Über die freiwillige Selbstzensur der Verlage

Wer in diesen Tagen regelmäßig die Nachrichten verfolgt, der hat es nicht leicht. Das ist in vielerlei Hinsicht der Blick in den Abgrund. Über einen dieser Abgründe will ich heute schreiben und zwar über zensierte Neuauflagen alter Bücher. Da spukt ja einiges durch die Medien und in letzter Zeit kommt es gehäuft zu Anpassungen bei Neuausgaben, die doch sehr grenzwertig erscheinen. Ist es gerechtfertigt alte Bücher anzupassen, und einzelne Wörter oder Textpassagen so zu ändern, dass sie den Wertemaßstäben der heutigen Zeit gerechter werden? In dem Beitrag will ich der Frage, natürlich wieder in gewohnter Subjektivität, auf den Grund gehen.

Das erste Mal schlug vor über 10 Jahren eine Textänderung Wellen, als der Oetinger Verlag in den Pippi Langstumpf Büchern den „Negerkönig“ durch den „Südseekönig“ ersetzt hat. Das Thema wurde glaube ich schon ordentlich durchgehechelt, das will ich an der Stelle nicht aufwärmen. In den letzten Wochen wurden dann aber zwei weitere Anpassungen von den Medien aufgegriffen, die für mich das Thema doch wieder in den Fokus gerückt haben.

Der Puffin Verlag hat bei einer Neuausgabe die Bücher von Roald Dahl angepasst und es wurden hunderte Änderungen vorgenommen, um die Geschichten von diskriminierenden und despektierlichen Ausdrücken zu befreien. Bücher wie Charlie und die Schokoladenfabrik oder Matilda haben kleinere und größere Änderungen erfahren. Aus „enorm fett“ wurde beispielsweise nur noch ein „enorm“, was ich jetzt nicht als so nennenswert empfinde. Aber andere Änderungen haben es wirklich in sich. So liest Matilda kein Buch mehr von Rudyard Kipling oder Joseph Conrad, sondern greift zu Jane Austen, Steinbeck und liest von Hemingway etwas über Afrika. Das Wort „schwarz“ wird nicht mehr in einem negativen Kontext verwendet und Frauen werden in Verbindung mit Top-Wissenschaftlerinnen und Geschäftsführerinnen anstatt mit Kassiererinnen oder Sekretärinnen gebracht. Wer ein bisschen googelt, der findet zahlreiche Artikel mit den Beschreibungen darüber, was alles geändert wurde.

Ein weiteres Beispiel sind die James Bond Romane von Ian Fleming, die ebenfalls in einer Neuauflage verändert wurden und von Begriffen befreit wurden, die nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Zudem wurden die Bücher wohl auch mit einem Warnhinweis versehen, der über den zeitlichen Kontext aufklärt. Für mich ist das jetzt nicht so der Aufreger, ich wusste nicht einmal, dass es Bücher zu James Bond gibt, aber es trifft zumindest auch die Praxis alte Bücher umzuschreiben und für das Publikum ideologisch zu säubern.

Über ein ähnliches Thema, über den Umgang mit Rassismus in Klassikern, habe ich vor ein paar Monaten bereits geschrieben, als es um die Kritik an Karl May ging. Und auch diesmal muss ich wieder mit dem Kopf schütteln und frage mich, was mit dieser Gesellschaft nicht stimmt. Gerade die Änderungen in Dahls Büchern verändert das Original ja schon sehr stark, das muss man einfach sagen. Wenn ich daran denke, was für einen Aufwand viele Übersetzer betreiben, um möglichst nahe am Original zu bleiben und auch den Ton der ursprünglichen Werke zu übertragen, dann verfälschen solche massiven Textänderungen das ursprüngliche Werk schon extrem. So eine Änderungen wie in Pippi Langstrumpf ist aus meiner Sicht noch vertretbar, ich denke der „Negerkönig“ hatte damals die Konnotation, die heute der „Südseekönig“ hat und das ist noch irgendwie nachvollziehbar und es handelt sich ja auch um eine Übersetzung, die immer gewisse Freiheiten zulässt. Aber einen Originaltext anzupassen, das ist schon unredlich, so etwas macht man nicht. Auch wenn die Inhalte unangenehm sind, zudem noch bei einem bereits verstorbenen Autoren, der darauf also auch keinen Einfluss mehr nehmen kann.

Im Fall Dahl sind es dann auch kommerzielle Erwägungen. Wie man in diesem kurzen Arte Beitrag erfährt, wurden die Rechte an Netflix verkauft und zuvor hat man die Bücher wohl angepasst, um dem „Kunden“ Netflix gerecht zu werden. Wenn ich an das colorblind casting denke, das beispielsweise bei der Serie Bridgerton zu beobachten ist, dann wird klar, dass die Produzenten von Netflix sehr großen Wert auf kompromisslose politische Korrektheit legen. Ob das einen derartigen Eingriff in den Originaltext rechtfertigt, das ist die Frage. Für mich ist die Antwort eindeutig, weil ich es sehr wichtig finde, einen Autoren und sein Werk im Original kennenzulernen. Eine Warnung zu Beginn des Buches oder Fußnoten mit Anmerkungen empfinde ich in so einem Fall als angemessen, aber den Originaltext einmal durch den ideologischen Fleischwolf zu drehen, das halte ich für eine Selbstzensur, die nicht tragbar ist.

Tatsächlich ist das keine Zensur im klassischen Sinne, denn die Verlage führen diese Anpassungen ja aus eigener Motivation durch. Und ich kann das auch nachvollziehen, denn ein Verlag möchte natürlich Umsätze generieren und dazu passt sich ein jedes Unternehmen den Wünschen der Kunden an. Der Puffin Verlag hat es wohl nun so gelöst, das die Bücher nun mit Originaltext und als neue Variante angeboten werden, was ich wiederum sehr gut finde, denn dann kann der Leser selbst entscheiden. Wobei natürlich die Frage ist, wie das dann in der Praxis aussieht. In den Buchläden liegen dann vermutlich die „gesäuberten“ Bücher aus und wenn sich die Wogen geglättet haben, nimmt man die Bücher mit dem Originaltext, die sich einfach schlecht verkaufen, aus dem Programm. Davon aber abgesehen, einfach stillschweigend die Sprache zu ändern, um unbedingt politisch völlig korrekt zu sein, das ist schon eine erschreckende Methode.

Bei dieser Diskussion und bei der Anpassung bestehender Texte zugunsten einer ideologischen Weltsicht schleicht sich bei mir immer ein sehr ungutes Gefühl ein. Über das bewusste und mutwillige Ändern von Sprache sollte schon immer das Denken der Menschen beeinflusst werden. „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“, schrieb Wittgenstein und genau das wird dabei auch verfolgt. Das erinnert mich dann wieder stark an das Neusprech von Orwell aus 1984. In dem Roman wird die Sprache bewusst umgestaltet und einzelne Wörter aus dem Sprachgebrauch gestrichen. Es werden die Möglichkeiten sich mit Sprache auszudrücken ganz gezielt beschränkt, um einzelne Ideen und Gedanken aus dem Denken der Menschen vollständig zu verbannen. Das ist natürlich ein Extrembeispiel und in dem Roman 1984 auch ganz bewusst überzeichnet, aber die Richtung ist die Gleiche und die Entwicklung für mein Empfinden sehr bedenklich. Man muss es dem Leser zutrauen, selbst zu bewerten was er liest, das gehört für mich zum grundlegenden Verständnis von Freiheit.

