Vor längerer Zeit schon habe ich einen Artikel gelesen, der mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf geht. Es geht darum, dass man sich mit einem Buch sehr einsam fühlen kann und ich glaube jeder Vielleser kennt das sehr gut. Befasst man sich mit den großen kommerziellen Angeboten, sieht sich bekannte Serien an, zieht sich eine aktuelle Sendung im TV rein, rennt in den neuesten Kinofilm oder zockt ein aktuelles Game, dann gibt es automatisch Gesprächsstoff zu Genüge. Über das alles lässt sich gut schwurbeln, denn die Schnittmenge derer, die eines dieser Dinge selbst gesehen haben, ist recht groß und ein Treffer sehr wahrscheinlich. Anders aber beim Romanleser, denn wie wahrscheinlich ist es schon, dass jemand aus meinem Dunstkreis beispielsweise Die Arbeiter des Meeres gelesen hat? Gleich null. Vielleicht hat man bei einem aktuellen, kommerziellen Titel mehr Erfolg. Keine Ahnung, vielleicht hat jemand den neuen Suter oder das Buch von Elena Ferrante gelesen, aber selbst da wird die Luft schon dünn. Ich glaub wenn ich bei mir in der Firma so von Zimmer zu Zimmer gehen würde, oder bei der nächsten Runde mit meinen Kumpels zwischen zwei Helle mal so frage, was sie so gerade lesen, werde ich auch da nicht viel Erfolg haben. Wenn ich die Fantasy-Romane der letzten Jahre nehme, dann gibts den ein oder anderen Treffer, aber da winken auch die Meisten schon ab. Ist schon wieder zu lange her, als dass man sich daran erinnern würde. Sprich: Wer viel liest, der hat nicht gerade viele Gesprächspartner.

Jetzt frage ich mich, ob das so stimmt. Wer über Bücher bloggt, oder in einer Community mit Viellesern aktiv ist, bei dem sieht die Bilanz wahrscheinlich besser aus. Bücher wie Infernale oder das letzte Buch von Benedict Wells wurde ja gefühlt von jedem Buchblogger gelesen und rezensiert. Hier kann man sich wahrscheinlich wieder recht gut mit anderen austauschen. Aber wehe dem, der neben der Spur liest. Dann wird es auch unter Buchblogger und Vielleser wieder recht einsam. Wie ich in meiner Auswertung über die Buchblogger festgestellt habe, wird ein Buch im Schnitt von drei Buchbloggern gelesen. Die drei Blogger muss man dann finden und es kann sein, dass hier ein großer zeitlicher Versatz vorhanden ist. Mit jemanden über ein Buch zu diskutieren, dass er vor drei Jahren gelesen hat, ist auch wieder nicht ganz einfach. Zumal einen dann Details beschäftigen, die zumeist nach vielen Monaten wieder verloren gehen.

Betrachte ich meine Auswahl an gelesenen Büchern, dann würde ich sagen, dass ich durchaus immer wieder andere Blogger finde, die ganz Ähnliches gelesen haben. Die große Masse ist es nicht. Und in meinem Bekanntenkreis stehe ich ziemlich alleine da. Da wird zwar schon immer mal wieder gelesen, aber oft nur recht wenig („ich hab so wenig Zeit zum Lesen, woher nimmst du nur immer die Zeit, blabla…“, ihr kennt das). Viele sind auch auf Hörbücher umgestiegen, die hören dann auf 10 Wochen eine Geschichte immer wenn sie im Auto fahren. Das hebt die Anzahl an gelesener Bücher und damit die Trefferwahrscheinlichkeit auch nicht gerade. Was meine Klassiker betrifft, dann würde ich sagen, bin ich im Reallife völlig alleine. Da stehe ich dann mit meinem Bier in der Ecke, wenn über die neueste Game of Thrones Staffel gequatscht wird. Wenn ich gerne einwenden würde, dass von Tad Williams ja endlich die Osten Ard Reihe fortgesetzt wird und ich das Buch kaum erwarten kann, dann kommen wieder die üblichen Gemeinplätze mit wenig Zeit für Lesen und Blabla.

Die nächste Frage ist, ob das ein Problem ist. Habe ich ein so großes Bedürfnis mich über Bücher auszutauschen? Als Nerd ist das mit dem gepflegten Smalltalk ohnehin so eine Sache. Ich würde sagen Jein. Irgendwie hat man ja schon Lust über ein Buch zu philosophieren. Besonders, wenn es einen beschäftigt und sehr gepackt hat. Gleichzeitig liebe ich es am Lesen, dass es etwas ist, was man völlig alleine machen kann, wo man für sich ist und komplett abschalten kann. Ich bin den ganzen Tag in Gesellschaft. Im Job, mit der Familie, mit Freunden und bei anderen Hobbys. Ich zock auch ganz gerne mal ein Spiel und natürlich habe ich auch die Buchblogosphäre, wo ich hervorragende Tipps bekomme und auch andere Meinungen höre. Bücher sind meine Oase der Ruhe, wo ich mich gerne zurück ziehe und wo ich es auch gerne ruhig um mich habe. Wenn ich lese, dann völlig ohne Druck, ohne irgendwelchen sozialen Rahmenbedingungen. Sowohl was die Auswahl meiner Bücher angeht, als auch, wie weit ich gehe, um ein Buch zu durchdringen. Das gibt einem viel Freiheit, Ruhe und auch Individualität.

