ChatGPT: Künstliche Intelligenz für Vielleser auf dem Prüfstand

Vor zwei Monaten hat das Unternehmen OpenAI seine beeindruckende künstliche Intelligenz der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht. Jeder kann über einen Chat mit diesem neuronalen Netzwerk reden, völlig frei Fragen stellen und bekommt mitunter sehr präzise und beeindruckend passende Antworten. ChatGPT hat in den Medien hohe Wellen geschlagen, denn es zeigt, was mit maschinellem Lernen möglich ist und wie weit die Entwicklung von künstlicher Intelligenz bereits gediehen ist. Als Vielleser war natürlich klar, dass ich ChatGPT sofort für meine Suche nach guter neuer Literatur benutzt habe und dass ich die KI mit verschiedenen Fragen zu Büchern und Autoren ordentlich auf die Probe gestellt habe. Was kann ChatGPT für Vielleser leisten? Kann man damit richtig gute Büchertipps bekommen? Kann man damit mehr über die Autoren erfahren? Weiß ChatGPT auch Dinge, die irgendwo tief in den Büchern vergraben sind? In diesem Artikel will ich das ein bisschen beleuchten und zeige euch, was ChatGPT mir so geantwortet hat.

ChatGPT, was ist das?

Als umtriebiger Informatiker stößt man schon seit vielen Jahren an jeder Ecke auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Und tatsächlich hat künstliche Intelligenz schon lange unseren Alltag erreicht und durchdrungen und es gibt nur sehr wenig Menschen, die nicht täglich damit in Berührung kommen, auch wenn sie sich dessen nicht bewusst sind. Google und Spamfilter für Emails sind wohl die populärsten und abgehangenesten Beispiele dafür. Die Entwicklung läuft hier seit Jahren auf Hochtouren und natürlich sorgt auch die stetig steigende Leistungsfähigkeit von IT Systemen für neue Innovationen.

Nun hat OpenAI ihr riesiges neuronales Netzwerk GPT der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und in Form einer Chatvariante zur Verfügung gestellt. OpenAI ist ein Unternehmen, das von bekannten Geldgebern, wie beispielsweise Microsoft oder Elon Musk, unterstützt wird und es sich zum Ziel gesetzt hat, eine dem Menschen ähnliche künstliche Intelligenz zu entwickeln. Dafür hat das Unternehmen ein neuronales Netzwerk mit über 175 Milliarden Parametern erstellt und mit einer unglaublich großen Menge an Textdaten trainiert. Sozusagen Deep Learning mit richtig viel Rechenleistung, über die nur große und finanzkräftige Unternehmen verfügen. Das Ergebnis ist ein System, dass es erlaubt mit Alltagssprache Fragen zu stellen, die dann verstanden werden und ebenso mit angenehm lesbaren Sätzen beantwortet werden, ganz so, als würde man mit einem Menschen sprechen.

November 2022 hat OpenAI nun eine Webseite veröffentlicht, die es jedem erlaubt, mit der KI zu chatten. Das hat dann auch wirklich große Wellen geschlagen, denn das, was ChatGPT leistet, ist einfach beeindruckend. Es erlaubt völlig frei Fragen zu stellen und die Antworten sind oft sehr treffend und fühlen sich an, als hätte man hier einen Menschen vor sich, der tatsächlich den Inhalt und die Semantik versteht. Man kann beispielsweise fragen, dass ChatGPT einem doch eine Geschichte schreiben soll. Beispielsweise könnte man fragen: „Schreibe eine Geschichte in der ein Räuber vorkommt, die in der Wüste spielt, die ein Happy End hat und in der etwas explodiert“. Und dann gibt ChatGPT eine Geschichte aus. Oder man lässt sich etwas erklären, etwas vorrechnen, man lässt sich etwas implementieren oder lässt sich ein Gedicht dichten. Ich kann nur jedem empfehlen das einmal auszuprobieren, es ist wirklich beeindruckend. Auf openai.com kann sich jeder kostenlos registrieren und den Chat selbst ausprobieren.

Als Vielleser bin ich praktisch immer auf der Suche nach guten Büchern und es fällt mir sehr schwer gute Literatur zu finden. Das ist eine Kunst für sich und natürlich habe ich versucht ChatGPT dafür zu nutzen richtig gute Bücher aufzuspüren. Zudem habe ich ChatGPT dafür verwendet Informationen zu Büchern, Autoren und Literatur zu gewinnen. Dabei habe ich die KI schon auch ordentlich gefordert, denn die üblichen Empfehlungen sind für mich überhaupt nicht zufriedenstellend. Die großen Romanciers, die allgemein bekannten Werke der Weltliteratur, das was jeder kennt, das hab ich schon ganz gut abgegrast. Ich will von ChatGPT richtig gute Geheimtipps, die ich sonst nicht finden würde. Und ich möchte Informationen zu Büchern, die nicht an jeder Ecke warten. Google, ähnliche Bücher bei Amazon, empfohlene Literatur auf Buchblogs, das ist alles schon ausgereizt. Ich will Literaturempfehlungen, die schwer zu finden sind. Mit verschiedenen Fragen bin ich also der Leistungsfähigkeit von ChatGPT auf den Grund gegangen.

Büchersuche

Los geht es mit meinen Fragen. Ich starte mit der Suche nach schönen neuen Büchern und versuche ChatGPT richtig gute Buchtipps zu entlocken.

Frage: Ich lese gerne Bücher von Autoren wie Flaubert, Dumas, Balzac, Stendhal, Turgenjew, Gontscharow, Tolstoi, Gasdanow. Welche guten Bücher kannst Du mir empfehlen? Überhaupt Bücher aus dem 19. Jahrhundert aus dem Realismus, Naturalismus und der Romantik finde ich super. Welche Bücher von unbekannteren Autoren kannst Du mir empfehlen? Also Geheimtipps.

Antwort ChatGPT: Es freut mich, dass Du Bücher aus dem 19. Jahrhundert magst! Hier sind einige Empfehlungen von mir:

  • „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe (Romantik)
  • „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert (Realismus)
  • „Der blaue Esel“ von Theodor Fontane (Realismus)
  • „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll (Realismus)
  • „Die Verwandlung“ von Franz Kafka (Expressionismus)
  • „Die Möwe“ von Jules Renard (Naturalismus)

Dies sind nur ein paar Vorschläge, es gibt natürlich noch viele andere großartige Bücher aus dem 19. Jahrhundert, die Du vielleicht auch interessant finden könntest. Wenn Du nach weiteren Empfehlungen suchst, könntest Du auch einmal nach Büchern von Edgar Allan Poe, Nathaniel Hawthorne, Charlotte Brontë, Jane Austen und Louisa May Alcott Ausschau halten. Ich hoffe, dass Du mit diesen Empfehlungen etwas anfangen kannst!

Okay also Goethes Werther, Madame Bovary von Flaubert, Böll, Fontane, Kafka, das sind jetzt wirklich keine Geheimtipps. Die Richtung stimmt, aber an der Stelle bietet ChatGPT keinen Mehrwert gegenüber anderen Quellen im Netz. ChatGPT kennt den Kontext und so kann ich einfach weiterfragen und das mache ich natürlich auch.

Frage: Also das sind doch alles sehr bekannte Bücher. Ich suche aber unbekannte Bücher, die nicht jeder kennt. Welche wenig bekannten Bücher kannst Du mir empfehlen?