Das Argument, dass das doch Kinderbücher seien und den Kindern damit falsche Werte vermittelt werden, halte ich auch für vorgeschoben. Die wenigen alten Kinderbücher mischen sich ja mit einer Flut neuer Geschichten, die völlig dem Zeitgeist entsprechen und wenn bei einer der alten Erzählungen dann plötzlich ein veraltetes Weltbild vermittelt wird, dann ist das sicher nicht das, was nun den Charakter oder das Wesen eines Kindes beeinflusst und verändert. Zumeist bleiben dann diese kritisch empfundenen Formulierungen auch völlig unter der Wahrnehmungsschwelle. Ein Kind müsste ja bei der Lektüre von Matilda bemerken, dass die Protagonistin nun Rudyard Kipling liest. Wenn das Kind den Autoren überhaupt irgendwie erkennt, dann maximal von Das Dschungelbuch. Es müsste also dann schon ein anderes Buch von Kipling lesen, Kim beispielsweise. Und dann müsste es in Kim auch auch auf rassistische Passagen stoßen, was offen gestanden schon schwer ist, zumindest hatte ich damals darin keine entdeckt. Ebenso wenig in Kiplings Reiseberichten oder in Über Bord.

Eine zweite Sache finde ich ebenfalls sehr bedenklich. Es handelt sich ja um keine staatliche Zensur und das ist in Deutschland ja schon angenehm. Dass es hierzulande vielleicht eine Indizierung durch die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz gibt mag sein, aber das ist keine wirkliche politisch motivierte Zensur. Wenn ich so sehe, was alleine im Internet geschrieben wird oder wenn man das Programm des ein oder anderen speziellen Verlags so anschaut, dann bestätigt sich das auch, dass Meinungen frei geäußert und auch an der Politik frei Kritik geübt werden darf. Das finde ich auch extrem wertvoll und ich genieße diese Vielfalt auch, die sich durch diese Freiheit ergibt und nutze sie auch, um Texte aus den verschiedensten Richtungen zu lesen. Schlimmer und viel gefährlicher ist allerdings die Selbstzensur, die durch die Verlage, aber auch durch die Intellektuellen völlig freiwillig selbst vorgenommen wird. Ich will dazu ein Zitat von Orwell anführen, das ich in einem Essay von ihm gefunden habe, das meiner Ausgabe von Die Farm der Tiere angehängt ist. Es beschreibt sehr schön, was ich auch hierzulande seit Jahren wieder ganz deutlich beobachte.

„Jeder, der lange genug im Ausland gelebt hat, wird Beispiele von sensationellen Nachrichtenmeldungen kennen – Themen, die an und für sich betrachtet, die Hauptschlagzeilen abgeben würden -, die in der britischen Presse überhaupt nicht auftauchen, und zwar nicht auf Grund eines Regierungseingriffs, sondern auf Grund einer generellen stillschweigenden Übereinkunft, daß ‚es nicht angehe‘, diese bestimmte Tatsache zu erwähnen. Soweit dies die Tageszeitungen betrifft, ist das leicht zu verstehen. Die britische Presse ist extrem zentralisiert und überwiegend im Besitz von wohlhabenden Männern, die allen Grund haben, über bestimmte wichtige Themen unehrlich zu sein. Doch dieselbe verhüllte Zensur wirkt auch in Büchern und Magazinen, ebenso wie in Theaterstücken, Filmen und im Radio. Zu jeder Zeit gibt es eine Orthodoxie, ein Meinungssystem, von dem angenommen wird, daß es alle rechtdenkenden Leute ohne zu fragen akzeptieren werden. Es ist nicht eben verboten, dies oder jenes zu sagen, aber es ist ‚unschicklich‘ es zu sagen, so wie es zu viktorianischer Zeit ‚unschicklich‘ war, in Gegenwart einer Lady Hosen zu erwähnen. Jeder, der die herrschende Orthodoxie anzweifelt, sieht sich mit verblüffender Wirksamkeit zum Schweigen gebracht. Eine wirklich unzeitgemäße Meinung bekommt fast nie eine faire Anhörung, weder in der Volkspresse noch in den Intellektuellenmagazinen.“

Die Farm der Tiere, George Orwell, Diogenes Verlag, 1982, Die Pressefreiheit S.122

Probleme wie Rassismus, Gleichberechtigung, Sexismus oder Vorurteilen gegenüber Minderheiten löst man nicht, indem man an der Sprache einiger weniger alter Bücher pfuscht. Man löst sie durch eine kluge und ausgewogene Politik, die dafür sorgt, dass die Ursachen für diese Ressentiments und Ungerechtigkeiten bekämpft werden. Diese Selbstzensur der Verlage ist unaufrichtig, schädlich, eine Beleidigung für die Leser und ich hoffe sehr, dass diese Praktiken, die einer Demokratie unwürdig sind, keine Schule machen.

19 Kommentare

  1. Recht hat du!
    Jedes Buch ist auch ein Zeugnis seiner Zeit in der es geschrieben wurde. Dem Autor die Rechte über sein Werk und seine Gedanken zu nehmen ist Bevormundung, unethisch und gehört sich einfach nicht.
    Natürlich ist es Zensur. Ist ja auch viel einfacher als sich damit auseinander zusetzen warum vor z.B. 100 Jahren Autoren anders geschrieben haben als heute.
    Durch Verdrängung kann man nichts lernen. Verdrängung ist zu einer Ideologie geworden. Beschämend…

  2. Hallo Tobi,
    das ist Klasse, dass Du das Thema aufgreifst. Ich könnte dabei ehrlich gesagt, das Kot… kriegen über solche unverschämten Verfälschungen und Zensureingriffe, was soll das?
    Wird dann auch noch der Götz von Goethe umgeschrieben?
    Mir könnte es theoretisch egal sein, denn ich habe meistens alte Ausgaben, lange bevor die freiwillige Selbstzensur losging. Aber mir geht so etwas grundlegend gegen den Strich.
    Auch die Tendenz einiger Verlage bestimmte Werke nochmal zu übersetzen, damit man dann »neu« ranschreiben kann, finde ich oft dämlich.
    Schief gehen kann es auch, wenn ich an Axels Sandemose und »Ein Flüchtling kreuzt seine Spur« und den überheblichen Kommentar von Frau Haefs dazu denke: https://www.tralalit.de/2020/01/22/sandemoses-klassiker-neu-interpretiert/
    Ich habe beide Fassungen gelesen, beide haben ihre Mängel, kein Grund eine Version zu verdammen. Insbesondere dann nicht, wenn die »Neu-«Übersetzung zu 1/3 fast wortgleich zur alte Fassung ist.
    Zu den alten Fassungen zählen bei mir auch viele DDR Ausgaben, als West-Berliner lag es nahe Bücher gut und günstig dort zu kaufen. Ausserdem gab es dort oft Übersetzungen auf die man im Westen lange warten musste, sei es von skandinavischen Autoren oder das »Blockadebuch«
    https://mittelhaus.com/2016/07/31/ales-adamowitsch-daniil-granin-das-blockadebuch-1-teil/
    So stehen bei mir im Regal auch DDR-Ausgaben von Jugendbüchern, mitunter mit dem Vermerk »überarbeitet«. Bisher hatte ich den Eindruck, dass dies geschah, um die Texte für Jugendliche leichter zugänglich zu machen. Nicht um sie auf »Parteilinie« zu bringen, sondern um sie für junge Leser leichter verständlich zu machen.
    Nicht dass es die Zensureingriffe nicht gab, wir gehen in
    https://mittelhaus.com/2023/02/18/carolin-wuerfel-drei-frauen-traeumten-vom-sozialismus/
    ja darauf ein.
    Aber bei Jugendbüchern überarbeitet »damit sie schön systemkonform sind und die Jugend auch auf dem Pfad der Tugend bleibt. « ? Kannst Du mir da mit Hinweisen auf die Sprünge helfen?
    Das würde mich wirklich interessieren!

