. Ich schreibe nicht, um den SUB eines Bloggers neu zu sortieren. Ich folge hier meinem inneren Kompass. Und ich bin froh, dass diese Leitlinie nicht gewogen und bewertet werden kann.

    Deine allgemeinen Betrachtungen verdienen Respekt. Viel Arbeit, viel Inhalt, aussagefähig in Richtung Marketing und Erfolg des Bloggerportals. Ich lese das aufmerksam. aber welchen Wert, welchen Index oder welche Zahl Du auch immer mit meinem Blog in Verbindung bringst, ich finde mich hier nicht wieder.

    PS: Eigentlich schreibe ich nur deshalb so lange Beiträge, weil ich mich nicht kurzfassen kann. Das aber nur ganz unter uns.

    Herzliche Grüße

    Arndt

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