Betrachte ich im Netz Diskussionen um Bücher, dann stelle ich auch fest, dass diese doch eher an der Oberfläche bleiben. Das liegt wohl daran, dass eben immer ein zeitlicher Versatz gegeben ist. Oft aber auch kein wirklicher Bedarf für einen Austausch da ist. Man liest ein Buch, mag es oder fand es schlecht. Kein Grund alles zu zerkauen und zerquatschen. Ich muss sagen, dass die Kommentare auf meinem Blog schon immer sehr interessant sind und sich der kleine Kreis derer, die diesen Blog lesen, durchaus etwas zu sagen haben. Eine richtig intensive Diskussion entsteht aber selten und ich glaube man müsste schon bei einem Lesekreis mitmachen, so dass alle das gleiche Buch lesen, um gleichwertig darüber zu philosophieren. Aber irgendwie braucht es das für mich nicht, das wäre wieder irgendwie zu viel.

Ist die Einsamkeit des Romanlesers also ein Problem? Für mich definitiv nicht. Aber wie sieht das bei euch aus?

verfasst von Tobi

    25 Kommentare

  1. Nicis Buchecke 13. Mai 2017 at 14:58 Antworten

    Hallöchen,

    ein wirklich interessanter Post, der definitiv Mal zum Nachdenken anregt. Ich habe im Bekanntenkreis kaum Leute mit denen ich mich über Bücher unterhalten kann. Viele finden das eher langweilig oder haben keine Zeit, wie sie immer sagen. Ich finde das schon schade, denn ich unterhalte mich gern über die Bücher, die ich lese. Doch meist geht dies eben nur virtuell. Einsamkeit empfinde ich jedoch trotzdem nicht unter Bloggern oder in Leserunden kann man sich schön austauschen. Aber da mache ich nur ab und zu, denn das wird auch auf Dauer zu anstrengend. Lieber lese ich dann in Ruhe für mich ein Buch und zerkaue nicht jeden Abschnitt.
    Ich denke es ist immer abhängig vom Buch und von der eigenen Laune.

    Liebe Grüße Nici

    • Josef K. Pöllath 15. Mai 2017 at 11:35 Antworten

      Lieber Tobi,
      die Einsamkeit des Romanlesers kann ich nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil: Durchs Lesen und Eintauchen in eine fiktive Welt bin ich alles andere als einsam. Und wenn ich mich mit jemand über einen Roman spreche oder davon erzähle, dann bin ich ja im Kontakt, nicht einsam. Auch wenn mein Gesprächspartner den Text nicht kennt, den ich gelesen habe oder gerade lese. Über ein Buch mit jemand reden zu können, ist geistiger Austausch, ist Auseinandersetzung und erweitert die Perspektive, also alles andere als Einsamkeit. Einsam kann ich mich natürlich fühlen, wenn ich mit jemand rede, mit jemand Kontakt habe, wenn wir uns im Gespräch nicht berühren, wie es Erich Kästner mit seinem Gedicht „Einsam bist du sehr alleine, aus der Wanduhr tropft die Zeit“ schon so schön beschrieben hat.
      In diesem Sinne, Josch

      • Tobi 15. Mai 2017 at 20:56 Antworten

        Lieber Josch,

        das hängt wieder ein wenig damit zusammen, wie man Einsamkeit empfindet, wahrnimmt und in welchem Kontext man sie sieht. Das eine ist der Lesevorgang selbst und da gebe ich dir recht, da fühle ich mich ganz sicher nicht einsam. Da befindet man sich in einem sehr engen Austausch mit dem Autoren und wer sich hier einsam fühlt, der hat zum falschen Buch gegriffen. Bezogen aber auf den Austausch mit anderen über die Lektüre, da sieht es wieder anders aus. Wobei mich das nicht stört, wie ich das in meinem Beitrag ja ausführe. Man kann sich mit der Einsamkeit ziemlich wohl fühlen, das steht außer Frage. Oder sich eben Möglichkeiten schaffen, mit anderen in den Austausch zu treten. Ein uneingeschränktes Klagelied ist glaub ich auf jedem Fall falsch, dazu gibt es zu viele Buchbegeisterte.