    1. Lieber Michael,

      interessant finde ich, dass das Thema scheinbar gar nicht so eine große Relevanz hat und gar nicht so intensiv diskutiert wird, wie es aus meiner Sicht sein sollte. Aber ich bin auch nicht so viel am Lesen, was diese Themen angeht.

      Ja Du hast recht, meine Passage über die DDR Zensur ist zu scharf, ich habe sie entfernt, weil sie sich nicht ausreichend belegen lässt. Meinen Recherchen nach, wurde gerade in der Anfangszeit hier der Fokus auf ideologisch passende Kinder- und Jugendliteratur gelegt (siehe z.B. https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/kultur/kinder-jugend-buecher-in-der-ddr-100.html), später hat sich das wohl ganz gut relativiert. Gerade bei Klassikern wurde ich immer wieder im Bekanntenkreis gewarnt, dass hier doch ganz schön gekürzt wurde und hab es dann nie über mich gebracht, mit ein paar Ausnahmen, mir die DDR Ausgaben zu holen. Ich werde mich nochmal erkundigen, wo es besonders auffällig war. Insgesamt ist das Thema schon interessant, ich hatte mir auch schon überlegt, einmal die Liste zu beschaffen, was derzeit vom Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz verboten wurde.

      Interessant in dem Zusammenhang: Auch Comics sind wohl betroffen, wie man hier lesen kann: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kinderbuch-streit-101.html. Ich bin da realistisch, auch wenn diese einzelnen Fälle Wellen schlagen, am Ende werden die angepassten Ausgaben sich durchsetzen.

      Herzliche Grüße und vielen Dank für Dein Feedback
      Tobi

    2. Lieber Michael,
      Kinder- und Jugendbücher wurden von der DDR gezielt dazu genutzt, diese auf Parteilinie zu bringen. Schon in den 50ern hat die SED die Literaten aufgefordert Kinder- und Jugendbücher zu verfassen, die diese „demokratisch erziehen“.
      Dies machte sich in vielfältiger Art bemerkbar. Zum einen wurden Bücher, als Schullektüre benutzt, die der politischen Linie entsprachen, wie z.B.
      „Wie der Stahl gehärtet wurde von N. A. Ostrowski.
      Russische bzw. Kommunistische Themen fanden vermehrt statt, wie die „Geschichten über Lenin“ von Uljanowa/Kononow , „Erinnerungen an meinen Vater“ von Irma Thälmann. Daneben „Das Manifest der kommunistischen Partei“ von Karl Marx und von demselben „Das Kapital“.
      Mit vielen Büchern sollte die Nazizeit aufgearbeitet werden, wie mit dem „Tagebuch“ der Anne Frank oder mit Anna Seghers „Das siebe Kreuz“.
      Klassiker wurden auch als Schullektüre zugelassen und wurden zensiert, wie „Die Elenden“ von Victor Hugo. Ich habe zu Hause eine DDR- Ausgabe und eine Westausgabe. Die DDR-Ausgabe sparte sich dabei ein ganzes Band, so viel wurde zensiert. Gavroche hat in der Westdeutschen Ausgabe ein eigenes Buch, während ihm die DDR-Ausgabe nur ein Kapitel gewährt. Die Aussage Hugos ist nämlich, Gavroche ist ein Straßenjunge, aber er ist frei, eine Aussage, die dem DDR-Regime ganz und gar nicht gefiel.
      Aus diesem Grunde zensierten sie auch die „anarchistische Pipi“ nachdem sie mit kleinen Auflagen, nicht weiterkamen. Andere Bücher, wie „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Plenzdorf wurden ganz verboten. Ein Jugendlicher, der sich gegen seinen Lehrherrn auflehnt, war nicht gewollt.
      Lieber Michael, Belege für DDR- Zensur bei Kinderliteratur/Schulliteratur gibt es zahlreich.

