Seit meinen ersten Schritten als Buchblogger war es, neben dem Bloggen über Literatur, für mich immer ein Anreiz auch die ganze Blogosphäre rund um das Buchbloggen näher kennenzulernen. In einem Beitrag habe ich analysiert, wie Buchblogs untereinander vernetzt sind, woraus dann auch die Topliste hervorgegangen ist. In einer weiteren Auswertung habe ich mir angesehen woher denn Buchblogger kommen. Nun will ich das unbekannte Tierchen Buchblogger nochmal genauer unter die Lupe nehmen und einen Blick darauf werfen, was Buchblogger denn so lesen. Hier ranken einige Vermutungen und Vorurteile durch die Bloggergemeinde und nachdem es hier darum geht Einblick in das Leseverhalten zu bekommen, ist das ein besonders interessantes Thema. Einige Klischees bestätigen sich, anderes ist wiederum überraschend. Ich fand diesen Ausflug auf jeden Fall sehr spannend und will nun in diesem Beitrag ein wenig beschreiben, was ich wieder mit einigen Skripten alles über die Buchblogger und ihren Lesegeschmack in Erfahrung bringen konnte.

Als ich mit diesem Beitrag begonnen habe, war mir nicht klar, wie viele Informationen sich aus den gesammelten Daten gewinnen lassen. Somit ist das hier wohl die umfangreichste Auswertung, aber auch gleichzeitig eine sehr interessante, denn einige Zahlen schärfen das Bild vom Buchblogger und bieten sehr interessante Einblicke. Um den Beitrag besser lesen zu können, habe ich versucht die Ergebnisse zu gruppieren und mit Unterüberschriften zu strukturieren. Ich habe mir auch überlegt eine Beitragsreihe mit diesen Themen zu starten, aber irgendwie gehört das hier alles zusammen, daher soll es nicht künstlich auseinandergerissen werden. Ich bitte also um Nachsicht und hoffe, dass ich das Interesse bei einigen wecken kann. Wem das alles zuviel ist, der findet ganz unten beim Fazit eine Zusammenfassung.

Einige der Auswertungen waren doch etwas komplexer. Ich habe versucht, alle Zahlen noch einmal zu validieren und gegenzuprüfen, soweit das möglich war. Aber es ist durchaus möglich, dass irgendwo ein Fehler versteckt ist. Wenn euch etwas seltsam vorkommt, dann fragt nach und ich prüfe das noch einmal. In einigen Schritten habe ich aber versucht Fehler möglichst auszuschließen und habe auch stichprobenartig die Daten geprüft.

Datenquelle

Bevor es ans Auswerten von Daten geht, muss man diese natürlich erst einmal sammeln. Die Frage ist, welche Bücher lesen Buchblogger, welche Genres interessieren sie und wie bewerten sie ihre Lektüre. Zuerst habe ich mir überlegt, ob ich einfach alle Buchblogs abscannen und die dort vorgestellten Bücher parsen soll. Das ist allerdings nicht ganz einfach. Einige führen zwar brav die ISBN auf, die sich auch recht leicht erkennen und speichern lässt. Aber viele (darunter auch ich) machen das nicht. Oder die ISBN Nummern sind mit anderen Daten zum Buch in Bilddateien enthalten. Außerdem ist das Laden und Auslesen aller Seiten ein langwieriges Unterfangen. Bücher anhand der Titel zu entdecken ist ähnlich schwierig und wohl nur mit Verfahren aus dem maschinellen Lernen möglich. Und dann ist da das Problem mit den Bewertungen. Einige bewerten mit Eulen, viele mit Sterne, andere mit Feenglitzerstaubkugeln. Eine einfache und pragmatische Lösung war daher das Abgreifen der Lovelybooks und Goodreads Accounts. Dort liegen die Informationen strukturiert vor und das Laden und Auslesen ist mit wenigen Zeilen implementiert.

Das habe ich für alle Blogs auf der Topliste gemacht und 500 Blogs (40 % der auf der Topliste geführten Blogs) haben einen gepflegten und zugänglichen Lovelybooks- oder Goodreads-Account. Das ist zwar nur eine Teilmenge, aber von den 40% auf alle Blogs zu schließen ist durchaus ein legitimes Vorgehen. Natürlich ist es möglich, dass ein Zusammenhang zwischen der Nutzung von Lovelybooks und den bevorzugten Genres und Büchern besteht. Innerhalb eines bestimmten Rahmens ist das sicher der Fall, aber die Antwort ist wohl kein klares Ja oder Nein, sondern liegt irgendwo dazwischen. Ein Fehler, den ich aufgrund der Umsetzbarkeit also bewusst in Kauf genommen habe und wenn ich mir die Ergebnisse so ansehe, dann decken sich diese an vielen Stellen mit dem subjektiven Empfinden und so weit weg können die Ergebnisse von einer Betrachtung aller Blogs also nicht sein.

Die Lovelybooks und Goodreads Nutzer sind dabei sehr gewissenhaft und im Mittel hat ein jeder Blogger dort 382 Bücher rezensiert. Insgesamt fließen in die Auswertung also 64950 Bücher ein, die in Summe 190913 mal gelesen wurden. Ein solides Fundament, dass meiner Einschätzung nach für eine repräsentative Auswertung sorgt. Allerdings ist zu beachten, dass nicht jedes dieser Bücher auch im Blog rezensiert wurde. Einige haben möglicherweise die Bücher nur dort ins Regal gestellt und bewertet. Aber diese Analyse soll eher das Lese- als das Blogverhalten in Augenschein nehmen.

Eine kleine interessante Erkenntnis am Rande ist wohl der sehr geringe Mitteilungsbedarf bei den männlichen Bloggern. Lediglich 4% der bei Lovelybooks und Goodreads vertretenen Blogger sind männlich. Insgesamt sind 8% der Buchblogger Männer. Wer von den männlichen Leseratten also auf Partnersuche ist, sollte Lovelybooks den Vorzug vor Parship und ähnlichen Portalen geben, denn hier sind primär Mädels unterwegs, die dabei obendrein noch gerne lesen.