        Herzliche Grüße
        Tobi

  2. Kerstin von KeJas-BlogBuch 13. Mai 2017 at 15:21 Antworten

    Hallo Tobi,
    Danke für diesen schönen Beitrag. Du hast es (zumindest für mich) auf den Punkt gebracht. Als Vielleserin habe ich sowohl Mainstream als auch die kleinen feinen außergewöhnlichen Bücher im Regal und auf dem Schirm. Meine Buchhändlerin schaut bei so manchem Buch recht verdutzt drein – liegt wohl an den Genre oder den Titeln. Oder daran das meine Bücher eben nicht in den Regalen stehen sondern bestellt werden müssen.
    In der Familie bin ich eher die Lese-Ausnahme und nur wenige aus dem Bekannten- &Kollegenkreis sind gewillt sich mit mir über Bücher zu unterhalten 😉
    Aber ich habe für mich erkannt dass ich kein Stück Einsamkeit verspüre. Jede Rezension die ich schreibe (auch wenn sie keiner liest) ist mein Auseinandersetzen mit dem Buch. HaT es mich begeistert, berührt, unterhalten – was auch immer, ich nehme immer etwas für mich mit und das kann ich dann vielleicht sogar mal teilen mit denen die eben nicht lesen was ich lese .
    Hab ein schönes Wochenende
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Tobi 15. Mai 2017 at 21:01 Antworten

      Liebe Kerstin,

      da sind wir uns tatsächlich sehr ähnlich. Mir fällt auch auf, dass ich sehr oft von meinen Büchern und Romanfiguren erzählen kann was keiner als störend empfindet (oder alle es zumindest gut verbirgt ;). Und wenn es nicht für Smalltalk reicht, ist das etwas, womit ich auch ganz gut leben kann. Den Lesegenuss schmälert das nicht.

      Liebe Grüße
      Tobi

  3. Jana 13. Mai 2017 at 15:55 Antworten

    Hall Tobi,
    du hast mit deinem Post Erfahrungen beschrieben, die ich auch gemacht habe. „Da draußen“ kommt auch in meinem Bekanntenkreis das Gespräch nicht allzu oft auf Bücher, tatsächlich eher auf Serien oder Spiele. Obwohl viele meiner Bekannten durchaus lesen, vielleicht nur auch lieber für sich allein. Was ich allerdings häufiger erlebt habe, ist, dass mich jemand nach einer Buchempfehlung fragt, wenn er etwas Ausgefalleneres oder ein passendes Geschenk sucht. Das freut mich immer sehr, denn zum einen schmeichelt es natürlich, da nach seiner Meinung gefragt zu werden, zum anderen lässt sich bei dieser Gelegenheit gut über das eine oder andere Buch reden. Aber ein Lesekreis wäre auch nichts für mich. Wenn ich wirklich nach Interpretationen zu Gelesenem suche, dann schau ich in die Sekundärliteratur oder lese auch mal in den Rezensionen der anderen Buchblogs herum. Ich glaube übrigens, dass diese „Einsamkeit“, von der du schreibst, unbedingt auch auf Sachbuchleser zutreffen kann. Aber allein heißt ja auch nicht einsam.
    Viele Grüße und hoffentlich viele weitere Kommentare zu diesem interessanten Beitrag!
    Jana

  4. Ruth Leukam 13. Mai 2017 at 16:29 Antworten

    Hallo Tobi,
    Bücher waren schon immer wichtig für mich, aber nach dem Studium bin ich aufs Land gezogen, habe Kinder bekommen und im Geschäft meines Mannes mitgearbeitet. Lesen war meine private Passion , aber Gespräche darüber konnte ich mit niemandem führen. Vor 12 Jahren bin ich vom örtlichen Bildungswerk gefragt worden, ob ich einen Lesekreis leiten wolle. Und seitdem hat sich für mich ganz viel geändert. Wir treffen uns einmal im Monat und diskutieren über ein Buch, das ich auswähle ( bzw. stelle ich in der Regel drei Bücher vor und die Gruppe entscheidet sich dann für eines). Das macht zwar sehr viel Arbeit, weil ich immer noch Hintergründe zum Buch liefere und zum Abschluss noch 3-5 Leseempfehlungen gebe. Aber es gibt mir soviel. Mittlerweile sind wir ein recht großer Kreis , obwohl die Teilnahme völlig unverbindlich ist ( Wer Zeit und Lust hat, kommt). Auch hat sich unser Leseverhalten verändert. Vielleicht wäre das doch etwas für Dich.
    Liebe Grüße
    Ruth

  5. Vorleser 13. Mai 2017 at 16:53 Antworten

    Hallo Tobi,

    ich kenne das auch, dass ich mich mitunter gerne über ein Buch austauschen würde, deswegen nehme ich gelegentlich an Leserunden teil. Da ist man zwar zeitlich etwas gebunden, aber ich habe schon wirklich tolle Leserunden mitgemacht, wo es lebhafte Diskussionen gab. Ein realer Buchclub wäre nichts für mich, das verpflichtet zu sehr, denke ich.
    Im Allgemeinen bin ich ganz glücklich, dass ich selbst bestimmen kann was ich wann lese, und in welchem Tempo.

  6. Madame Filigran 13. Mai 2017 at 17:48 Antworten

    Hallo Tobi, das ist ja gerade das Erfüllende bei Büchern, ich fühle mich beim Lesen nicht allein, sondern im Kontakt mit dem Autor und dem Geschehen. Auch habe ich wahrscheinlich längst resigniert, mich mit meiner Umwelt über meine Bücher austauschen zu können. Danke für den Beitrag und beste Grüße.

  7. Booksnstories 13. Mai 2017 at 18:32 Antworten

    Schöner Blogbeitrag!

