Die Buchblogosphäre: Ein Statusupdate

Jetzt blogge ich schon bald acht Jahre hier auf lesestunden.de über Bücher. Und seit ich damals angefangen habe, fand ich es auch immer spannend die ganze deutschsprachige Buchblogosphäre zu beobachten. Das funktioniert deshalb gut, weil diese Szene sehr klein und überschaubar ist. In den acht Jahren, die ich bereits blogge, habe ich deshalb auch immer wieder die Buchblogosphäre analysiert. Zuletzt habe ich die Entwicklung der Buchblogosphäre Anfang 2019 betrachtet. Nachdem meine Topliste noch immer gut gepflegt und gehegt wird, möchte ich hier darüber schreiben, wie sich die Buchblogosphäre in den letzten drei Jahren verändert hat. Mitunter gab es ein Ergebnis, das mich sehr überrascht hat.

Ich möchte mit der einfachsten Metrik beginnen: Der Anzahl der Buchblogs und wie sie sich über die letzten drei Jahre entwickelt hat (nach Monat).

In meinem Beitrag aus dem Jahr 2019 sieht man, dass sehr lange Zeit die Anzahl in der Topliste bei etwa 1200 Blogs lag. Als dann im Jahr 2018 das DSGVO Gesetz verabschiedet wurde, sank die Anzahl der Blogger auf 1000 Stück. Auf dem Niveau blieb dann auch die Anzahl der Buchblogs bis April 2020, wo es sprunghaft dann fast 1400 Blogs wurden. Dann geht es dann langsam wieder auf das alte Niveau von 900 bis 1000 Blogs zurück.

Natürlich ist die Topliste nur ein Teil der Wahrheit. Ich vermute zwar, dass durchaus ein großer Teil der Buchblogs dort zu finden sind, aber eben nicht alle. Daher habe ich damals ein kleines Tool programmiert, das für mich auf die Suche nach Buchblogs geht. In meiner ersten Analyse aus dem Jahr 2015 hat sich gezeigt, dass alle Blogger irgendwie miteinander vernetzt sind. Das ist auch naheliegend, denn man startet ja das Bloggen nicht einfach auf der grünen Wiese, sondern bestehende Blogs sind Inspiration und Quell für den Gedanken, selbst mit dem Bloggen anzufangen. In irgendeiner Form kommt es also zu einer Verlinkung untereinander und viele Blogger haben einen Blogroll, so dass das Vernetzen in der Natur der Sache liegt. Mein kleines Tool scanned also alle Blogs in der Topliste und erfasst alle externen Verlinkungen. Aus den so gesammelten Links werden dann die bekannten Blogs entfernt und es wird ein Basischeck gemacht, ob die übrig gebliebenen Seiten überhaupt erreichbar sind und ob dort in den letzten sechs Monaten ein Beitrag veröffentlicht wurde. Die Liste, die dann schon überschaubarer ist, habe ich dann manuell geprüft und fehlende Blogs in der Topliste eingetragen. Das habe ich April 2020 gemacht und auf dem Wege 429 Buchblogs neu entdeckt. Das gleiche habe ich nun jetzt im Oktober 2022 wiederholt und 123 Blogs gefunden. Deutlich weniger also als noch vor zwei Jahren.

Seinen besonderen Hype hatte das Buchbloggen im Jahr 2015, wo die Verlage diese Form der Buchbesprechungen zusammen mit Social Media als Marketinginstrument erkannt und bewusst forciert haben. Seitdem ist wieder ziemlich Ruhe eingekehrt und man merkt, dass das Buchbloggen sich seitdem in einem Abwärtstrend befindet. Mit Sicherheit gibt es aktive Buchblogs, die in dieser Topliste fehlen, aber sicher nicht in anderen Größenordnungen. Um die 1000 Buchblogs in deutschsprachigen Raum dürfte sich die Zahl schon bewegen. Eine super kleine Nische also. Und das verwundert auch nicht, denn zum einen sind in den letzten zehn Jahren andere Unterhaltungsformen deutlich in den Fokus gerückt, allen voran das Streaming. Zum anderen ist Instagram eine sehr starke Plattform geworden, die für viele das Buchbloggen abgelöst hat.

Ich habe mich gefragt, wie viele der Blogger von vor drei Jahren noch dabei sind. Und ich war sehr überrascht. Von den Blogs, die im Oktober 2019 aktiv waren, gibt es mittlerweile nur noch 53%, es haben also 442 Blogger aufgehört zu bloggen. Damals waren 947 Blogs in der Topliste, jetzt Ende 2022 sind es 984 Blogs. Rund die Hälfte der Blogosphäre hat sich also innerhalb von drei Jahren vollständig gewandelt. Betrachtet man nur ein Jahr, dann sind es 23% der Blogger, die aufgehört haben und durch neue ersetzt wurden. Ich hätte schon damit gerechnet, dass hier eine große Fluktuation vorhanden ist, aber das innerhalb von drei Jahren sich dieser kleine Raum so stark verändert, damit hätte ich nicht gerechnet.

Ich habe mich gefragt, wie es bei den Top 100 Blogs ist? Ist hier die Motivation vielleicht größer, halten sich diese Blogs länger? Tatsächlich ist das so. 62% der Blogs, die im Jahr 2019 in den Top 100 waren, gibt es noch immer. Aber nur 53% der Buchblogs von damals zählen noch zu den Top 100 Blogs, also auch dort scheint die Aktivität spürbar abgenommen zu haben.