Genres

Als Auswahl an Genres habe ich mich an Lovelybooks gehalten und diese übernommen. Sie gliedern nicht zu feingranular, aber auch nicht zu grob. Bücher, die ich von Goodreads geparsed habe, werden dort keiner Kategorie zugeordnet. Mit Hilfe der Amazon Partnernet API habe ich mir die fehlenden Genres geladen und dann von Hand auf die Genres von Lovelybooks gemappt. Amazon bietet hier eine hervorragend gepflegte Datenbank mit einer sehr feinen Kategorisierung und erlaubt 3600 Request die Stunde auf ihren Datenbestand. Eine Informationsquelle, die ich auf jeden Fall im Auge behalten werde, zumal es dafür einige fertige Programmier-Bibliotheken gibt und der Zugriff kostenlos ist.

Als Einstieg will ich erst einmal zeigen, welche Genres in welcher Menge vertreten sind.

Anzahl der Bücher je Genre 190913 Bücher auf die einzelnen Genres.

Wie sich die 190913 gelesenen Bücher auf die einzelnen Genres verteilen.

Auf dem ersten Platz, mit einigem Vorsprung, sind Jugendbücher, der beliebtesten Lektüre der Buchblogger. 24% der gelesenen Bücher sind Jugendbücher. Das deckt sich sehr gut mit dem ersten Eindruck, den man gewinnt, wenn man auf Streifzug geht und in den verschiedensten Buchblogs stöbert. Romane sind mit 19% auf Platz zwei. Fantasy ist auf Platz drei und macht 15% der gelesenen Literatur aus. Auch Krimis und Thriller sind mit 14% sehr beliebt. Wobei der Übergang zwischen Jugendbuch, Roman, Fantasy und Liebesroman wahrscheinlich nicht immer so scharf und klar abgegrenzt werden kann. So gibt es beispielsweise Jugendbücher mit Fantasyelementen und umgekehrt. Wie verwoben die Genres sind, wird weiter unten noch genauer sichtbar.

Anteil der Genres in Prozent

Anteil der Genres in Prozent

Insgesamt hat mich das Ergebnis wenig überrascht. Klassiker führen mit 1% ein Dasein am Rande. Der vergleichsweise recht hohe Anteil an Sachbücher hat mich überrascht, aber hier sind wohl einige Kochbücher und Ratgeber interessant. Auch Reiseführer, Reiseberichte und Bildbände über ferne Länder sind hier zu finden. Selbst einiges an Fachliteratur aus Schule und Studium taucht auf. Science Fiction hätte ich auch wesentlich höher eingestuft. Aber nachdem das Buchbloggen eine Frauendomäne ist, wird hier wohl das Klischee von der geringen Technik-Nerdaffinität bestätigt.

Anteil der Genres nach Geschlecht in Prozent

Anteil der Genres nach Geschlecht in Prozent

Ein Grund die Verteilung der Genres nach Geschlecht zu betrachten. Was allerdings grenzwertig ist, denn 19 männliche Blogger stehen hier 481 weiblichen Blogger gegenüber. Aber auch bei den männlichen Leser stehen Jugendbücher hoch im Kurs. Wesentlich beliebter als bei den Frauen sind hingegen Krimis und Thriller. Bei Romanen und Fantasy ist der Abstand recht gering. Auch bei Comics und Biografien. Liebesromane sind hingegen beim weiblichen Publikum wesentlich beliebter, was wohl wieder ein Klischee erfüllt. Klassiker sind bei männlichen Lesern deutlich beliebter, genauso wie Science-Fiction. Was mich bei dem Vergleich überrascht ist der hohe Anteil an Jugendbüchern bei männlichen Lesern und der vergleichsweise geringe Anteil von Fantasy. Aber die Datenbasis ist für den Vergleich auch recht dünn.

Anteil der Genres nach Bloggerplatform in Prozent

Anteil der Genres nach Bloggerplatform in Prozent

Ein Vorurteil, das bei meiner letzten Auswertung ein Thema war, ist die Frage, ob Blogger, die Blogspot als Plattform gewählt haben, ein signifikant anderes Leseverhalten haben. Ein Vergleich mit Bloggern, die WordPress nutzen (egal ob auf wordpress.com oder selbst gehostet) und Blogspot-Blogger zeigt, dass da durchaus was dran ist. So sind bei Blogspot-Blogger Jugendbücher, Liebesromane, Fantasy und erotische Literatur deutlich beliebter als bei WordPress-Blogger. Letzere lesen wesentlich mehr Romane, Krimis und Thriller, Sachbücher und auch Klassiker.

Bewertungen

Ein weiteres Vorurteil ist die überdurchschnittlich positive Bewertung von Büchern, die Buchblogger als wenig kritisch dastehen lassen. Ein Argument ist hier die Tatsache, dass Buchblogger natürlich zu den Büchern greifen, auf die sie auch Lust haben, die von Autoren sind, die sie mögen und die handverlesen ausgewählt werden. Um diesen Umstand auf den Grund zu gehen, habe ich die Bewertungen (in Prozent) nach Anzahl an Sternen dargestellt.

Bewertung in Sterne in Prozent

Bewertung in Sterne in Prozent

86% der Bücher werden mit 4 oder mehr Sternen bewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Buch eine sehr positive Bewertung bekommt ist also sehr hoch. Dass Verlage Buchblogger als Marketingkanal und nicht als Literaturkritiker wahrnehmen ist also durchaus nachvollziehbar.

Durchschnittlich werden Bücher mit 4.2 Sternen bewertet. Vergleicht man hier die Genres, so gibt es nur eine geringe Varianz. Jugendbücher, Liebesromane, Fantasy, Historische Romane, Erotische Literatur, Biografien und Gedichte und Drama werden wie der Durchschnitt mit 4,2 Sternen bewertet. Comics mit 4,4 und Kinderbücher mit 4,3 Sternen werden etwas positiver als der Durchschnitt bewertet. Klassiker mit 4,1 werden hingegen geringfügig kritischer betrachtet, aber insgesamt gibt es zwischen den Genres keine wirklich nennenswerten Unterschiede.