    Für mich liegt der Mehrwert beim Reden über Romane gerade darin, dass man eben keine allzu große Schnittmenge hat. Das Hauptaugenmerk liegt bei mir beim Entdecken von Neuem, bei Empfehlungen. Finde ich die Rezension von einem Roman, den ich bereits selbst gelesen habe, möchte ich mich bei der Riesenauswahl, die es an Lesestoff gibt, eigentlich im Nachgang nicht noch lange damit beschäftigen. Man überfliegt sie vlt, sagt „Ja sehe ich genauso“ oder „Ne, da bin ich anderer Meinung“, aber man will ja keinen zweiten Deutschunterricht. Ich muss aber zugeben, dass ich nur selten ein Bedürfnis habe, mich an inhaltlichen Diskussionen zu beteiligen, da ich die Zeit lieber zum Lesen einen anderen Buches aufwende.
    Ich sehe Bücher mehr als Konsumgut, das mir Unterhaltung verschafft, eben wie einen Film, eine TV-Serie. War ich begeistert, kann ich das Buch anderen Lesern im Bekanntenkreis oder im Netz versuchen schmackhaft zu machen und so meine Begeisterung ausdrücken.
    Seit ich Vielleser bin, muss es aber schon ein sehr sehr gutes (oder schlechtes) Buch sein, damit es mir überhaupt im Gedächtnis bleibt.
    Ich kann aber sehr gut verstehen, dass man das Bedürfnis zum Austausch hat, wenn eine Sache einen persönlich bewegt (begeistert oder enttäuscht). Es muss ja kein Buch sein, sondern das gilt für vielerlei Dinge. Wenn dem nicht so wäre, wären wir auch schließlich alle nicht hier im virtuellen Wunderland 😉

    Buchige Grüße

  8. Marie 13. Mai 2017 at 22:24 Antworten

    Hallo Tobi,

    ein wunderschöner und spannender Beitrag! Das Foto ist außerdem wunderschön!
    Unter meinen Freunden gibt es auch nur einige wenige, mit denen ich mich eventuell über Gelesenes unterhalten könnte. Meistens geht es dabei allerdings dann hauptsächlich um „Der Herr der Ringe“ und auch hier ist es oftmal lediglich gesehen worden und nicht gelesen. Da kann man natürlich nicht um Kleinigkeiten diskutieren oder vergleichen, was besser war. Als Lesende werde ich häufig belächelt, da ich mich selten mit Serien aus dem Fernsehen befasse. Ich liebe Filme, doch wie sollte es anders sein, geht es auch hierbei eigentlich nur um Buchverfilmungen. Wie wurde der Film im Gegensatz zum Buch umgesetzt und welche Details fehlen? Ist es tragisch, dass sie weggelassen wurden oder kann man dies verschmerzen? Da fühlt man sich schnell alleine aus den Gründen, die du auch schon genannt hast. Bücher werden selten zur gleichen Zeit gelesen und die Wahrscheinlichkeit, dass sich im näheren Umkreis eine Person befindet, die dieses Buch gerade gelesen hat, ist gleich Null. Das finde ich ziemlich schade, denn ich tausche mich gerne mit anderen Lesern aus über tolle oder auch schlechte Romane.

    Liebe Grüße
    Marie

  9. Let 'em eat books 14. Mai 2017 at 8:26 Antworten

    Hallo Tobi,

    ein interessanter Artikel. Und gerade das mit dem Freundeskreis muss ich unterschreiben. Selbst meine Familie, mit der ich fleißig Bücher hin- und herleihe, hat dann aber auch keine großen Bedürfnisse, darüber zu sprechen. Nicht über gut/schlecht hinaus jedenfalls. Ich glaube, das war ein Grund, warum ich mich entschieden hatte, meinen Blog von einem Randbereich meiner damaligen Website aus zu einer eigenständigen Seite aufzubauen. Weil ich Leute finden wollte, mit denen ich reden kann. Leider bin ich zumindest damit gescheitert, denn auch wenn ich Mainstream-Genres lese (Fantasy, …), so lese ich doch nicht Mainstream-Bücher. Ich kann Hypes nicht ausstehen und lese selten Neuerscheinungen. Wenn, dann lieber Geheimtipps. Aber das macht unglaublich einsam. Ich habe eigentlich keine anderen Hobbies, daher hab ich auch nicht wirklich was, worüber ich mit anderen Menschen reden könnte. Politik und Religion gelten ja als unhöflich, dabei liebe ich es, Politdiskussionen zu führen oder Menschen zu sagen, warum Monotheismus unlogisch ist. Aber andere lieben es wohl nicht so, das zu hören.

    Also ja, für mich ist das ein großes Problem. Ich hab nur die Wahl, entweder ziemlich alleine zu bleiben (habe schon geschaut, ob es nicht so Freunde-Such-Apps nur für Buchliebhaber gibt, wo einem aus den gelesenen Büchern und den Bewertungen die Leute vorgeschlagen werden, die das am Ähnlichsten sehen, aber leider gibt es das noch nicht, oder noch nicht so ausgereift, dass es wirklich nutzbar wäre), oder aber mein Leseverhalten der Masse anzupassen. Und ich will mir keinen 50 Shades-Mist antun, oder Teil eines Hypes werden.