Ich muss dazu schreiben, dass die alten Blogs häufig nicht verschwunden sind. Zahlreiche alte Blogs sind zwar vollständig offline, aber viele existieren noch und es gibt dort nur keine Aktivität mehr. Die Bedingung für die Topliste ist, dass auf dem Blog innerhalb der letzten sechs Monate ein Beitrag veröffentlicht wurde. Es macht keinen Sinn Blogs zu listen, auf denen es keinerlei Aktivität mehr gibt, denn genau daran sind ja Besucher interessiert. Von den 442 Blogger die 2019 noch aktiv waren und nun aufgehört haben, sind noch 292 Buchblogs aufrufbar.

Wenn ich mir dabei so ansehe, welche Blogs Ende 2019 aktiv waren und die Top 100 Liste belegt haben, die mittlerweile in der Topliste nicht mehr auftauchen, dann sind mir davon schon sehr viele ein Begriff. Buzzaldrins Bücher beispielsweise, einem Blog den es noch gibt, auf dem aber seit November 2020 keine neuen Beiträge mehr veröffentlicht wurden. Oder „His and her books“, ein Blog, der nun auf die Seite eine Autorin (die damalige Blogbetreiberin?) umgeleitet wird, damals aber hervorragend vernetzt und sehr aktiv war. Stehlblüten ist auch ein gutes Beispiel, ein Blog der nur noch ganz stiefmütterlich betrieben wird und nur noch vereinzelt Beiträge mit Eigenwerbung veröffentlicht. Oder buchrevier, ein immer sehr kritischer Blogger, auch da seit Ende 2020 keine neuen Beiträge. Karla Paul hat sich damals auf buchkolumne selbst als die Buchbloggerin schlechthin vermarktet, war damals dort auch sehr wenig aktiv und hat nun ihre Seite komplett abgeschalten und dem Buchbloggen vollends den Rücken gekehrt. Das sind alles Beispiele für sehr bekannte Buchblogger, die damals viele Diskussionen beeinflusst und in die Breite getragen haben und nun verstummt sind.

Im Jahr 2015 gab es zahlreiche Themen, die intensiv in der Buchblogosphäre diskutiert wurden. Feuilleton vs. Buchblogs, mit dem Bloggen Geld verdienen oder wie Rezensionsexemplare die Buchbesprechungen beeinflussen. Zuletzt habe ich solche Diskussionen nicht mehr mitbekommen und ich vermute, dass es hinsichtlich solcher Debatten deutlich ruhiger geworden ist. Wenn man bedenkt, dass alleine in den letzten drei Jahren die Hälfte der Buchblogger völlig andere Menschen sind und dass es seit 2015 vermutlich noch viel mehr sind, dann bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Volatilität es in sämtlichen Netzwerken des Internets geben muss und um wie viel flüchtiger soziale Netzwerke sind. Ich würde sagen, Blogs gehören schon eher zu den behäbigen Social-Media-Kommunikationsstrukturen, fordert ein neuer Beitrag doch eine gewisse Bearbeitungszeit. Sicher sind aber auch viele der Vielleser, die mittlerweile das Bloggen aufgegeben haben, weiterhin stark vernetzt. Nur eben nicht mehr über die Blogs, sondern primär über Twitter oder Instagram. Drei Jahre, oder gemessen an 2015 dann insgesamt sieben Jahre ist auch eine lange Zeit, in dem sich die Lebensumstände von vielen deutlich verändert haben.

Eine Frage ist auch, ob sich Kooperationen mit Buchbloggern lohnen, wenn die Lebenszeit der Blogs doch so begrenzt ist. Meinem Urteil nach ja, denn viele der Blogs sind nicht vollständig offline und ein Zugriff auf die bestehenden Buchbesprechungen und Beiträge ist noch möglich. Wenn ich meinen Blog so anschaue, dann habe ich auch auf alte Beiträge kontinuierlich Traffic, es werden also auch alte Inhalte noch gefunden und gelesen. Viele der Buchblogger besprechen auch primär aktuelle Literatur, da ist der zeitliche Fokus ohnehin beschränkt. Ich ertappe mich aber immer wieder dabei, wie ich gezielt nach Buchbloggerrezensionen zu einem Buch suche, da ich dort zumeist eine direkte, ungekünstelte und offene Einschätzung bekomme. Auch von älteren Büchern und alleine das ist schon ein echter Mehrwert.

Aber machen wir uns nichts vor, die Buchblogosphäre ist am Schrumpfen, hat ihren Schwung von einst verloren und gemessen an April 2020 zu heute, hat sie über 200 Blogs verloren, um mehr als 17% ist also dieser Teilbereich der Blogging-Szene kleiner geworden. Mein Tool zum Auffinden neuer Blogs hat zudem deutlich weniger Blogs gefunden als das noch vor zwei Jahren der Fall war. Vermutlich bekommt der geneigte Vielleser nun über Instagram ein breiteres Angebot an Nutzern, die über Bücher berichten und die Inhalte haben sich nur verlagert. Allerdings hat Instagram beispielsweise eine andere Struktur. Blogs sind für mich aber noch immer eine angenehme Mischung aus schneller unkomplizierter digitaler Kommunikation und gleichzeitig einer gewissen Bedachtheit. Es dauert ja schon ein bisschen Zeit einen neuen Beitrag zu verfassen, die eigenen Gedanken zu einem Buch zusammenzufassen und für die geneigten Leser wiederzugeben. Ein Bild bei Instagram hochzuladen und schnell einen Text am Smartphone dazu zu schreiben, das ist nochmal eine andere Form, da ist die Hürde deutlich geringer, die Qualität und die Hingabe aber auch. Trotzdem hat so etwas auch immer seine Richtigkeit und jegliche Form von Bedauern ist nicht angebracht, denn die Gesamtheit der Community entscheidet das für sich heraus aus dem diffusen Nutzungsverhalten der Menschen, aus der sie besteht.