Wie sieht es nun im Vergleich zwischen Blogspot-Blogger und WordPress-Blogger aus? Blogger, die WordPress nutzen liegen leicht unter dem Durchschnitt und werten mit 4,14 Sternen. Blogspot-Blogger liegen im Durchschnitt 4,2 Sternen. Dass Blogspot-Blogger nun jedes Buch mit fünf Sternen bewerten und Nutzer von WordPress wesentlich kritischer sind, lässt sich hiermit auf jeden Fall nicht bestätigen, auch wenn WordPress-Blogger einen Hauch kritischer sind.

Wie sieht hier nun der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Blogger aus? Auch der ist gering. Männliche Blogger werten im Mittel mit 4,1 Sternen, Bloggerinnen mit 4,2 Sternen. Bei der geringen Anzahl an männlichen Bloggern würde ich konstatieren, dass das Geschlecht keine Auswirkung auf die Bewertung hat.

Bücher

Oft habe ich das Gefühl, dass immer die gleichen Bücher durch die Blogs gepeitscht werden und einige Titel konnte man gefühlt an jeder Ecke antreffen. Die Frage ist also, ob wirklich alle das Gleiche lesen, oder das Empfinden hier nur täuscht. Welche Bücher sind besonders beliebt und wie homogen ist die Auswahl an Literatur bei den Buchblogger.

Dazu habe ich in einem ersten Schritt 10 meistgelesenen Bücher ermittelt (wovon ich kein einziges gelesen habe):

9783499267031_ein_ganzes_halbes_jahrEin ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes
9783499267031
Romane
von 168 Bloggern gelesen

Silber---Das-erste-Buch-der-Traume-9783841421050_mSilber – Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier
9783841421050
Jugendbuch
von 164 Bloggern gelesen

9783401063478_1440100190000_m_saphirblauSaphirblau von Kerstin Gier
9783401063478
Jugendbuch
von 162 Bloggern gelesen

9783401063485_1440100191000_m_smaragdgrünSmaragdgrün von Kerstin Gier
9783401063485
Jugendbuch
von 160 Bloggern gelesen

9783401506005_1440100983000_m_rubinrotRubinrot von Kerstin Gier
9783401063348
Jugendbuch
von 142 Bloggern gelesen

9783442478958_1437877014000_m_shades_of_greyShades of Grey – Geheimes Verlangen von E. L. James
9783442478958
Erotische Literatur
von 142 Bloggern gelesen

Silber---Das-zweite-Buch-der-Traume-9783841421678_mSilber – Das zweite Buch der Träume von Kerstin Gier
9783841421678
Jugendbuch
von 135 Bloggern gelesen

9783841501363_1439967432000_m_tribute_von_panem_flamender_zornDie Tribute von Panem – Flammender Zorn von Suzanne Collins
9783789132209
Jugendbuch
von 125 Bloggern gelesen

9783551315199_1454841713000_m_obsidian_schattendunkelObsidian – Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout
9783551583314
Jugendbuch
von 122 Bloggern gelesen

9783423216142_1446210241000_m_Weil ich Layken liebeWeil ich Layken liebe von Colleen Hoover
9783423715621
Jugendbuch
von 118 Bloggern gelesen

Lesen also alle Blogger die gleichen Bücher? Offensichtlich nicht, denn im Durchschnitt wird jedes Buch lediglich von 3 Bloggern gelesen. Aber auch hier gibt es bei den Genres Unterschiede. Jugendbücher werden im Schnitt von 7,3 Bloggern gelesen. Das ist der Durchschnitt, d.h. es gibt, wie oben in der Top 10 Liste zu sehen, viele Bücher, die durch die Blogosphäre geistern und von sehr vielen gelesen werden. Bei Jugendbücher dürfte also das Marketing für Bücher am besten greifen und sich für Verlage am meisten lohnen. Ebenfalls überdurchschnittlich oft werden Bücher aus den Genres Erotische Literatur (5,15 Leser pro Buch) und Fantasy (4,26), sowie Liebesromane (3,97) gelesen. Mit 2,43 Blogger je Buch gibt es bei Romanen und 2,47 Blogger je Buch bei Krimi und Thriller wohl weniger Bücher, die sehr begehrt sind. Am wenigsten virale Wirkung haben Sachbücher (1,36 Blogger je Buch), Comics (1,44), Biografien (1,56), Gedichte und Dramen (1,36) und Sachbücher (1,36). Bei Klassikern sieht es auch echt mau aus, da wird ein Buch durchschnittlich von 1,79 Bloggern gelesen. Allerdings sind diese Genres auch nicht sonderlich beliebt und die Wahrscheinlichkeit einer Überschneidung ist entsprechend geringer.

Jetzt sind drei Leser pro Buch ein Mittelwert, hier sind viele Extreme möglich. Bei genauerer Auswertung als Histogramm zeigt sich, dass 60% der Bücher nur von einem Blogger gelesen wurden. Lediglich 5% der Bücher (knapp 3000 Bücher) wurden von mehr als 10 Bloggern gelesen. Auch diese Zahl zeugt von einigen sehr gefragten Büchern, aber auch davon, dass der weitaus größere Teil eine ganz individuelle Auswahl trifft.

Hier muss man allerdings wieder differenzieren. Berücksichtigt wird, wie viele Blogger ein Buch gelesen haben. Es erlaubt keine Rückschlüsse darüber, wie sich die Leser eines Blogs verhalten. Einige meiner Leser, die selbst nicht bloggen greifen zu Bücher, die ich vorstelle und empfehle. Auch Besucher, die über Suchmaschinen kommen, lesen vielleicht nur eine einzelne Rezension, springen dann ab und kaufen vielleicht ein Buch (oder sehen von einem Kauf ab, wenn die Rezension nichts Gutes verheißt).

Das Vorurteil, dass alle Blogger nur sich gegenseitig inspirieren sehe ich hier, mit Ausnahme von Jugendbüchern, entkräftet. Das ist ein schönes Ergebnis, denn es zeigt, dass Buchblogger ihren eigenen Kopf haben, sich aber trotzdem nicht völlig isolieren und auch von anderen Buchbloggern Tipps annehmen. Ein ähnlich schönes Ergebnis, wie die Tatsache, dass Buchblogs sehr diffus miteinander vernetzt sind und es keine Cliquenbildung gibt.

