Nach einiger Zeit kommt nun einmal wieder eine Rezension zu einem echten Schwergewicht aus der Literaturwelt. In doppeldeutigen Sinne, denn Krieg und Frieden ist sehr umfangreich und hat auch inhaltlich eine ganze Menge zu bieten. Zuerst hatte ich nicht vor über das Buch zu schreiben, aber die Lektüre ist einfach zu genussvoll und das Buch so prachtvoll, dass ich einfach darüber bloggen muss. Auch wenn es sicher kein Geheimtipp ist und zu einem der bekanntesten Werken der Weltliteratur zählt. Aber ich lasse mich hier ganz von meinem Gusto leiten und schreibe einfach darüber, denn beim erneuten Lesen von Krieg und Frieden konnten mich die Charaktere, die Beschreibungen, der ganze Hintergrund wieder sehr begeistern und fesseln. Was das Buch zu so etwas Besonderem für mich macht, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Krieg und Frieden ist ein historischer Roman, ein umfangreiches Monumentalwerk, dass das Leben von mehreren Personen und Familien umreißt und vor dem Hintergrund des Feldzugs Napoleons gegen die Russen, die Gesellschaft, die Schicksale einzelner Figuren, die historischen Zusammenhänge, den Krieg und Russland eindrucksvoll zum Leben erweckt. Im Buch haben sehr viele Familien und Figuren ihren Auftritt, im Mittelpunkt stehen aber mehrere Personen, die immer wieder auftauchen und aus dem russischen Adel stammen. Da ist einmal Pierre Besúchow, ein Bastard eines sehr reichen Grafen, der schließlich sein Erbe wird. Dann der Fürst Andréj Bolkónski, der zu Beginn des Romans gelangweilt dem Leben des Adels entkommen möchte und deshalb zum Militär geht. Und Nikolái Rostów, einem jungen Mann, ebenfalls aus edlem Hause, der zu den Husaren gehen möchte, um im Krieg zu Ruhm und Ehren zu kommen. Sehr wichtig ist auch noch Natáscha Rostów, Nikoláis Schwester, die auch immer wieder auftaucht und auch Prinzessin Marja, Andréjs Schwester. Anhand dieser Figuren, führt Tolstoi den Leser in die gehobene Gesellschaft Russlands ein, schildert deren Leben und taucht dann sehr schnell in das Militär ab, dem sich alle zugewandt fühlen. Die eigentliche Hauptfigur des Buches ist aber der Krieg, der immer wieder in den Mittelpunkt gerückt wird und Tolstoi beschreibt den Konflikt Russlands mit Frankreich und den Feldzug, den Napoleon gegen Russland geführt hat. Der Zeitraum reicht von 1805 bis 1812 und berichtet aus der Sicht der Russen die Entwicklungen des Krieges von Austerlitz bis Waterloo.

Das Buch ist natürlich eine Wucht und die Hanser Ausgabe umfasst 2288 Seiten. Man muss also für die Lektüre durchaus ein wenig Zeit mitbringen. Man wird aber um so reicher belohnt. Mich hat das Buch komplett eingesaugt. Am Anfang braucht man ein wenig Zeit, um sich an die russischen Namen zu gewöhnen und einen Überblick über die Figuren zu gewinnen. Ich habe vor einigen Jahren bereits die Urfassung von Krieg und Frieden gelesen, welche im Fischer Verlag erschienen ist und mit etwa 1200 Seiten nicht ganz so umfangreich ist. Damals war für mich klar, dass ich die umfangreichere Ausgabe auf jeden Fall lesen möchte. Seitdem habe ich mir diese Hanser-Bücher aufgehoben, wohl wissend, was für ein Genuss mich hier erwarten würde.

Tolstoi hat das Buch viele Male überarbeitet und umgeschrieben. Die Urfassung basiert auf den Text, den Tolstoi 1867 ursprünglich verfasst hatte. Die Rekonstruktion war scheinbar ziemlich schwierig, denn Tolstoi hat auf doppelseitig beschriebene Blätter zahlreiche Korrekturen eingefügt, welche nicht so leicht der Urfassung oder neueren Versionen zugeordnet werden konnten. 1918 hat eine Mitarbeiterin des Tolstoimuseums in jahrzehntelanger Arbeit den ursprünglichen Text rekonstruiert. 1983 ist dieser dann schließlich in der UdSSR erschienen, aber ausschließlich mit wissenschaftlichen Anmerkungen. Erst im Jahre 2000 wurde der Text so überarbeitet, dass er auch für Nicht-Wissenschaftler lesbar wurde und dann auch in andere Sprachen übersetzt.