Ich für meinen Teil blogge noch immer sehr gerne, auch wenn mein Tempo deutlich geringer geworden ist. Das ist auch okay, immerhin haben sich die Lebensumstände geändert und ich muss mit meiner Zeit haushalten. Aber ich lese noch immer viel und gerne und werde natürlich auch weiterhin Bücher auf lesestunden vorstellen. Das Format eines Blogs finde ich immernoch wunderbar gut geeignet. Ich bin auch überzeugt, dass die Buchblogs eine Lücke füllen, die vielleicht klein ist, die aber einen deutlichen Mehrwert bietet. Diese persönlich gefärbten Eindrücke, zusammen aber mit Begeisterung für Literatur und frei von jeglicher Dünkelhaftigkeit oder kommerzieller Einflussnahme und das in einem angenehm aufgeräumten Format, das hat schon seinen Wert. In dem Sinne: Schaut regelmäßig hier vorbei, ich bin mir sicher, für den ein oder anderen ist hier ein guter Buchtipp dabei.

Wie nehmt ihr das wahr? Hat sich für euch die Buchblogosphäre verändert? Habt ihr früher einmal gebloggt und nun aufgehört? Warum? Was für eine Bedeutung haben für euch Buchblogs?

34 Kommentare

  1. Wie schon auf Instagram geschrieben, liefert mir dein Beitrag liefert mir dein Beitrag einiges an Hintergrundinformation. Auch wenn es viel Interaktion auf sozialen Netzwerken gibt, halte ich ein Blog immer noch für eine der besten Arten Herrin oder Herr der eigenen Inhalte zu bleiben. Dies ist für mich ein ganz wichtiger Punkt, der für mich für ein eigenes Blog spricht, ob es um Bücher oder andere Themen geht. Auch der von dir genannte Punkt, dass auf Blogs auch ältere Bücher besprochen werden, finde ich wichtig. Das ist ein Win-win für Blogger*in und Leser*in der Blogs und auch der Autor*innen und Verlage. Social Media ist das Kurzzeitgedächtnis, ein Blog das Langzeitgedächtnis.

    1. Der Vergleich mit Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis ist sehr treffend. Ich merke, dass viel Traffic auf lesestunden von Suchmaschinen kommt und besonders zu älteren Beiträgen führt. Das ist ein Effekt, der bei Social Media in der Regel völlig verloren geht. Gerade die Struktur, die ein Blog hat, kommt mir immer etwas aufgeräumter und fokussierter vor. Vielleicht ist es aber auch nur eine Frage der Gewohnheit und des eigenen Verhaltens. Die selbst erstellten Beiträge aber voll kontrollieren zu können und nicht aus der Hand zu geben, das ist schon auch ein echter Pluspunkt, da gebe ich Dir absolut recht.

      Liebe Grüße und vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Tobi

  2. Schönen guten Morgen!

    Wow, da hast du dir ja wieder immens viel Arbeit gemacht, um alles auf den Stand zu bringen und auch die Entwicklungen der letzten Jahre aufzuzeigen! Ich bin ja mit den ganzen Berechnungen und wie du das machst auf Kriegsfuß *lach* Soll heißen, ich versteh davon nicht alles, aber das muss ich ja auch nicht 😀
    Der Verlauf allerdings scheint recht klar, nach der DSGVO sind viele weggebrochen, was echt sehr schade ist, aber man merkt wieder einen Anstieg.

    In meiner Liste der Blogs, denen ich folge, schau ich auch regelmäßig, also 2 x pro Jahr würde ich sagen, welche überhaupt noch aktiv sind. 2-5 muss ich dann meist rausschmeißen, aber es kommen doch immer wieder ein paar neue dazu und ich hab immer meine ca. 200 Blogs, die ich stalke 😀

    Ich find ja irgendwie schön (natürlich) aber auch faszinierend, dass ich immer noch auf Rang 1 stehe… so ohne google analytics und SEO usw. Damit kenne ich mich nämlich überhaupt nicht aus – allerdings wurde mir von vielen Seiten gesagt, dass mein Blog keine Sichtbarkeit hat und verschwindet (sozusagen), weil mich niemand findet. Aber wie du schon sagst sind wir Blogger ja sehr viel untereinander vernetzt, vielleicht hebt sich das dadurch wieder auf…

    Danke für die Interessanten Einblicke!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Liebe Aleshanee,

      eine gewisse Fluktuation ist ja schon immer normal bei den Blogs und einen großen Blogroll muss man schon immer wieder durchschauen, das kann ich mir bei Dir gut vorstellen. Dass es doch einen so deutlich sichtbaren Verlust an Buchblogger gab hat mich dann schon überrascht. Und auch, dass sich diese Szene eigentlich von den Menschen, die daran teilhaben, so schnell wandelt.

      Das gute Ranking von Deinem Blog ist in Deiner guten Verlinkung begründet und das ist dann auch zurecht so, weil auch dann echt viele Nutzer Deinen Blog lesen und verfolgen. Aber Du bist auch echt schon sehr lange dabei und aktiv. Was ich echt schön finde, wenn jemand über so viele Jahre so ein Hobby macht und gerade das Bloggen über Bücher ist schon was sehr Konstruktives.