Eine weitere spannende Frage ist, wie es denn mit den sehr populären Blogs aussieht. Betrachte ich nur die Bücher, die von Bloggern gelesen wurden, die in der Topliste auf den ersten 100 Plätzen anzutreffen sind, dann kommt hier ein identisches Ergebnis. Auch diese Bücher werden nur von drei Blogger im Schnitt gelesen. Das zeigt, dass sehr bekannte Buchblogger sich nicht nach der Masse richten, nur das lesen, was momentan sehr gefragt ist, sondern trotzdem ihre ganz individuelle Auswahl treffen. Andererseits wird daran auch sichtbar, dass andere Blogger nicht blind der Buchauswahl weniger Blogger folgen. Es liegt wohl nicht an einer möglichst massentauglichen Buchauswahl, ob ein Blog populär ist oder nicht.

Eine weitere spannende Frage sind die Unterschiede nach Bundesländer. Welche Bücher sind bei den Buchbloggern je Bundesland sehr beliebt? Hier sind die Daten nicht wirklich aussagekräftig, denn nur von einem kleinen Bruchteil der Blogger, die dann auch noch bei Lovelybooks bzw. Goodreads aktiv sind, ist die Herkunft bekannt. Eine ähnliche Auswertung hat Daniela Lange von KaufDa gemacht und mittels Google Trends versucht herauszufinden, welche Bestseller in welchem Bundesland besonders beliebt sind (grundsätzlich und nicht nur begrenzt auf Buchblogger). Daraus ist eine Infografik entstanden, die an dieser Stelle sehr gut passt:

Blogger

Aber noch mehr Informationen lassen sich aus diesen Daten gewinnen. Und zwar über die Blogger und ihre Blogs selbst. Besonders im Zusammenspiel mit meiner ersten Auswertung ergeben sich hier noch einmal neue Einblicke in die Vernetzung und die Struktur der Blogosphäre.

Hier muss ich vorab eine wichtige Annahme erläutern, ohne die folgende Auswertungen sonst wenig Sinn machen. Die Frage ist, wann ein Blogger einem Genre zugeordnet werden kann. Wann ist ein Blogger ein Jugendbuchblogger? Mein einfaches Kriterium ist folgendes: wenn mehr als 10% der gelesenen Bücher einem Genre entstammen, dann ist dies ein bevorzugtes Genre des Bloggers. Liegen also 100 bewertete Bücher vor und mindestens 10 davon sind Jugendbücher, dann wird dem Blog die Kategorie Jugendbuch zugeordnet. Wenn ich also im folgendem alle Blogger benenne, die ein bestimmtes Genre bevorzugen, dann bedeutet das, dass mehr als 10% ihrer gelesenen Bücher diesem Genre entstammen. Ich glaube diese 10% sind eine gute Schwelle, sie ist aber aus einem rein subjektiven Empfinden gewählt und nicht aufgrund empirischer Daten festgelegt oder irgendwie berechnet.

Eine interessante Frage ist, ob das Genre einen Einfluss auf die Verlinkung in den Blogrolls anderer Blogs hat. Sind beispielsweise Blogger, die primär über Klassiker schreiben extrem beliebt und tauchen in vielen anderen Blogrolls auf? Hier ist die Varianz ebenfalls gering. Blogger, die über Kinderbücher schreiben stechen mit durchschnittlich 24 Links auf ihren Blog heraus. Bei allen anderen Genres pendelt die durchschnittliche Anzahl an anderen Blogs, die auf diese verlinken um die 16 Links. Sciene-Fiction ist mit durchschnittlich 9 Links eher unbeliebt. Biografien, Sachbücher, Klassiker, erotische Literatur liegen mit 12 Links im unteren Bereich. Jugendbücher mit 18 Links und Romane mit 17 Links liegen in der Mitte. Die Wahl eines bestimmten Genres lockt also nicht pauschal überdurchschnittlich viele Leser an.

Weiterführend stellt sich die Frage, ob das Alter der Blogs in irgendeinen Zusammenhang mit dem Genre steht. Das längste Durchhaltevermögen haben Blogs, die über Sachbücher und Biografien bloggen, die ein durchschnittliches Alter von über drei Jahren haben. Am jüngsten mit durchschnittlich etwa 1,5 Jahren sind Blogs, die primär über Klassiker, Erotische Literatur oder Sciene Fiction schreiben. Alle anderen Genres haben ein durchschnittliches Alter von zwei bis drei Jahren. Das rangiert ungefähr im Bereich, in dem die Gesamtheit aller Blogs liegt. Hier kann man also, mit Ausnahme der oben genannten Ausreißer, keinen Zusammenhang folgern.

Wie sieht es mit der Wahl des Genres und der Position in der Topliste aus? Hier schneiden mit einem durchschnittlichen Platz von 470 die Blogs, die über Kinderbücher schreiben am besten ab. Blogs, die über Jugendbücher und Romane schreiben rangieren durchschnittlich auf dem Platz 580. Blogger, die über erotische Literatur (760) oder Biografien (710) schreiben rangieren eher im unteren Bereich. Die restlichen Genres liegen in der goldenen Mitte, zwischen der durchschnittlichen Position von 550 bis 650. Blogs, die über die beliebten Genres schreiben, scheinen also nicht unbedingt beliebter zu sein, was auch schlüssig ist, denn hier ist die Auswahl an Blogs einfach größer. Kinderbücher fallen etwas aus dem Rahmen, werden aber sehr gerne zusammen mit Romanen, Fantasy und Jugendbücher gelesen (also den drei gefragtesten Genres).

genres_gemeinsam

Welche Genres werden zusammen gelesen? Dicke Verbindungen zeigen, dass sehr viele Blogger diese Paarung an Genres bevorzugen. Die Farbe spielt keine Rolle und soll nur die Lesbarkeit erhöhen. Es handelt sich immer um bidirektionale Verbindungen.

Und damit bin ich bei der nächsten Auswertung: Welche Genres werden von Blogger gerne zusammen gelesen. Die Visualisierung oben zeigt, welche Paarungen an Genres von den Bloggern bevorzugt werden. Je dicker die Verbindung, desto öfter trifft man diese Kombination an Genres zusammen an. Jugendbuch und Liebesromane kommt als Kombination also sehr häufig vor. Auch Fantasy und Krimi und Thriller, oder Fantasy und Jugendbuch, oder Romane und Fantasy. Auch hier spiegelt sich die Popularität der Genres wieder. Genres die sehr beliebt sind werden auch oft in Kombination miteinander gelesen. Das Ergebnis überrascht nicht besonders und bietet wenig neue Erkenntnisse.