Antwort ChatGPT: Ich verstehe, dass Du nach weniger bekannten Büchern suchst. Hier sind ein paar Empfehlungen für Dich:

  • „Ein Winter auf dem Lande“ von Paul de Kock (Realismus)
  • „Der Untersberg“ von Adalbert Stifter (Romantik)
  • „Die Eule“ von Emil Aarestrup (Naturalismus)
  • „Die Nachtwachen des Bonaventura“ von E.T.A. Hoffmann (Romantik)
  • „Die Verlobten“ von Alessandro Manzoni (Realismus)
  • „Die Puppe“ von Eça de Queirós (Realismus)

Ich hoffe, dass Du in diesen Büchern etwas findest, das Dir gefällt! Wenn Du weitere Empfehlungen möchtest, lass es mich wissen. Ich werde mein Bestes tun, um Dir weitere Vorschläge zu unterbreiten.

Das sieht auf den ersten Blick schon besser aus. Das Problem, eine erste Recherche zeigt, dass einige der Bücher gar nicht existieren. Ein Winter auf dem Lande von Paul de Kock gibt es nicht. Nur von der Autorin Margarete Reuter, das ist aber vergriffen und man bekommt nicht so richtig heraus, was der Inhalt ist. Paul de Kock war tatsächlich ein Autor im 19. Jahrhundert, ein Buch mit dem Titel habe ich aber nicht entdeckt. Allerdings war er damals wohl schon ein recht erfolgreicher Romancier, der im deutschsprachigen Raum eher vergessen wurde oder nie bekannt war. Also vielleicht würde es sich lohnen in die Richtung zu suchen, aber überzeugend ist das nicht. Auch das zweite Buch von Adalbert Stifter gibt es nicht, ebensowenig Die Eule. Die Nachtwachen des Bonaventura gibt es schon, ist aber von August Klingemann. Aber ein satirischer Roman, das passt jetzt nicht zu den Büchern und Autoren, die ich ursprünglich genannt habe. Die Verlobten von Manzoni sind tatsächlich ein ganz guter Tipp, den Roman habe ich schon gelesen (Die Brautleute im Hanser Verlag). Mit Die Puppe von Eça de Queirós laufe ich auch wieder ins Leere, Deutschsprachiges ist von Eça de Queirós auf den ersten Blick nicht zu finden.

Vielleicht war meine Frage auch zu allgemein gefasst. Ich liebe Balzacs Liebesgeschichten oder auch Die Kameliendame von Alexandre Dumas. Vielleicht liefert mir hier ChatGPT ja einen richtig guten Buchtipp in die Richtung.

Frage: Es gibt wunderbare Romane von Balzac mit spannenden Liebesgeschichten. Auch Alexandre Dumas hat richtig schöne Liebesgeschichten. Kannst Du mir ähnliche Bücher in ebenso hoher Qualität aber von anderen Autoren empfehlen? Bitte nicht die weithin bekannten Bücher und Autoren, sondern unbekanntere Werke.

Antwort ChatGPT: Hier sind ein paar Empfehlungen für Dich:

  • „Der grüne Kakadu“ von Annette von Droste-Hülshoff (Romantik)
  • „Die Wildente“ von Henrik Ibsen (Realismus)
  • „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann (Romantik)
  • „Die Mütter“ von Arno Schmidt (Realismus)
  • „Die Dame mit dem Hermelin“ von Honoré de Balzac (Realismus)

Ich hoffe, dass Du in diesen Büchern etwas findest, das Dir gefällt. Wenn Du weitere Empfehlungen möchtest, lass es mich wissen. Ich werde mein Bestes tun, um Dir weitere Vorschläge zu unterbreiten.

Wieder ein ziemlicher Griff daneben. Der grüne Kakadu ist eine Groteske von Arthur Schnitzler und nicht aus der Feder von Annette von Droste-Hülshoff und vom Inhalt hört sich das gar nicht nach einer Liebesgeschichte an. Die Wildente von Henrik Ibsen gibt es tatsächlich, es handelt sich um ein Schauspiel, aber eine Liebesgeschichte ist auch das nicht. Auch Das Fräulein von Scuderi von E.T.A. Hoffmann gibt es tatsächlich und ist auch von E.T.A. Hoffmann verfasst. Aber die Kriminalnovelle ist wieder ein völlig anderes Genre. Die Mütter von Arno Schmidt gibt es ebenfalls nicht. Die Dame mit dem Hermelin von Honoré de Balzac konnte ich ebenfalls nicht finden und selbst wenn es das Buch geben würde, ich wollte ja Bücher von anderen Autoren. Also auch das kann man ziemlich vergessen.

In einem weiteren Schritt habe ich es noch konkreter versucht:

Frage: „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas, „Rot und Schwarz“ von Stendhal, „Die Karthause von Parma“ von Stendhal, „Beatrix“ von Balzac, „Die alte Maitresse“ von Jules Barbey d’Aurevilly, „Manon Lescaut“ von Abbé Prévost sind wunderbare Bücher mit bewegenden Liebesgeschichten, die spannend und mitreißend sind. Welche Bücher, die ganz ähnlich sind, kannst Du mir empfehlen? Bitte tendenziell eher unbekannte Bücher, die nicht jeder kennt.

Antwort ChatGPT: Hier sind ein paar Bücher, die ähnlich wie die von Ihnen genannten sind und vielleicht etwas weniger bekannt sind:

  • „Die Verlobten“ von Alessandro Manzoni: Dies ist ein klassisches Werk der italienischen Literatur, das sich um eine Liebesgeschichte zwischen zwei junge Leute dreht, die sich inmitten der politischen Unruhen des 18. Jahrhunderts in Italien wiederfinden.
  • „Effi Briest“ von Theodor Fontane: Dies ist eine tragische Liebesgeschichte, die in der preußischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts spielt. Effi, die junge Protagonistin, findet sich in einer Ehe gefangen, die sie nicht glücklich macht, und verliebt sich in einen anderen Mann.
  • „Die Liebenden von Lyon“ von Marie-Henri Beyle (Stendhal): Dies ist eine weitere bewegende Liebesgeschichte von Stendhal, die in der Stadt Lyon im 19. Jahrhundert spielt. Die Geschichte dreht sich um zwei junge Leute, die sich unsterblich ineinander verlieben, aber durch die gesellschaftlichen Zwänge und politischen Umstände getrennt werden.
  • „Der Graf von Monte Cristo“ von Alexandre Dumas: Obwohl es sich hier nicht um eine klassische Liebesgeschichte handelt, enthält das Buch doch eine Reihe von Liebesaffären und Beziehungen, die von Intrigen, Rache und Verrat geprägt sind. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert in Frankreich und auf den Inseln im Mittelmeer.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Vorschläge gefallen und dass Sie viel Freude beim Lesen haben!

Auch bei der Frage versagt ChatGPT weitgehend. Die Verlobten (oder Die Brautleute) ist als Tipp okay. Effi Briest und Der Graf von Monte Cristo, also auf die Bücher stößt man sehr schnell, dafür braucht man sicher keine KI. Die Liebenden von Lyon von Stendhal habe ich nicht gefunden. So wie das Buch beschrieben wird, hätte ich es mir sofort geholt, aber leider Fehlanzeige.

Die hier gezeigten Fragen und Antworten sind ein paar Beispiele, ich habe natürlich ChatGPT auf verschiedenste Art befragt. Zumeist habe ich als Antwort schon passende Romane bekommen, aber eben nahezu immer sehr bekannte Bücher, die ich schon kannte und die man auch so bei einer Internetrecherche sehr schnell findet. Um so mehr man eingrenzt und spezieller man eine Frage formuliert, um so mehr falsche Antworten mit nicht existierenden oder unpassenden Büchern bekommt man. Man kann dann sogar nach dem Inhalt der nicht existierenden Bücher fragen und bekommt eine Antwort, die sich sehr glaubwürdig anhört. Ein Buch war dabei, das hatte einen wunderbaren Klappentext, da hätte ich voll Lust darauf gehabt. Von einem deutschen Autoren, aus der Romantik, eine Liebesgeschichte. Aber leider existierte das Buch nicht. Immer wieder sind aber schon auch vereinzelt Bücher dabei, die schon gute Tipps sind. Beispielsweise Die Prinzessin von Clèves von Madame de La Fayette wurde mir vorgeschlagen, ein Buch auf das ich im Manesse Programm schon einmal gestoßen bin, das ich allerdings noch nicht gelesen habe, das sich aber schon sehr gut anhört. Man muss aber schon ganz schön probieren und sich mit den Fragen verrenken, dass da mal etwas dabei ist.