Zwischen der Urfassung und der „kanonisierten“ Form des Romans gibt es einige Unterschiede. Unter anderem sind die geschichtsphilosophischen Exkurse umfangreicher. Das kann ich durchaus bestätigen und ich hatte mich auf ausgedehnte, langweilige Beschreibungen eingestellt, aber tatsächlich fand ich das alles angenehm lesbar und unterhaltsam. Auch das Ende unterscheidet sich und natürlich ist die Länge ein deutlicher Unterschied. Mir hat die Urfassung insgesamt besser gefallen, sie bringt den Inhalt einfach mehr auf den Punkt und wirkt irgendwie runder, aber beide Fassungen sind auf gleichem hohem Niveau. Wer Muse mitbringt und bereits Bücher von Tolstoi gelesen und gemocht hat, dem empfehle ich diese umfangreichere Ausgabe.

Der Roman wird dem Realismus zugeordnet und vereint eine ganze Menge in sich. Auf der einen Seite ist er ein Gesellschaftsroman, der die Kultur und das Treiben der gehobenen Kreise der damaligen Zeit sehr schön porträtiert. Gleichzeitig geht es in dem Buch um die Schicksale von Pierre, Andréj und Nikolái und deren persönlicher Entwicklungsweg. Das hat mir an dem Buch am besten gefallen, denn besonders Pierre und Andréj sind auf der Suche nach einem Sinn, nach einem Lebensinhalt und Tolstoi lässt sie durch alle Höhen und Tiefen gehen, die das mit sich bringt. Die Gedanken, die sie sich über Gesellschaft, Religion und Politik machen, die Schlüsse, die sie für sich ziehen, aber auch die beständige Suche, geben dem Roman viel Tiefe. Ich fand es sehr spannend zu verfolgen, wie unterschiedlich Pierre und Andréj mit dieser zentralen Fragestellung umgehen und wie echt Tolstois Figuren hier wirken. Man hat das Gefühl, dass die hier beschriebenen Menschen echt gelebt haben (was natürlich bei den historischen Figuren der Fall ist), genau so, wie ich auch bei Anna Karenina immer das Gefühl hatte, eigentlich eine Biographie zu lesen. Dabei sind die Handlungsstränge der Figuren miteinander verwoben. Primär durch ihre Familien und die Gesellschaft.

Da sind Charaktere wie Andréjs Vater, dem alten Fürsten, oder der alte Graf Rostów, die so richtige russische Originale sind. Diese vielen Figuren, die am Rande auftauchen, verleihen dem Buch sehr viel Authentizität und erzeugen ein Gesamtbild, dass das alte Russland ganz deutlich vor dem geistigen Auge erscheinen lässt. Helene stellt beispielsweise wunderbar die abgehobene Aristokratin dar, die völlig weltfremd in den gehobenen Kreisen mit ihrem Salon brilliert. Natáscha Rostów ist ein richtiger Wildfang und gewährt einen Blick auf die russische Kultur, die zuweilen sehr pittoresk wirkt. Beispielsweise mit einer Treibjagd auf dem Lande, im winterlichen Hinterland, mit anschließender Einkehr mit Speis, Trank und Gesang. Oder eine nächtliche Schlittenfahrt zur Weihnachtszeit. Das zu lesen ist einfach klasse und hat mir richtig gut gefallen.

Einen großen Raum in dem Buch nimmt natürlich der Krieg und der Feldzug Napoleons ein. Tolstois pazifistischer Blick auf das Militär ist erschreckend und gleichzeitig faszinierend. Die Begeisterung und Liebe, die damals den Zar Alexander entgegengebracht wurde, das hohe Ansehen des Militärs, und dem gegenübergestellt die Realität auf den Schlachtfeldern, setzt Tolstoi gekonnt in Szene. Er zeigt sehr schön, dass Napoleon weder ein Genie noch ein großer Feldherr war, zeigt das schlecht organisierte russische Heer und erinnert damit erstaunlich oft an die Zustände, die wahrscheinlich in jeder zweiten deutschen Firma ganz genauso vorherrschen (das ist mal eine gewagte Behauptung von mir, aber das was ich so mitbekomme, liegt erstaunlich nahe an das völlig verplant geführte russische Heer, mit all seinen Teilnehmern die primär nach persönlichen Auszeichnungen streben). Es treten auf jeden Fall zahlreiche bekannte historische Figuren auf, angefangen bei Napoleon und dem Zar Alexander, aber auch Feldherren wie Kutúsow oder Bagration.