      1. Danke, liebe Valeria,
        Ihrem Doppelnamen nach zu urteilen, freue ich mich einmal mehr über eine hart erkämpfte, Esther-Vilar-gebeutelte Emanzipation.
        Und ich erhebe ein solidarisches Glas Sekt auf den 45. Jahrestag der bundesdeutschen Frauen, die seither ohne die Einwilligung Ihres Ehemannes eigenständig einen Arbeitsvertrag unterschreiben dürfen. Und ein nochmaliges Prosit darauf, dass nun auch die Vergewaltigung in der Ehe – wenngleich noch nicht allzu lange her – in der Bundesrepublik strafrechtlich nicht mehr privilegiert ist.
        Und Respekt, so ein Doppelnachname ist dann aber auch mal ein richtig krasses Statement, selbst wenn man (frau) es nicht unbedingt zu einer „Top-Managerin“ geschafft hat. – However: Toi, toi, toi! –
        Aber, sorry, eine minimal kritische Glosse zu Ihrem Beitrag sei mir dann doch gestattet: Allein das von Ihnen unterschlagene „t“ in Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ lässt mich nicht gleich (nein, „um Gottes Willen“) schlimme anti-antifaschistische Gedanken vermuten.
        Aber bevor dieses, ja, mir am Herzen liegende und mich prägende Buch einer Exil-Schriftstellerin, die in diesem Roman die Grausamkeiten der Nazis und eine Flucht aus einem KZ schildert, mit irgendwelchen neurechten Ressentiments unerträglich verunglimpft wird, bitte ich, es doch erst einmal einmal zu lesen!
        Gleiches gilt für Nikolai Ostrowskis autobiographischem Roman „Wie der Stahl gehärtet wurde“, dass ich mir momentan – angesichts neuer slawo- und entsprechend bibliophober Tendenzen (danke für Ihre Anregung) – tatsächlich wieder einmal vorgenommen habe.
        Einfach mal lesen, dann ggf. haten und kotzen und womöglich als offenbar in den 50ern sozialisierte Bundesbürgerin mal selber fragen, wie es sein kann, dass man einen Kanzleramtsminister Globke, der die Nürnberger Rassegesetze verfasst und kommentiert hatte, nicht mit derselben empörten Extase kritisierte, wie rassistisch-stereotype und inzwischen wissenschaftlich überholte Termini wie etwa das „N“- oder das „Z“- Wort.
        In diesem Zusammenhang ein ganz aktueller Lesetipp:
        Götz Aly: „Unser Nationalsozialismus“. Reden in der deutschen Gegenwart. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main.
        Der komplett als DDR-zensurgeschädigt unverdächtige Autor erinnerte schon einmal daran, dass der Kampf der gefallenen Sowjetsoldaten (auch in Ostrowskis Roman geschildert) unsere Befreiung ermöglichte.
        Und, um auf unser aller Liebe, die Literatur, und deren unterschiedliche Rezeption auch und gerade in den von Ihnen dargestellten 1950er Jahren zurückzukommen, erlaube ich mir dezent, an das postnazistische Haten gegen die Brüder Thomas und Heinrich Mann zu erinnern:
        Götz Aly zitiert a.a.O. aus einem ebenso „demokratischen“ wie „toleranten“ FAZ-Artikel von 1950 Sätze wie: „Thomas Mann tritt uns als Exponent einer bis zur Dummheit gehenden Abneigung gegen Deutschland entgegen“.
        – Wie dumm, hässlich, nationalistisch und vergangenheitsvergessen war denn, bitteschön, liebe Valerie diese „hyperhumanistische Expertise“ zu Schriftstellern, die, um zu überleben, Deutschland verlassen mussten? Man möchte – nix für ungut – im Strahl kotzen.
        Und zum Abschluss eine herzliche Bitte zu Hugos „Die Elenden“. Als ehemalige Ossi-Nervensäge bin ich – im Gegensatz zu selbstgefälligen Besserwessis – gerne bereit (nein ich mache seit 30 Jahren kaum etwas anderes als) meine Vergangenheit kritisch aufzuarbeiten. Aber die Schmerzgrenze der Selbstverleugnung werde ich jedenfalls dann nicht überschreiten, wenn es linear- binär und primitiv-dichotomisch wird.
        Und – Ironie des Zufalls – erst gestern „hänselte“ mich mein Mann (allerdings liebevoll) wegen meiner „Gavroche-Mütze“ und damit meines unkonventionellen Kleidungsstils. Gavroche hat mich schon als DDR-Kind beeindruckt und ich habe dies bis heute (zum Glück) nicht überwunden. Bitte geben Sie mir genauere Quellen zu den beiden von Ihnen thematisierten Ausgaben bekannt.

        1. Liebe Sandra,

          ganz verstehe ich den ersten Teil Deines Kommentars nicht. Dein Urteil über Doppelnamen erscheint mir an der Stelle etwas unpassend und dem Kontext ziemlich fern. Auch einen Tippfehler zu thematisieren empfinde ich als nicht zielführend. Aber ich entnehme den Zeilen, dass es sich um ein sehr emotional behaftetes Thema handelt.

          Es ist schon ziemlich schmerzhaft, was man so lesen muss, egal ob es ein FAZ Artikel aus den 50ern ist (wie Du ihn als Beispiel anführst), oder das Gesabbel, aus den heutigen Medien. Und es gibt auch in dem heutigen Diskurs häufig Ansichten, die mich nur den Kopf schütteln lassen. Teilweise auch Meinungsbilder, die im Mainstream etabliert sind. Das ist aber alles nochmal ein Unterschied zur Zensur. Wenn ich mir jetzt eine Ausgabe von Hugos „Die Elenden“ hole, dann ist die ziemlich sicher vollständig und nicht ideologisch geschnitten. Ich bekomme auch jedes Buch, das ich möchte, im Original und in allen möglichen Ausgaben, wenn auch ggf. antiquarisch. Und das war wohl in der DDR doch anders. Und da kann man nun vergleichen und versuchen es zu beschönigen oder zu relativieren, aber das war einfach ein Scheiß. Dass das an einzelnen Stellen nun wieder passiert, vielleicht unter anderen Rahmenbedingungen, aber dann doch aus ideologischen Gehorsam, das ist schon tragisch, weshalb ich gerade deshalb in dem Text auf die DDR Zensur als Negativbeispiel verwiesen habe.

          Ich frage mich, ob man dringend die damalige DDR Literatur lesen muss, um sich ein Bild zu machen, angesichts dessen, dass der Literaturbereich reguliert wurde. Die DDR war ja jetzt auch nicht unbedingt für Freiheit und politische Offenheit bekannt, ähnlich wie die Sowjetunion. Die Beispiele, die Valeria da auflistet, sind ja schon kennzeichnend. So wie es aussieht haben sie sogar Pipi zensiert. Pipi!

          Als selbstgefällige Besserwisserei der Westbürger würde ich das auch nicht sehen. Die schießen schon auch regelmäßig den Bock, im sogenannten Westen, halt nur in eine andere Richtung. Dieser Tage keiner Zensur ausgesetzt zu sein (wenn auch leider der Propaganda) empfinde ich schon als Privileg. Ich denke man muss auch klar abgrenzen zwischen dem System und den Menschen darin, denn unterm Strich wurde in der DDR dann doch auch alles gelesen und nicht jeder hat sich hinter die Fichte führen lassen. Genauso wie man jetzt in diesem Eldorado an Büchern komplett verblöden kann, was vielen ja auch sehr effizient gelingt.