    Einziger Lichtblick dabei ist, dass ich meinen Lieblingsautor kennen lernen durfte, als er vor Jahren noch mehr oder minder unbekannt war. Vor Serie, Kinofilm und Spiegel-Bestseller. Seit dem sind wir befreundet und wenn ich seine Bücher diskutieren möchte, gerade schön nerdig alles metatheoretische, kann ich einfach ihn fragen ‚Du, hast du dir da dies und das gedacht, oder ist es einfach nur Zufall, dass du das da geschrieben hast‘. Das ist ein großes Privileg, und ich glaube, wäre ich da so ganz alleine, würde ich endgültig verzweifeln.

    Liebe Grüße
    Taaya von Let ‚em eat books

  10. Anette 14. Mai 2017 at 11:44 Antworten

    Hallo Tobi,

    bist du auf goodreads? Die Community ist so groß, dass sich da theoretisch für fast alle Bücher Leute finden, die das Buch auch gelesen haben. Ich lese manchmal auch eher ungewöhnliche Bücher, musste auch schon welche selber hinzufügen, aber auf goodreads finde ich fast immer Austausch, wenn ich ihn möchte. Ich habe dort eine große Gruppe von Freunden und habe gerade mit einer Lesegruppe dort „Lolita“ von Nabokov gelesen. Das hat wirklich Spaß gemacht, wir haben intensiv diskutiert, teilweise auf sehr hohem Niveau (da konnte ich intellektuell nicht ganz mithalten ;-)). Mich stört es auch nicht, wenn ich allein mit einem Buch dastehe, aber manchmal ist so ein intensiver Austausch auch sehr schön 🙂

    Liebe Grüße

    Anette

  11. Olaf 14. Mai 2017 at 12:01 Antworten

    Hallo Tobi,

    wie auf Twitter angekündigt ein Kommentar von mir. Das Thema liegt mir wahrscheinlich genauso am Herzen wie Dir, und ich habe auch eine ähnliche Einstellung dazu.

    Ich bin ein Leser so lange ich mich erinnern kann. Meinen ersten Leseausweis für die Stadtbücherei meiner Heimatstadt bekam ich mit 6 Jahren. Ich erinnere mich an das erste Buch, dass ich selbst gelesen habe (Humstibumsti: Ein Kobold findet einen Freund) und an das erste Buch, dass ich mir von meinem eigenen Geld gekauft habe (Tommy und die Kidnapper). Ich habe schließlich sogar Literatur studiert und anschließend fast ein Jahrzehnt als Buchhändler gearbeitet. Doch letzten Endes war ich mit meiner Liebe zur Literatur und zu den Büchern immer allein. Ich habe es mit Bloggen versucht, ich habe an einem Lesekreis teilgenommen, und ich bin viel im Internet unterwegs auf Message Boards usw. Aber was mit mir passiert, wenn ich lese, ist für mich so persönlich, so intim, dass ich kaum darüber sprechen kann oder will. Natürlich rede ich die ganze Zeit über Bücher mit allen möglichen Leuten. Aber das ist immer nur an der Oberfläche. Ich wüsste gar nicht wie ich mein persönliches Lektüreerlebnis in Worte fassen sollte. Meistens will ich das gar nicht, weil mir das zu persönlich ist. Ich empfehle Bücher oder rate von ihnen ab. Ich verschenke Bücher und sage: Das musst du lesen, dass ist toll! Aber am Ende bin ich mit dem Buch allein, und ob ich lache oder weine oder wütend bin und das Buch in die Ecke oder die Mülltonne schmeißen möchte erfährt niemand. Und genauso will ich es haben. Ich bin gerne alleine mit meinem Buch.
    Ich glaube sogar, dass ich diese Form der Einsamkeit brauche, um nicht verrückt zu werden im Alltag um mich herum. Ich weiss genau, dass wenn ich eine Zeitlang nicht gelesen habe (aus welchen Gründen auch immer), werde ich unruhig und schlecht gelaunt und weiss nichts mit mir anzufangen. Lesen erholt mich und hilft mir den Rest zu bewältigen. Daher ist die Einsamkeit kein Problem, sondern für mich absolute Notwendigkeit!

    • Tobi 15. Mai 2017 at 21:17 Antworten

      Lieber Olaf,

      du formulierst das sehr schön, dass sich vieles gar nicht in Worte fassen lässt und du gerne mit deinen Büchern alleine bist. Das ist bei mir mal so und mal so. Deshalb halte ich es mir auch immer offen, ob ich hier ein Buch rezensiere oder nicht. Am Ende hat jeder ein anderes Bedürfnis danach, sich auszutauschen oder mit den eigenen Gedanken alleine für sich zu bleiben. Ich kenne auch Leute, die Nachworte deshalb auch gar nicht mögen. Alle die den Kontakt schätzen und brauchen, die werden sicher ihre Freude an Lesekreise usw. haben. Für mich ist dieser Blog genau das richtige Maß. Ich reduziere meine Aktivität, wenn ich mit meinen Büchern alleine sein möchte oder ich bin hier etwas aktiver, wenn ich etwas genauer beschreiben möchte. Auch Letzeres finde ich sehr angenehm und wichtig. Über ein Buch zu reden, wenn es einen sehr gut gefallen oder sehr geärgert hat. Oder auch einfach so, weil es gut war.