Immer wieder analysiert Tolstoi die historischen Entwicklungen und interpretiert sie. Insbesondere betrachtet er die Rolle der Feldherren und der politischen Entscheider und mit einer sehr schlüssigen und hervorragenden Argumentation marginalisiert er sie, ganz entgegen der Interpretation der Historiker seiner Zeit. Darin liegt ein sehr hoher abstrakter Wert, denn auch dieser Tage werden die politischen Akteure, besonders auch in unseren hiesigen Medien weit überschätzt. Besonders gelungen fand ich hier einen Vergleich der historischen Betrachtung mit der Infinitesimalrechnung, der wirklich hervorragend passt und wie sich Tolstoi dem Paradoxon von Achilles und die Schildkröte bedient. Am Ende bleibt nicht viel von den Würden und den großen Strategien des Militärs und das ist ein ganz zentrales Resumé des Buches. Für Tolstoi sind alle die in dem Buch enthaltenen historischen Geschehnisse, aber auch die Entscheidungen und Aktionen der Feldherren eine zwingende Folge aus der unüberschaubaren stetigen Summe aller einzelner Menschen und Umstände, die zu den Vorgängen geführt haben, die sich dort zugetragen haben, so wie auch jetzt in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ihren Ursprung in dieser diffusen stetigen Menge haben. Darin liegt ein gewisser zwingender Determinismus, dem man nun als die Vorsehung bezeichnen kann, oder auch als das Schicksal, am Ende aber als ein unvermeidlicher gesamtgesellschaftlicher Ausdruck, wie auch die derzeitigen politischen Tendenzen und Ausdrucksformen in Deutschland darauf basieren. Sehr plausibel legt er dar, wieso ein Mensch, um so mehr Macht er in Händen hält, um so weniger seinem eigenen Willen folgt. Immer wieder belegt er dies sehr glaubhaft mit zahlreichen Beispielen. Besonders im Epilog greift er diese Zusammenhänge nochmal auf und führt sie sehr detailliert aus.

Der Einfluss des Krieges auf die Protagonisten macht das Werk zu einer runden Sache. In diesem instabilen politischen Umfeld suchen sie nach ihrer eigenen Erfüllung. Besonders Andréj finde ich als Figur sehr ansprechend, sowohl von seinem Wesen, als auch davon, wie Tolstoi seinen Charakter ausgestaltet hat. Die Gedanken die er sich macht berühren irgendwie jeden und das gibt dem Buch etwas ganz Allgemeines. Es ist faszinierend, wie er alle möglichen Wege, um für sich zu einem Ziel zu kommen, austestet. Angefangen von einer Karriere bei dem Militär, bis hin zum Rückzug ins Private, altruistischen Projekten oder der Suche nach der einen wahren Liebe. Besonders gelungen sind aber gerade auch seine charakterlichen Schwächen, die einfach sehr glaubhaft zu seiner Persönlichkeit passen.

Tolstoi lebte von 1828 bis 1910 und als die erste Fassung 1867 erschien, lag Napoleons Russlandfeldzug bereits über 50 Jahre zurück. Aus den zahlreichen Anmerkungen geht hervor, wie viel Tolstoi recherchiert und versucht hat, das tatsächlich Geschehene wiederzugeben. Das Buch fühlt sich vom Inhalt authentisch an und vermittelt zusammen mit den vielen Figuren ein Bild, dass mir sehr realistisch erscheint.

Das Thema und der ganze Rahmen hört sich nach schwerer Kost an, aber ich habe es als sehr entspannend empfunden, das Buch zu lesen. Es hat keinen schwierigen Stil und liest sich sehr flüssig. Ich glaube aber, dass man das Buch zügig lesen sollte und nicht immer nur kleine Häppchen, denn sonst verliert man wahrscheinlich recht schnell den Faden. Das Empfinden hatte ich auch schon bei Anna Karenina.