          Liebe Grüße
          Tobi

          1. Lieber Tobi, vielen Dank.
            Dem Vorwurf des Relativierens sehe ich mich hier aber gerne ausgesetzt, wenn Relativieren Folgendes bedeutet: Das In-Beziehung-Setzen von Fakten zu tendenziösen, pauschalierenden, ressentimentgeladenen, unbelegten Behauptungen.
            Und, nein, ich bin bestimmt die Letzte, die DDR-Zensur nicht verurteilen würde. Aber ich würde gerne dann von ihr Schwarz-Weiß-Bild schon gezeichnet habenden Ferndiagnostikern zur Kenntnis genommen werden, wenn es um die Beurteilung eigener konkreter Erfahrungen, wenn es um meine eigene Biografie geht.
            Und ja, wenn man sich über die Kämpfe einer Christa Wolf oder einer Brigitte Reimann aufregte, die dem Staatssozialismus ebenso wie dem bundesrepublikanischen Staat, der gerade in der von Frau Hermann-Schmidt angesprochenen Zeit sowohl in Exekutive wie Judikative mehrheitlich mit nationalsozialistisch belastenden „Persönlichkeiten“ besetzt war, eine antifaschistische, pazifistische, sozial gerechte und demokratische Gesellschaftsvision entgegensetzten, dann schwillt auch mir noch nachträglich der Hals.
            Doch hier echauffieren sich häufig gekünstelt Leute, die ausgerechnet über die Zeit Adenauers reden, über dessen Kanzleramtsminister ich weiter unten Stellung nehme, dem nichts wichtiger war, als die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes verbieten zu wollen – mit entsprechenden Berufsverboten usw. usf.
            Und, ja, dann finde ich es Kotze, wenn aus dieser Richtung ausgerechnet Anna Seghers` „Das siebte Kreuz“ angespuckt wird, ohne es gelesen zu haben. Und – ne, an dem vergessenen Buchstaben mache ich das bestimmt nicht fest, ebenso wenig wie an den Gänsefüßchen, in die Anne Franks Tagebuch gesetzt wird. Dies allein erzeugt bei mir noch kein Unbehagen; erst der Gesamtkontext.
            Und ich bleibe dabei, ich hätte gerne den Beleg für die DDR-Zensur ausgerechnet bei Hugos „Die Elenden“. Es gibt überhaupt keinen schlüssigen Grund, weshalb Gavroches Geschichte gekürzt worden sein soll. Es gab ja auch eine Gemeinschaftsproduktion der DEFA mit Frankreich und ich weiß noch, wie mich gerade der kleine, hungernde, arme und trotzdem so mutige Gavroche als Kind (ohne die historischen Zusammenhänge schon verstehen zu können) zu Tränen gerührt hat. Ich sehe ihn noch vor mir – vor dem Beton-Elefanten, in dem er hauste, und als viel zu jungen Barrikadenkämpfer, der sein kindliches Leben riskierte…
            Und Frau Hermann-Schmidts Beitrag setze ich nun wieder (sorry) relativierend einen Fakt entgegen: In der Bundesrepublik wurde Hugos Titel mit „Die Miserablen“ übersetzt, was auch „Die Schurken“, „Die Verdammten“ oder ähnliche nicht unbedingt positiv konnotierte Assoziationen bei potentiellen Buchkäufern auslöste. –
            Und dann noch das „Kapital“ von Marx in den Topf der Kinder- und Jugendliteratur zu werden – wie absurd (nix für ungut) ist das denn!
            Kaum eine studierte Top- Wissenschaftlerin 😉 oder ein langjährig praktizierender Bänker vermag diesem komplexen ökonomischen Werk zu folgen. Entsprechend spielte es ebenso wie das „Manifest“ als „Kinder- und Jugendliteratur“ keine Rolle.
            Und letztlich kurz zum Inhalt: Ich hab das schon einmal in einem Blog traumatisch erlebt: Marx ist offenbar bei vielen westdeutschen Menschen das Triggerwort an sich. Aber er war ein Philosoph seiner Zeit und hat nie(!) den Anspruch erhoben, die Wahrheit auf alle Ewigkeit gepachtet zu haben. Leider wurde seine Vision von einer „Gesellschaft, in der die freie Entwicklung des Einzelnen Voraussetzung für die freie Entwicklung aller“ in der staatssozialistischen DDR schon mit dem Vertauschen beider Halbsätze glattweg in`s Gegenteil verkehrt. Ja, das war beschissene Zensur!
            Aber zum Kapital: Die Mehrwerttheorie hat noch heute Bestand. Auch hat Marx die für die Demokratie gefährliche Monopol- und Kartellbildung vorausgesehen. Und nicht zuletzt Angela Merkel kritisierte das demokratiegefährdende Primat der Großunternehmen und Banken vor der Politik. Aber das ist das berühmte Fontan`sche „weite Feld“ und sprengt hier den Rahmen.
            Ich möchte nur vor Vereinfachungen, und ja, Tobi, vor Verallgemeinerungen warnen. Manchmal ist Relativieren gar nicht so falsch, wenn es Tatsachen in Beziehung zu demagogischen Vorurteilen stellt.

        2. Guten Tag Sandra,
          worüber reden wir hier eigentlich: Feminismus, Nationalsozialismus, BRD, DDR, oder über meinen Namen, die Themen sind wild durcheinander.
          Dies hier ist ein Literaturblog und unser Thema ist die Selbstzensur der Verlage, die teilweise Ähnlichkeit zur Zensur in der DDR hatten. Durch mangelnde Aufarbeitung der DDR- Vergangenheit durch unsere Gesellschaft wiederholt sich die Geschichte leider in Ansätzen.
          Bleiben wir also beim Thema, seien wir sachlich und unterlassen wir Beleidigungen. Zu meinem Hintergrund sei lediglich gesagt, dass mir rechtes Gedankengut fern ist, ebenso wie linkes. Ich liebe nicht die Extreme. Dass russische Soldaten eine „Befreiung“ darstellten, lehne ich ab. Mit ihnen kam die Einführung einer zweiten Diktatur, des Unrechtsstaats DDR. Eine Befreiung Ostdeutschlands, ausgelöst durch die eigene Bevölkerung, fand erst 1989 statt. Natürlich können Nationalsozialismus und Kommunismus in vielen Dingen nicht verglichen werden, sie haben jedoch Gemeinsamkeiten. Beides waren Diktaturen, beide haben Bücher verboten und/oder zensiert.
          Meiner Meinung ist die Bücherverbrennung und die verbannten Autoren der Nationalsozialisten aufgearbeitet während DDR-Zensur nach wie vor geleugnet wird, und in jedem zweiten Antiquariat in Berlin kann ich zensierte DDR Bücher erwerben.
          Die Zensur fing an mit Winnetou. Karl Mays Winnetou-Bücher wurden in der DDR Jahrzehnte nicht gedruckt.
          Pipis „Negerkönig“, der auch heute zensiert wird, kam in der DDR- Ausgabe vom Kinderbuchverlag Berlin nicht vor, sondern war einfach nur König.
          Ebenfalls erzählt Pipi von Kenia, wo alle Menschen lügen würden; dieses Land wurde durch das kommunistische Bruderland Nicaragua ersetzt. Es ist so erbärmlich das Gedankengut der Autoren zu verfälschen.
          Meine DDR-Ausgabe der Elenden ist, wie damals üblich, für internationale Literatur aus dem Verlag Volk und Welt aus dem Jahr 1965. Der gleiche Verlag hat 1990 eine unzensierte Ausgabe herausgebracht. Natürlich ist in der Ausgabe von 1965 auch von Gavroche die Rede. Alle weltbekannten Figuren mussten erhalten bleiben. Bevor Hugo jedoch auf Gavroche näher eingeht, beschreibt er auf 26 Seiten das Wesen eines Straßenjungen in 12 Kapiteln, alles, was in der DDR-Ausgabe fehlt.
          Einem Jungen, der „manchmal ein Heim hat…aber die Straße vorzieht, weil er auf ihr die Freiheit findet“. Einem Wesen, dem man das „Unnütze“ gibt und dem man das „Notwendige“ nimmt. „Die ganze Anarchie ist im Straßenjungen enthalten.“ “Der Kleine wird einmal groß.“ “Über den Straßenjungen ist stets ein Gott hinweggeschritten.“ „Sinnend umherirrend, das heißt bummeln ist ein guter Zeitvertreib für einen Philosophen…““Der Straßenjunge mag das Durcheinander. Ein gewisser gewalttätiger Zustand gefällt ihm.“ “Er war ein Lausejunge, er ist ein Held.“
          “Dieses Kind des Sumpfes ist auch ein Kind des Ideals.“ „Paris kennt keine Grenzen.“ “Selbst erwachsen ist das Volk von Paris immer noch ein Straßenjunge.“
          Alles Sätze, die in der Version von 1965 nicht vorkommen.
          Die heutigen Verlage sollten nicht der DDR-Zensur nacheifern. Wenn es Passagen gibt, die dem heutigen Denken und Fühlen widersprechen, dann sollen sie doch die mit einer Fußnote ergänzen.
          Aber erst May, dann Fleming, jetzt Christie zu zensieren. Wenn wir damit anfangen, machen wir ein Fass ohne Boden auf. Wir müssen die Literatur in ihrer Zeit und im damaligen Kontext verstehen.