Vernetzung

Wie steht es aber nun mit den Bloglesegewohnheiten? Sprich, welche Blogger lesen welche Blogs gerne? Hierfür habe ich ein Chord Diagramm erzeugt, dass zeigt, welche Blogger welche Blogs lesen. Und zwar bezogen auf die Genres, die sie selbst auf ihren eigenen Blog im Fokus haben.

genre_liest_genre

Die Vernetzung der Blogs untereinander, gruppiert und gewichtet nach Genre.

Das Diagramm zeigt also die Vernetzung der Blogs untereinander und zwar gruppiert und gewichtet nach Genre. Ist eine Verbindung auf einer Seite sehr breit, dann bedeutet das, dass eine sehr große Menge dieser Blogger andere Blogs lesen, die dieses Genre zum Thema haben. Es sticht sofort ins Auge, dass Blogger, die über Jugendbücher schreiben sehr gerne Blogs lesen, die selbst gerne Romane und Fantasy lesen (und mit hoher Wahrscheinlichkeit darüber auch bloggen). Ebenso liest ein großer Anteil der Blogger, die Romane, Fantasy und Jugendbücher mögen selbst Blogs, die diese Genres zum Thema haben. Das ist natürlich naheliegend. Blogger, die Krimis und Thriller mögen, scheinen allerdings ein vergleichsweise geringes Interesse an Fantasyblogs und an Sachbücher zu haben. Blogger die sich mit Klassiker beschäftigen interessieren sich besonders für Romane, Jugendbücher und Fantasy. Das sind eben die beliebten Genres. Das Interesse an Sachbücher hingegen ist hier erstaunlich gering.

Insgesamt spiegelt aber auch diese Visualisierung die Beliebtheit der Genres wieder. Blogger bleiben dem Genre besonders treu, das sie selbst interessiert oder damit artverwandt ist. Jugendbuch, Fantasy und Romane lassen sich oft nicht exakt abgrenzen und so sind Blogger dieser Genres besonders stark untereinander vernetzt. Auf den ersten Blick würde man also sagen, dass man unter sich bleibt. Wer genauer hinsieht wird feststellen, dass dem nicht uneingeschränkt so ist. Auch wenn der Anteil gering ist, lesen doch einige Blogger eines Genres einige Blogs aus völlig fremden Genres. Das erscheint mir durchaus plausibel. Ich lese primär Blogs, die einen ganz ähnlichen Geschmack haben, aber auch einige, bei denen mich beispielsweise der Blogger selbst interessiert, oder seine ganz spezielle Auswahl, auch wenn ich diese nicht selbst aufgreife.

Sehr schön finde ich hier, dass dennoch alle Genres miteinander vernetzt sind und keines völlig ausgegrenzt wird. Wenn also ein Blogger beispielsweise über Klassiker oder Liebesromane schreibt, so hält das die anderen Blogger nicht davon ab, diesen gar nicht zu lesen. Sachbuchblogger werden nicht komplett ausgeklammert, sondern es gibt beispielsweise doch immer einige Jugendbuchblogger, die diese lesen. Berücksichtigt man die nominelle Verteilung, dann sind diese Blogs ähnlich gut vernetzt, wie Blogs aus den bekannten Genres, wie man oben am Vergleich der Anzahl an Links je Genre sieht. Nur die Menge ist eben eine andere, denn es gibt eben nur wenige Blogger, die sich beispielsweise auf Klassiker fokussiert haben.

Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass das Interesse an Büchern in der Blogosphäre auch über Genregrenzen hinweg weit gefächert ist. Es findet allerdings seinen Schwerpunkt in den beliebten und viel gelesenen Genres.

Fazit

Zusammenfassend kann man feststellen, dass Jugendbücher, Romane, Fantasy und Krimis und Thriller mit Abstand die beliebtesten Genres sind und mit über 72% am meisten gelesen werden. Bei männlichen Bloggern sind Krimis und Thriller, Klassiker und Sciene Fiction wesentlich beliebter als bei ihren weiblichen Kolleginnen. Blogspot-Blogger lesen deutlich mehr Jugendbücher, Fantasy und Liebesromane. WordPress-Blogger bevorzugen im Vergleich hingegen Romane, Krimi und Thriller und Sachbücher.

Buchblogger bewerten ihre Literatur außerordentlich positiv mit durchschnittlich 4,2 Sternen. Wobei 86% aller Bücher mit 4 oder 5 Sterne bewertet werden. Hier spielen Genres, die Blogplattform oder das Geschlecht keine Rolle und beeinflussen das Bewertungsverhalten nicht.

Durchschnittlich wird ein Buch von drei Bloggern gelesen. Dies hängt aber stark vom Genre ab. Jugendbücher werden im Schnitt von 7,3 Bloggern gelesen. Romane werden hingegen von nur 2,43 Bloggern gelesen. Wie groß die Überschneidung bei Büchern ist, hängt also vom Genre ab, lässt sich aber nicht aus der Beliebtheit eines Genres ableiten. 60% der Bücher werden lediglich von einem Blogger gelesen und nur 5% der Bücher werden von mehr als 10 Blogger gelesen. Es gibt also einige sehr bekannte und viel gelesene Bücher, aber über diese kleine Menge hinaus, haben Buchblogger ihren ganz eigenen Geschmack und treffen eine sehr individuelle Auswahl. Auch die Bücher, die von sehr populären Bloggern gelesen werden, werden im Schnitt nur von zwei anderen Bloggern gelesen. Sehr bekannte Blogger richten sich also nicht nach dem Geschmack der Masse und diese folgt nicht blind den Buchtipps einiger weniger bekannter Blogger.

Die Wahl des Genres hat nur einen geringen Einfluss darauf, wie viele andere Blogs auf einen Blog verlinken. Eine Ausnahme bilden hier Blogs, die über Kinderbücher schreiben und weit über den Durchschnitt von 16 Links verlinkt werden und Blogs mit sehr unpopulären Genres, auf die deutlich weniger verlinkt wird. Das Genre hat einen begrenzten Einfluss auf das durchschnittliche Ranking in der Topliste. Einige Genres schneiden besser, andere schlechter ab, wobei auch hier kein Zusammenhang zwischen der Beliebtheit eines Genres und dem Ranking besteht.