      Liebe Grüße
      Tobi

      1. Danke Tobi 🙂 Mir macht es auch wirklich viel Spaß und dadurch bin ich halt auch viel aktiv…
        Mir ist es vor allem aufgefallen als die DSGVO ins Spiel kam. Da haben so viele ihre Blogs „dicht gemacht“, das war ein richtiger Einbruch.
        Aber auch instagram hat da einiges getan. Ein Blog ist halt doch viel Arbeit und vielen war das zu aufwendig – laut deren Aussage und sind dann zu insta abgewandert. Aber so findet jeder seine Plattform, die für ihn richtig ist

        1. Guten Morgen,
          ich finde es tatsächlich sehr faszinierend, dass so oft gesagt wird, dass Instagram weniger aufwändig ist. Für mich persönlich ist das nämlich genau andersherum, vermutlich, weil ich mit der Fotografiererei auf Kriegsfuß stehe. Meine Blogbeiträge schreibe ich mal so „zwischendurch“, wie ich Zeit und Lust habe. Da kann ich auch fix in der Mittagspause ein paar Zeilen schreiben oder so. Instagram strengt mich total an. Da muss ich zu Hause sein, um die Fotos zu machen, das Licht muss stimmen, ich kann das eigentlich nur machen, wenn ich natürliche Beleuchtung vom Fenster habe, da beim Deckenlicht ja immer die ganzen blöden Schatten auf den Fotos sind. Ja, ich habe Instagram, weil es heute dazu gehört und dort tatsächlich mehr interagiert wird, aber mich stresst es viel mehr, als der Blog.
          LG
          Yvonne

          1. Also „stressen“ lassen würde ich mich jetzt gar nicht, dann hätte ich schonmal von grundauf überhaupt keine Lust 😀
            Ich hab ja für die social media Kanäle auch immer die Bücher mit einem passenden Hintergrund, aber das ist bei mir relativ schnell gemacht und das wird dann auch überall so geteilt, genauso wie der kurze Text worum es geht.
            Dass es für dich stressig ist, ist natürlich schade. Für mich ist ein Foto zu machen aber nicht vergleichbar für „meine Arbeit“ – ich nenn es jetzt mal so, am Blog. Denn das sind pro Tag mindestens 2 Stunden, die ich mit Beiträge schreiben, kommentieren und überall teilen verbringe 😉
            Ich mag dir das natürlich nicht absprechen, jeder hat da seinen anderen Punkt, auf den er sich konzentriert. Bei mir ist das der Blog und deshalb fließt da immens viel Zeit rein.

          2. PS: und ich muss auch sagen, dass mir die Fotos jetzt nicht so arg wichtig sind und ich meist Bilder von Pixabay als Hintergrund nutze – das geht halt recht fix 😀
            Dann alles nur noch überall teilen ist schnell gemacht.
            Da sind bei mir die Beiträge für den Blog schon um einiges mehr Arbeit, ich poste aber halt auch fast täglich

  3. Vielen Dank für diesen wirklich informativen Beitrag.
    Ich gebe zu, als kleiner Verlag betrachte ich diese Entwicklung der Buchblogosphäre mit anderen Augen als ein reiner Leser.
    Der Konsum verändert sich, das betrifft auch das Lesen, nicht nur von Büchern, sondern auch von Blogbeiträgen, was du schon erwähnt hast.
    Aber es beruhigt mich ungemein, dass du deine Freude nicht trüben lässt und weiter bloggst. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle auch zwischendrin mal wieder entschleunigen wollen, dann sind schöne Blücher und gute Blogbeiträge gefragt.
    Viele Grüße

    1. Liebe Sonia,

      das stimmt, wenn man so die Meldungen der letzten Wochen zur Frankfurter Buchmesse so liest, dann wird das schon deutlich, dass sich das Konsumverhalten verändert und dass die Perspektive für den Büchermarkt schon auch echt durchwachsen ist. Das spiegelt sich in so etwas wie den Bloggen schon auch wider. Für mich ist es genau so, wie Du schreibst, das Lesen und die Beschäftigung mit Büchern einfach eine Entschleunigung und vielleicht gibt es in ein paar Jahren ja auch wieder einen gegenläufigen Trend.

      Liebe Grüße und herzlichen Dank für Deinen Kommentar
      Tobi

  4. Danke für diese Mühe, wenn ich nicht weiß, wievielte Mühe die Programmierung macht.
    Ich könnte mir vorstellen, dass einige Blogs auch umbenannt wurden und neuaufgestellt, auch mit neuer Domain. Vielleicht sind das aber auch nicht so viele.
    Viele Grüße vom Dresdner Bücherjungen von Litterae-Artesque

    1. Lieber Uwe,

      tatsächlich sind auch ein paar umbenannte Blogs mit dabei, die nun eine neue URL haben. Allerdings waren das nur vereinzelt Blogs, so dass sie keinen signifikanten Einfluss auf diese Zahlen haben. Der Trend ist doch schon sehr eindeutig. Und tatsächlich wird das auch bei Stichproben nochmal deutlich.