Ich habe auch versucht auf andere Art zu fragen. Ich gebe zu, das ist schon knackig. Das von einer KI zu erwarten treibt es natürlich auf die Palme:

Frage: Gustave Flaubert hat eine wunderbare Sprache. Welche Bücher mit ähnlich schönen Sätzen kannst Du mir empfehlen? Bitte nicht die weithin bekannten Bücher und Autoren, sondern unbekanntere Werke.

Antwort ChatGPT: Es gibt viele Bücher, die für ihre wunderschönen Sätze bekannt sind, und viele davon stammen von Autoren, die vielleicht nicht so bekannt sind wie Flaubert. Hier sind ein paar Vorschläge:

  • „Der geduldige Stein“ von Meera Subramanian: Dieses Buch ist eine Hommage an die Natur und die Schönheit des Lebens. Die Sprache ist lyrisch und bezaubernd.
  • „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers: Dieses Buch ist eine Ode an die Macht der Literatur und die Magie der Worte. Die Sprache ist bildhaft und verzaubert den Leser.
  • „Der Unterwassertunnel“ von R.J. Ellory: Dieser Roman handelt von einer Gruppe von Freunden, die einen Unterwassertunnel bauen, und der Schreibstil ist atemberaubend. Die Sätze sind lang und wunderbar komplex, und der Autor verwendet viele bildhafte Metaphern.
  • „Das Meer, das uns trägt“ von Jhumpa Lahiri: Dieser Roman handelt von einer Familie, die nach Amerika auswandert, und die Sprache ist wunderschön und poetisch. Die Sätze sind lang und voller Bedeutung, und der Autor verwendet viele bildhafte Metaphern, um die Emotionen und Gefühle der Charaktere zu beschreiben.

Ich hoffe, dass diese Vorschläge Ihnen helfen!

Auch hier werden wieder Bücher empfohlen, die nicht auffindbar sind. Die Stadt der träumenden Bücher mit Flaubert gleichzusetzen, das halte ich für sehr gewagt. Natürlich sorgen hier auch meine Fragen in deutscher Sprache dafür, dass die KI aus dem Tritt kommt, da sie vermutlich primär mit englischsprachigen Textdaten trainiert wurde.

Ich habe auch versucht, allgemeiner nach einem Themengebiet zu fragen.

Frage: Welche Bücher mit richtig schönen stimmungsvollen Piratengeschichten kannst Du mir empfehlen?

Antwort ChatGPT: Es gibt viele Bücher mit Piratengeschichten, die eine tolle Stimmung haben. Hier sind ein paar Vorschläge:

  • „Der Fluch der Karibik“ von Tim Powers ist ein Fantasy-Roman, der in der Karibik des 18. Jahrhunderts spielt. Die Geschichte dreht sich um Piraten, Magie und die Suche nach dem Heiligen Gral.
  • „Pirates of the Caribbean: The Price of Freedom“ von A.C. Crispin ist ein Roman, der auf dem beliebten Film-Franchise „Fluch der Karibik“ basiert. Die Geschichte handelt von Captain Jack Sparrow und seinen Abenteuern in der Karibik.
  • „Die Piratenbraut“ von L.A. Meyer ist der erste Band einer beliebten Jugendbuch-Reihe über den jungen Piraten Jacky Faber. Die Geschichte ist spannend, lustig und voller Abenteuer auf hoher See.
  • „Die Piraten von Nassau“ von Margrit Rieben ist ein historischer Roman, der in der Karibik des 17. Jahrhunderts spielt. Die Geschichte handelt von einer Gruppe von Piraten, die sich in Nassau auf den Bahamas niedergelassen haben.
  • „Die Piraten von Penzance“ von Gilbert & Sullivan ist eine Oper, die auf einer Insel im Ärmelkanal spielt und von einer Gruppe von Piraten handelt, die von einem jungen Mann namens Frederic angeführt werden.

Ich hoffe, dass du in diesen Büchern etwas Passendes findest!

Auch die Antwort ist wieder voll mit Fehlern. Tim Powers hat In fremderen Gezeiten geschrieben, eine echt gute Geschichte, die Ron Gilbert zu dem Spiel Monkey Island inspiriert hat. Die Piratenbraut ist ein Film. Die Piraten von Penzance ist eine Oper und kein Buch. Pirates of the Caribbean: The Price of Freedom von A.C. Crispin gibt es tatsächlich, wenn auch nicht in deutscher Übersetzung.

Verlagsuche

Nachdem die ChatGPT Empfehlungen für Bücher schon durchwachsen waren, habe ich es mit der Suche nach Verlagen versucht. Hier der Chatverlauf:

Frage: Welche deutschen Buchverlage für Klassiker kannst Du mir empfehlen?

Antwort ChatGPT: Es gibt viele deutsche Buchverlage, die sich auf die Veröffentlichung von Klassikern spezialisiert haben. Einige bekannte Verlage, die ich empfehlen kann, sind:

Insel Verlag
Reclam Verlag
Anaconda Verlag
dtv Verlagsgruppe
S. Fischer Verlag
Rowohlt Verlag
Dies sind nur einige Beispiele, es gibt noch viele weitere Verlage, die Klassiker veröffentlichen. Es lohnt sich auch, in lokalen Buchhandlungen oder bei Online-Buchhändlern nach Klassikern von verschiedenen Verlagen zu suchen.

Frage: Und welche Verlage veröffentlichen richtig schöne Ausgaben, hochwertige Bücher und Schmuckausgaben und Luxusausgaben?

Antwort ChatGPT: Es gibt einige Buchverlage, die sich auf die Veröffentlichung von hochwertigen Ausgaben, Schmuckausgaben und Luxusausgaben spezialisiert haben. Einige Beispiele für solche Verlage sind:

Manesse Verlag
Königskinder Verlag
Mörike Verlag
Matthes & Seitz Berlin
Edition Büchergilde
Edition Fünf
Dies sind nur einige Beispiele, es gibt noch viele weitere Verlage, die hochwertige Ausgaben von Klassikern und anderen Büchern veröffentlichen. Wenn du nach einer besonders schönen Ausgabe von einem bestimmten Buch suchst, lohnt es sich auf jeden Fall, in verschiedenen Buchhandlungen und bei Online-Buchhändlern zu stöbern und die Angebote verschiedener Verlage zu vergleichen.

Frage: Kennst Du noch weitere Verlage dieser Art?

Antwort ChatGPT: Ja, hier sind noch einige weitere Verlage, die sich auf die Veröffentlichung von hochwertigen Ausgaben, Schmuckausgaben und Luxusausgaben spezialisiert haben:

Thienemann Verlag
Orell Füssli Verlag
Hanser Verlag
Klett-Cotta Verlag
Suhrkamp Verlag
C.H. Beck Verlag
Wie bereits erwähnt, gibt es noch viele weitere Verlage, die hochwertige Ausgaben von Büchern veröffentlichen. Es lohnt sich auf jeden Fall, in verschiedenen Buchhandlungen und bei Online-Buchhändlern zu stöbern und die Angebote verschiedener Verlage zu vergleichen, um das Buch zu finden, das am besten zu deinen Ansprüchen und Vorlieben passt.