      Liebe Grüße
      Tobi

  12. Huebi 14. Mai 2017 at 12:25 Antworten

    Moin Tobi,

    eigentlich hatte ich mir schon zurechtgelet, ws ich dir antworte. Dnn jedoch kam die Idee, erstmal zu schauen was Einsamkeit eigentlich ist.As digital Nativ schaut man natürlich ersrtmal in die Wikipedia:

    Einsamkeit bezeichnet meist die Empfindung, von anderen Menschen getrennt und abgeschieden zu sein, aber gilt auch als Sammelbegriff für besonders dünn besiedelte und meist abgelegene Gegenden. Oft wird mit Einsamkeit eine negativ konnotierte Normabweichung oder ein Mangel verbunden, mitunter werden damit aber auch positive Aspekte in Zusammenhang gebracht, beispielsweise im Sinne einer geistigen Erholungsstrategie, die Gedanken ordnen oder Kreativität entwickeln bzw. fördern kann.

    Einsamkeit kann also durchaus positiv als auch negativ sein. Wenn ich ein Buch lese, dann will ich ja gerade einsam und auch allein sein, um mich dem Buch zu widmen und um in dem Buch aufzugehen. Das sehe ich als durchaus positiv an. Würde ich mich einsam im negativen Sinne fühlen, würde ich wohl eher kein Buch lesen. Denn diese Einsamkeit hätte ja Gründe und mit den Gedanken darum könnte ich mich auf das Buch ja gar nicht konzentrieren. Vielmehr suche ich oft auch die Einsamkeit, so würden wir gerne mal Urlaub auf einer Hallig machen, aber da muss man 2 Jahre und mehr vorher planen und reservieren und das geht momentan einfach nicht.
    Im Verwandten/Bekanntenkreis wird etwas anderes – wenn überhaupt – gelesen.
    Warum entstehen dann keine Diskussionen in Blogs? Ein Faktor ist eine gewisse Durchschnittsmenge an gemochten Büchern zwischen Blogger und Leser. Einerseits soll es schon Gemeinsamkeiten geben, andererseits will ich natürlich nicht in einer Filterblase festhängen und mich thematisch nur im Kreise drehen. Da möchte ich dann schon auf das eine oder andere Buch stossen, an das ich im Leben nicht gedacht habe.
    Ein weiterer Faktor ist die zeitliche Distanz. Nur weil ich ein Buch interessant finde, landet es ja nicht gleich ganz oben auf dem SuB. Ergo dauert es mitunter Monate, bis ich es gelesen habe. Dann gibt es auf dem Blog aber schon zig andere „Brennpunkte“ und ausser dem Blogger kriegt ansonsten keiner mehr mit, dass da nach einer ganzen Weile sich jemand geäussert hat. Ein Blogbeitrag rutscht ja nicht nach oben wie ein Forumsbeitrag sondern ist strikt zeitlich geordnet. Da müsste schon eine gezielte Aktion draus werden. Und hier muss dann ein zeitlicher Rahmen gesetzt werden, der einzuhalten ist. Und das kann dann wieder zu einem Muss heranwachsen, und wenn man dann lesen muss um am Ball zu bleiben deutet sich am Horizont schon die Unlust ab.
    Bei mir kommt dann noch die Schule hinzu. Dieser Zwang, nachdenken zu *müssen* was mir der Autor sagen will hat mich schon immer abgestossen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht auch Werke gibt, von denen geglaubt wird, sie würden eine Aussage transportieren, der Autor selbst aber ganz einfach nur unterhalten wollte.
    Und dann kommen einem Bücher dazwischen, die Priorisierungsmäßig alles wegfegen und sofort ohne Widerworte gelesen werden wollen (ich sag nur Unikat vom HdR von Anna).
    Von daher freue ich mich, hier immer wieder Anregungen zu bekommen, die meine Filterblase zum Platzen bringt. Und dein Blog zeigt doch eigentlich, dass du mit deinen Büchern und deren hier präsentierten Auswahl nicht alleine auf weiter Flur bist. Auch wenn es immer nur eine Handvoll Kommentare immer nur zum letzten Blogbeitrag gibt. Das liegt halt im Wesen des Blogens.

    Gruss
    Huebi

    • Tobi 15. Mai 2017 at 21:13 Antworten

      Liebe Huebi,

      mir geht es genauso: Ich geniese diese Einsamkeit auch sehr, die sich nicht nach alleine sein anfühlt, weil man ja in eine ganz andere, vielfältige Gedankenwelt eines anderen Menschen eintaucht. Dieses Negative, was mit Einsamkeit assoziiert wird, kann ich auch nur begrenzt nachvollziehen. Genauso wie Melancholie etwas sehr Angenehmes hat. Und jedes Buch zu zerkauen und zerpflücken, da haben auch die wenigsten Lust drauf. Ich finde es schön ein Buch, dass mir nur mäßig gefallen hat, einfach weg zu legen, ohne darüber noch Stunden nachzudenken. Und das Gleiche gilt auch für Bücher, die gut sind, die aber einfach durch den Moment oder als Ganzes wirken.