Das Alter eines Blogs und dessen Genre hängen nur geringfügig voneinander ab. Durchschnittlich haben die Blogs ein Alter von zwei bis drei Jahren, es gibt aber Abweichungen und bei einigen Genres sind die Blogs durchschnittlich nur 1,5 Jahre alt.

Genres die sehr beliebt sind werden auch oft in Kombination miteinander gelesen. Hier spiegelt sich die Popularität von Genres deutlich wieder. Je beliebter ein Genre ist, um so öfter tritt es mit anderen sehr bekannten Genres auf. Das überrascht wenig.

Blogger lesen besonders solche Blogs, die über ein Genre schreiben, dass sie selbst als primäres Thema haben, oder das damit artverwandt ist. Dennoch sind alle Genres miteinander vernetzt und es lässt sich sagen, dass das Interesse an Büchern in der Blogosphäre auch über Genregrenzen hinweg weit gefächert ist. Es findet allerdings seinen Schwerpunkt in den beliebten und viel gelesenen Genres.

Als Résumé würde ich konstatieren, dass Buchblogger genau das sind, was man sich unter einem Netzwerk nur wünschen kann. Sie beeinflussen und inspirieren sich gegenseitig, aber haben trotzdem ihren eigenen Stil und ihre eigene Individualität. Das hier sind natürlich Durchschnittswerte und es gibt Blogs, die primär nur ganz bekannte Titel besprechen und solche, die eher neben der Spur lesen. Nach dieser Auswertung und aus meiner bisherigen Erfahrung heraus würde ich schlussfolgern, dass es einige Plattformen und Genres gibt, bei denen eine geringere, bei anderen hingegen eine größere Vielfalt herrscht. In seiner Gesamtheit sind Buchblogger allerdings sehr breit aufgestellt, lassen sich nichts vorschreiben und lesen das, worauf sie Lust haben. Und es ist klar, dass sie einen großen Teil ihrer Bücher einfach lieben, denn wer viel liest, der hat irgendwann ein sicheres Gespür dafür, was er mag und was nicht. Aus der Blogosphäre picken sie sich primär die Buchblogs heraus, die ihren eigenen Geschmack entsprechen, wagen aber dennoch auch immer einen Seitenblick.

verfasst von Tobi

    28 Kommentare

  1. Nana 10. Juli 2016 at 22:39 Antworten

    Beeindruckend! Ich muss gestehen, dass mich einige Ergebnisse durchaus verblüffen, aber ich freue mich, die Bloggosphäre nun noch ein bisschen besser durchschauen zu können und dass das Networken offenbar prima klappt.

    Liebe Grüße,
    Nana

    • Tobi 11. Juli 2016 at 20:34 Antworten

      Liebe Nana,

      mir ging es ganz ähnlich. Einige Sachen hätte ich auch so erwartet (beispielsweise die Beliebtheit der Genres), aber dass sich die gewählte Lektüre der Blogger dann doch nicht so stark überschneidet eher weniger.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Nelly 10. Juli 2016 at 23:47 Antworten

    Hey Tobi,
    Respekt, wie du das immer wieder machst 🙂
    Ich hab es ja leider gar nicht so mit Zahlen, stöbere aber immer wieder gerne durch deine Posts. Dass das beliebteste Genre die Jugendbücher sind, überrascht mich allerdings nicht wirklich. Ich denke, das drängt sich einem schon auf, wenn man mal verschiedene Blogs besucht.
    Welches Thema du dir als nächstes vornimmst, darauf bin ich schon sehr gespannt 🙂

    Alles Liebe, Nelly

  3. Ulrike Sokul 10. Juli 2016 at 23:51 Antworten

    Lieber Tobi,
    ich verneige mich ehrfürchtig vor Deiner erneuten, datendetaillierten Fleißarbeit!
    Herzliche Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

  4. Simon Segur 11. Juli 2016 at 10:42 Antworten

    Ich kann den Vorposterinnen (jetzt brauchst Du nur noch eine Analyse der Kommentare zu machen :-)) nur zustimmen: Sehr fundiert, intelligent und überzeugende Präsentation. Wirklich beeindruckend – meinen herzlichsten Dank. Das Einzige, was mich irritiert ist „Romane“ als Genre-Bezeichnung zu händeln. Das ist ja eigentlich der Gattungs-Überbegriff als Abgrenzung gegen Kurzgeschichte oder so. Ich nehmen an, darunter sind Entwirklungs-, Gesellschaftsromane u.ä. subsumiert. Dennoch merkwürdig. Aber egal: Nochmals meinen Dank!

    • Tobi 11. Juli 2016 at 20:38 Antworten

      Lieber Simon,

      das mit der Aufteilung nach Genres ist nicht ganz so leicht. Romane abstrahiert natürlich schon ganz schön. Irgendwo muss man da eine Auswahl treffen, um ein übersichtliches Ergebnis zu bekommen und keine zu starke Fragmentierung nach Genres zu haben. Beispielsweise Gesellschaftsromane zu bündeln hätte da zu einem extrem schwach besetzten Genre geführt. Zweites Problem ist, dass viele Bücher mehreren Kategorien angehören. Beispielsweise Jugendbücher, die zugleich Fantasybücher sind und evtl. noch Vampire enthalten. Da wird es dann schon schwer. Hier habe ich mich primär auf die Kategorisierung von Lovelybooks verlassen, die eigentlich schon ziemlich gut ist. Insgesamt ist das also immer eine Annäherung an die Realität.

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Simon Segur 11. Juli 2016 at 21:24 Antworten

        Danke für die Antwort. Und ja, ich verstehe schon. Ist trotzdem irgendwie merkwürdig. Habe ich auch noch nie drüber nachgedacht. Wie nennt man dann all die Grass‘ und Walsers und Suters und Modicks. Einfach nur „Roman“? Hm. Da fände ich dann Gesellschaftsroman doch besser und – nicht wirklich – „schwach besetzt“. Aber ich verstehe natürlich, wie schwierig ein Erfassen all der Genre ist. Liebe Grüße zurück!