Das Ergebnis ist ganz gut. Reclam, dtv und Anaconda sind schon sehr gute Anlaufstellen. Die Büchergilde, Manesse und der Matthes & Seitz Verlag als Anlaufstelle für schöne Ausgaben ist auch eine sehr gute Antwort. Der Königskinder Verlag hat mich überrascht, das ist ein Geheimtipp, auch wenn es den Verlagsimprint nicht mehr gibt, hatte er ein paar schöne einzelne Ausgaben. Dass der Hanser Verlag erst nach Nachfragen erscheint ist nicht der große Wurf, aber wenigstens findet er Erwähnung. Einige Verlage sind in der Antwort aber auch nicht richtig. Den Mörike Verlag habe ich nicht gefunden, ich glaube den gibt es mittlerweile nicht mehr. Edition Fünf ist in der Auflistung auch falsch. Orell Füssli Verlag, Suhrkamp und C.H. Beck sind für mich auch false positives.

Insgesamt ist die Antwort zufriedenstellend. Geheimtipps sind das aber nicht. Richtig gut wäre hier beispielsweise der mare Verlag gewesen, den findet man in dem Zusammenhang nicht sofort. Oder Die Andere Bibliothek. Mit Google kommt man hier auf jeden Fall sehr schnell genauso weit.

Autoren

Wie sieht es mit Fragen zu Autoren aus? Kann mir ChatGPT etwas über Autoren verraten?

Frage: Wer war Gaito Gasdanow?

Antwort ChatGPT: Ich kann keine Informationen über eine Person mit dem Namen Gaito Gasdanow finden. Möglicherweise haben Sie den Namen falsch geschrieben oder es handelt sich um eine Person, die nicht sehr bekannt ist und daher nicht viel öffentliches Material über sie verfügbar ist. Wenn Sie mir mehr Informationen über die Person geben können, die Sie suchen, kann ich Ihnen vielleicht weiterhelfen.

Gaito Gasdanow kennt ChatGPT schonmal nicht, was ich echt schwach finde. Seine Bücher gibt es auch in deutscher Übersetzung und völlig unbekannt ist er sicher nicht.

Frage: Welcher Literaturepoche ist Guy de Maupassant zuzuordnen?

Antwort ChatGPT: Guy de Maupassant war ein französischer Schriftsteller, der im 19. Jahrhundert lebte. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der realistischen Literatur und gehört somit der Literaturepoche des Realismus an, die in Frankreich im 19. Jahrhundert entstanden ist. Die realistische Literatur ist durch ihre nüchterne Darstellung der Wirklichkeit und ihren Verzicht auf Romantik und Idealisierung geprägt. Guy de Maupassant schrieb hauptsächlich Kurzgeschichten und Romane, die sich durch ihre präzise Beobachtungsgabe und ihren realistischen Stil auszeichnen. Er ist vor allem für seine Kurzgeschichten über das bürgerliche Leben in Frankreich bekannt, die in der Tradition von Honoré de Balzac und Gustave Flaubert stehen.

Frage: Ist Guy de Maupassant dem Natuarlismus zuzuordnen?

Antwort ChatGPT: Guy de Maupassant ist zwar zeitweise mit dem Naturalismus in Verbindung gebracht worden, aber er selbst hat sich nie als Naturalist bezeichnet und gehörte auch nicht der naturalistischen Bewegung an. Der Naturalismus war eine literarische Strömung, die in Frankreich im späten 19. Jahrhundert aufkam und sich vor allem durch die genaue wissenschaftliche Beobachtung der Natur und der menschlichen Gesellschaft auszeichnete. Die Naturalisten glaubten, dass sich alle Ereignisse durch natürliche Gesetze erklären lassen und suchten in ihren Werken nach objektiven Wahrheiten über die menschliche Natur und die Gesellschaft. Guy de Maupassant war zwar ein Vertreter der realistischen Literatur, die sich ebenfalls durch eine nüchterne Darstellung der Wirklichkeit auszeichnet, aber er gehörte nicht der naturalistischen Bewegung an. Seine Werke zeichnen sich vor allem durch ihre präzise Beobachtungsgabe und ihren realistischen Stil aus, aber er legte weniger Wert auf wissenschaftliche Genauigkeit und die Erklärung von Ereignissen durch natürliche Gesetze als die Naturalisten.

Die Frage zu Guy de Maupassant und seine Einordnung in den Naturalismus finde ich wiederum sehr gelungen. Maupassant kannte Emile Zola und hatte eindeutig Verbindungen zur Strömung des Naturalismus, steht mit seinen Büchern aber zwischen dem Realismus und dem Naturalismus. Ich finde die Antwort sehr treffend und wenn man bedenkt, dass die Frage schon sehr speziell ist, dann ist das schon eindrucksvoll, wie ChatGPT hier präzise antwortet (und das sogar trotz meines Tippfehlers).

Frage: Wer war B. Traven?

Antwort ChatGPT: B. Traven war der Pseudonym eines Schriftstellers, dessen wahre Identität bis heute umstritten ist. Er ist bekannt geworden durch seine Romane über das Leben in Mexiko während der Revolution und der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts. Einige seiner bekanntesten Werke sind „Die Troza“ und „Der Schatz der Sierra Madre“. Es gibt viele Theorien darüber, wer sich hinter dem Pseudonym B. Traven verbirgt, aber bis heute hat sich keine davon als definitiv richtig erwiesen.

Frage: Wer ist die wahrscheinlichste Identität hinter B. Travens Pseudonym?

Antwort ChatGPT: Es gibt viele Theorien darüber, wer sich hinter dem Pseudonym B. Traven verbirgt, aber keine davon ist mit absoluter Sicherheit bewiesen. Eine der am weitesten verbreiteten Theorien besagt, dass B. Traven tatsächlich der deutsche Schriftsteller und Revolutionär Ret Marut war. Marut war ein bekannter Autor und politischer Aktivist in Deutschland, der nach dem Ersten Weltkrieg nach Mexiko flüchtete und dort unter dem Pseudonym B. Traven weiter schrieb. Eine andere Theorie besagt, dass B. Traven der Brite Hal Croves war, der sich in den 1920er Jahren in Mexiko aufhielt. Es gibt jedoch auch andere Theorien, die weniger Beweise haben und daher weniger wahrscheinlich sind. Bis heute ist die wahre Identität von B. Traven eines der größten Rätsel in der literarischen Welt.

Wer B. Traven ist, war lange Zeit nicht klar und nach jahrelangen Spekulationen und Nachforschungen ist man nun überzeugt, dass hinter B. Traven ein Deutscher mit dem Namen Otto Feige steht. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Metallfacharbeiter und Gewerkschaftssekretär musste nach dem Scheitern der Münchner Räterepublik fliehen, wurde 1923 in London in Abschiebehaft genommen, konnte dann aber über Umwege nach Mexiko übersiedeln. Hier habe ich das Gefühl, dass ChatGPT nicht über alle Informationen verfügt. Ret Marut soll auch ein Pseudonym für Otto Feige gewesen sein und einer der Identitäten sein, die er auf seinen abenteuerlichen Reisen angenommen hat. Eine Google Recherche bringt einen bei dieser Frage schon ein Stück weiter, erfordert aber auch ein bisschen mehr Zeit.

Frage: War Jules Verne schon einmal am Amazonas?

Antwort ChatGPT: Jules Verne hat zwar viele Reisen unternommen, aber es gibt keine Hinweise darauf, dass er jemals am Amazonas gewesen ist. Er hat jedoch viele Werke veröffentlicht, die sich mit Reisen in exotische Länder und Abenteuern auf hoher See befassen, darunter auch einige, die im Amazonasgebiet spielen. Zum Beispiel ist „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864) eines seiner bekanntesten Werke, in dem eine Gruppe von Abenteurern auf eine Reise in den inneren Kern der Erde geht, die sie durch einen Krater in Island und dann durch unterirdische Höhlen und Tunnel führt. Auch in „Fünf Wochen im Ballon“ (1863) unternimmt eine Gruppe von Abenteurern eine Reise mit einem Luftballon, wobei sie auch durch Afrika und den Amazonas fliegen. Obwohl Verne also nicht selbst am Amazonas gewesen ist, hat er durch seine Werke vielen Lesern die Möglichkeit gegeben, sich in Gedanken auf solche Reisen zu begeben.