      Ich beklage mich sicher nicht. Jeder soll und darf hier kommentieren, wie er will. Oder einfach nur mitlesen, das ist ganz sicher bei einem Blog so normal und darf gerne auch so bleiben. Ich finde es jedoch ganz interessant zu hinterfragen, wieso das so ist.

      Herzliche Grüße und vielen Dank für Deine Gedanken
      Tobi

  13. -Leselust- 16. Mai 2017 at 20:14 Antworten

    Hallöchen Tobi,
    Einen sehr schönen Beitrag hast du da geschrieben. Es stimmt schon. Lesen kann man alleine, und das ist auch sehr schön so. Wenn mir im Alltag alles zu viel wird liebe ich es, mich in ein Buch zu vertiefen und in eine fremde Welt zu entfliehen.
    Andererseits habe ich auch sehr oft das Bedürfnis, über meine Bücher zu reden, da mich die Geschichten oft bewegen und nicht so schnell loslassen. Da habe ich in meinem Umfeld recht wenig die Möglichkeit, da kaum jemand viel liest und sich auch nicht so dafür interessiert.
    Hier hat mir zuerst Lovelybooks und dann das Bloggen sehr geholfen. Ich liebe es, Teil der Buchcommunity zu sein und finde auch eigentlich meist jemanden, mit dem ich mich über ein Buch austauschen kann. Das genieße ich sehr.
    Also ja, lesen kann schon einsam sein, aber wenn man will, bietet das Internet auf jeden Fall Möglichkeiten, dem Abhilfe zu schaffen.
    Danke für den Gedankenanstoß.
    Liebe Grüße, Julia

  14. belmonte 17. Mai 2017 at 8:38 Antworten

    Bin dennoch gespannt auf Deine hoffentlich kommende Rezension zur Fortsetzung der Osten Ard Reihe.

  15. Daniela 19. Mai 2017 at 18:44 Antworten

    Hallo Tobi,
    die Einsamkeit des Romanlesers, du hast das umfassend beleuchtet. Es stimmt ja, ich konnte mich bisher kaum mit jemand über Bücher unterhalten, was schade ist. Aber allein fühle ich mich beim Lesen nicht. Ich bin ja in der Geschichte.
    Bald werde ich an meiner ersten Leserunde teilnehmen, um genau das mal zu erleben – mich mit anderen während des Lesens auszutauschen, und ich bin schon sehr gespannt.
    Apropos Austausch: Diesen Beitrag hab ich auf meiner (http://buchvogel.blogspot.de/2017/05/wanderung-durch-die-welt-der-buecherblogs-kw-20.html) Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt.
    Gruß – Daniela

  16. Cora 20. Mai 2017 at 12:13 Antworten

    Lieber Tobi,
    ich verstehe was du meinst. Ich persönlich habe ein relativ großes Bedürfnis über die Bücher zu sprechen, die ich gelesen habe. Insbesondere wenn mich das Buch lange beschäftigt und ich immer wieder über das Buch und die darin aufgeworfenen Fragen und Gedanken nachdenken muss. Zum Glück kann ich mich bei vielen Klassikern an meine Mutti und meine Schwester wenden, da sie hier einen sehr ähnlichen Lesegeschmack zu meinem haben. Bei moderner Literatur stehe ich aber häufig etwas allein da. Meistens monologisiere ich dann in der Gegenwart von meinem Freund und Blogs und Instagram sind auch eine gute Möglichkeit. Ich würde gerne mal an einem Literaturkreis teilnehmen. Das stelle ich mir sehr spannend vor, wenn man sich denn immer auf interessante Bücher einigen kann ;).
    Liebste Grüße, Cora

  17. Kathrin 24. Mai 2017 at 18:52 Antworten

    Hallo Tobi,

    heute komme auch ich endlich dazu, dir ein paar Zeilen zu hinterlassen.

    Vielen Dank zunächst für den anregenden Beitrag! Mir geht es in vielerlei Hinsicht wie dir: Zwar habe ich Familien- und Freundeskreis ein paar Leser, aber die meisten von ihnen lesen nur etwa ein Buch im Quartal. Und bis auf 3 Personen lesen alle eher Genres, die ich selten bis nie lese, sodass ich zwar ihre Bücher vom Hören-Sagen kenne, aber mehr auch nicht. Umgekehrt passiert es selten, dass jemand die Bücher näher kennt, die ich lese (sieht man von Klassikern und bekannteren Autoren mal ab). Ein Austausch kommt da natürlich kaum zustande. Das ist wahrlich ein Unterschied zu Filmen und Serien, wo es in meinem Sozialen Umfeld zwar unter allen Leuten auch kaum Überschneidungen gibt, aber irgendwo findet sich doch immer ein Gesprächsthema, weil jeder so viele Filme und Serien gesehen hat. Ich vermute, dass liegt zum einen an der Zeit (ein Film braucht weniger „Lebenszeit“ als ein Buch, nebenbei kann man vielleicht sogar noch etwas anderes machen, während ein Buch die volle Aufmerksamkeit verlangt), zum anderen vielleicht auch daran, wie die Medien „verstanden“ werden – viele neigen ja dazu, den Fernseher nur zum Abschalten einzuschalten, während Bücherlesen von manchen mit Konzentration und Anstrengung verbunden werden. Wie oft habe ich früher von anderen gehört: „Zum Lesen habe ich keine Zeit. Darauf kann ich mich nicht konzentrieren, da schlafe ich nach zwei Seiten ein.“