Krieg und Frieden wurde bereits unzählige Male verfilmt und es gibt einige Adaptionen davon. Ich habe mir die DVD von der alten Verfilmung mit Audrey Hepburn aus den 50ern geholt. Und von BBC gibt es eine Neuverfilmung aus dem Jahre 2016, das in 8 Folgen die Geschichte erzählt. Die ersten Folgen von der BBC Serien habe ich mir angesehen und sie ist echt schön gemacht. Wer sich optisch nochmal ein Bild von all dem machen möchte, ist das eine schöne Ergänzung, denn ich hab mich schon immer wieder beim Lesen gefragt, wie das alles wohl in echt wohl so aussieht, das Schlachtengetümmel, oder die Kleidung der Akteure. Allerdings ist die Verfilmung so etwas wie Krieg und Frieden für Arme, denn es enthält zwar von der Story die wesentlichen Vorgänge, aber so stark reduziert, dass einfach krass viel vom Buch fehlt. Das wundert mich nicht und beweist, dass sich das Buch nicht verfilmen lässt. Das gesamte Innenleben der Figuren, die einen so entscheidenden Teil des Buches ausmachen, fehlen komplett. Die ganze Kriegsführung und Schlachten sind super reduziert, das beschränkt sich primär auf Szenen von den Schusswechseln. Auch die ganzen geschichtsphilosophischen Erwägungen fehlen komplett. Und die größte Enttäuschung: Der sexy Oberlippenbart der Fürstin Bolkónski fehlt ebenfalls komplett.

Die Ausgabe vom Hanser Verlag ist wieder top. Das Buch ist in zwei Bände aufgeteilt, die im Dünndruck schön kompakt sind. Man muss also keine fette Schwarte durch die Gegend schleppen, sondern hat trotzdem ein handliches Buch dabei. Die Anmerkungen und das Nachwort zeugen wieder von einer gut recherchierten und hochwertigen Übersetzung. Barbara Conrad wurde für diese Übersetzung ausgezeichnet und mit ihr ist hier definitiv wieder eine Premiumübersetzerin am Werk gewesen. Die Ausgabe selber gefällt mir von dem Cover richtig gut und ist optisch wieder sehr gelungen. Ein zweites Lesebändchen hätte nicht geschadet, aber sonst ist das wie immer hervorragende Qualität. Die zwei Bücher sind nicht unbedingt günstig, betrachtet man aber die Lesezeit, die man hier bekommt, dann ist es eigentlich ein ziemliches Schnäppchen. Wer noch zögert, dem kann ich auf jeden Fall die Urfassung vom Fischer Verlag empfehlen, die wesentlich günstiger ist. Da bekommt man ebenfalls das typische Krieg-und-Frieden-Flair und alle wichtigen Storyelemente zu den Protagonisten sind darin enthalten. Der Seiten-pro-Euro-Kurs ist hier auch nochmal besser, aber der stimmt eben auch bei der Hanser Prunkausgabe.

Auch das Nachwort fand ich wieder sehr gelungen. Hier erfährt man einiges über den Hintergrund dieses Buches. Beispielsweise hat Tolstoi darauf bestanden, dass es kein Roman ist und auch keine Auflösung hat. Und man erfährt natürlich auch Einiges zu Tolstoi selber. Den Einfluss seiner Zeit im Krieg im Kaukasus, dass er Rousseau geliebt hat, von Stendhals Kartause von Parma (besonders der Szenen in Waterloo) stark beeinflusst wurde und dass er für die historischen Fakten sehr viel recherchiert hat, Augenzeugen befragt und sogar das Schlachtfeld von Borodino besucht hat, um sich selbst ein Bild und eine Skizze der Aufstellung der Truppen zu machen. Besonders der Bezug zu Rousseau wundert mich nicht, gerade wenn man seine Schilderungen eines gut geführten Landwirtschaftlichen Betriebs zum Ende hin nimmt. Das erinnert schon stark an die Ideale, die Rousseau beispielsweise in seiner Heloise beschreibt.