Die Frage habe ich mir nach der Lektüre von Jangada gestellt und auch diese Information hat man ganz gut durch eine Suche mit Google herausbekommen. Die Antwort von ChatGPT enthält aber auch hier wieder eindeutig Fehler. In Die Reise zum Mittelpunkt der Erde kommt sicher kein Amazonas vor, die Reise startet in Island und endet in Sizilien. Fünf Wochen im Ballon führt quer durch Afrika, da fliegen sie sicher nicht über den Amazonas. Das ist einfach falsch. Aber das Verne vermutlich selbst nie am Amazonas war, das wird korrekt beantwortet.

Zusammenfassend sind die Antworten zu Autoren auch nur mäßig zufriedenstellen. Eine zusätzliche Recherche ist hier auf jeden Fall noch notwendig, sonst erfährt man hier nur die Hälfte oder gar nichts, wie bei Gaito Gasdanow.

Buchinhalte

Interessant sind auch Fragen zu den einzelnen Büchern selbst. Man möchte grob wissen, worum es in einem Buch geht. Oder man kann sich nicht mehr so recht erinnern, weil die Lektüre schon Jahre zurück liegt und fragt nach einem Detail. Dafür wäre ChatGPT auf jeden Fall eine sehr interessante Quelle.

Frage: Kannst Du mir etwas über Balzacs menschliche Komödie erzählen?

Antwort ChatGPT: La Comédie humaine ist der Titel einer literarischen Sammlung von Werken des französischen Schriftstellers Honoré de Balzac. Die Sammlung besteht aus 90 Romanen und Kurzgeschichten, die sich mit dem Leben und den Beziehungen der französischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert auseinandersetzen. Die Romane und Kurzgeschichten waren in verschiedenen Zeitschriften und Zeitschriften veröffentlicht und wurden später zu einer Sammlung zusammengefasst. Balzac verfolgte das Ziel, das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrungen und die verschiedenen Schichten der Gesellschaft in seiner Comédie humaine darzustellen.

Einige der bekanntesten Werke in La Comédie humaine sind „Eugenie Grandet“, „Le Père Goriot“ und „Illusions perdues“. Die Comédie humaine wird oft als ein Meisterwerk der realistischen Literatur betrachtet und hat viele andere Schriftsteller beeinflusst, darunter Marcel Proust und Charles Dickens.

Die Antwort finde ich okay, das kann man so gelten lassen. Etwas oberflächlich, aber man könnte mit weiteren Fragen noch nachbohren. Um abzuchecken, worum es überhaupt geht, ist die Antwort ganz gut.

Frage: Was glaubt Gilliatt aus dem Roman „Les travailleurs de la mer“ von Victor Hugo in der versteckten Grotte zu erblicken?

Antwort ChatGPT: In Victor Hugos Roman „Les travailleurs de la mer“ (Die Arbeiter des Meeres) glaubt Gilliatt in der versteckten Grotte einen Meeresdämon zu erblicken. Die Grotte ist ein dunkler, geheimnisvoller Ort, an dem Gilliatt voller Angst und Schrecken auf den Meeresdämon trifft. Es ist jedoch nicht klar, ob der Meeresdämon wirklich existiert oder ob er nur eine Halluzination von Gilliatt ist.

Die Antwort finde ich beeindruckend, weil sie sich tatsächlich auf ein Detail in dem Buch bezieht. Einer Szene, die in dem Buch keine besondere Relevanz genießt, die mir aber in Erinnerung geblieben ist, weil sie sprachlich einfach wunderbar poetisch beschrieben wird. „Meeresdämon“ ist aber als Interpretation falsch, Hugo beschreibt hier eine wunderschöne Nymphe, die sich Gilliatt aufgrund dieser pittoresken Grotte vorstellt. Er hat sicher auch keine Angst. Aber dass ChatGPT die Szene wiedererkennt ist nicht schlecht, aber auch nicht ganz korrekt.

Frage: Was möchte Maupassant mit „Boule de suif“ zum Ausdruck bringen?

Antwort ChatGPT: „Boule de suif“ ist eine Kurzgeschichte von Guy de Maupassant, in der er verschiedene Themen aufgreift. Eines der Hauptthemen ist die Doppelmoral und die Heuchelei der Gesellschaft. Die Hauptfigur, Boule de Suif (zu Deutsch etwa „Kugel aus Fett“), ist eine Prostituierte, die von den anderen Figuren in der Geschichte abgelehnt wird, obwohl sie ihnen im Laufe der Handlung hilft. Durch ihre Handlungen zeigt Maupassant, dass die gesellschaftlichen Normen und Werte oft widersprüchlich und ungerecht sind.

Ein weiteres wichtiges Thema in „Boule de suif“ ist die Egoismus und Selbstsucht der Figuren. Die anderen Charaktere in der Geschichte denken nur an ihr eigenes Wohl und sind bereit, Boule de Suif im Stich zu lassen, um ihre eigenen Interessen zu schützen. Maupassant nutzt die Geschichte, um zu zeigen, wie leicht es ist, sich von den eigenen Prinzipien und Werten abzuwenden, wenn man sich in schwierigen Situationen befindet.

Insgesamt zeigt Maupassant in „Boule de suif“, wie die menschliche Natur in Krisenzeiten hervortritt und wie leicht es ist, seine Prinzipien und Werte zu vergessen, wenn es um das eigene Wohl geht.

Die Antwort ist ebenfalls sehr beeindruckend. Sie trifft tatsächlich den Kerngedanken der Novelle sehr gut. Hier sieht man, wie leistungsfähig die KI sein kann. Allerdings ist das auch Maupassants bekannteste Novelle, die in Literatur und im Internet sicherlich sehr häufig besprochen wurde.

Frage: Wer geht in dem Roman „Über Bord“ von Kipling über Bord?

Antwort ChatGPT: In dem Roman „Über Bord“ von Rudyard Kipling geht keine Person über Bord. „Über Bord“ ist ein Kurzgeschichte von Rudyard Kipling, die sich mit dem Thema der Verantwortung und der Loyalität in der britischen Marine auseinandersetzt. Die Geschichte handelt von einem Seemann namens Luff’un, der sich weigert, den Befehl zu befolgen, den Mast eines sinkenden Schiffs abzuschlagen, um das Leben seiner Kameraden zu retten. Stattdessen entscheidet er sich dafür, an Bord zu bleiben und mit dem Schiff zu sinken. Die Geschichte zeigt, wie Luff’un seine Pflicht und Loyalität gegenüber seinem Schiff und seiner Mannschaft über sein eigenes Leben stellt.

Frage: Wer geht in dem Roman „Captains Courageous“ von Kipling über Bord?

Antwort ChatGPT: In dem Roman „Captains Courageous“ von Rudyard Kipling geht der junge Harvey Cheyne über Bord. Harvey ist der Sohn eines reichen Industriellen und wird während einer Schiffsreise über den Atlantik von einem Unwetter überrascht. Er fällt über Bord und wird von einem Walbeobachtungsschiff gerettet, auf dem er die nächsten Monate verbringt und lernt, sich als Teil einer Gemeinschaft zu bewähren und Verantwortung zu übernehmen.

Die erste Antwort zeigt, dass ChatGPT mit der Mehrsprachigkeit dann doch seine Probleme hat. Über Bord ist der deutsche Titel von einem Buch, das im Original in Captains Courageous erschien und dort eine von mehreren Geschichten ist. Sobald man sich auf den richtigen Titel bezieht bekommt man auch hier eine korrekte Antwort, die sehr treffend ist.