    Ohne das Bloggen hätte ich also nie die Möglichkeit bekommen, mich so sehr mit anderen Menschen über Bücher und das Lesen auszutauschen. Gleichzeitig war das Bloggen bzw. der Austausch mit anderen Lesern unbewusst auch steuern, d.h. ich lese vielleicht auch deshalb mehr als früher, weil ich mich nun darüber austauschen kann und von anderen zu unbekannten Büchern inspiriert werde. Das ist ja bei anderen Hobbies ähnlich: Habe ich lokal/ regional keine Möglichkeit, das Hobby auszuleben, suche ich mir (notgedrungen) etwas anderes.

    Was den Austausch zwischen den Bloggern zu bestimmten Titeln betrifft: Da gebe ich dir zum Teil recht. Es gibt natürlich einige Bücher, die viele gelesen haben und die sich darüber dann auch ausführlicher austauschen können, dann gibt es aber – wie von dir angesprochen – auch eine Vielzahl an Büchern, die am Ende nur eine Handvoll Blogger gelesen hat. Das finde ich persönlich nicht schlimm, weil – im Gegensatz zu zumindest meinem Offline-Umfeld – trotzdem gegenseitig immer Interesse an dem Gelesenen gezeigt wird und man Fragen stellt. Komplexere Diskussionen entstehen aber, da gebe ich dir gänzlich recht, selten bzw. oft nur bei Titeln, die ohnehin die Gemüter spalten oder aufgrund gesellschaftlich aktueller Themen Anlass für Diskussionen sind, die weit über das Buch hinaus gehen. Ich glaube, dass das einfach an der Distanz und der Zeit liegt – natürlich können wir uns in Echtzeit austauschen, aber wir überlegen, was wir wie formulieren, antworten manchmal erst Stunden oder Tage später und so verläuft sich vieles dann eben im Sande, bevor es überhaupt richtig losgehen konnte. Zumindest nehme ich es so wahr. Daher habe ich auch so einen Gefallen an gemeinsamen Leseprojekten gefunden – hier liest man zur gleichen Zeit das gleiche Buch und kommt noch eher zu einem Austausch, der auch einzelne Textabschnitte und Charaktere betrifft.

    Viele Grüße und ein schönes langes Wochenende!
    Kathrin

  18. Petra Gust-Kazakos 27. Mai 2017 at 16:26 Antworten

    Lieber Tobi,

    ich kenne natürlich auch die Situation, dass ich mich mit anderen nicht so über Literatur austauschen kann, wie ich gern würde. Da helfen Blogs schon enorm, weil man plötzlich mit sehr vielen Menschen in Kontakt treten kann, die ähnlich viel und womöglich auch ähnliche Bücher lesen. Ich finde nur wenige Personen, die Lust haben, sich stundenlang über Literatur zu unterhalten. Bei den Themen Sport oder auch Serien ist das vollkommen anders. Aber so ist das nun mal, Lesen ist heute fast schon exotischer als Klettern ; ) Ich freue mich einfach, wenn ich doch mal die Gelegenheit zum Austausch habe, und unterhalte mich ansonsten eben über andere Themen, wobei ich wiederum zu Sport und Klettern wirklich wenig beitragen kann, aber immerhin zu Serien, das scheint derzeit der kleinste gemeinsame Nenner zu sein ; )

    Liebe Grüße
    Petra

  19. Finja 2. Juni 2017 at 13:23 Antworten

    Hm, vielleicht sind wir einsam aber doch irgendwie viel mehr verbunden… auf einer hoeheren ebene.
    x finja | http://www.effcaa.com

  20. Ines 20. Oktober 2017 at 13:56 Antworten

    Hallo Tobi,
    ich fühle mich beim lesen nicht einsam, habe aber das Problem, dass ich die wenige Freizeit am liebsten mit meinem Mann verbringe, und wenn jeder mit einem Buch rumsitzt, ist das nichts wirklich gemeinsames. Da wir aber beide gerne lesen, er Sachbücher, ich Romane, stehlen wir uns die Zeit eben doch, z.B. im Bus, in der Mittagspause … und letztlich haben wir dann auch wieder eine Menge Gesprächsstoff für die gemeinsame Zeit. Auch unser gemeinsamer Blog führt dazu, dass ich kein so schlechtes Gewissen habe, wenn ich mich doch wieder mal mit einem dicken Schmöker zurückziehe. Letztlich kann ich mir ein Leben ohne zu lesen nicht vorstellen. Ich brauche diese unterschiedlichen Lebenswelten, die Anregungen … Ohne Bücher fände ich die Welt extrem langweilig.

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