Fazit: Krieg und Frieden ist eines der vielseitigsten und faszinierendsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Es ist ein Gesellschaftsroman, ein historischer Roman, ein Entwicklungsroman, er ist philosophisch aber auch persönlich, er ist echt und die Menschen darin sind authentisch und wirken sehr real. Der historische Hintergrund von Napoleons Russlandfeldzug, aber auch der Blick auf die Gesellschaft dieser Zeit konnte mich sehr fesseln. Mit den Protagonisten konnte ich sehr gut mitfühlen. Besonders Fürst Andréj, mit seiner Suche nach der Erfüllung und einen Lebenssinn, fand ich sehr gelungen. Ich glaube wirklich erschöpfend kann man dieses Buch nicht beschreiben oder betrachten. Man muss es einfach lesen und für mich ist sicher, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich dieses Buch zur Hand genommen habe. Zu faszinierend ist dieses echte Netz aus Menschen, Familien, die Gesellschaft, Kultur und nicht zuletzt die unverblümte Darstellung des Krieges. Zurecht ein Meisterwerk der Weltliteratur.

Buchinformation: Krieg und Frieden • Lew Tolstoi • Hanser Verlag • 2288 Seiten • ISBN 3446235752

    12 Kommentare

  1. Britta Banowski 18. November 2018 at 16:48 Antworten

    ich habe das Buch damals in meiner Jungendzeit gelesen, und es hat mich genauso beeindruckt, wie dich, und es prägte mich, wie kein zweites. Du hast recht, wenn du schreibst, dass man dafür etwas Zeit braucht, einerseits, um sich in die ganzen Figuren hineinzuversetzen, andererseits um die russischen Wörter, die selbst für eine ehemalige DDR_Bürgerin, wie ich eine war, nicht immer einfach zu übersetzen waren.
    Klasse rezensiert !

    • Tobi 19. November 2018 at 22:37 Antworten

      Liebe Britta,

      hast du das Buch damals im Original gelesen? Also das muss nochmal ein ganz eigenes Erlebnis sein. Wobei die Übersetzungen vom Hanser Verlag schon klasse sind. Und dass das Buch einen bleibenden Eindruck hinterlässt, dass kann ich nur bestätigen. In Jugendjahren wahrscheinlich noch viel stärker. Es freut mich, dass meine Rezension gefällt!!

      Liebe Grüße
      Tobi

      • Britta Banowski 19. November 2018 at 22:49 Antworten

        Ja, solch eine umfangreiche Rezensionen fehlen mir heute bei meinen Büchern, denn ich habe in Anlehnung an Krieg und Frieden meine Biografie “ Eine Frau von Ost nach West“ Zeit für Veränderungen geschrieben, und auch mein Kinder-Krimi “ Peter, der kleine Katzen Kommissar befasst sich mit Leben im Frieden und Freiheit ich glaube beide Bücher würden dir gefallen ich möchte hier keine Eigenwerbung betreiben, aber ein Autor ist immer nur so gut, wie er oder sie in den Rezensionen gesehen wird.

  2. Huebi 18. November 2018 at 21:09 Antworten

    Moin,
    also meine Fassung wiegt in einem Band unter 500 Gramm und ist in feinem Leder gebunden. Ich kann soviele Lesezeichen setzen wie ich mag und Anmerkungen schreiben, die man Rückstandsfrei wieder entfernen kann. Daneben bietet es Zugang zur aktuellen Ausgabe der Süddeutschen und der Spektrum der Wissenschaft. Und wenn ich schnell mal was nachschlagen möchte ist auch gleich eine Enzyklopädie dabei. 🙂

    Spass beiseite. Mich erinnert Krieg und Frieden immer an den Film „Mr Hobbs macht Ferien“, als er mit dem Buch an den Strand geht, und die blonde Schickse, die er dort trifft, sagt: „Ach DAS Krieg und Frieden. Von diesem Sowieso. Mit den ganzen russischen Namen. Ich habe nie gewusst, wer eine Frau und wer ein Mann ist.“ Nun, ist bei mir nicht ganz so schlimm, aber so richtig warm geworden bin ich mit dem Buch nicht. Da hab ich mich über Tage geschleppt und ich bin normalerweise ein ziemlicher Schnellleser. Den Osten Ard Zyklus zB habe ich an einem Wochenende verschlungen, und zumindest die erste Hälfte der´s ersten Bandes zieht sich ja auch ein wenig. Da fällt mir auf, den Fantasybereich hast du in letzter Zeit zumindest nicht verblogt. Da stecke ich zumindest gerade in „Der Fall von Gondolin“ von Tolkien. Mit elbischen Namen komm ich besser klar als mit russischen. Obwohl mir Anna Karenina sehr gut gefallen hat. Liegt aber vielleicht auch daran dass dasd Buch mit Effi Briest und Madame Bovary auf einer Wellenlänge, alles Bücher, die mir gut gefallen.
    Ich hab die Urfassung gelesen (steht zumindest vorne drauf), habe aber keinerlei Bezüge zu anderen/späteren Versionen gezogen. Dazu hat es mir schlicht zu wenig gefallen, mich damit weiter auseinanderzusetzen. Dafür liegen einfach zu viele Bücher auf dem SuB. Apropos SuB: das ist ein grundlegender Nachteil von elektronischen Büchern. Denn weil der ja keinen realen Platz wegnimmt neigt er nicht nur dazu zu wachsen, sondern exponentiell zu wachsen. Ganz oben auf liegt da jetzt übrigens Ulysses, das ich bestimmt schon Jsahre vor mir schiebe.