Frage: In dem Roman von Der Hydrograf von Allard Schröder, welche Krankheit bekommt der Protagonist?

Antwort ChatGPT: Es tut mir leid, aber ich habe keine Informationen über einen Roman mit dem Titel „Der Hydrograf“ von Allard Schröder. Es ist möglich, dass ich nicht über die neuesten Romane oder Autoren bescheid weiß, da mein Wissensstand bei der Veröffentlichung von 2021 endet und ich derzeit keinen Zugriff auf das Internet habe, um meine Kenntnisse zu aktualisieren.

Der Roman wurde 2016 im Mare Verlag veröffentlicht, das Original, das im Niederländischen erschien, ist noch älter. ChatGPT könnte ihn also von der zeitlichen Einordnung her schon kennen. Allerdings ist es ein sehr unbekannter Roman von einem kleinen Verlag, also kein Wunder, dass ChatGPT ihn nicht kennt. Auch wenn ich nach dem niederländischen Originaltitel suche kommt keine Antwort. Hier sieht man natürlich auch klar die Grenzen, so groß der Textkorpus der KI auch sein mag.

Frage: Welche Völker gibt es in Tad Williams Osten Ard?

Antwort ChatGPT: In Tad Williams‘ Fantasy-Romanzyklus „Das Lied von Eis und Feuer“ gibt es zahlreiche verschiedene Völker und Kulturen, die in der fiktionalen Welt von Osten Ard leben. Hier sind einige der wichtigsten Völker aufgeführt:

  • Menschen: Die Menschen sind das dominante Volk in Osten Ard und haben die meisten der bekannten Lande besiedelt. Sie sind in zahlreiche Häuser und Klans unterteilt, von denen jedes seine eigene Kultur und Traditionen hat.
  • Zwerge: Die Zwerge sind ein Volk von kleinen, kräftigen Humanoiden, die für ihre Kunstfertigkeit und ihren Reichtum bekannt sind. Sie leben in unterirdischen Städten und Höhlen und sind für ihre metallurgischen Fähigkeiten bekannt.
  • Elfen: Die Elfen sind ein Volk von langlebig, schönen und geschickten Kriegern, die auf magische Kräfte zurückgreifen können. Sie leben in Wäldern und sind für ihre Naturverbundenheit bekannt.
  • Nachtgesichter: Die Nachtgesichter sind ein Volk von Humanoiden, die sich durch ihre scharfen Gesichtszüge und ihre Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, auszeichnen. Sie leben in den Schatten und sind für ihre geheimen Machenschaften bekannt.
  • Andere: Die „Anderen“ sind eine Gruppe von seltsamen, geheimnisvollen Wesen, die in den Eiswüsten des Nordens leben. Sie sind äußerst mächtig und haben die Fähigkeit, die Toten wiederzuerwecken.

Die Antwort ist komplett falsch. Der Romanzyklus heißt natürlich nicht Das Lied von Eis und Feuer sondern Das Geheimnis der großen Schwerter. Darüber hinaus sind die aufgeführten Völker völlig falsch, es gibt keine Zwerge, Elfen oder Nachtgesichter. Auch wenn ich diese Frage auf verschiedene Varianten und in englischer Sprache stelle, bekomme ich diese falsche Antwort.

Fazit

Das Ergebnis meines kleinen Tests mit ChatGPT bestätigt sehr gut den allgemeinen Konsens, den man antrifft, wenn man sich über ChatGPT informiert: Es ist beeindruckend wie gut ChatGPT Fragestellungen beantworten kann und mit was für einer Eloquenz es das auch macht. Man hat schon das Gefühl, dass die KI ein Verständnis von den Dingen hat. Allerdings ist die KI auch voll mit Fehlern. Die Quellen lassen sich nicht verifizieren und so bekommt man Antworten, die sich völlig überzeugend anhören, die aber einfach falsch sind. Und das muss man wissen, wenn man mit einer KI zu tun hat: Sie hat sehr oft recht, aber eben nicht immer.

Für die Büchersuche eignet sich ChatGPT nur mäßig. Klar, wenn man an der Oberfläche bleibt, dann bekommt man auch passende Bücher empfohlen, die durchaus den eigenen Geschmack treffen. Wenn ich ein paar große Klassiker eingebe und weitere Tipps möchte, dann bekomme ich andere gute große Klassiker. Das ist aber nichts, womit die KI punkten kann, da reicht auch ein Klick auf Lovelybooks oder Amazon. Sobald man spezieller wird und die Fragen weiter konkretisiert, versagt die KI und empfiehlt unpassende oder gar nicht existierende Bücher. Ich vermute, wenn man nach zeitgenössischer Literatur sucht, sieht es noch schlechter aus, da ChatGPT zahlreiche Bücher und Autoren nicht kennt oder damit nur wenig trainiert wurde.

Die Suche nach Verlagen ist okay, aber auch hier kommt man zu deutlich besseren Ergebnissen, wenn man einfach auf Google sucht oder sich durch das Netz klickt.

Wer Hintergrundinformationen zu Autoren sucht bekommt durchaus gute Antworten geboten, ChatGPT fasst hier schon sehr gut zusammen. Ganz aktuell und korrekt ist ChatGPT hier auch nicht. Für mich würde die KI nur als erste grobe Anlaufstelle in Frage kommen. Wer wirklich fundierte Informationen zu Autoren möchte, der muss selbst recherchieren, der muss die Quellen kennen und prüfen, zu unsicher ist es, ob das Ausgegebene wirklich korrekt ist.

Die Fragen zu den Buchinhalten fand ich faszinierend. Selbst einzelne Szenen kennt ChatGPT und kann Inhalte sogar hinsichtlich ihrer Bedeutung interpretieren. Wie gut ChatGPT hier antworten kann, hängt an der Bekanntheit des Buches und hier sind die Ergebnisse höchst unterschiedlich. Bei Klassikern funktioniert es noch einigermaßen gut, da sind wahrscheinlich sehr viele Textbeispiele und die kompletten Bücher in die Trainingsdaten der KI mit eingeflossen. Bei kleinen unbekannten Büchern versagt ChatGPT komplett. Auch bei bekannteren Fantasyromanen weiß ChatGPT nicht viel. Das war auch irgendwie zu erwarten, zaubern kann die KI ja auch nicht.

Aus meiner Sicht ist ChatGPT für den interessierten Vielleser unbrauchbar. Keine der Kategorien hat für mich zufriedenstellende Antworten geliefert. Die Fehlerrate ist einfach viel zu groß, man weiß nie, ob die Antwort korrekt ist oder nicht und man ist doch sehr schnell genötigt, nochmal selbst zu recherchieren und zu prüfen, ob das, was geantwortet wurde auch wirklich richtig ist. Wer fundierte Informationen möchte, der kommt nicht darum herum Zeit zu investieren und sich selbst Quellen zu erschließen. Man wird dann aber auch belohnt, denn auf der Suche nach den Hintergründen entdeckt man zuweilen sehr viel auch abseits des Weges. Die Suche nach neuem Lesestoff, sie bleibt auch mit dieser KI eine Kunst, hier wird einem nichts abgenommen. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass künstliche Intelligenz den Menschen in der Welt der Literatur überflüssig macht.

Trotzdem finde ich ChatGPT sehr beeindruckend und es gibt einem einen guten Eindruck davon, wie weit die Entwicklung hin zu künstliche Intelligenz bereits gediehen ist. Ich frage mich, wie das alles in zehn oder zwanzig Jahren sein wird. Es bleibt spannend und ich kann nur jeden empfehlen, diesen nun so schön zugänglich aufbereiteten Meilenstein der Informatik auch selbst einmal auszutesten.