  5. sabine delorme 11. Juli 2016 at 12:34 Antworten

    Na immerhin habe ich die Tribute von Panem gelesen, ansonsten sind die Bücher in dieser Hitparade nicht so meins 😉
    Ich finde für diese Fleißarbeit sollte belohnt werden, hier einer meiner Lieblings-TED Talks und die Schönheit der Statistiken …
    Liebe Grüße vom Bingereader …

  6. sabine delorme 11. Juli 2016 at 12:34 Antworten

    seufz und wenn ich den link dann auch wirklich gepostet hätte, wäre es noch besser gewesen 😉

    https://www.ted.com/talks/hans_rosling_shows_the_best_stats_you_ve_ever_seen

    • Tobi 11. Juli 2016 at 20:45 Antworten

      Liebe Sabine,

      ist ja cool, also der dreht echt gut auf. Aber das hat auch gut Unterhaltungswert. Vielleicht sollte ich das nächste Mal ein Video machen. Da brauch ich nur eine Auswertung mit einer Zeitkomponente oder wo sich irgendetwas bewegt 😉

      Was die Top 10 angeht, hast du mir wohl ein Buch voraus 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  7. Lena 11. Juli 2016 at 16:12 Antworten

    Ui, sehr cool. Zwar nicht besonders überraschend wie ich finde, aber trotzdem interessant, das alles mal aufbereitet zu sehen.
    Danke für deine Mühe, ich würde glaube ich durchdrehen bei dem Versuch so etwas aufzuarbeiten (alleine schon, weil ich den Drang hätte jeden Wert auf statistische Signifikanz zu überprüfen, dann macht das nicht mehr ganz so viel Spaß :)).

    Von den 10 meistgelesenen Büchern habe ich immerhin 5 gelesen, was mich selbst grade total überrascht, da ich eigentlich nicht so das Gefühl habe „typische“ Bücher zu lesen. Interessant 🙂

    Liebe Grüße,
    Lena

  8. Danke für den wirklich hervorragend ausgearbeiteten Bericht. Ich führe ja unseren Blog gemeinsam mit meiner Frau. Also unser Blog ist quasi 50 % männlich. Die genannten 4-8 % an männlichen Bloggern spiegelt auch in etwa das Verhältnis bei unseren Lesern bzw. Follower wider.

  9. Thomas 11. Juli 2016 at 21:57 Antworten

    Hallo Tobi,
    wieder mal habe ich großen Respekt vor der vielen Arbeit, die du immer in deine Auswertungen steckst. Interessant, wenn die subjektiven Empfindungen beim Stöbern durch die Blogosphäre mit Zahlen unterlegt werden. Was mich dann doch erstaunt hat, war die Tatsache, dass viele Blogs noch gar nicht so alt sind. Da wird es in Zukunft spannend sein die Entwicklung der Lesegewohnheiten der Blogger zu verfolgen, denn mit zunehmenden Alter werden sich bestimmt auch die Lesegewohnheiten verändern. Auch sehr beruhigend, dass sich -abgesehen vom Jugendbuch- keine wirklichen Favoriten abzeichnen, sondern die unterschiedlichsten Titel gelesen werden. Nicht auszudenken, wie die Verlage reagieren würden, wenn ein bestimmtes Genre besonders hervorstechen würde.
    Liebe Grüße
    Thomas

  10. Denise 12. Juli 2016 at 11:21 Antworten

    Lieber Tobi,

    zunächst: Hut ab, Chapeau und tausend Dank für diese mehr als interessante Auswertung. Ich bin fasziniert und erschlagen (im positiven Sinne 🙂 ).

    Ich hätte nicht gedacht, dass auch beliebte Bücher nur von 3 Bloggern im Schnitt gelesen werden. Das ist eine großartige Erkenntnis, denn wie du, habe ich oft das Gefühl, alle Welt liest Buch xy.

    Auch die Auswertung nach Geschlecht finde ich spannend. Ich selbst lese mit Vorliebe Thriller und Krimis und bin wenig überrascht, dass sich in dem Genre viele männliche Blogger tummeln. Vielleicht sollte ich doch mal einen Thrillerstammtisch besuchen? 😉

  11. FrauPixel 12. Juli 2016 at 15:00 Antworten

    Auch von mir Lob und Anerkennung! Viele Fakten haben schon andere Kommentatoren auch „irgendwie“ geahnt. Aber ich fand deine Blickwinkel und Fragestellung sehr gut und ich denke in ein paar Jahren ist das eine tolle Momentaufnahme der Buchblogger und erfreut das Akademikerherz!

  12. Anna 13. Juli 2016 at 12:15 Antworten

    Wieder mal ein sehr toller und beeindruckender Beitrag von dir. Da steckt bestimmt sehr viel Arbeit und einiges an Zeit mit drin. Von den Top 10 Büchern habe ich persönlich sogar ganze 8 Stück gelesen. Auch dir als Mann ist „Ein ganzes halbes Jahr“ zu empfehlen 🙂

    Ich persönlich war ein wenig überrascht, dass die historischen Romane noch hinter den Sachbüchern kamen. Und ein wenig enttäuscht, dass die Krimis und Thriller so „weit“ hinten lagen. Ich lese Krimis und Thriller sehr gerne.

    Liebe Grüße
    Anna

  13. Cornelia 20. Juli 2016 at 16:45 Antworten

    Hallo Tobi,
    wow, ein großes Kompliment für diese Hammer-Analyse! Wirklich toll und unheimlich interessant. Einiges hatte ich so erwartet, anderes wiederum gar nicht. Z.B. dass die Krimis von den weiblichen Bloggern doch eher weniger gelesen werden. Ich persönlich kenne so einige bloggende und nicht bloggende begeisterte Krimi-Leserinnen, und auch ich selbst greife bevorzugt zu Krimis und Thrillern (mit großem Abstand zu anderen Genres). Romane, Sachbücher, Klassiker und Lyrik findet man bei mir auch viel, Jugendbücher, Fantasy und Liebesromane eher weniger bis gar nicht. Was aber nicht heißen soll, dass ich zwischendurch nicht doch auch mal etwas aus diesen Genres lese! Die Tribute von Panem habe ich z.B. gelesen, die anderen Bücher der Top-10-Liste allerdings nicht (womit ich dann wohl auch voll in mein „Bloganbieter-Klischee“ passe ;-P ).