      Herzliche Grüße
      Tobi

  5. Ich bin dankbar, in „Lesestunden“ einen ebenso inspirierenden wie differenziert herangehenden Buchblog gefunden zu haben. Gerade in nicht so optimistischen Zeiten wie diesen sind solche Rückzugsorte wichtig; kleine Refugien, die einen die Realitäten kurzfristig verdrängen, wenn auch nicht vergessen, sondern sie einfach aus einem menschlicheren, anständigeren Blickwinkel betrachten lassen – einen anderen Blickwinkel also leider, als er aktuell in der selbstgerechten hasserfüllten, einseitigen, vulgären, polarisierenden und vereinfachten Sprache auch von vielen Journalistinnen und Journalisten oder – schlimmer noch – politischen Verantwortungsträgern (schon zwangsläufig wegen der begrenzten Zeichenanzahl die Probleme verkürzend bspw. bei Twitter oder Telegram) „gepflegt“ wird.
    Was ich persönlich an Blogs wie diesem schade finde, liegt wohl in der Natur der Sache eines Buchblogs und lässt sich daher wohl auch kaum vermeiden:
    Mir liegt es am Herzen, mich mit anderen Buchliebhaberinnen und Buchliebhabern austauschen zu können. Ich möchte also nicht nur kommentieren, sondern würde gerne auch kommunizieren.
    Dies ist hier bei Tobi z.T. schon gelungen und hat mich gefreut, mir den Horizont erweitert und die eigene Ansicht auch einmal hinterfragen lassen.
    Nun ist es aber so, dass, wenn man einer Buchempfehlung folgt, sich dieses Buch später dann anschafft und liest, der Blogbeitrag meist längst überholt ist von zwei bis drei anderen, neuen Beiträgen quasi in`s Archiv verdrängt.
    Und in älteren Beiträgen zu kommentieren, löst erfahrungsgemäß selten einen weiteren Meinungsaustausch aus. Das finde ich persönlich sehr bedauerlich. Vielleicht hat aber der eine oder die andere eine Idee, wie man damit umgehen könnte?
    Insgesamt finde ich den dargestellten, aus welchen Gründen auch immer rückläufigen Trend von Literaturblogs traurig, sind doch Bücher gerade in verwirrenden Zeiten wie diesen „Mahnung und Vorbild (…) Ansporn, Tröstung und Quelle der Erkenntnis“ (Lion Feuchtwanger, Simone, Berlin 1957, S. 180).

    1. Hi Sandra!

      Also ich freu mich immer sehr, wenn auch auf ältere Beiträge kommentiert wird – und antworte darauf auch 🙂 Dass sie nach und nach „nach hinten“ rutschen ist ja klar, der Blog möchte ja mit neuen Beiträgen und Eindrücken gefüllt werden.
      Aber zumindest findet man die älteren Beiträge.
      Auf Facebookseiten, twitter oder instagram finde ich das viel schlimmer, weil da Posts schon nach Tagen in der Versenkung verschwunden sind. Auf Blogs gibts fast immer eine Suchfunktion oder eingerichtete Seiten, wo man das finden kann was man sucht. Das mag ich z. B. an Blogs, so gehen ältere Sachen nicht verloren.

    2. Liebe Sandra,

      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Was Deine Kritik am aktuellen Journalismus angeht, kann ich Dir nur zustimmen. Gerade diese differenzierte Betrachtung aktueller Themen fehlt mir auch sehr und die polemisierende Art mit reißerischen und oberflächlichen Themen Klicks zu generieren, hat für mich schon lange nichts mehr mit seriöser und sachlicher Berichtserstattung zu tun.

      Über das Problem der Asynchronität bei der Lektüre, das Du beschreibst, habe ich auch schon nachgedacht. Mir geht es auch so, dass bei Büchern, deren Lektüre schon länger zurück liegt, eine Betrachtung dann nicht mehr in der Tiefe möglich ist, wie noch zu dem Zeitpunkt, als ich es gelesen habe. Eine Lösung sind Leserunden, wie es sie bei Lovelybooks gibt. Bei einer habe ich mal mitgemacht, aber so richtig gut fand ich das dann auch nicht.

      Erfahrungsgemäß ist die Interaktion in Kommentaren immer eher mau. Das beobachte ich aber bei vielen Blogs und ich denke, man braucht eine gewisse Sichtbarkeit, um hier Aktivität zu bekommen. In anderen Themenbereichen bin ich auf Discord unterwegs und wenn es genug Interessierte gibt, dann entsteht dort ein schöner Austausch. Das hab ich mir auch schon einmal überlegt, bei Discord einen Server aufzumachen. Aber das ist halt auch wieder eine andere Plattform und im Gaming Bereich lassen sich die Leute da ganz gut motivieren, aber bei Literatur stelle ich mir das schwieriger vor.

      Aber Buchblogs als „entschleunigte“ Variante der sozialen Interaktion über Internet hat auch gewisse Vorteile. Ich denke da auch oft an die Kommentarfunktion auf News-Seiten. Es ist sehr angenehm, wenn es sie nicht gibt.

      Liebe Grüße und herzlichen Dank, dass Du auf lesestunden mit liest und hier auch aktiv kommentierst. Das freut mich immer sehr!
      Tobi

      1. Hallo Tobi , liebe Leser*innen , ich lese gern hier mit und bin völlig zufrieden mit der Sichtbarkeit meines kleinen Blog, den ich seit sechs Jahren ab und zu füttere . Vielen Dank für Dein Engagement hier auf dem Blog !!!Ich bin 68 Jahre alt , lese also schon ziemlich lange😉, da ändern sich Lesevorlieben . Meinen Blog führe ich eher mehr für mich und meinen kleinen privaten Lesekreis , Familie , Freunde und Bekannte. Auf zu große Verbreitung in den sozialen Medien bin ich überhaupt nicht aus, das schreckt mich eher ab. Vielleicht ist das ja auch eher ein typisches Verhalten meiner Generation .
        LG Angela vom Literaturgarten

  6. Hallo Tobi,
    vorweg erst einmal vielen Dank für deine vielen ausführlichen Buchvorstellungen, die neben literarischen auch die herstellerischen Aspekte eines Buches beleuchten. Für mich mit ein ganz wichtiger Aspekt.