14 Kommentare

  1. Hallo Tobi,

    vielen Dank für den ausführlichen Artikel – auch ich habe chatgpt in den letzten Tagen ausführlich ausprobiert, teils bezüglich Literatur aber auch bezüglich anderer Themen wie Musik. Es macht Spass sich mit chatgpt zu „unterhalten“, aber die präsentierten „Fakten“ sind leider meist schlichtweg falsch oder fehlerhaft. Das Problem ist hier nur, mit welcher „Überzeugung“ chatgpt diese „Fakten“ vorträgt :-).

    Am meisten beeindruckt hat mich an chatgpt das Textverständnis, also das Interpretieren der eingegebenen Texte um daraus „passende“ Antworten zu entwickeln. Auch deshalb macht es Spass sich mit chatgpt zu beschäftigen.

    Ich finde aber man merkt auch recht schnell, dass hier noch ein weiter Weg zu gehen ist, bevor die KI wirklich ernstgenommen werden kann.

    1. Hallo Harald,

      als ich finde ChatGPT schon echt beeindruckend, besonders, wie Du sagst, wie gut es auch völlig umgangssprachlich und unvollständig gestellte Fragen versteht. Das Thema Korrektheit und Nachvollziehbarkeit, ist das große Problem und das macht das Ding eigentlich schon unbrauchbar. Du weißt nie, ob das was ausgegeben wird auch korrekt ist. Bei Stackoverflow haben sie es ja auch verboten, dass einfach Antworten von einer KI übernommen werden. Ich hab es auch mal für die Entwicklung benutzt und so 0815 Fragen (z.B. die Java 8 Datetime API zu benutzen) kann ChatGPT echt gut beantworten. Bei Frameworks die etwas unbekannter sind funktioniert es gar nicht mehr. Selbst bei Fragen zu Spring Boot werden auch nur die einfachen Sachen korrekt beantwortet. Die Angst, die in den Medien oft geschürt wird, dass die KI uns bald alle ablösen wird, die hab ich auch überhaupt nicht.

      Liebe Grüße
      Tobi

  2. Da bleibt mir nur die Hoffnung, dass Literatur im Allgemeinen und Belletristik im Besonderen mehr bleibt als willkürliche Variationen und Kombinationen von Nullen und Einsen.
    Und so lange Algorithmen von hochbezahlten IT-Spezialisten in Silicon Valley & Co. programmiert werden, die zu 80 % männlich und weiß sind, so lange will und werde ich sie nicht als objektiv und unvoreingenommen wahrnehmen.
    Dabei verkenne ich keinesfalls den Nutzen, den KI womöglich für Naturwissenschaften mit einem wenigstens humanistischen Imperativ beanspruchen, bspw. die Medizin, zeitigen kann.
    Hier ist es ebenso selbstverständlich wie wichtig, dass sich das geballte Wissen weltweit vereinigt und vernetzt und dann aber bitte auch – wie etwa der Impfstoff von Biontech, den wir alle mitfinanzierten -, gleichermaßen weltweit zugänglich gemacht wird, ohne dass etwa maßlose Profitinteressen und vermeintlich ewige Patentrechte im Vordergrund stünden, die ebenso vermeintlich mehr wögen als das Wohl jedes, aber auch wirklich jedes Menschen, gleich welcher Hautfarbe und gleich welcher Herkunft, ob nun aus der nördlichen oder südlichen Hemisphäre.
    Gerade bei der Auswahl meiner Literatur folge ich dann doch lieber den nicht künstlichen, auch nicht gekünstelten, sondern straight meinen natürlichen und authentischen Algorithmen „Herz“ und „Verstand“.
    So lehrt mich meine Erfahrung, dass z.B. S. Fischer ebenso wie etwa Rowohlt und Aufbau fast durchgehend zuverlässig keinen tendenziösen und handwerklich miesen und oberflächlichen Bullshit verlegen, sondern anspruchsvolle, empathische Literatur.
    Und auch der mir so sehr am Herzen liegende Name Kafka brachte mich jüngst eher zufällig zu einer berührenden Geschichte von Lizzie Doron mit dem Titel „Who the Fuck Is Kafka“, aus dem Hebräischen übersetzt von Mirjam Pressler, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München, 2015.
    Hier geht es um die Geschichte einer israelischen Journalistin und eines palästinensischen Sprachwissenschaftlers, die beide geprägt sind von den Ängsten der Schoa auf der einen und der Nakba auf der anderen Seite, und die trotzdem versuchen, in ihrer Verzweiflung die Hoffnung nicht zu verlieren und das von realitätsentfremdeter narzisstischer Politik beider Seiten vermeintliche „Naturgesetz“, wonach alles immer wieder in Intoleranz und Krieg endet, mit gemeinsamen Projekten zu durchbrechen.

    Schließlich lasse ich mich auch lieber von Blogs wie diesem zu Büchern leiten und lenken, letztlich also von Menschen „aus Fleisch und Blut“, die mit mir ohne Hass und Ausgrenzung auf Augenhöhe kommunizieren.

    1. Also mir gegenüber behauptet chatgpt geschlechtsneutral zu sein. Meine Versuche „es“ den Namen (Achtung: Nerd-Insider) „Eliza“ zu geben, scheiterten bislang :-).

      Generell kann ich Deine Bedenken verstehen. Letztendlich muss man sich in gewisser Weise aber immer auf die Quellen verlassen, die man nutzt, deshalb kann es sinnvoll sein, sich breitgefächert zu informieren. Ich denke eine KI wie chatgpt wird immer nur unterstützende Arbeit leisten können. Man hört ja, dass Microsoft plant chatgpt in Bing zu integrieren. Hier bin ich wirklich gespannt, inwieweit sich dadurch die Qualität der Suchergebnisse verbessern lässt, denn das ist bei (manchen) Suchmaschinen ja ein echtes Problem.

      Ansonsten nutze ich gerne Empfehlungssysteme und bin immer regelrecht verzweifelt, wenn diese nicht funktionieren (wie z.B. bei GroodReads, wo ich eigentlich immer nur Unsinn vorgeschlagen bekomme). Bei Spotify z.B. funktioniert es sehr gut, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil?) ich ziemlich viel Nischenzeug höre. Ich denke, in diesem Bereich kann eine KI wie chatgpt ein echter Gewinn sein.

      1. Dass der „Algorithmus ein Macho“ ist (so einmal bezeichnet vom Magazin „Science Notes“ (zit. nach Tobias Metzner, „Vom Algorithmus diskriminiert“, in nd vom 7./8.01.23, S. 19), also keinesfalls so fair, geschlechterneutral, gleichberechtigend und objektiv, wie immer wieder behauptet, zeigt schon der Klassiker des Seifenspenders, der nur auf die Hände weißer Personen reagiert, belegt weiterhin die Software, die bei Zoom-Konferenzen weibliche Stimmen und Gesichter schlechter erkennt, beweist der Fakt, dass Frauen bei der Google-Suche weniger gut bezahlte Führungspositionen angezeigt bekommen als Männer.
        All dies sind Erkenntnisse wissenschaftlicher Studien (vgl. Tobias Metzner, a.a.O.)
        Und wenn die hier von Tobi untersuchte Literatur-KI die eine oder andere weibliche Programmiererin mehr gehabt hätte, wären bei der Suche etwa nach der berührendsten Liebesprosa die von Louis Aragon zu recht so bezeichnete „schönste Liebesgeschichte der Welt“, namentlich „Dshamilja“ von Tschingis Aitmatow, oder etwa Hermann Hesses „Gertrud“, Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, Fjodor Dostojewskis „Erniedrigte und Beleidigte“, Charlotte Brontes „Jane Eyre“ oder auch „Villette“ und die Storm-Novellen „Immensee“, „Pole Poppenspäler“, „Viola Tricolor“, „Aquis submersus“ oder auch Charles Dickens „Große Erwartungen“ empfohlen worden…. Ich will den Rahmen nicht sprengen 😉