  3. Auch ich bin der Meinung, dass Zensur auf die Leser eher entmündigend, ausgrenzend, den Diskurs verweigernd wirkt und sie letztlich ein Stückweit „für blöd“ verkauft.
    Und trotzdem empfinde ich angesichts von Sklaverei, kolonialistischer Verbrechen, dem Genozid auch an der indigenen Bevölkerung, dem Rassismus des „weißen Herrenvolkes“ etc. vor dem einen oder anderen Werk ein den Autor biographisch, die Story historisch kontextualisierendes Vorwort als angebracht.
    Und, lieber Tobi und lieber Michael, hier ein recht aktueller Fund, wie in der DDR politisch motivierte Eingriffe in Texte vorgenommen wurden: der jüngst erstmals in der Originalfassung erschienene Roman von Hans Fallada; Der eiserne Gustav, 1. Auflage, Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin 2019.
    Hintergrund ist der folgende: Die 1938 erschienene Erstausgabe musste Hans Fallada in Vorbereitung einer Verfilmung mit Emil Jannings aus Propagandagründen mit einem „Nazi-Schwanz“ versehen, der, wenn ich das richtig verstanden habe, nach Goebbels Gusto so aussah: Der charakterstarke Bruder Heinz tritt in die NSDAP ein, der schmierige und wendige, immer auf seinen Vorteil bedachte Bruder Erich hingegen in die KPD. Der „eiserne Gustav“ himself hebt am Ende seiner Tage noch pflichtbewusst mit letzter Anstrengung seine auf dem Todesbett ihm schon sinkende Hand zum Nazigruß.
    Dieser „Nazi-Schwanz“ wurde nach dem Zusammenbruch des Naziregimes nach dem Willen Falladas endlich wieder „kupiert“. Ein übereifriger DDR-Lektor nutze dies jedoch, um auch andere, ihm suspekte Passagen zu streichen: So etwa die Kritik Scheidemanns am Versailler Friedensvertrag, das Streichen der Buer-Episode und damit eine Kritik am Verhalten französischer Besatzer. Ebenso wurde das im Roman dargestellte, nicht immer Knigge-gerechte Verhalten der bewaffneten Matrosen während der Novemberrevolution 1918 ausgespart. Streichungen, die völlig unnötig waren und die Leserschaft bevormundeten, ihnen schlichtweg nicht zutrauten, sich ein eigenes, realistisches Bild auch vom menschlichen Menschen mit all seinem Widerspruch zu machen.
    Auf die „Liste der auszusondernden Literatur“ wurde in der DDR auch Gottfried Benn gesetzt, dem jenseits der Mauer das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.
    Wofür allerdings ihm solche Ehre zuteil wurde, ist mir bis heute ein Rätsel.
    Etwa dafür, dass Benn kurz nach der Machtergreifung der Nazis half, den ihn zuvor immer wohlwollend protegierenden Heinrich Mann von Vorsitz und Mitgliedschaft der Sektion Dichtkunst der preußischen Akademie der Künste zu drängen, um sich dann selbst diesen Posten zu erschleichen? Etwa dafür, dass er die Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Abteilung mit einem ultimativen Revers aufforderte, sich „der geänderten geschichtlichen Lage“ anzupassen und sich jeder „politischen Betätigung gegen die Regierung“ zu enthalten, ansonsten gefälligst schnellstens zu verschwinden? (s. In jenen Tagen…Schriftsteller zwischen Reichstagsbrand und Bücherverbrennung. Eine Dokumentation, Gustav Kiepenheuer Verlag Leipzig und Weimar, 1983, zusammengestellt von Friedemann Berger, Vera Hauschild und Roland Links unter Mitarbeit von Sigrid Bock, S. 219)
    Etwa hierfür also, dass Benn die Säuberung und Gleichschaltung der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Sinne des Naziregimes mit diesem erzwungenen Bekenntnis maßgeblich einleitete? Oder war es sein Rundfunkvortrag im April vor 90 Jahren, der die Bücherverbrennung am 10.05.33 geistig forcierte und in welcher er mit subtilen, pseudointellektuellen Phrasen gegen Gedanken-, Presse- und Lehrfreiheit ätzte, gegen Andersdenkende und Wissenschaftler hatete und noch schwankende Akademiker erfolgreich manipulierte?
    Oder war es doch eher sein „vorbildliches“ Frauenbild, dass „aller Ehren wert“ und einer so hohen Auszeichnung wert schien: Seine große Liebe, Else Lasker-Schüler, ließ er, da sie als Jüdin nicht in sein rassistisch-arisches Ehebild passte, und die auf der Straße regelmäßig von Gestapo-Schergen zusammengeschlagen wurde, im Stich.
    Über eine andere Frau, die sich seinetwegen vom Balkon stürzte, äußerte er voll „sensibler Empathie“:
    „Sie war mir nicht gewachsen als Ganzes, oder vielmehr, sie wollte mir an Dingen und Stellen gewachsen sein, wo sie es nicht konnte oder als Frau nicht zu sein brauchte.“ (zit. nach: Helma Sanders-Brahms, Gottfried Benn und Else Lasker Schüler, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Berlin, 1998, S. 137)
    Wahrlich – ein echter Sympathieträger, ein honoriger Philanthrop – aller Ehren wert….
    Nur ein Beispiel… . Es gibt noch viel aufzuarbeiten – auf allen Seiten, von allen Seiten. Und Zensur oder einseitige Informationspolitik wie sie aktuell wieder zu beobachten ist, wirkt nur kontraproduktiv. Umso erfreulicher, dass Daniel Brühls Neuverfilmung von Remarques „Im Westen nichts Neues“ vorgestern immerhin mit vier Oskars geehrt wurde. Nur zur Erinnerung zitiere ich den 7. „Feuerspruch“ der „doitschen Studentenschaft“ auf dem Opernplatz Berlin vor 90 Jahren:
    „Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkrieges, für Erziehung des Volkes im Geiste der Wahrhaftigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Erich Maria Remarque.“ (zit. nach: In jenen Tagen… Schriftsteller zwischen Reichstagsbrand und Bücherverbrennung, a.a.O., S. 287) Unglaublich widerlich.

    1. Jetzt muss ich mich schnell noch korrigieren: Neben dem Mitproduzenten Daniel Brühl ist natürlich nicht zuletzt auch dem Regisseur Edward Berger für den Antikriegsfilm „Im Westen nichts Neues“ zu gratulieren – überhaupt dem gesamten Team!

    2. Liebe Sandra,

      ein Vorwort, das auf die Gegebenheiten hinweist (anstelle der Anpassung des Textes) halte ich für genau den richtigen Weg. Der Mare Verlag hat das mit „Der Niemand von der Narzissus“ genau richtig gemacht und die Stellen gekennzeichnet, an der Ersetzungen vorgenommen wurden.