    Mit deiner aktuellen Blog-Analyse hast du dir wieder viel Mühe gemacht, danke ebenfalls dafür, denn auch das war hoch interessant für mich, der ausschließlich in diesem Bereich als „Leser“ unterwegs ist und sein will und nicht auf den schnelllebigen Social Media Plattformen. Auffallend beim Betrachten deiner Top-Liste der Blogs durfte ich feststellen, dass z.B. von den dortigen ersten 50 genannten lediglich drei von mir regelmäßig besucht werden, nämlich außer deiner noch der Kaffeehaussitzer und die Feuilletonseite 54books. Und nach Prüfung: dies zu Recht, denn alle anderen sind für mich inhaltlich nicht relevant.

    Meine ansonsten zur Zeit bevorzugten Seiten sind neben den bereits genannten noch buecherbriefe.de, intellectures.de und das Magazin tralalit.de (in deiner Liste auf Platz 2xx), das u.a. hervorragende und aufwändige Abhandlungen zu Übersetzungs-Vergleichen bringt, beispielsweise die unterschiedlichen Veröffentlichungen zu George Orwell, 1984; Virgina Woolf, Mrs. Dalloway; Emily Brontë, Sturmhöhe. Hohe Qualität! Und dann natürlich noch das bewundernswerte „Literatur ist alles“ von Markus Gasser auf youtube.

    Wer gute Bücher liest, braucht dafür Zeit und diese sollte man sich auch für Informationen nehmen. Und ich nutze die Blogs sehr häufig und gerne, um wieder in älteren Veröffentlichungen zu stöbern. Das Langzeitgedächtnis dieser Seiten ist – wie schon hier erwähnt wurde – ein für mich unschlagbares Kriterium.

    Beste Grüße
    Jean Fritz

    1. Lieber Jean,

      da gebe ich Dir recht, für mich ist auch nur ein kleiner Teil der Blogs interessant. Natürlich sorgt eine gewisse Auswahl dafür, dass man selbst dann auch etwas Passendes findet und aus der Sicht ist es sehr schade, dass die Buchblogosphäre schrumpft.

      buecherbriefe.de ist gar nicht auf der Topliste und eine echt super Seite. Ich hab sie gleich aufgenommen. Gerade die optische Ausstattung ist mir ja auch sehr wichtig und so bin ich immer auf der Suche nach schönen Ausgaben.

      Ich finde es kennzeichnend, dass Zeit für viele ein ganz entscheidender Faktor ist. Sich natürlich Zeit für das Lesen zu nehmen, aber auch für die Suche nach passender Literatur. Und das finde ich tatsächlich als Vielleser die eigentliche Herausforderung: Gute und für einen selbst passende Bücher zu finden. Das ist die große Kunst. Bücher gibt es ja in Hülle und Fülle, aber genau das passende Buch zu genau dem richtigen Zeitpunkt zu finden, das braucht einfach und gerade dafür finde ich Blogs eine hervorragende Quelle.

      Liebe Grüße und vielen lieben Dank für Deine Zeilen!
      Tobi

  7. Naja, ich blogge ja erst seit 2016 – dann bin ich wohl eher ein Youngster 🙂

    Ich blogge vor allem aus drei Gründen:
    – Um für mich selbst Wesentliches aus wichtigen Büchern festzuhalten.
    – Dies einem Kreis von Freunden und Bekannten (<100) mitzuteilen und so auch den Kontakt zu ihnen zu halten.
    – Um einen Kontrapunkt gegen die »Bestsellerlisten-rauf-und-runter« Blogs zu setzen.
    Das ist polemisch meint, dass es sehr schade ist, das nur über 2-300 sogenannte aktuelle Bücher geschrieben wird. Und der große Leseschatz der letzten 3-400 Jahre meistens ignoriert wird.

    Theoretisch klingt es toll, hunderte von Followern, Lesern oder wie auch immer zu bekommen. Aber wer »The circle« von Dave Eggers gelesen hat, weiß was für ein Irrtum dahinter steckt, was eigentlich für alle asozialen Medien gilt.

    Weil ich mit meiner Buchauswahl keinen Massengeschmack bediene und auch nicht will, ist die logische Konsequenz, dass ich eher nicht verlinkt werde. Und damit auch in Deiner eigentlich wunderbaren Liste irgendwo hinten herumdümpele.
    Mir macht Bloggen aber weiterhin Spaß, jetzt steigt meine Frau ein und wird über »weibliches Schreiben« bloggen, was eher selten ist (vgl. Nicole Seiferts »Nacht und Tag«.) Dann möchte ich mich ein wenig mehr den Dialekten zuwenden, die ich verstehe, also Plattdeutsch und Schwyzerdütsch. Die Kommentarfunktion muss endlich aktiviert werden, und, und…..
    Ach es gibt noch so viele Ideen und die Tage sind so kurz.

    Ich habe fast 2 Jahre eine Blogpause gemacht, das eigene Haus aufzugeben, zu verkaufen, umzuziehen, die neue Wohnung einzurichten, wieder heimisch zu werden – das hat keinen Raum mehr fürs Bloggen gelassen. Nun ist die Seite (zusammen mit einem Freund) neu aufgesetzt und das rezensieren wieder eine Lust.
    Wie weit sich die Blogosphäre verändert hat, kann ich nicht wirklich beurteilen. Was vielleicht daran liegt, dass ich absolut kein Interesse an Facebook-Instagram-Twitter-YouTube- habe und sie fürs Buchbloggen auch denkbar ungeeignet halte.
    Ich finde viele Buchblogs interessant, lese sie, lerne daraus und bekomme Lesetipps. Manchmal kommen mir die Blogs wie ein großer Lesekreis vor, in denen man häufig auch indirekt diskutiert, die verschiedensten Bücher und Meinungen findet.
    Was für ein schönes Universum!