        1. Das ist die Antwort von chatgpt zum Thema „Seifenspender“ – allerdings kenne ich ehrlich gesagt die genaue Fragestellung nicht, weshalb es für mich schwierig war eine Frage anders als “
          wie funktioniert ein seifenspender?“ zu formulieren: „Ein Seifenspender funktioniert üblicherweise durch das Drücken einer Taste oder eines Hebels, welcher eine kleine Menge Seife durch eine Öffnung am Boden des Behälters ausgibt. Manche Seifenspender sind elektrisch betrieben und verwenden einen Motor, um die Seife auszugeben. Andere sind manuell betrieben und verwenden einen Mechanismus, der durch das Drücken der Taste oder des Hebels betätigt wird.“

          Klar ist natürlich, dass ein Algorithmus nur mit den Daten arbeiten kann, mit denen er gefüttert wird. In wie weit das mit Absicht verbunden ist, kann ich schwer sagen; aber es lohnt sich sicherlich weiterhin mit chatgpt zu experimentieren um den „Wissenstand“ zu überprüfen und wie dieser sich entwickelt. 🙂

  3. „Auch das zweite Buch von Adalbert Stifter gibt es nicht“

    Bei Stifter und Berchtesgaden hats bei mir geklingelt, meinte den Namen in diesem Bezug öfter gehört zu haben (Malerei, Naturbeschreibungen). Bin da halt alle zwei Jahre auf Wandertour. Tatsächlich hat Stifter 1915 für den „Naturfreund“ den „Untersberg“ verfasst. Sind aber nur 3 Seiten, also weit weg von nem Roman.

    Den Link zum Text findest du auf der wiki-Seite vom Untersberg. Ich habs auf nem anderen Weg gefunden. Warum einfach, wenns auch mühsam geht. :-))

  4. Hallo Tobi,
    das ist ja eine Superidee, ChatGPT Mal so zu testen. Und wie viel Mühe Du Dir gemacht hast!
    Ich will erst Mal nur 2 Punkte herausgreifen. Die Frage nach den Büchern mit Piraten erweckt den Eindruck, dass das System nur auf eine sehr begrenzte Literaturauswahl zugreifen kann. Alles was sich innerhalb der letzten paar Jahre abgespielt hat. Auf einen absoluten Klassiker dieses Genres kommt Chat dagegen nicht:
    Die Schatzinsel von Robert Luis Stevenson, also schon peinlich. An der Sprache kann’s ja auch nicht liegen, denn das Original ist ja auf Englisch ( Treasure Island).
    Der andere Punkt ist Deine Frage nach gut gebildeten Sätzen. Meine spontane Antwort: Jenny Erpenbeck mit »Gehen, ging, gegangen«, was auch auf Englisch erhältlich ist. Und ganz aktuell: »Die Alleinseglerin« von Christine Wolter.
    Das allerdings ist 1982 in der DDR erschienen, vor 4 Monaten erst neu im Ecco Verlag.
    Hier bekommt man in der Tat den Eindruck der Ignoranz gegenüber Autorinnen. Und Unwissen zu Literatur aus der DDR.
    Da sind Suchmaschinen aber meist auch nicht besser. Frag mal eine nach einem in der DDR aufgewachsenen Künstler. Da setzen Antworten grundsätzlich gerne ab 1989/90 ein, als hätte es vorher nichts gegeben.
    Also tolle Fragen Deinerseits, die deutlich machen, das ChatGPT noch einen langen Weg vor sich hat. Und bis dahin leider sehr viel Unsinn in die Welt setzen wird – etwa ähnlich mit dem »autonomen Fahren« der Tesla’s.

  5. Hallo Tobi, dein Experiment mit ChatGPT finde ich sehr interessant, auch wenn es nicht (vlt. noch nicht) den gewünschten Erfolg hatte. Deinem Blog folge ich seit einigen Monaten und bin davon sehr angetan, da er fast ausschließlich auch meinen Lesegeschmack widerspiegelt.
    Hier habe ich für dich ein paar Vorschläge, die nicht ganz sooo bekannt sind und evtl. in dein Beuteschema passen.
    Clarin – Die Präsidentin
    Benito Pérez Galdos – Fortunata und Jacinta
    David Vogel (1891-1944)
    – Eine Wiener Romanze
    – Eine Ehe in Wien
    Friedo Lampe – Am Rande der Nacht
    Natsume Soseki – Kokoro

    ….und das Gute ist, diese Bücher gibt’s wirklich….

  6. Hallo Tobi,
    schöne Idee, wie du ChatGPT getestet hast.
    Ich habe mich vorher schon ab und zu mal mit KI-Tools zum Texten beschäftigt und auch festgestellt, dass das alles mehr Schein als Sein ist. Erstaunt war ich auf da schon über die selbstbewussten Formulierungen, mit denen der größte Unsinn ausgedrückt wurde.
    Wollen nur hoffen, dass nicht zu viele Leute auf die Idee kommen, solchen Unsinn von KI ungeprüft in eigenen Artikeln z. B. auf Blogs usw. zu veröffentlichen. Denn die KI speist sich ja z. T. auch aus solchen Quellen und dann wird das immer schlimmer.
    Dein Artikel hat mich auf jeden Fall dazu angeregt, ChatGPT nun auch einmal auszuprobieren. Vielleicht sind die ja inzwischen schon weiter.

  7. Als Informatiker:in kommt man wohl nicht drum herum die Neugier zu befriedigen und ChatGPT und die diversen Dall-Es dieser Welt etwas zu testen. Ich hab das neulich auch gemacht und hatte ähnliche Ergebnisse wie du, wobei ich es beeindruckend fand wie hartnäckig und systematisch du Buchwissen getestet hast. Ich bin etwas mehr gesprungen in meinen Fragen und wollte herauskitzeln, ob ChatGPT in Zukunft Blogartikel schreibt und Blogs dann komplett ablöst (was ich sehr schade fände). Aber das sehe auch noch nicht so bald gemessen an der zugrunde liegenden Datenbasis, die ja beispielsweise nur bis Ende 2021 reicht und der Nüchternheit. Und die Lesenden von Blogs wollen hoffentlich weiter etwas mehr als … naja das.

    Allerdings habe ich es auch als jemand getestet, die Hobby-Zeichnerin ist und immer mal dachte sich ein Standbein als Teilzeit-Illustratorin aufbauen zu können neben der Softwareentwicklung. Und da sehe ich nun meine Fälle mit crAIyon und Dall-E davonschwimmen, weil es eben herrlich leicht zu bedienen ist. Ich als Einzelfall sei mal dahingestellt, aber es gibt einfach soviele Kunstschaffende, die sich mit kleinen Jobs über Wasser halten, die Dall-E eben sehr leicht bedienen kann. Hier tut der Fortschritt plötzlich weh. Ich habe damals mein Werk verglichen mit dem was die Tools so derzeit ausspucken. Das war immerhin noch ernüchternd, aber ich habe auch nicht lange rumgetestet.

    Wo ich allerdings eine etwas andere Meinung habe ist der Begriff „Künstliche Intelligenz“. Obwohl ich dir zustimme, dass ChatGPT beeindruckend ist, halte ich „Künstliche Intelligenz“ und es so zu nennen halt für eine relative Ente. Letzten Endes ist das ganze Rumgepicke im Neuronalen Netz doch mehr ein fancy Entscheidungssystem, was sehr sehr viel menschliches Zutun braucht und letzten Endes trotzdem einen begrenzten Output hat. Im Falle von dall-E ja (furchtbar) gespeist mit dem kreativen Erguss von n Menschen, die dafür ihre Bilder vermutlich eher nicht hergeben wollten. Intelligent finde ich das nicht. Vielleicht haben mich aber auch meine Bachelor- und Masterarbeit auf dem Gebiet entzaubert..

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