      Wenn ich nochmal die Pippi Langstrumpf als Beispiel bemühen darf: Ich empfinde es da sogar als Vorteil, wenn da nicht der Südseekönig steht. Denn dann wird kein Tuch darüber gelegt, sondern es kommt sehr schnell die Frage auf, wie man es dem Kind erklärt oder es kommt die Nachfrage vom Kind, was das denn bedeutet. Es ist eben ein Buch von sehr vielen aktuellen Kinderbüchern. Und genau das soll Lesen mit Kindern machen: Ihnen den Horizont erweitern und das auch mit unbequemen kontroversen Elementen in Büchern.

      Das was Du mit der Zensur in der DDR beschreibst, solche Dinge habe ich schon öfters aus zweiter Hand gehört. Ich glaube das ist auch im zeitlichen Verlauf zu sehen, ich vermute um so weiter es gegen den Zerfall der Sowjetunion kommt, wurden vermutlich auch die Zensurmaßnahmen schwächer. Zumindest suggeriert das der in meiner Antwort an Michael verlinkte Beitrag.

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Tobi: „Das Wort „schwarz“ wird nicht mehr in einem negativen Kontext verwendet und Frauen werden in Verbindung mit Top-Wissenschaftlerinnen und Geschäftsführerinnen anstatt mit Kassiererinnen oder Sekretärinnen gebracht.“

    Lieber Tobi, ich weiß, und ich kenne das und es erschreckt mich auch gar nicht mehr, was ich gleichwohl, aber vielleicht auch nicht mehr lange, noch immer als beunruhigend empfinde, nämlich dass ich als mitdiskutierende Frau einfach nur nerve, anstatt zu kassieren, zu tippsen bzw. zu kochen. – Aber die Quellen für diese Feststellung würden mich dann doch interessieren. Dann verspreche ich auch prompt, mich auf meine mir o.g. zugedachten Aufgaben zu konzentrieren 😉 ….

    1. Liebe Sandra,

      ich bin mir nicht mehr genau sicher, aber ich glaube das stand in dem Artikel im Spiegel. Es gab eine Reihe von Beiträgen in den etablierten Newsseiten, wo die Kürzungen zusammengefasst beschrieben wurden. Leider sind diese Beiträge mittlerweile alle hinter einer Paywall und ich kann Dir nicht mehr die exakten Links schicken. Das mit den Top-Wissenschaftlerinnen und Geschäftsführerinnen und auch, dass das Wort „schwarz“ in negativen Kontexten entfernt wurde (also auch da, wo es gar nicht um eine Hautfarbe ging), wurde auch auf mehreren Artikeln erwähnt.

      Sei versichert, Deine Beiträge schätze ich sehr und es wäre doch recht schade, wenn Du Dich nun dem Kassieren und Tippsen zuwenden würdest 😉 Und Du nervst selbstverständlich nicht und bist sehr am Mitdiskutieren erwünscht. Ich muss gestehen, ich war auch sehr gespannt, was Du über das Thema schreiben würdest und hab auf Deinen Kommentar schon gewartet. Ich muss an der Stelle auch ergänzen, dass für mich persönlich eine Gleichberechtigung gegenüber Frauen selbstverständlich ist und ich da nicht differenziere. Da würde man ja auch durchdrehen, wenn es anders ist, alleine schon im Beruf hatte ich immer wieder Frauen als Vorgesetzte, oder damals an der Uni Professorinnen.

      Liebe Grüße
      Tobi

      P.S.: Du scheibst immer sehr korrekt die Quellenverweise, was ich in meinen Beiträgen nicht so sauber mache (aber so what, es ist ja auch ein Blog). Bist Du im universitären Umfeld untewegs?

      1. Ne, ich bin nur eine kleine, gewöhnliche Anwältin. Da ich aber meine banalen Schriftsätze gerne mit passenden Quellen aus Rechtsprechung und Fachliteratur aufpeppe, um Richterinnen und Richter auf meine Seite zu bekommen, ist mir das Zitieren inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen.
        Das also ist mein Brotberuf, meine Liebe gehört aber der Literatur. Und auch ich habe – ähnlich wie Du – gutgefüllte Bücherregale. Deinen unähnlich allerdings sind meine null geordnet und wenn ich – etwa durch Deine Anregungen – ein Buch gerne einmal wiederlesen möchte, erweist es sich häufig als im Chaos verloren 🙁
        Aber ich arbeite daran 😉

  5. Lieber Tobi, liebe Sandra,
    danke für Eure Beiträge, und die interessanten Quellen.
    Wo ich etwas allergisch reagiere, wenn es unbelegte Pauschalvorwürfe gibt, aber das hat Tobi ja korrigiert, der MDR Beitrag sagt es ja ähnlich. Man sollte hinzufügen, dass man von vielen Künstlern aus der DDR hören konnte, dass die Zensur der Partei nun durch die Zensur des Marktes ersetzt wurde. Merke: Veröffentlicht wird nur, was man verkaufen kann….
    Ich hab das unangenehme Gefühl, das bei Kinder- und Jugendbüchern gerne mal der Zensurstift angelegt wurde. Das Andersen Märchen von der kleinen Meerjungfrau gehörte immer zu meinen Lieblingsmärchen. Schade nur, dass sie am Ende sterben mußte. Inzwischen habe ich Dänisch gelernt und Andersen im Original gelesen. Und siehe: Die Meerjungfrau stirbt dort gar nicht, sondern lebt als sphärisches Schaumwesen wunderbar weiter!
    Meine Kinder sind übrigens mit Büchern aus der DDR groß geworden, direkt nach der Wende gab es in Berlin in der Linienstraße einen Discountverkauf von Büchern aus dem Kinderbuchverlag. Wahre Schätze, die schnell noch verkauft wurden, bevor sie auf der Müllhalde landeten. Aus der Pfarrer Weskott sie dann wieder befreit hat, aber das ist eine andere Geschichte….

    1. Lieber Michael, schön, dass Du Dich damit beschäftigst, die häufig geübte Richtig-Falsch-Dichotomie ablehnst und Dir ein eigenes, differenziertes Bild machst. Das ist alles andere als selbstverständlich für jemanden, der auf der „gewinnenden Seite“ der Geschichte steht, die so oft die Deutungshoheit darüber beansprucht.
      Ja, viele Bücher aus meiner frühesten Kindheit kann ich immer noch auswendig aufsagen, so etwa das wunderbare „Muhmes Rehkitz“ von Anna Fazekas. Und Grete Weiskopfs „Ede und Unku“, das, wie ich eben in den oben zitierten Dokumenten las, als eines der ersten auf dem Scheiterhaufen der Nazis landete, oder auch Auguste Lazars „Sally Bleistift in Amerika“ oder Gisela Karaus „Der gute Stern des Janusz K.“ haben mich als Jugendliche schon tief berührt und eine frühe Abneigung gegen Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus jeder Art in mir ausgelöst.
      Deswegen finde ich nicht die Zensur, aber die erklärende Einordnung solcher von den betroffenen Menschengruppen als demütigend nicht nur empfundenen, sondern in der Vergangenheit und leider auch noch gegenwärtig ja auch häufig so gemeinten, biologistisch stigmatisierenden Vokabeln wichtig, wie wir sie hier diskutieren.
      Denn spätestens seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms wissen wir schließlich, dass es menschliche „Rassen“ nicht gibt.