    1. Lieber Michael,

      ich denke das gilt für einige Blogs, dass sie sich nur in der Nische bewegen und ich zähle Lesestunden auch dazu. So viele Leser, die Klassiker als schöne Ausgabe mögen und suchen gibt es nicht. Aber ich habe doch einen guten Kern an Leser, die ähnlich ticken wie ich und das ist schon schön und dann braucht es nicht hunderttausende Follower, wie das oft beispielsweise bei den Mode-Instagrammern der Fall ist. Aber das ist klar, da ist die Zielgruppe auch viel größer. Also da gebe ich Dir recht, das ist dann auch nicht erstrebenswert.

      Auch Deine Blogpause kann ich gut verstehen. Manchmal sind die Lebensumstände einfach so, dass für den Luxus des Bloggens keine oder nur wenig Zeit bleibt. Aber das ist auch okay, das ist ja auch ein Hobby, das muss man so betreiben, wie es für einen angenehm ist. Wobei ich überrascht bin, bei mir fügt es sich in mein Leben ganz gut ein, immer mal wieder hier zu schreiben.

      Für mich ist das Schreiben über Literatur schon ein Antrieb. Es macht schon sehr Spaß, sich das Gelesene noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen, es für sich zu bewerten und damit andere auch dazu anzuregen zu einem schönen und guten Buch zu greifen.

      Liebe Grüße und vielen lieben Dank für Deinen Blick auf das Bloggen
      Tobi

  8. Hallo 🙂

    Ein sehr toller Beitrag, danke dafür! Ich habe damals mit der DSGVO meinen wordpress.com Blog unsichtbar gemacht und bin zu wordpress.org gewechselt um den Blog selbst zu hosten. Dort sank die Weichreite dann schon sehr stark und nachdem der Blog gehackt wurde, bin ich bei Instagram geblieben. Hinzu kamen dann ein paar Leseflauten. Bei IG kann man sich recht schnell wieder „erholen“, bei einem Blog ist das schwer. Das merke ich auch jetzt deutlich, wo ich wieder ab und zu auch hier Rezensionen schreibe. Für Beiträge abseits von Rezensionen fehlt mir momentan auch einfach die Zeit. Aber auch die Muse. Denn so viel Zeit in einen guten Beitrag zu stecken, den dann kaum einer liest, der kaum zu Austausch führt, darauf habe ich auch keine Lust. Es ist schade, dass das Bloggen ein bisschen ausstirbt, aber zumindest den Austausch finde ich noch bei Instagram.

    Liebe Grüße,
    Pia

    1. Liebe Pia,

      das was Du schreibst, das ist für mich völlig nachvollziehbar. Am Ende wägt man auch ab, wo man die eigene Zeit investieren möchte. Einen Blog zu betreiben, macht auch Arbeit und besonders so Themen wie DSGVO oder Security kann einen dann schon ganz schön ausbremsen. Okay, als Softwareentwickler hat man es da natürlich deutlich leichter. Instagram ist halt sehr leicht zugänglich und das kann ich auch gut verstehen, dass viele das für einen schnellen und unkomplizierten Austausch nutzen. Es ist wie bei den Blogs, man braucht dann Zeit um sich eine passende Auswahl zusammenzustellen, um dann davon zu profitieren. Daher macht es auch keinen Sinn diese Entwicklung zu verurteilen. Mal sehen, wo die Buchblogosphäre in zehn Jahren steht.

      Liebe Grüße und vielen Dank für Deinen Kommentar
      Tobi

  9. Hallo Tobi
    Mir geht es wie dir – ich bin weiterhin dabei, aber mein Tempo hat sich in den letzten Jahren gemäßigt.
    Auf der FBM habe ich mit einigen über die Entwicklung der Blogosphäre gesprochen und die Beobachtungen waren immer ähnlich. Die Bloggenden, die ihre Schul- und Studienzeit hinter sich gebracht haben, in einem festen Job sind, womöglich sogar noch nebenbei studieren & andere Tätigkeiten ausüben – dennoch aber weiterhin bloggen, sind die, die das Schreiben wohl nicht lassen können 😀
    Wenn Lebensumstände sich ändern, entscheidet sich oft ganz leicht, wie wichtig einem das Bloggen ist.

    Ich bin dankbar für deine Statistiken und Auswertungen und dein stetes „Durchhalten“. Weiterhin viel Spaß, egal in welcher Frequenz.

    Liebe Grüße
    Sandra

  10. Hi Tobi,
    vielen Dank für die erneute, spannende Auswertung. Wieviel von dem, was du herausgefunden hast, hättest du auch ohne Datengrundlage und Auswertung vermutet? Ich interpretiere aus deinem Text das meiste, bis auf den zwischenzeitlichen Anstieg an Blogs? Lässt sich der auf die Pandemie zurückführen? Klar, kann niemand sagen, ist eh spekulieren. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass sich viele gesagt haben „Ich wollte doch schon immer, jetzt habe ich Zeit dafür“

    Das mit den Lebenstumständen trifft wie bei sovielen auch auf mich zu. Zwar hält sich die Frequenz noch fast, aber wie ich blogge, habe ich anpassen müssen. Dass bloggen tot ist, hat mir schon eine Freundin prophezeit als ich vor zehn Jahren angefangen habe. Und tatsächlich kam es mir in der Jahresmitte sehr tot vor. Für mich werden Blogs (als Konsumentin) aber wahrscheinlich nie sterben, weil 1. ich nicht verstehe wie man lesen kann/will, aber dann keine Buchbesprechungen, sondern Instagram-Häppchen bevorzugt und 2. weil ich Bloggende gefunden habe, die meinen Geschmack teilen. 3. Weil ich den Personenkult und Influencing auf Plattformen wie Youtube nicht mag. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich schon sehr stark.
    Selber bloggen? Das zeigt wahrscheinlich die Zeit.