    //Huebi

    • Tobi 19. November 2018 at 22:55 Antworten

      Lieber Huebi,

      praktisch sind sie schon die Ebook Reader. Immer wieder umkreise ich sie, aber kann mich dann doch nicht durchringen. Besonders Bücher, von denen es keine schöne Ausgabe gibt, wäre das in dem Format auch eine praktische Option. Man bekommt halt für 99 Cent tonnenweise Klassiker, die man manchmal sonst echt schwer als Buchausgabe bekommt. Ich denke da an die Heloise von Rousseau. Und ich würd behaupten, dass ich eine gewisse IT-Affinität habe. Aber irgendwie ist die Vorstellung davon, mit einem Ebook Reader da zu sitzen dann doch immer zu schnöde. So ein durchgelutschtes Buch hat dann doch mehr Charme. Und ich bin selten lange unterwegs, so dass ich ja jeden Tag mir ein neues Buch dann mitnehmen kann. Und für Urlaube sind die Manesse Bücher wiederum perfekt, da kann man schon auch einige einpacken, ohne dass man das so groß merkt. Und um was nachzuschlagen, hab ich mein Smartphone dabei. Nene, eine Buchrolle stichst du mit einem E-Reader noch aus, ein schönes Buch sicher nicht 🙂

      Am Ende ist das natürlich immer auch Geschmackssache und auch die Frage, wann man was liest und in welcher Stimmung man ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass Krieg und Frieden für einige Leute nichts ist. Man muss schon Zeit mitbringen, das ist klar und manchmal ist die Story durchaus langsam. Aber so weit weg von Fantasy ist das auch nicht mit seinen Schlachten 😉 Wobei die elbischen Namen natürlich wohlklingender sind als die russischen.

      Fantasy habe ich in den letzten Monaten gar nicht gelesen, irgendwie zieht das Genre aktuell bei mir nicht. Auch auf das neue Tolkien Buch hab ich nicht so richtig Lust. Aber die Russen haben es mir momentan wieder ganz gut angetan. Mein SuB ist momentan auch ganz schön geschrumpft. Na mal sehen was ich mir so die nächste Zeit hole. Von Balzac habe ich auch noch einige Bände, da wird auch bald wieder was fällig. Immer nach ein paar Monaten merke ich, dass es wieder für eine geschmeidige Balzac-Session Zeit wird 😉

      Herzliche Grüße
      Tobi

      • Huebi 21. November 2018 at 20:28 Antworten

        Hallo Tobi,
        also den Zahn mit den 99 cent Büchern muss ich dir gleich ziehen 🙂
        Es gibt recht gut gemachte Bücher aus dem Userumfeld für lau, da hab ich zB meinen Shakespeare her. Doch vieles ist oft auch sehr schlecht umgesetzt, mit zig OCR Fehlern, falscher Absatztrennung oder Seitenzahler mitten im Text. Als du den Grafen von Montechristo vorgestellt hast, habe ich nach der langen Version gesucht, und für die lange, gut gemachte Version deutlich mehr hingelegt. Mal so eben einen Klassiker herunterladen ist nicht, jedenfalls nicht wenn man Wert auf gut gemachte ebooks legt 🙂
        Und viele sind dann auch noch in der uralten Rechtschreibung gesetzt, also giebt, Thal oder Thür. Das mag ich so gar nicht, für mich behindert das den Lesefluss.
        Ausschlaggebend ist für mich einfach der Platz und das Gewicht. Auch dickste Schmöker sind einfach zu lesen, im Urlaub ist alles dabei (da magh der eine sagen, die Auswahl für den Urlaub gehört zum Urlaub), ich wähle dann halt am Strand. Dauert mal wieder länger irgendwo? Kein Problem, viele Bücher habe ich auch auf dem Handy. Das ist zwar nicht so prall zum drauf lesen, Aber besser als Löcher in die Luft zu starren oder Das goldene Blatt lesen zu müssen ist es allemal. Ich lese halt auf dem Reader, dem Tablet und dem Handy. Als Leseratte wird der Bestand nunmal nicht kleiner.
        Wenn für dich der „günstige“ Zugang zu Klassikern viel Gewicht hat, solltest du es evtl doch eher lassen. Denn den Hang zu guten und schönen Büchern haben wir beide, und auch bei den ebooks gibt es viel technischen Schund.