  6. Schönen guten Morgen!

    Da bin ich nochmal 🙂 Auch diesen Beitrag hab ich heute gerne in meiner Stöberrunde mit aufgenommen!
    Ein Thema, das leider immer wieder hochkocht… ich finde manche Beschreibungen von „damals“ auch nicht schön, aber es spiegelt nunmal die damalige Zeit bzw. das Denken wider und das sollte man dann auch so belassen. Wenn man das verfälscht kann man doch gar nicht mehr einschätzen, wie es damals war und grade bei den alten Büchern hat man einen aktuellen Einblick.

    Ich selber merke das vor allem in den Agatha Christie Büchern. Die sind ja zum Glück außen vor von solchen „Beschneidungen“, aber da sind auch Einsichten in die Gesellschaft dabei, die heute nicht gerne gesehen werden. Wenn man das jetzt ändern würde, würde es alles kaputt machen: diese Atmosphäre, den Flair und eben den Einblick wie es damals war.

    Deinen Beitrag hab ich heute ebenfalls in meiner Stöberrunde verlinkt 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

  7. Schwieriges Thema. Was das betrifft, stehe ich da irgendwo in der Mitte. Ich empfinde es nicht mehr als zeitgemäß Worte wie „Neger“ unkommentiert stehen zu lassen. Es würde niemandem weh tun einen Anhang beizulegen und dafür zu sensibilisieren, dass diese Wörter verletzend sind. Auch klar: das ist ein never-ending-level-game, das man nicht gewinnen kann. Aber ein bestimmtes Maß an Sensibilität erwarte ich.

    Ob man dafür Sprache ändern muss ist nun der schwierige Teil. Un(ter)bewusster Bias ist ein echtes Problem. Und das sage ich als Frau in der IT-Branche, die gerade erst wieder bei einem Panel anlässlich des Frauentags Erfahrungen mit anderen ausgetauscht hat über diskriminierende Behandlung und über Erasure von weiblichen IT-Rollenbildern. Wenn nun in Kinderbüchern Frauen immer nur im Kontext von Berufen und Tätigkeiten erwähnt werden, die man vor Äonen als „klassische Frauenberufe“ bezeichnet hat, finde ich das nicht gut. Dafür korrigiert sich die Kurve quälend langsam. Leider sehe ich also zumindest die Notwendigkeit, dass etwas getan werden sollte. Nur wäre es auch besser das passiert möglichst smart. Das Beispiel mit „enorm“ und „enorm fett“ finde ich da ziemlich ok gelöst.
    Sprache zu ändern (an sich), finde ich auch nicht gut. Woher dann wissen, was an den Begriffen falsch ist? Woher dann lernen, dass Medien anderer Zeiten andere Gesellschaftsbilder vermitteln? Noch mehr und noch längere Anhänge vom Verlag, die keiner lesen will? Eine Lösung kenne ich da nicht.

    Vielleicht ist die Lösung, dass Schulen im Unterricht dazu aufklären und bei Eltern, dass man sich dafür öffnet die nochmal zu lesen, dem Kind zu erklären und „Klassiker“ mit modernen Kinderbüchern zu mischen. Aber soweit ich weiß bist du Vater, oder? Wieviel kann man über Eltern ausschütten? Bleibt da immer Zeit jedes Buch vorher zu lesen? Ich befürchte eher nicht. Wenn also Änderung nicht durch Sprache geschehen soll, tue ich mich da sehr schwer mit einem Urteil.

    Bei Film- und Serienformaten habe ich neulich in verschiedenem Kontext ähnliche Diskussionen gelesen und gehört. Beispielsweise über das Aussparen von beispielsweisem BIPoC-Slang und -Stimmen, die halt übersynchronisiert wurden und klangen wie jeder andere. Ist das nun besser, weil es „alle gleich macht“ oder schlechter, weil es echte Stimmen ausspart?
    Netflix hat wohl mal eine Version von Kevin Allein Zuhaus nachsynchronisiert, ob Rassissmen zu entfernen. Find ich gut. V.A. weil es die (erste) deutsche Synchro war, die die Rassismen enthielt. Bei Disney+ wurden wohl einige Filme in der FSK erhöht bzw erhalten einen Hinweis darüber, dass die mit Eltern geschaut werden sollen – genaueres weiß ich gerade nicht. Auch eine gute Lösung. Zumindest wirft es vielleicht Fragen auf. Bücher werden nun nicht immer vorgelesen, sondern auch mal alleine gelesen..schwierig.

    1. Liebe Miss Booleana,

      ich habe mit bestehenden Werken da mein Problem. Bei neuen Verfilmungen, Büchern oder Serien auf eine ausgewogene Sprache zu achten und genau diesen sprachlichen Bias zu adressieren, finde ich völlig legitim. Mein Schmerz sind einfach die alten Bücher und Texte, die einfach auch ihren Kontext haben und auch behalten sollen. Ich habe meinen Kindern Tonnen an Bücher schon vorgelesen, darunter auch echt altmodische Bücher und ich habe festgestellt, dass die kindliche Wahrnehmung sich nicht mit den Details beschäftigt. Die Normalität für Kinder ergibt sich aus der diffusen Menge aller Eindrücke. Beispielsweise war ja Leo Lausemaus in der Kritik, weil es ein völlig klassisches Rollenbild vermittelt. Das haben meine Kinder gar nicht mitbekommen und ich will behaupten, dass sie was diese Rollenverteilung angeht, das als normal erleben, was die Eltern vorleben. Da verpufft so ein Buch völlig. Alte Bücher machen auch tendenziell eher einen kleinen Anteil aus. Ich habe viel von Astrid Lindgren vorgelesen, aber ich würde sagen auch echt viel aktuelle Bücher wie beispielsweise alle Bücher von der Schule der Magischen Tiere. Und es ist immer das zeitgemäße, was dann so richtig gut ankommt und nachgespielt wird und zum ganz großen Thema wird. Angesicht dessen, finde ich diese Zensurmaßnahmen auch völlig unangemessen.

      Tja, am Ende wird sich zeigen, wie die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit mit solchen Themen umgeht. Wirklich Einfluss darauf hat man ja nicht. Aber es ist schon seltsam, was Verlage da aktuell treiben.

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar, den ich spannend zu lesen fand, als programmierende Frau hast Du sicher Deine Erfahrungen schon gemacht. Wobei ich sagen muss, dass ich in meinem Berufsleben immer das Gefühl hatte, dass es in der Softwareentwicklung, verglichen mit anderen Bereichen, da immer ganz gesittet zugeht. Aber es ist vermutlich falsch da von dem eigenen Umfeld zu interpolieren, das ist ja immer ein ganz kleiner Ausschnitt. Und bei uns ist der Umgang allgemein sehr freundlich, positiv und respektvoll. Was ich so im Gaming Bereich schon gehört habe, ist das beispielsweise schon ein sehr schwieriges Pflaster für Frauen.

      Liebe Grüße
      Tobi

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