    Ich wünsche dir wie meine Vorredner:innen weiterhin viel Spaß beim Bloggen – und Daten auswerten. 😉

  11. Hi Tobi,
    Du steckst immer viel Arbeit in Deine Topliste und Auswertung der Blogsphären. Allerdings frage ich mich, wie scharf und genau diese Analysen sind. Ich denke, dass Du vieles gar nicht korrekt erfasst, wie z.B. Blog-Umzüge. Ich kenne durchaus Blogger, die von Blogspot nach WordPress umgezogen sind oder andere Plattformen nutzen. Du wirst die Mischblogs nicht korrekt erfassen, auf denen über Essen, Bücher und das Wetter philosophiert wird. Und Du erfasst Mehrfacheinträge nicht. Und die privaten Buchblogs, die nur eingeschränkt öffentlich erreichbar sind.

    Dafür sind die Bücherblogs dann doch nicht Nische genug, damit solche Unschärfen per Hand erfasst werden können, aber es passt ganz gut zur Statistik, der Du nicht trauen darfst, solange Du sie nicht selbst erstellt hast 😀

    Ich höre und lese immer wieder davon, dass die sozialen Medien die klassischen Blogs ablösen werden. Das denke ich nicht, denn Buchblogs sind noch immer viel nachhaltiger zu erreichen. Um ein Buch zu hypen, sind soziale Medien sicherlich super, so dass die Verlage längst viele Vertriebswege gehen und die unterschiedlichen Formen längst nebeneinander existieren.

    Viele Grüße
    Frank

  12. Ein sehr schöner und informativer Beitrag. Vielen Dank dafür.
    Ich finde bei Instagram/bookstagram steht nicht das Buch im Vordergrund, sondern die Person hinter dem Account, was nicht unbedingt schlecht sein muss, aber wenn ich etwas über Bücher erfahren will nervt es doch manchmal sehr. Auch wird auf Instagram sehr viel Show betrieben, was die Plattform doch recht unglaubwürdig macht was Buchbesprechungen betrifft.

    Wenn ich mich über ein Buch informieren will, schaue ich immer auf Buchblogs nach. Ich finde es wirklich schade, dass die Zahl der aktiven Blogs so extrem sinkt. Mit Blogrolls muss ich mich mal beschäftigen.

  13. Hallo Tobi,
    deinen Artikel fand ich gerade sehr spannend zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass es mich nicht verwundert, dass dein Tool so viele Abgänge analysiert hat. Alleine nach dem Einführen der DSGVO habe ich gemerkt, dass viele Blogs, auf denen ich gerne gestöbert habe, aufgehört haben.

    Wie du in deinem Artikel auch schreibst, denke ich ebenfalls, dass Socialmediakanäle von vielen Buchliebhabern bevorzugt werden. Das macht auch Sinn. Denn hier findet man vermutlich viel leichter Leser/innen. Wer hat heutzutage kein Profil auf Instagram & Co.?

    Ich selbst bin zwar auch auf anderen Kanälen unterwegs, habe da aber klar meine Priorität gezogen. Der Blog steht bei mir immer an erster Stelle und so wird es auch erstmal bleiben.

    Ein sehr interessanter, lesenswerter und informativer Artikel. Ich danke dir dafür.

    Liebe Grüße
    Tanja :o)

    PS: Deine Liste hat mir auch schon sehr oft dabei geholfen neue Blogs kennenzulernen. Ich stöbere hier gerne mal nach Seiten, die mir noch nicht bekannt waren und statte diesen dann einen Besuch ab, um mir die Beiträge dort durchzulesen. Auch hierfür möchte ich nochmal ein großes Danke aussprechen.

  14. Blogging an sich ist einfach Tod, wenn man nicht in einem Nischengenre ist, abseits von Rezensionen schreibt oder einer dieser langweiligen Cliquen angehört die an Blogrolls glauben.
    Es sind nie mehr als 400 Nutzer im Monat die nach Buchblogs suchen in Suchmaschinen. Da ist die Frage, wie viele von denen aus deiner Rangliste nach neuen Buchblogs suchen und die Zahl damit verschwindend gering ist.
    Manche interessiert die kleine Buchclique einfach nicht, sondern möchte auch mit Reichweite informieren. Allein dieses Jahr wurden wir von 75.000 Nutzer 2022 gefunden. Mit Themen, die auch die Mehrheit der Nutzer interessiert. Sind wir jetzt einer der schlechtesten Buchblogs, weil wir kein Blogroll haben?

    1. Ganz so stimmt dies nicht, denn meine Besucher kommen auf meinen Blog, weil sie nach einem Autor, einem Buchtitel oder einem Genre suchen. Natürlich suchen die Leser im Netz nicht nach Buchblogs, sondern nach Büchern. Das ist ein Unterschied. Ja, wir reden noch immer von Nischenblogs, aber ich denke nicht, dass sie ihr Dasein verwirkt haben.

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