        //Huebi

  3. Anneli Treibig 19. November 2018 at 11:04 Antworten

    Ich las dieses faszinierende Buch mit 14 Jahren und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Ich mag diese Art des Schreibens von Tolstoi. Die neue usgabe werde ich mir gleich besorgen, denn das alte Buch in schwarzem Leder gebunden, ist mir bei einem Umzug abhanden gekommen.

    • Tobi 19. November 2018 at 22:58 Antworten

      Liebe Anneli,

      die Ausgabe ist wirklich perfekt, da kann man echt nichts sagen. Ich mag Tolstois Stil auch sehr gerne. Vom Hanser Verlag gibt es ja auch „Anna Karenina“ und „Auferstehung“. Die sind beide auch echt super und lesenswert. Und ich hab beide hier im Blog auch rezensiert. Wobei natürlich eine alte Lederausgabe von „Krieg und Frieden“ aus der eigenen Kindheit wahrscheinlich schwer zu übertreffen ist 😉

      Liebe Grüße
      Tobi

  4. Lena 20. November 2018 at 0:10 Antworten

    Lieber Tobi,

    ich bin jedes Mal fasziniert, wie du es schaffst, die Bücher so treffend und einnehmend zu beschreiben. Auch diesmal hat mich direkt die Lust gepackt, das Buch nochmal zu lesen und all die schönen Erinnerungen von damals kamen wieder. Danke dir dafür! Ich habe Krieg und Frieden vor 10 Jahren im Original gelesen und war auch wie du von all den vielschichtigen und realistischen Figuren begeistert. In Andrej habe ich mich direkt verliebt, mit ihm konnte ich mich am meisten identifizieren. Meine Lieblingsstelle ist aber die mit Pierre, als er versucht, aus seinem Namen die Zahl 666 zu erhalten so wie er es bei Napoleon geschafft hat. Sein tollpatschiger und naiver Charakter und der Wunsch, eine wichtige Persönlichkeit fürs Weltgeschehen zu sein, kamen hier auf eine so amüsante Art zur Geltung, dass ich die ganze Zeit schmunzeln musste. 🙂 Hast du auch eine Lieblingsstelle?

    Liebe Grüße,
    Lena

  5. Daniela 20. November 2018 at 8:12 Antworten

    Hallo Tobi,
    dank deinen Rezensionen wag ich mich ja immer an die „großen Schwarten“ der Literatur heran; grad hab ich „Der Graf von Monte Christo“ beendet. Auch hier macht deine Rezension wieder Lust, gleich loszustiefeln und sich das Buch zu besorgen. Über 2000 Seiten ist mal definitiv eine Hausmarke, Tolsoi meint es ernst mit seiner Geschichte.
    „Krieg und Frieden“ kommt definitiv auf meine Liste der Klassiker, die ich bald lesen möchte.
    LG
    Daniela

  6. Pingback: Über Bücher, Blogs und Games | lesestunden 9. Dezember 2018 at 9:40

    […] einen Manesse-Russen-Lauf. Jetzt bin ich doch wieder bei schönen Büchern, aber nachdem ich erneut Krieg und Frieden gelesen habe, hat das bei mir nur noch mehr die Lust auf die russischen Autoren des 19. […]

  7. Miss Booleana 13. Dezember 2018 at 21:40 Antworten

    Ich denke an deine Worte, nicht zuviel Zeit beim häppchenweise Lesen verstreichen zu lassen um nicht den Faden zu verlieren, wenn ich mir Ende diesen Jahres/Anfang nächsten Jahres Anna Karenina vornehme. Mein erster Tolstoi, für Krieg und Frieden und der stolzen Seitenanzahl habe ich noch zuviel Respekt. Vielen Dank für den Einblick!

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