    Nochmals mein Kompliment, ich freue mich schon auf die nächste Analyse!

  14. Christian 22. Juli 2016 at 12:04 Antworten

    Hi Tobi,

    ein sehr interessanter Artikel, hinter dem wohl ganz schön viel Fleißarbeit steckt! 🙂
    Ich bin einer der wenigen männlichen Blogger und finde mich in deinen Ergebnissen ziemlich oft wieder.
    Habe mir auch gleich mal deine anderen Analysen angesehen.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
    Christian

  15. Nikola Hahn 23. Juli 2016 at 11:37 Antworten

    Hallo Tobi,

    sehr gut aufgearbeitet – und die Art der Darstellung gefällt mir ebenfalls. Der Inhalt ist nicht nur interessant für Blogger und Leser, sondern auch für Autoren :).

  16. Tintentaucher 1. Oktober 2016 at 23:24 Antworten

    Sehr interessant mit einem echten Alleinstellungsmerkmal. Eine so gut aufgearbeitete Studie über das Verhalten von Buch-bloggern habe ich noch auf keinem anderen Buchblog gefunden.

  17. Thomas Roth 24. November 2016 at 20:25 Antworten

    Ich habe Ihren Buch-Blog erst vor kurzem entdeckt.
    Ich bin auch Blogger (Reisen und Wanderungen), aber das Lesen stand schon immer bei mir im Vordergrund (genau wie das Reisen).
    So einen Buch-Blog mit gekonnten Rezensionen habe ich bisher noch nicht gefunden – es ging mir um Stendhal, von dem ich schon
    einiges gelesen habe. „Die Kartause von Parma“ liegt noch unter meinem Tisch im Wohnzimmer und wartet…
    Ein Spass am Schluss – dass ich schon immer ein Buchfreund war, belegt ein Foto auf meinem Blog (http://herrrothwandertwieder.de/herrrothwar/),
    was zeigt, dass ich, erst ein paar Monate alt, schon gelesen habe.
    Denn was einen von Jugend auf begeistert, dass läßt einen ein Leben lang nicht los!
    MFG
    Th.Roth

    • Tobi 25. November 2016 at 11:43 Antworten

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das Feedback. Ich freu mich sehr, dass dir mein Blog gefällt! Na wenn du gerne reist und Italien auch auf dem Schirm hast, dann ist Stendhal natürlich genau das Richtige. Ein Urlaub am Comer See mit „Die Kartause von Parma“ im Gepäck, das wär natürlich ein Highlight. Lesen und Reisen, das passt einfach sehr gut zusammen.

      Ich glaube die meisten Vielleser sind schon seit Kindheitstagen von Büchern begeistert. Deshalb finde ich es super wichtig Kindern vorzulesen und den Einstieg so leicht wie möglich zu machen.

      Dann hoffe ich, du findest auf meinem Blog noch schöne Tipps für deinen Stapel ungelesener Bücher 😉

      Herzliche Grüße
      Tobi

  18. Erina 6. Januar 2017 at 19:17 Antworten

    Eine tolle Arbeit, die du da abgeliefert hast, endlich wurden meine Vermutungen visualisiert! 🙂
    Ich finde mich ein wenig schwer in der Buchblogger-Welt zurecht. Eben weil die meisten über (Jugend)Fantasy schreiben und gefühlt alle Blogger das gleich lesen. Ich habe mich immer gefragt, warum, aber jetzt wurde es mir klar.

    Liebe Grüße

  19. HarryJ 1. Februar 2017 at 20:34 Antworten

    Hallo Tobi,

    eine beeindruckende Datensammlung und -auswertung!
    Ich habe gerade versucht, den OPML-Export zu nutzen, bekomme aber eine Fehlermeldung.
    und dann noch eine Frage:

    Du schreibst:
    >>Mein einfaches Kriterium ist folgendes: wenn mehr als 10% der gelesenen Bücher einem Genre entstammen, dann ist dies ein bevorzugtes Genre des Bloggers.
    Stellst Du diese Daten auch irgendwo zur Verfügung, so dass man gezielt die Blogs finden kann, die ein bestimmtes Genre fokussieren?

    Ciao, Harry

    • Tobi 2. Februar 2017 at 19:43 Antworten

      Hallo Harry,

      ich habe den OPML Export gefixt. Das OPML wurde korrekt erzeugt, nur der Browser hat dann einen Fehler ausgegeben, weil das XML nicht ganz valide war. Nun passt es aber.

      Die bevorzugten Genres eines Blogs habe ich nicht weiter verarbeitet oder gespeichert. Das Problem ist, dass die Information nicht für alle Blogs zur Verfügung steht, da ja nicht alle ein Lovelybooks-Account haben. Zudem benötigt das Ermitteln dieser Informationen erheblich mehr Zeit, als das reine erstellen der Topliste. Daher habe ich darauf verzichtet.

      Herzliche Grüße und vielen Dank für dein Feedback
      Tobi

      • HarryJ 5. Februar 2017 at 18:10 Antworten

        OK, danke für die Info!

        Ciao, HarryJ

  20. Anton 15. Mai 2017 at 14:26 Antworten

    Jugendbücher auf Platz 1?! Erotische Literatur vor Klassikern?! Also wenn die wenigen Lesenden schon so geistig zurückgeblieben sind, dann will ich gar nicht wissen, wie es mit dem Rest aussieht…

  21. Moni2506 25. Juni 2017 at 8:30 Antworten

    Hallo Tobi,

    ein sehr interessanter Beitrag, in dem sicher ganz viel Arbeit steckt.
    Mein Annahme, dass ich mit meiner Vorliebe für historische Romane doch eher ein Exot bin, wurde mit diesem Beitrag nochmal untermauert. :D.
    Schön finde ich auch, dass hier einige Vorurteile unter die Lupe genommen worden sind, auch wenn sich einige durchaus bestätigen. Insgesamt finde ich es aber eine sehr positive Analyse der Buchblogger-Szene. Schön, dass wir uns auch gerne von anderen inspirieren lassen.

    LG, Moni

Kommentar verfassen